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131.232

Verfassung des Kantons Wallis

vom 8. März 1907 (Stand am 11. März 2020)1

Im Namen Gottes des Allmächtigen!

  I. Titel: Allgemeine Grundsätze

Art. 1

1 Wallis bildet eine innert der Schranken der Bundesverfassung1 souveräne und als Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft einverleibte demokratische Republik.

2 Die Souveränität beruht im Volke und wird unmittelbar durch die Aktivbürger und mittelbar von den durch die Verfassung eingesetzten Behörden ausgeübt.


1 SR 101

Art. 21

1 Die Glaubens- und Gewissensfreiheit und die freie Ausübung gottesdienstlicher Handlungen sind gewährleistet.

2 Die Religionsgemeinschaften entscheiden über ihre Lehre und ihren Kultus frei und unabhängig. Sie befinden innert den Schranken des öffentlichen Rechts selbständig über ihre Organisation und Verwaltung.

3 Die römisch-katholische Kirche und die evangelisch-reformierte Kirche werden als öffentlich-rechtliche Institutionen mit eigener Rechtspersönlichkeit anerkannt. Die anderen Konfessionen unterstehen den Vorschriften des Privatrechts, können aber nach Massgabe ihrer Bedeutung im Kanton durch Gesetz öffentlich-rechtlich anerkannt werden.

4 Soweit die Pfarreien der römisch-katholischen Kirche und diejenigen der evangelisch-reformierten Kirche die orts-kirchlichen Kultusausgaben nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, kommen dafür unter Wahrung der Glaubens- und Gewissensfreiheit die Munizipalgemeinden auf. Der Kanton kann den öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen Beiträge gewähren.2

5 Das Gesetz regelt die Anwendung dieser Bestimmungen.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 17. März 1974, in Kraft seit 1. Aug. 1993. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Dez. 1974 (BBl 1974 II 1527 Art. 1 Ziff. 5 973). Diese Änd. wurde erst zusammen mit jener des Abs. 4 in Kraft gesetzt.
2 Angenommen in der Volksabstimmung vom 10. Juni 1990, in Kraft seit 1. Aug. 1993. Gewährleistungsbeschluss vom 3. Okt. 1991 (BBl 1991 IV 198 Art. 1 Ziff. 7 II 1593).

Art. 3a

1 Alle Bürger sind vor dem Gesetze gleich.

2 Es gibt im Wallis kein Vorrecht des Ortes, der Geburt, der Personen oder Familien.

a
In der Verfassung gilt jede Bezeichnung der Person, des Status oder der Funktion in gleicher Weise für Mann oder Frau.1

1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 4

1 Die persönliche Freiheit und die Unverletzlichkeit der Wohnung sind gewährleistet.

2 Niemand darf gerichtlich verfolgt oder verhaftet und keine Hausdurchsuchung darf vorgenommen werden, ausser in den vom Gesetze vorgesehenen Fällen, und in den von demselben vorgeschriebenen Formen.

3 Ungesetzlich Verhaftete sowie unschuldig Verurteilte sind durch den Staat angemessen zu entschädigen. Das Gesetz regelt die Anwendung dieses Grundsatzes.

Art. 5

Niemand darf seinem ordentlichen Richter entzogen werden.

Art. 6

1 Das Eigentum ist unverletzlich.

2 Von diesem Grundsatze kann nur aus Rücksichten öffentlichen Nutzens mittelst einer gerechten Entschädigung und in den vom Gesetze vorgesehenen Formen abgewichen werden.

3 Das Gesetz kann jedoch Fälle bestimmen, in welchen Grund und Boden der Burgerschaften oder Gemeinden, aus Rücksichten öffentlichen Nutzens, unentgeltlich abzutreten ist.

Art. 7

Kein Grundstück kann mit einem unloskäuflichen Bodenzins belastet werden.

Art. 8

Die Freiheit der Meinungsäusserung in Wort und Schrift, sowie die Freiheit der Presse sind gesichert. Das Gesetz bestraft den Missbrauch derselben.

Art. 9

Das Petitionsrecht ist gewährleistet. Die Ausübung desselben wird vom Gesetze bestimmt.

Art. 10

1 Das Recht der freien Niederlassung, das Vereins- und Versammlungsrecht, die freie Ausübung jeder Berufsart in Kunst und Wissenschaft, sowie die Freiheit des Handels und der Gewerbe sind gewährleistet.

2 Die Ausübung dieser Rechte wird durch das Gesetz geregelt.

Art. 11

1 Jeder Bürger ist wehrpflichtig.

2 Die Anwendung dieses Grundsatzes ist durch die Bundes- und Kantonalgesetzgebung geregelt.

Art. 12

1 Die französische und die deutsche Sprache sind als Landessprachen erklärt.

2 Der Grundsatz der Gleichberechtigung beider Sprachen soll in der Gesetzgebung und in der Verwaltung durchgeführt werden.

Art. 13

1 Der öffentliche Unterricht sowie der private Primarunterricht stehen unter der Leitung und der Oberaufsicht des Staates.

2 Der Primarunterricht ist obligatorisch und in den öffentlichen Schulen unentgeltlich.

3 Die Lehrfreiheit ist, unter Vorbehalt der Gesetzesbestimmungen betreffend die Primarschule, gewährleistet.

Art. 13a1

1 Der Staat muss der Familie, als Basisgemeinschaft der Gesellschaft, den für die Entfaltung jedes ihrer Mitglieder notwendigen Schutz sowie Unterstützung gewähren.

2 Er überprüft die Gesetzgebung unter dem Gesichtswinkel ihrer Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse der Familie und passt diese entsprechend an.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 13. Juni 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2001. Gewährleistungsbeschluss vom 14. Juni 2000 (BBl 2000 3643 Art. 1 Ziff. 7 1107).

Art. 14

Der Staat erlässt Vorschriften betreffend Arbeiterschutz und Sicherung der Arbeiterfreiheit.

Art. 15

Der Staat fördert und unterstützt nach Massgabe der ihm zu Gebote stehenden finanziellen Mittel:

a.
die Landwirtschaft, die Industrie, den Handel und im Allgemeinen alle den Kanton Interessierenden Zweige der Staatswirtschaft;
b.
den beruflichen Unterricht für Landwirtschaft, Handel, Industrie und Gewerbe;
c.
die Viehzucht, die Milchwirtschaft, den Rebbau, den Obstbau, die Alpwirtschaft, die Bodenverbesserungen, die Forstwirtschaft und das landwirtschaftliche und berufliche Genossenschaftswesen.
Art. 16

1 Der Staat organisiert und unterstützt die Viehversicherung.

2 Er kann auch andere Versicherungen und besonders die obligatorische Mobiliar- und Immobiliar-Feuerversicherung einführen.

Art. 17

1 Der Staat fördert die Entwicklung des Strassennetzes und der übrigen Verkehrsmittel.

2 Er steht ferner vermittelst Beiträgen für die Dämmung der Rhone, Sowie für die Dämmung und Verbauung der Bäche und Wildbäche ein.

Art. 18

Der Staat gründet oder unterstützt durch Beiträge Erziehungsanstalten für verwahrloste Kinder sowie andere Wohltätigkeitsanstalten.

Art. 19

1 Der Staat wird die Errichtung von Bezirks- oder Kreis-Spitälern, -Kliniken und —Krankenhäusern fördern und unterstützen.

2 Er kann auch eine gleichartige kantonale Anstalt errichten.

Art. 20

Die finanzielle Beteiligung des Staates in den von den Artikeln 15, 16, 17, 18 und 19 vorgesehenen Fällen wird durch Spezialgesetze bestimmt werden.

Art. 211

1 Der Staat, die Gemeinden und die mit Rechtspersönlichkeit ausgestatteten Gemeindeverbände des öffentlichen Rechts haften gegenüber Dritten für die Handlungen ihrer Agenten.

2 Der Agent haftet gegenüber dem öffentlichen Gemeinwesen, in dessen Dienst er sich befindet, für den Schaden, den er ihm in Ausübung seiner amtlichen Tätigkeit durch vorsätzliche oder grobfahrlässige Verletzung seiner Dienstpflicht direkt oder indirekt zufügt.

3 Das Gesetz regelt die Anwendung dieser Grundsätze.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 26. Sept. 1976, in Kraft seit 1. Jan. 1977. Gewährleistungsbeschluss vom 23. Juni 1977 (BBl 1977 II 1037 Art. 1 Ziff. 5 224).

Art. 22

Die Abberufung oder Absetzung eines öffentlichen Beamten oder Angestellten kann nur nach seiner Einvernahme oder Vorladung und auf Grund eines motivierten Beschlusses derjenigen Behörde erfolgen, die ihn ernannt hat.

Art. 23

Die Staatsausgaben werden bestritten:

a.
aus den Einkünften des Staatsvermögens;
b.
aus dem Ertrag der Hoheitsrechte;
c.
aus den Fiskalgebühren und den verschiedenen Einkünften;
d.
aus den Bundes-Entschädigungen, Beiträgen und Verteilungen;
e.
aus den Steuern.
Art. 241

Die Staats- und Gemeindesteuern werden durch die Gesetzgebung festgesetzt unter Wahrung der Grundsätze der Progression und eines gewissen Existenzminimums.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 26. Dez. 1920, in Kraft seit 7. Jan. 1921 (Bd. XXVII 110; Amtsblatt des Kantons Wallis, ABl, 1921 10). Gewährleistungsbeschluss vom 17. Febr. 1921 (AS 37 142; BBl 1921 I 141).

Art. 251

1 Der Voranschlag des Staates muss einen Ertragsüberschuss und einen Finanzierungsüberschuss ausweisen, die für eine harmonische Entwicklung des Kantons notwendigen Investitionen und Investitionsbeteiligungen Dritter sicherstellen sowie die Tilgung eines allfälligen Bilanzfehlbetrages und der Schuld gewährleisten.

2 Weicht die Rechnung vom Voranschlag ab und weist sie einen Aufwandüberschuss oder einen Finanzierungsfehlbetrag aus, so muss die Tilgung dieser Fehlbeträge im Voranschlag des übernächsten Jahres vorgesehen werden.

3 Der Staatsrat beantragt dem Grossen Rat vorgängig zum Entwurf des Voranschlags die Änderung jener Gesetzesbestimmungen, die nicht in seiner eigenen Kompetenz liegen und zur Einhaltung dieses Grundsatzes notwendig sind.

4 Diese Änderungen werden vom Grossen Rat auf dem Dekretsweg in der gleichen Session beschlossen, in welcher er den Voranschlag genehmigt.

5 Die Gesetzgebung regelt die Anwendung der in diesem Artikel aufgestellten Grundsätze. Sie kann Ausnahmen vorsehen aufgrund der wirtschaftlichen Konjunktur oder im Falle von Naturkatastrophen oder anderen ausserordentlichen Ereignissen.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 22. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2005. Gewährleistungsbeschluss vom 24. Sept. 2003 (BBl 2003 6875 Art. 1 Ziff. 4 3388).


  II. Titel: Einteilung des Kantons

Art. 26

1 Der Kanton ist in Bezirke eingeteilt.

2 Die Bezirke sind aus Gemeinden gebildet.

3 Der Grosse Rat kann, nach Anhörung der Beteiligten, durch ein Gesetz die Zahl und Umgrenzung der Bezirke, und durch ein Dekret diejenigen der Gemeinden abändern.

4 Er bezeichnet auch die Hauptorte derselben.

Art. 27

1 Sitten ist der Hauptort des Kantons und der Sitz des Grossen Rates, des Staatsrates und des Kantonsgerichtes.

2 Wenn wichtige Umstände es erfordern, können diese Behörden anderswo tagen.

3 Das Dekret vom 1. Dezember 1882 bestimmt die Leistungen des Hauptortes.

4 Bei Errichtung von kantonalen Anstalten soll billige Rücksicht auf die verschiedenen Landesteile genommen werden.

5 Die Gemeinde, welche als Sitz einer kantonalen Anstalt bezeichnet wird, kann zu gewissen Leistungen oder Beiträgen gehalten werden.


  III. Titel: Politischer Stand der Bürger

Art. 28

1 Walliser sind:

a.
die einer Gemeinde des Kantons auf Grund der Geburt angehörenden Bürger;
b.
diejenigen, welchen die Einbürgerung gemäss der kantonalen Gesetzgebung gewährt worden ist.1

2–4 ...2


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 11. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008. Gewährleistungsbeschluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493 Art. 1 Ziff. 10, 2007 7663).
2 Aufgehoben in der Volksabstimmung vom 11. März 2007, mit Wirkung seit 1. Jan. 2008. Gewährleistungsbeschluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493 Art. 1 Ziff. 10, 2007 7663).

Art. 291

Jeder Kantonsbürger kann unter den vom Gesetze bestimmten Bedingungen in anderen Gemeinden das Bürgerrecht erwerben.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 11. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008. Gewährleistungsbeschluss vom 6. März 2008 (BBl 2008 2493 Art. 1 Ziff. 10, 2007 7663).


  IV. Titel: Ausübung der Volksrechte

Art. 301

1 Nebst ihren Befugnissen bei Wahlen und Abstimmungen sowie beim obligatorischen Verfassungsreferendum besitzen die Bürger das Initiativ- und das fakultative Referendumsrecht.

2 Das Gesetz regelt die Ausübung dieser Rechte sowie das Verfahren der Vernehmlassung und der Information der Bürger.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).


  Kapitel I:2  Referendumsrecht

Art. 31

1 3000 Stimmberechtigte können innert 90 Tagen ab deren Veröffentlichung im Amtsblatt verlangen, dass der Volksabstimmung unterbreitet werden:

a.
die Gesetze und Dekrete;
b.
die Konkordate, Verträge und Vereinbarungen, die Rechtsnormen enthalten;
c.
die Beschlüsse des Grossen Rates, welche eine ausserordentliche Ausgabe zur Folge haben, die als einmalige 0,75 Prozent oder als wiederkehrende Ausgabe 0,25 Prozent der Bruttogesamtausgaben der Verwaltungs- und Investitionsrechnung des letzten Verwaltungsjahres übersteigt.

2 Das Referendum kann auch von der Mehrheit des Grossen Rates verlangt werden.

3 Nicht der Volksabstimmung unterliegen:

a.
die Ausführungsgesetze (Art. 42 Abs. 2);
b.
die ordentlichen Ausgaben und die übrigen Beschlüsse.

4 Der Grosse Rat stellt die Ungültigkeit von Referenden fest, welche die von Verfassung und Gesetz gestellten Bedingungen nicht erfüllen.

Art. 32

1 Die Gesetze, Verträge, Konkordate, Vereinbarungen oder Beschlüsse, die dem Referendum unterstellt sind, dürfen weder vor Ablauf der Referendumsfrist noch, gegebenenfalls, vor der Volksabstimmung in Kraft gesetzt werden.

2 Die Dekrete werden sofort in Kraft gesetzt. Falls 3000 Stimmberechtigte oder die Mehrheit des Grossen Rates es verlangen, sind sie im folgenden Jahr dem Volk zur Abstimmung zu unterbreiten. Werden sie nicht genehmigt, verlieren sie ihre Gültigkeit und können nicht mehr erneuert werden.


  Kapitel II:3  Initiativrecht

Art. 33

1 4000 Stimmberechtigte können die Ausarbeitung, die Annahme, die Abänderung oder die Aufhebung eines dem Referendum unterliegenden Gesetzes, Dekrets oder anderen Beschlusses verlangen, mit Ausnahme der Gesetze, Dekrete und Beschlüsse, über die das Volk seit weniger als vier Jahren abgestimmt hat, der bereits ausgeführten Beschlüsse und der Dekrete mit einer Gültigkeit unter einem Jahr.

2 Mit Ausnahme der in den Artikeln 34 Absatz 2 und 35 Absatz 1 genannten Fällen ist jede Volksinitiative innert drei Jahren nach deren Einreichung dem Volk zur Abstimmung zu unterbreiten. Diese Frist kann durch einen Beschluss des Grossen Rates höchstens um ein Jahr verlängert werden.

3 Der Grosse Rat stellt die Ungültigkeit einer Initiative fest, die:

a.
dem Bundesrecht oder der Kantonsverfassung widerspricht;
b.
mehr als eine Materie beinhaltet;
c.
die Einheit der Form nicht beachtet;
d.
nicht ausführbar ist;
e.
nicht in den Bereich eines der Initiative unterliegenden Erlasses fällt.

4 Wenn ein Initiativbegehren neue Staatsausgaben oder die Aufhebung bestehender Einnahmen zur Folge hat, welche das finanzielle Gleichgewicht gefährden, so wird der Grosse Rat die Initiative ergänzen, indem er neue Einnahmequellen, den Abbau staatlicher Aufgaben oder andere Sparmassnahmen vorschlägt.

Art. 34

1 Die Initiative kann, sofern sie nicht auf einen Beschluss abzielt, in der Form des ausgearbeiteten Entwurfes eingereicht werden.

2 Stimmt der Grosse Rat der Initiative zu, findet eine Volksabstimmung nur auf Begehren von 3000 Stimmberechtigten oder der absoluten Mehrheit des Grossen Rates statt.

3 Lehnt der Grosse Rat die Initiative ab, hat er diese unverändert dem Volk zur Abstimmung zu unterbreiten; er kann aber deren Verwerfung empfehlen oder ebenfalls einen Gegenentwurf ausarbeiten.

4 Nimmt der Grosse Rat einen Gegenentwurf an, werden die Stimmbürger eingeladen, sich auf dem gleichen Stimmzettel über folgende drei Fragen auszusprechen:

a.
Wollen Sie die Volksinitiative annehmen?
b.
Wollen Sie den Gegenentwurf annehmen?
c.
Falls beide Vorlagen die Mehrheit der gültig Stimmenden erhalten, soll die Initiative oder der Gegenentwurf in Kraft treten?
Art. 35

1 Der Initiative in Form der allgemeinen Anregung wird vom Grossen Rat Folge gegeben, indem er entscheidet, ob die von ihm angenommenen oder abgeänderten Bestimmungen in die Verfassung oder in einen Gesetzes- oder Verwaltungserlass aufzunehmen sind; wird die Initiative in einem Gesetz oder einem Verwaltungserlass verwirklicht, unterliegt sie nur dann der Volksabstimmung, wenn 3000 Stimmberechtigte oder die Mehrheit des Grossen Rates es verlangen.

2 Lehnt der Grosse Rat die Initiative ab, unterbreitet er sie unverändert und mit seiner Stellungnahme dem Volk zur Abstimmung.

3 Verwirft das Volk die Initiative, wird sie abgeschrieben.

4 Nimmt das Volk die Initiative an, ist der Grosse Rat verpflichtet, ihr unverzüglich Folge zu geben.

5 Bei der Ausarbeitung der von der Initiative in Form der allgemeinen Anregung verlangten Bestimmungen hat der Grosse Rat den Absichten der Initianten zu entsprechen.


  V. Titel: Öffentliche Gewalten

Art. 36

Die öffentlichen Gewalten sind:

a.
Die gesetzgebende Gewalt.
b.
Die vollziehende und verwaltende Gewalt.
c.
Die richterliche Gewalt.

  I. Kapitel:4  Gesetzgebende Gewalt

  A. Befugnisse

Art. 37

1 Unter Vorbehalt der dem Volk eingeräumten Rechte wird die gesetzgebende Gewalt vom Grossen Rat ausgeübt.

2 Er besitzt jede andere Befugnis, die ihm durch Verfassung oder Gesetz eingeräumt ist.

Art. 38

1 Der Grosse Rat arbeitet die Verfassungsbestimmungen, die Gesetze und die Dekrete aus. Vorbehalten bleiben die Artikel 31–35 und 100–106.

2 Unter Vorbehalt der Befugnisse des Volkes und Staatsrates, genehmigt er die Verträge und Konkordate und Konventionen.

3 Er übt die Rechte aus, die den Kantonen in den Artikeln 86, 89, 89bis und 93 der Bundesverfassung1 vorbehalten sind und beantwortet die Vernehmlassungen des Bundes über atomare Einrichtungen.


1 [BS 1 3; AS 1949 1511, 1977 807 2228]. Den genannten Bestimmungen entsprechen heute die Art. 45, 136, 140, 141, 151, 159, 160 und 165 der BV vom 18. April 1999 (SR 101).

Art. 39

1 Der Grosse Rat entscheidet über die Gültigkeit der Wahl seiner Mitglieder.

2 Er wählt das Kantonsgericht, dessen Präsidenten und Vizepräsidenten sowie die Mitglieder des Büros der Staatsanwaltschaft.1


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 25. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Febr. 2018. Gewährleistungsbeschluss vom 5. Dez. 2017 (BBl 2018 33 Art. 3, 2017 5849).

Art. 40

1 Der Grosse Rat hat die Oberaufsicht über die Geschäftsführung des Staatsrates, der autonomen Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, der Gerichtsbehörden sowie über die Vertreter des Staates in den Gesellschaften, an denen der Kanton eine Mehrheitsbeteiligung besitzt. Er prüft die Geschäftsführung und berät über deren Genehmigung.

2 Er kann jederzeit von der ausführenden Gewalt Rechenschaft über eine Handlung ihrer Verwaltung verlangen.

3 Das Gesetz kann gewisse Aufgaben des Staates autonomen Körperschaften oder Anstalten öffentlichen Rechts übertragen.

Art. 41

Der Grosse Rat hat namentlich folgende Befugnisse:

a.
er beschliesst den Voranschlag und genehmigt die Rechnungen, die veröffentlicht werden;
b.
er beteiligt sich im Rahmen des Gesetzes an der Planung;
c.
er beschliesst die ausserordentlichen Ausgaben, bewilligt die Konzessionen und erteilt die Ermächtigung zu Liegenschaftstransaktionen, zur Aufnahme von Darlehen sowie zu Bürgschaften und anderen analogen Garantien unter Vorbehalt der in der Verfassung oder im Gesetz vorgesehenen Ausnahmen;
d.
er setzt die Gehälter der Magistraten, Beamten und Angestellten des Staates fest unter Vorbehalt der im Gesetz vorgesehenen Ausnahmen;
e.
er übt das Begnadigungsrecht aus.
Art. 42

1 Der Grosse Rat erlässt die Rechtsnormen in Form des Gesetzes, das grundsätzlich für eine unbegrenzte Dauer in Kraft gesetzt wird. Er kann indessen auch eine Inkraftsetzung mit begrenzter Dauer vorsehen.

2 Er erlässt in Form von Ausführungsgesetzen die zum Vollzug des übergeordneten Rechtes absolut notwendigen Bestimmungen.

3 Erfordern es die Umstände, so kann er jedoch auf dem Dekretsweg dringliche Bestimmungen von begrenzter Dauer erlassen (Art. 32 Abs. 2).

4 Der Grosse Rat behandelt alle übrigen Geschäfte in Form von Beschlüssen.


  B. Organisation

Art. 43

1 Das Gesetz legt die Grundzüge der Organisation des Grossen Rates sowie seiner Beziehungen zum Staatsrat und zu den Gerichtsbehörden fest. Im Übrigen organisiert sich der Grosse Rat selbst.

2 Es regelt die Teilnahme der Mitglieder des Staatsrates an den Sitzungen des Grossen Rates und der parlamentarischen Kommissionen.

Art. 44

1 Der Grosse Rat versammelt sich von Rechts wegen:

a.1
zur konstituierenden Session am siebten Montag nach seiner Gesamterneuerung;
b.2
zu den ordentlichen Sessionen gemäss den im Gesetz festgelegten Terminen.

2 Der Grosse Rat versammelt sich zu ausserordentlichen Sessionen:

a.
wenn er es selber beschliesst;
b.
auf Einladung des Staatsrates;
c.
auf Begehren von 20 Abgeordneten unter Angabe der zu behandelnden Gegenstände.

1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 19. Mai 2019, in Kraft seit 1. Nov. 2020. Gewährleistungsbeschluss vom 11. März 2020 (BBl 2020 4671 Art. 4 147).
2 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Sept. 2000, in Kraft seit 1. Mai 2002. Gewährleistungsbeschluss vom 11. Dez. 2001 (BBl 2001 6542 Art. 1 Ziff. 7 4879).

Art. 451

1 Der Grosse Rat wählt für die Dauer eines Jahres einen Präsidenten und zwei Vizepräsidenten.

2 Der Grosse Rat verfügt über einen unabhängigen Parlamentsdienst.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Sept. 2000, in Kraft seit 1. Mai 2002. Gewährleistungsbeschluss vom 11. Dez. 2001 (BBl 2001 6542 Art. 1 Ziff. 7 4879).

Art. 46

1 Der Grosse Rat bezeichnet die ständigen und nicht ständigen Kommissionen, welche seine Beratungen vorbereiten. Diese Befugnis kann an das Büro delegiert werden.

2 Die Abgeordneten können politische Gruppen von mindestens fünf Mitgliedern bilden.

3 Grundsätzlich müssen die politischen Gruppen in den Kommissionen angemessen vertreten sein.

Art. 47

1 Der Grosse Rat kann nur in Anwesenheit der absoluten Mehrheit seiner Mitglieder gültig beraten.

2 Er fasst seine Beschlüsse mit der absoluten Mehrheit.

Art. 48

1 Die Sitzungen des Grossen Rates sind öffentlich.

2 Sofern es die Umstände erfordern, kann er jedoch geheime Verhandlungen beschliessen.

Art. 491

1 Gesetzes- und Dekretsentwürfe werden in zwei Lesungen durchberaten.

2 Die Beschlüsse bilden Gegenstand einer einzigen Lesung.

3 Der Grosse Rat kann in allen Fällen eine einzige oder eine zusätzliche Lesung beschliessen.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Sept. 2000, in Kraft seit 1. Mai 2002. Gewährleistungsbeschluss vom 11. Dez. 2001 (BBl 2001 6542 Art. 1 Ziff. 7 4879).


  C. Rechte der Abgeordneten

Art. 50

1 Die Abgeordneten üben ihr Mandat frei aus.

2 Die Abgeordneten können ohne Ermächtigung des Grossen Rates für die von ihnen vor der Versammlung oder in Kommissionen gemachten Äusserungen nicht strafrechtlich verfolgt werden.

3 Ausser bei Ertappen auf frischer Tat können sie während den Sessionen ohne Ermächtigung der Versammlung nicht verhaftet werden.

Art. 51

1 Jedem Mitglied des Grossen Rates steht das Recht auf Einreichung einer Initiative, einer Motion, eines Postulates, einer Interpellation, einer Resolution und einer einfachen Anfrage zu.

2 Das Gesetz umschreibt inhaltlich diese Rechte und regelt ihre Ausübung.


  II. Kapitel: Vollziehende Gewalt5 

  A. Wahl6 

Art. 521

1 Die Vollziehungs- und Verwaltungsgewalt ist einem aus fünf Mitgliedern gebildeten Staatsrate anvertraut.

2 Einer derselben wird aus den Wählern des Kantonsteiles ernannt, welcher die gegenwärtigen Bezirke Goms, Brig, Visp, Raron und Leuk umfasst; einer als jenen der Bezirke Siders, Sitten, Ering und Gundis, und einer aus jenen der Bezirke Martinach, Entremont, St. Moritz und Monthey.

3 Die zwei andern werden aus den sämtlichen Wählern des Kantons ernannt. Jedoch darf nicht mehr als ein Staatsrat aus den Wählern des nämlichen Bezirkes ernannt werden.

4 Die Mitglieder des Staatsrates werden am gleichen Tage wie die Mitglieder des Grossen Rates direkt vom Volke gewählt und treten ihr Amt am darauffolgenden ersten Mal an. Ihre Wahl erfolgt nach dem Mehrheitssystem. Der Staatsrat konstituiert sich alljährlich selbst. Der ausscheidende Präsident ist nicht unmittelbar wieder wählbar.

5 Die frei gewordene Stelle eines Staatsrates ist nach 60 Tagen wieder zu besetzen, insofern die Gesamterneuerung nicht innert vier Monaten erfolgt.

6 Die Wahl der Mitglieder des Staatsrates findet mittelst des gleichen Listenskrutiniums statt. Werden die Wahlverhandlungen am bestimmten Tage nicht vollendet, so sind dieselben am darauffolgenden dritten Sonntag wieder aufzunehmen.2 In diesem Falle wird das Ergebnis des ersten Wahlganges und die Wiederaufnahme der Wahlverhandlungen unverzüglich bekanntgegeben. 3

7 Hat sich im ersten Wahlgange die absolute Mehrheit nicht auf so viele Personen vereinigt, als zu wählen sind, so findet ein zweiter Wahlgang statt. In diesem zweiten Wahlgang gelten diejenigen als gewählt, welche die meisten Stimmen, und wäre es auch nicht die absolute Mehrheit derselben, erhalten haben. Wenn jedoch im zweiten Wahlgang die Zahl der zu besetzenden Sitze jener der vorgeschlagenen Kandidaten entspricht, werden diese ohne Urnengang als gewählt erklärt. Die stille Wahl findet ebenfalls auf den ersten Wahlgang bei Ersatzwahlen Anwendung, sofern nur ein einziger Kandidat auftritt und nur ein Sitz wieder zu besetzen ist.4

8 Ist die Zahl derjenigen, welche die absolute Mehrheit auf sich vereinigt haben, grösser als die Zahl der zu Wählenden, so gelten diejenigen, die die meisten Stimmen auf sich vereinigt haben, als gewählt.

9 Haben zwei oder mehrere Bürger des nämlichen Bezirkes die absolute Mehrheit erhalten, so gilt nur derjenige als gewählt, der die meisten Stimmen erhalten hat.

10 Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 26. Dez. 1920, in Kraft seit 7. Jan. 1921 (Bd. XXVII 110; ABL 1921 10). Gewährleistungsbeschluss vom 17. Febr. 1921 (AS 37 142; BBl 1921 I 141).
2 Zweiter Satz anngenommen in der Volksabstimmung vom 19. Mai 2019, in Kraft seit 1. Nov. 2020. Gewährleistungsbeschluss vom 11. März 2020 (BBl 2020 4671 Art. 4 147).
3 Angenommen in der Volksabstimmung vom 21. Jan. 1996, in Kraft seit 1. Febr. 1997. Gewährleistungsbeschluss vom 5. Juni 1997 (BBl 1997 III 955 Art. 1 Ziff. 5, I 1393).
4 Angenommen in der Volksabstimmung vom 21. Jan. 1996, in Kraft seit 1. Febr. 1997. Gewährleistungsbeschluss vom 5. Juni 1997 (BBl 1997 III 955 Art. 1 Ziff. 5, I 1393).


  B.7  Organisation und Befugnisse

Art. 53

1 Der Staatsrat übt die vollziehende und verwaltende Gewalt aus und besitzt jede Befugnis, die ihm durch Verfassung oder Gesetz erteilt wird.

2 Er handelt als Kollegialbehörde.

3 Die wichtigen Geschäfte bleiben immer in seiner Zuständigkeit.

4 Er verteilt die Geschäfte unter die Departemente, deren Zahl und Befugnisse durch eine Verordnung, die der Genehmigung des Grossen Rates unterliegt, festgelegt werden.

5 Im Übrigen organisiert sich der Staatsrat selber.

Art. 54

In seinen Beziehungen zum Grossen Rat verfügt der Staatsrat namentlich über folgende Befugnisse:

a.
er legt die Verfassungs-, Gesetzes-, Dekrets- und Beschlussentwürfe vor;
b.
er erstattet Bericht über die Volksinitiativen, die Initiativen, Motionen, Postulate und Resolutionen der Abgeordneten und antwortet auf ihre Interpellationen und Anfragen;
c.
er unterbreitet dem Grossen Rat den Entwurf des Voranschlages, die Staatsrechnung und den Verwaltungsbericht;
d.
er kann dem Grossen Rat Vorschläge unterbreiten;
e.
er unterbreitet dem Grossen Rat die Konkordats-, Vertrags- und Vereinbarungsentwürfe, die Rechtsnormen enthalten oder die in seine Zuständigkeit fallende Ausgaben zur Folge haben.
Art. 55

Der Staatsrat übt namentlich folgende Verwaltungsbefugnisse aus:

a.
er ernennt das Staatspersonal unter Vorbehalt der im Gesetz vorgesehenen Ausnahmen;
b.
er überwacht die ihm unterstellten Behörden sowie die öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Anstalten;
c.
er vertritt den Staat, schliesst die Verträge, Konkordate und Vereinbarungen öffentlichen Rechts ab und antwortet auf die vom Kanton verlangten Vernehmlassungen;
d.
er leitet die Verwaltung, plant und koordiniert ihre Tätigkeiten.
Art. 56

1 Der Staatsrat gewährleistet die öffentliche Ordnung und verfügt zu diesem Zweck über die Polizei- und die kantonalen Truppen.

2 Er übt im Falle grosser und unmittelbar bevorstehender Gefahr die ausserordentliche Gewalt aus und benachrichtigt unverzüglich den Grossen Rat über die Massnahmen, die er trifft.

Art. 57

1 Der Staatsrat erlässt in Reglementsform die zur Anwendung kantonaler Gesetze und Dekrete notwendigen Bestimmungen.

2 Das Gesetz kann dem Staatsrat die Befugnis zum Erlass von Verordnungen übertragen, indem es deren Zweck und die ihren Inhalt bestimmenden Grundsätze festlegt. Die Delegation muss sich auf einen genau umschriebenen Bereich beziehen. Die Verordnungen können der Genehmigung des Grossen Rates unterstellt werden.

3 Der Staatsrat behandelt die anderen Geschäfte in Form von Beschlüssen und Entscheiden.

Art. 58

1 Der Staatsrat veröffentlicht die Rechtsnormen und setzt sie in Kraft, es sei denn, der Grosse Rat beschliesst darüber selber und sorgt für ihre Anwendung.

2 Er setzt die direktanwendbaren Verfassungsbestimmungen unmittelbar nach ihrer Genehmigung durch die Bundesversammlung in Kraft.

Art. 59

1 Die Regierung hat in jedem Bezirk einen Regierungsstatthalter und einen Stellvertreter desselben.

2 Die Befugnisse des Regierungsstatthalters sind durch das Gesetz bestimmt.


  III. Kapitel: Richterliche Gewalt

Art. 60

1 Die richterliche Gewalt ist unabhängig.

2 und 3 ...1


1 Aufgehoben in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, mit Wirkung seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 61

Das Kantonsgericht erstattet alljährlich dem Grossen Rate durch das Organ des Staatsrates Bericht über alle Zweige der Justizverwaltung.

Art. 62

1 Es besteht in jeder Gemeinde oder in jedem Amtsbezirke ein Richter und ein Richterstatthalter;

für jeden Kreis ein Zivil-, ein Korrektions- und ein Kriminalgericht;

und für den Kanton ein Kantonsgericht.

2 Die Mitglieder des Kantonsgerichtes sollen die Kenntnis der beiden Landessprachen besitzen.

Art. 63

1 Die Anzahl der Kreise, die Kompetenz der Gerichte, deren Zusammensetzung, die Wahl und Besoldungsweise der Richter sowie auch die Unverträglichkeit zwischen den richterlichen und andern Amtsverrichtungen werden durch das Gesetz bestimmt.

2 Es können nur vier Kreisgerichte bestehen.

3 Die Richter der Amtsbezirke oder der Gemeinden und deren Ersatzmänner werden durch die Wähler des Amtsbezirkes oder der Gemeinde gewählt.

4 Bei der Bildung der Amtsbezirke wird auf die Bevölkerung und die topographische Lage der Gemeinden gebührende Rücksicht genommen.

5 Die Abstimmung findet in jeder Gemeinde statt.

Art. 64

Der Gesetzgebung bleibt es vorbehalten, ein Handelsgericht und ein oder mehrere gewerbliche Schiedsgerichte einzuführen.

Art. 65

1 Es besteht ein Verwaltungsgericht sowie ein Gericht, das über Kompetenzstreitigkeiten zwischen der vollziehenden und der richterlichen Gewalt zu erkennen hat.

2 Diese Gerichte werden durch eigene Gesetze organisiert.

Art. 65a1

1 Der Justizrat ist eine unabhängige Justizaufsichtsbehörde.

2 Er übt über die kantonalen Gerichtsbehörden und die Magistraten der Staatsanwaltschaft die administrative und disziplinarische Aufsicht aus. Die ausschliessliche Kompetenz des Grossen Rates, die von ihm gewählten Magistraten aus wichtigen Gründen ihres Amtes zu entheben, bleibt vorbehalten.

3 Er ist der Oberaufsicht des Grossen Rates unterstellt.

4 Der Grosse Rat wählt die Mitglieder des Justizrates, die nicht vom Gesetz bestimmt werden.

5 Der Grosse Rat wählt die Mitglieder des Justizrates, die nicht vom Gesetz bestimmt werden:

a.
die Zusammensetzung, die Ernennungsweise und die Organisation des Justizrates;
b.
den Rechtsmittelweg gegen die Entscheide des Justizrates;
c.
die Beziehungen zwischen dem Justizrat und dem Grossen Rat, dem Kantonsgericht und der Staatsanwaltschaft;
d.
die Mitarbeit des Justizrates bei den richterlichen Wahlen.

1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 25. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Febr. 2018. Gewährleistungsbeschluss vom 5. Dez. 2017 (BBl 2018 33 Art. 3, 2017 5849).


  VI. Titel: Bezirks- und Gemeindeverwaltung

  I. Kapitel: Bezirksrat

Art. 66

1 Es besteht in jedem Bezirke ein auf vier Jahre gewählter Bezirksrat.

2 Der Gemeinderat wählt seine Delegierten auf denselben im Verhältnis von einem auf 300 Seelen Bevölkerung.

3 Der Bruch von 151 wird für ein Ganzes gerechnet.

4 Jede Gemeinde, welches immer ihre Bevölkerung sein mag, ernennt wenigstens einen Abgeordneten.

5 Der Regierungsstatthalter oder dessen Substitut führt beim Bezirksrate den Vor- Sitz.

Art. 67

1 Der Bezirksrat Schliesst die Rechnungen des Bezirkes ab und verteilt die demselben zufallenden Lasten unter die Gemeinden, unter Vorbehalt des Rekurses an den Staatsrat.

2 Er nimmt alljährlich Kenntnis von dem Berichte über die Finanzverwaltung des Staates.

3 Er vertritt den Bezirk und wacht im besondern über dessen ökonomische Entwicklung und die Verwertung der landwirtschaftlichen Produkte desselben.

Art. 68

Das Gesetz bestimmt die Organisation und die weitern Amtsbefugnisse dieses Rates.


  II. Kapitel:8  Gemeindeordnung

  A. Allgemeine Bestimmungen

Art. 69

Die Gemeinden ordnen innerhalb der Schranken der Verfassung und der Gesetze ihre Angelegenheiten selbständig. Sie sind für die Aufgaben zuständig, die örtlicher Natur sind und jene, die sie allein oder zusammen mit andern Gemeinden lösen können.

Art. 70

1 Die Gemeinden üben ihre Tätigkeit so aus, dass sie mit dem Gemeinwohl und dem Interesse der übrigen Gemeinwesen vereinbar ist.

2 Sie führen ihre eigenen sowie die ihnen durch Gesetz übertragenen Aufgaben aus.

3 Das Gemeindevermögen muss zweckmässig verwendet und sorgfältig verwaltet werden.

Art. 71

1 Die Gemeinden können sich zur gemeinsamen Lösung öffentlicher Aufgaben zusammenschliessen. Sie bilden zu diesem Zwecke öffentlich-rechtliche mit Rechtspersönlichkeit ausgestattete Verbände. Die Gemeinden können auch auf jede andere Art zusammenarbeiten. Die Grundsätze bezüglich dieser Zusammenarbeit, sowie der Gründung und der Tätigkeit dieser Gemeindeverbände werden durch das Gesetz bestimmt.

2 Der Staatsrat kann unter gewissen vom Gesetz bezeichneten Bedingungen Gemeinden zwingen, zusammenzuarbeiten oder sich zu öffentlich-rechtlichen Verbänden zusammenzuschliessen.

Art. 72

1 In jeder Gemeinde bestehen folgende Organe:

a.
eine Versammlung der in der Gemeinde stimmberechtigten Bürger;
b.
ein Gemeinderat, der von der Gemeindeversammlung gewählt wird.

2 Die Gemeindeversammlung wählt aus der Mitte der Gemeinderäte einen Präsidenten und einen Vize-Präsidenten.

3 Im Weiteren bestimmt das Gesetz die Grundsätze der Gemeindeorganisation.

Art. 73

1 Die Gemeindeversammlung kann, sofern die Gemeinde über 700 Einwohner zählt, einen Generalrat wählen, dessen Organisation und Befugnisse vom Gesetz bestimmt werden.

2 Gegen die Beschlüsse, die der Generalrat anstelle der Gemeindeversammlung fasst, steht den Bürgern das fakultative Referendum zu. Das Gesetz regelt die Ausübung dieses Rechts.

3 Diese Bestimmungen gelten nicht für die Burgergemeinde.

Art. 74

1 Die Gemeinden sind berechtigt, das Initiativrecht einzuführen. In den Gemeinden, die dieses Recht besitzen, können die Bürger an den Gemeinderat Initiativbegehren stellen in Form einer allgemeinen Anregung über den Erlass oder die Abänderung von Reglementen, die in die Zuständigkeit der Gemeindeversammlung fallen.

2 Das Gesetz regelt die Einführung und die Ausübung dieses Rechtes.

Art. 75

1 Die Gemeinden sind innerhalb der Schranken des Artikels 69 der Aufsicht des Staatsrates unterstellt. Das Gesetz bestimmt die Art und Weise dieser Aufsicht, insbesondere was die Verwaltung betrifft. Sofern die Verfassung und die Gesetze nicht ausdrücklich etwas Gegenteiliges vorsehen, beschränkt sich die Überprüfungsbefugnis des Staatsrates auf die Gesetzmässigkeit.

2 Die von den Gemeinden ausgearbeiteten Reglemente müssen vom Staatsrat genehmigt werden.

3 Das Gesetz kann vorsehen, dass wichtige Vorhaben der Gemeinden der Homologation oder der Genehmigung des Staatsrates unterliegen.1

4 Das Genehmigungsverfahren wird durch das Gesetz geregelt.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 26. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Febr. 2006. Gewährleistungsbeschluss vom 6. Okt. 2005 (BBl 2005 5995 Art. 1 Ziff. 6 2891).

Art. 76

Als Gemeinden gelten:

a.
die Einwohnergemeinden,
b.
die Burgergemeinden,
c. 1
...

1 Aufgehoben in der Volksabstimmung vom 10. Juni 1990, mit Wirkung seit 1. Aug. 1993. Gewährleistungsbeschluss vom 3. Okt. 1991 (BBl 1991 IV 198 Art. 1 Ziff. 7 II 1593).


  B. Einwohnergemeinden

Art. 77

1 Die Einwohnergemeinde besteht aus den auf dem Gemeindegebiet wohnsässigen Personen.

2 Das Gebiet der Einwohnergemeinde ist unter Vorbehalt des Artikels 26 gewährleistet.

Art. 78

1 Die Urversammlung setzt sich zusammen aus den in der Gemeinde stimmberechtigten Einwohnern.

2 Sie wählt einen Gemeinderat von 3 bis 15 Mitgliedern, den Präsidenten und Vize-Präsidenten und gegebenenfalls den Generalrat.

3 In den Gemeinden ohne Generalrat entscheidet die Urversammlung insbesondere über:

a.
die Gemeindereglemente, ausser in den durch das Gesetz bestimmten Ausnahmen;
b.
die wichtigen Vorhaben betreffend Verkauf, Gewährung von beschränkten dinglichen Rechten, Tausch, Verpachtung, Veräusserung von Vermögenswerten, Gewährung von Darlehen, Kreditaufnahmen, Leistung von Bürgschaften, Erteilung und Übertragung von Wasserkraftkonzessionen;
c.
die neuen nicht gebundenen Ausgaben, deren Höhe durch das Gesetz festzulegen ist;
d.
den Voranschlag und die Rechnung.1

4 In den Gemeinden mit Generalrat tritt dieser an die Stelle der Urversammlung und übt mindestens deren Rechte aus, ausgenommen in Wahlangelegenheiten.

5 Das Gesetz bestimmt in beiden Fällen die weitem Zuständigkeiten Sowie die Ausübung dieser Rechte.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 26. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Febr. 2006. Gewährleistungsbeschluss vom 6. Okt. 2005 (BBl 2005 5995 Art. 1 Ziff. 6 2891).

Art. 79

1 Dem Gemeinderat obliegen folgende Aufgaben:

a.
Er besorgt die allgemeine Verwaltung der Gemeinde;
b.
Er entwirft die Gemeindereglemente und sorgt für deren Anwendung;
c.
Er sorgt für die Vollziehung der kantonalen Gesetzgebung;
d.
Er ernennt die Angestellten;
e. 1
er erstellt den Entwurf des Voranschlages;
f.
Er erstellt die Rechnung.

2 In den Gemeinden ohne Burgerrat übt der Gemeinderat dessen Funktion aus.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 26. Sept. 2004, in Kraft seit 1. Febr. 2006. Gewährleistungsbeschluss vom 6. Okt. 2005 (BBl 2005 5995 Art. 1 Ziff. 6 2891).


  C. Burgergemeinden

Art. 80

Die Burgergemeinde ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes und hat als solche die ihr von der Gesetzgebung übertragenen Aufgaben im öffentlichen Interesse zu erfüllen.

Art. 81

1 Die Burgerversammlung besteht aus den Burgern, welche im Gebiet der Burgergemeinde ihren Wohnsitz haben. Die Gesetzgebung kann die Ausübung bestimmter Rechte auf die im Kanton wohnsässigen Burger ausdehnen.

2 Die Burgerversammlung hat in Burgerangelegenheiten die gleichen Befugnisse wie die Urversammlung. Sie entscheidet überdies über die Aufnahme neuer Burger.

Art. 82

1 Die Burgerversammlung ist berechtigt, die Bildung eines getrennten Burgerrates zu verlangen. Dieses Begehren muss gemäss den gesetzlichen Vorschriften am Ende einer Verwaltungsperiode gestellt werden.

2 Der Burgerrat besteht aus mindestens 3 und höchstens 9 Mitgliedern.


  D. ...

Art. 831

1 Aufgehoben in der Volksabstimmung vom 10. Juni 1990, mit Wirkung seit 1. Aug. 1993. Gewährleistungsbeschluss vom 3. Okt. 1991 (BBl 1991 IV 198 Art. 1 Ziff. 7 II 1593).


  VII. Titel: Wahlmodus, Bedingungen der Wahlfähigkeit, Dauer der öffentlichen Ämter

Art. 841

1 Der Grosse Rat setzt sich aus 130, unter die Bezirke zu verteilenden Abgeordneten und ebensovielen Ersatzmännern zusammen, die direkt vom Volk gewählt werden.

2 Der Bezirk Raron, der sich aus zwei Halb-Bezirken mit eigenen Organen und Befugnissen zusammensetzt, bildet zwei Wahlkreise.

3 Die Sitze werden wie folgt unter die Bezirke und Halb-Bezirke verteilt: Die Gesamtzahl der schweizerischen Wohnbevölkerung wird durch 130 geteilt. Der so erhaltene Quotient wird auf die nächsthöhere Zahl aufgerundet und bildet dann die Verteilungszahl. Jeder Bezirk oder Halb-Bezirk erhält sovielmal einen Abgeordneten und einen Ersatzmann zugeteilt, als die Verteilungszahl in der Zahl seiner schweizerischen Wohnbevölkerung enthalten ist. Werden durch diese Verteilung nicht alle Sitze ermittelt, so fallen die verbleibenden Sitze den Bezirken und Halb-Bezirken zu, welche die grössten Zahlenreste aufweisen.

4 Der Staatsrat setzt nach jeder Volkszählung die jedem Bezirk und Halb-Bezirk zuzuteilende Anzahl Sitze fest.

5 Die Volksabstimmung findet in den Gemeinden statt.

6 Die Wahlen erfolgen bezirks- und halbbezirksweise, und zwar nach dem Proportional-Wahlverfahren. Die Anwendungsart dieses Grundsatzes ist durch das Gesetz bestimmt.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 9. Juni 1985, in Kraft seit 1. Jan. 1987. Gewährleistungsbeschluss vom 21. März 1986 (BBl 1986 I 893 Art. 1 Ziff. 5 113).

Art. 85

1 Der Grosse Rat, der Staatsrat, die Gerichtsbeamten, die Gemeinderäte und die Burgerräte sind für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt.

2 Der Präsident und der Vizepräsident des Staatsrates sind alljährlich einer Neuwahl unterworfen. Der Präsident kann nicht unmittelbar wieder gewählt werden.

Art. 85a1

1 Die Abgeordneten auf den Ständerat werden bei der ordentlichen Gesamterneuerung des Nationalrates direkt vom Volke gewählt. Diese Wahlen erfolgen im ganzen Kanton als einziger Wahlkreis nach dem Mehrheitssystem.2

2 Die Wahl des Ständerates findet mittelst des gleichen Listenskrutiniums statt. Werden die Wahlen am bestimmten Tag nicht vollendet, so sind dieselben am darauffolgenden dritten Sonntag wieder aufzunehm.3 In diesem Falle wird das Ergebnis des ersten Wahlganges und die Wiederaufnahme der Wahlverhandlungen unverzüglich bekanntgegeben.4

3 Hat sich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit nicht auf so viele Abgeordnete vereinigt, als zu wählen sind, so findet ein zweiter Wahlgang statt. In diesem zweiten Wahlgang gelten diejenigen als gewählt, welche die meisten Stimmen, und wäre es auch nicht die absolute Mehrheit derselben, erhalten haben. Wenn jedoch im zweiten Wahlgang die Zahl der zu wählenden Abgeordneten jener der vorgeschlagenen Kandidaten entspricht, werden diese ohne Urnengang als gewählt erklärt. Die stille Wahl findet ebenfalls auf den ersten Wahlgang bei Ersatzwahlen Anwendung, sofern nur ein einziger Kandidat auftritt und nur ein Sitz wieder zu besetzen ist.5

4 Ist die Zahl derjenigen, welche die absolute Mehrheit erhalten haben, grösser als die Zahl der zu Wählenden, so gelten diejenigen, die die meisten Stimmen auf sich Vereinigt haben, als gewählt.

5 Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 26. Dez. 1920, in Kraft seit 7. Jan. 1921 (Bd. XXVII 110; ABL 1921 10). Gewährleistungsbeschluss vom 17. Febr. 1921 (AS 37 142; BBl 1921 I 141).
2 Angenommen in der Volksabstimmung vom 11. März 1934, in Kraft seit 6. Juli 1934 (Bd. XXXXIV 55 56). Gewährleistungsbeschluss vom 22. Juni 1934 (AS 50 493; BBl 1934 I 969).
3 Zweiter Satz anngenommen in der Volksabstimmung vom 19. Mai 2019, in Kraft seit 1. Nov. 2020. Gewährleistungsbeschluss vom 11. März 2020 (BBl 2020 4671 Art. 4 147).
4 Angenommen in der Volksabstimmung vom 21. Jan. 1996, in Kraft seit 1. Febr. 1997. Gewährleistungsbeschluss vom 5. Juni 1997 (BBl 1997 III 955 Art. 1 Ziff. 5, I 1393).
5 Angenommen in der Volksabstimmung vom 21. Jan. 1996, in Kraft seit 1. Febr. 1997. Gewährleistungsbeschluss vom 5. Juni 1997 (BBl 1997 III 955 Art. 1 Ziff. 5, I 1393).

Art. 86

1 Die Wahl der Mitglieder und der Ersatzmänner des Grossen Rates findet für jede neue Amtsperiode am ersten Sonntag März statt.

2 Der neugewählte Grosse Rat tritt mit der Eröffnung der konstituierenden Session in Amtstätigkeit.

Art. 871

1 Die Mitglieder des Generalrates werden vom Wahlvolk nach dem Proporzsystem gewählt.

2 Die Mitglieder des Gemeinde- und Burgerrates werden vom Wahlvolk nach dem Proporzsystem gewählt. In den Burgergemeinden und in den Einwohnergemeinden mit weniger als der im Gesetz festgelegten Einwohnerzahl kann das Wahlvolk mit der Mehrheit seiner Mitglieder unter den im Gesetz bestimmten Voraussetzungen einen Wechsel des Wahlsystems beschliessen. Das Majorzsystem wird in den Burgergemeinden und in den Einwohnergemeinden, welche dieses System im Zeitpunkt des Inkrafttretens der vorliegenden Reform kennen, beibehalten.

3 Der Präsident, der Vizepräsident, der Richter und der Vizerichter werden vom Wahlvolk nach dem Majorzsystem gewählt.

4 Das Gesetz bestimmt die Modalitäten der Wahl und das Datum des Urnengangs.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 21. Okt. 2007, in Kraft seit 1. April 2008. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 2008 (BBl 2008 5787 Art. 1 Ziff. 3 1417).

Art. 881

1 Die Bürger und Bürgerinnen üben ihre politischen Rechte mit der Erfüllung des 18. Altersjahres aus.

2 Alle Stimmfähigen sind in die öffentlichen Ämter wählbar.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 2. Juni 1991, in Kraft seit 16. Aug. 1991. Gewährleistungsbeschluss vom 3. Okt. 1991 (BBl 1991 IV 200 Art. 1 Ziff. 5 III 1057).

Art. 891

1 ...2

2 Jeder Bürger kann nur in einer Einwohner- und Burgergemeinde das Stimmrecht ausüben.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 10. Juni 1990, in Kraft seit 1. Aug. 1993. Gewährleistungsbeschluss vom 3. Okt. 1991 (BBl 1991 IV 198 Art. 1 Ziff. 7 II 1593).
2 Aufgehoben in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, mit Wirkung seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 901

1 Das Gesetz regelt die Unvereinbarkeiten.

2 Es sucht namentlich zu verhindern, dass:

a.
ein Bürger gleichzeitig Funktionen von mehreren öffentlichen Gewalten ausübt;
b.
die gleiche Person zwei einander untergeordneten Organen angehört;
c.
die Mitglieder derselben Familie in der gleichen Behörde sitzen;
d.
der Bürger, der eine öffentliche Beamtung inne hat, noch andere Tätigkeiten ausübt, die sich bei der Erfüllung seiner Funktion nachteilig auswirken könnten.

3 Unter Vorbehalt gesetzlicher Ausnahmen gelten die Unvereinbarkeiten auch für die Ersatzmänner und die Substituten.

4 Das Gesetz kann andere Ausnahmen, namentlich für die Gemeindeordnung, vorsehen.

5 Nur ein einziges Mitglied des Staatsrates darf in den eidgenössischen Räten sitzen.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 911

1 Aufgehoben in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, mit Wirkung seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 92

Die Fälle des Ausschlusses vom Stimm- und Wahlrecht sind durch die Kantons- und Bundesgesetzgebung bestimmt.

Art. 93–991

1 Aufgehoben in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, mit Wirkung seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).


  VIII. Titel: Revision der Verfassung9 

Art. 1001

1 6000 Stimmberechtigte können die Total- oder Teilrevision der Verfassung verlangen.

2 Jede Volksinitiative ist innert drei Jahren nach deren Einreichung dem Volk zur Abstimmung zu unterbreiten. Diese Frist kann durch eine Beschluss des Grossen Rates höchstens um ein Jahr verlängert werden.

3 Der Grosse Rat stellt die Ungültigkeit einer Initiative fest, die:

a.
dem Bundesrecht widerspricht;
b.
mehr als eine Materie beinhaltet;
c.
die Einheit der Form nicht beachtet;
d.
nicht in den Bereich der Verfassung fällt;
e.
nicht ausführbar ist.

1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 1011

1 Die Initiative in Form der allgemeinen Anregung wird mit einer Stellungnahme des Grossen Rates dem Volk zur Abstimmung unterbreitet.

2 Verwirft das Volk die Initiative, wird sie abgeschrieben.

3 Nimmt das Volk die Initiative an, ist der Grosse Rat verpflichtet, ihr unverzüglich Folge zu geben.

4 Bei der Ausarbeitung der von der Initiative in Form der allgemeinen Anregung verlangten Bestimmungen hat der Grosse Rat den Absichten der Initianten zu entsprechen.

5 Das Volk entscheidet gleichzeitig, ob im Falle der Annahme der Initiative die Totalrevision durch den Grossen Rat oder durch einen Verfassungsrat durchzuführen ist.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 1021

1 Die Teilrevision der Verfassung kann in Form eines ausgearbeiteten Entwurfes verlangt werden.

2 Der Grosse Rat kann die Ablehnung oder die Annahme empfehlen oder einen Gegenentwurf ausarbeiten.

3 Arbeitet der Grosse Rat einen Gegenentwurf aus, berät er darüber in zwei ordentlichen Sessionen. Er kann eine zusätzliche Lesung beschliessen.

4 Nimmt der Grosse Rat einen Gegenentwurf an, werden die Stimmberechtigten eingeladen, sich auf dem gleichen Stimmzettel über folgende drei Fragen auszusprechen:

a.
Wollen Sie die Volksinitiative annehmen?
b.
Wollen Sie den Gegenentwurf annehmen?
c.
Falls beide Vorlagen die absolute Mehrheit der Stimmenden erhalten, soll die Initiative oder der Gegenentwurf in Kraft treten?

1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 103

1 Findet die Revision zufolge des Volksentscheides durch den Grossen Rat Statt, so wird dieselbe in zwei ordentlichen Sessionen beraten.

2 Findet dieselbe durch einen Verfassungsrat Statt, so wird sie in zwei Lesungen beraten.

3 Die Verfassungsratswahlen erfolgen auf der gleichen Grundlage wie die Wahl der Abgeordneten auf den Grossen Rat. Auf dieselben ist keiner der für die letztere vorgesehenen Unverträglichkeitsfälle anwendbar.

Art. 1041

1 Der Grosse Rat kann auch von sich aus eine Verfassungsrevision durchführen.

2 Die Abänderungen bilden zuerst Gegenstand einer Lesung über die Zweckmässigkeit, gefolgt von zwei Lesungen über den Text, und zwar in ordentlichen Sessionen.

3 Der Grosse Rat kann in jedem Fall eine zusätzliche Lesung beschliessen. Er kann auch verlangen, dass sich das Volk über verschiedene Varianten ausspricht.


1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).

Art. 105

Die durch den Grossen Rat oder durch einen Verfassungsrat revidierte Verfassung wird dem Volke zur Annahme oder Verwerfung unterbreitet.

Art. 106

Bei den in Vollziehung der Artikel 102 und 105 angeordneten Abstimmungen entscheidet die absolute Mehrheit der an der Abstimmung teilnehmenden Bürger.

Art. 107

1 Jedes aus einer Volksinitiative hervorgegangene Revisionsbegehren wird an den Grossen Rat gerichtet.

2 Die das Begehren unterstützenden Unterschriften werden gemeindeweise abgegeben und die Stimmberechtigung der Unterzeichner muss durch den Gemeindepräsidenten bescheinigt werden. Dieser hat sich auch von der Echtheit der ihm verdächtig scheinenden Unterschriften zu versichern.


  IX. Titel:10  Übergangsbestimmungen (Volksrechte und öffentliche Gewalt, Unvereinbarkeiten)

Art. 108

1 Die vom Grossen Rat vor dem Datum der Inkraftsetzung der neuen Verfassungsbestimmungen angenommenen Erlasse unterliegen gemäss dem bisherigen Artikel 30 der Kantonsverfassung dem obligatorischen Referendum.

2 Die bei der Staatskanzlei vor diesem Datum eingereichten Volksinitiativen unterliegen den alten Artikeln 31–35 oder den bisherigen Artikeln 101–107 der Kantonsverfassung.

3 Der Grosse Rat ist befugt, die Reihenfolge und die Nummerierung der bisherigen Artikel 49, 50, 55, 56 und 57 der Kantonsverfassung zu ändern, sofern der neue, die Unvereinbarkeiten regelnde Artikel 90 vom Volk nicht angenommen wird.

Art. 109

Die bisherigen Artikel 49, 50, 55, 56, 57, 60 Absätze 2 und 3, 89 Absatz 1, 91, 93–99 bleiben bis zur Annahme des vom neuen Artikel 90 Absatz 1 vorgesehenen Gesetzes in Kraft. Bis zu diesem Datum ist der Grosse Rat jedoch befugt, die Reihenfolge und die Nummerierung der Artikel soweit als notwendig zu ändern.


  Sachregister

Die Zahlen verweisen auf die Artikel und Artikelteile der Verfassung

Abstimmung s. Volksabstimmung

Alter

–
als Voraussetzung zur Stimmberechtigung, Wählbarkeit 88

Amt

–
Wählbarkeit 88
–
Amtsdauer
–
Grosser Rat, Staatsrat, Gerichtsbeamten, Burgerrat 85
–
Ständerat 85a
–
Amtsperiode, Beginn 86
–
Verwandtschaft 90
–
Unvereinbarkeiten 63, 90
–
Amtsbezirke 63

Anregung allgemeine

–
bei Gesetzesinitiative 35
–
bei Verfassungsrevision 101

Anstalten

–
Errichtung 18, 19, 27
–
Obliegenheiten der Gemeinden 27

Arbeiter Schutz 14

Aufsicht (Oberaufsicht)

–
des Staatsrates
–
Behörden 552
–
Gemeinde- und Burgerverwaltung 82
–
des Staates
–
öffentlicher Unterricht 13
–
des Justizrats
–
kantonalen Gerichtsbehörden und die Magistraten der Staatsanwaltschaft 65a

Ausgaben

–
Ausgabenbremse 25
–
Bestreitung der Staatsausgaben 23
–
Finanzreferendum 311
–
als Folge von Volksinitiativen 334
–
Kompetenz des Grossen Rates 413

Beamte (Angestellte)

–
Verantwortlichkeit 21
–
Abberufung, Absetzung 22
–
Wahl 551, 85
–
Besoldung 414

Begnadigung 415

Behörden

–
Verantwortlichkeit 21, 50
–
Aufsicht 40, 552
–
Staatsbehörden
–
Grosser Rat 37–51
–
Staatsrat 52–59
–
Gerichtsbehörden 60–65
–
Bezirksrat 66-68
–
Gemeinderäte 72, 78, 79

Bericht

–
des Staatsrates
–
Erstattung 54
–
des Kantonsgerichtes 61
–
über die Finanzverwaltung des Staates 67

Bezirke

–
Einteilung des Kantons 26
–
Bezirksräte 66–68
–
Bezirksspitäler 19
–
Bezirksrichter 62
–
als Wahlkreis für Grossratswahlen 84

Budget s. Voranschlag

Bund

–
Begehren um Volksabstimmung über Bundesgesetze 383
–
Begehren um Einberufung der Bundesversammlung 383
–
Vorschlagsrecht (Standesinitiative) 383
–
Höchstzahl von Staatsratsmitgliedern in der Bundesversammlung 905

Burger

–
Definition 28
–
Aufnahme von neuen Burgern 812
–
Burgergemeinde 80, 87
–
Burgerräte 82, 87
–
Burgerversammlung 82

Bürger

–
unmittelbare Ausübung der Staatsgewalt 1
–
Kantonsbürger
–
Allgemeines 28, 29
–
Stimmrecht und Wählbarkeit 88
–
Niederlassungsfreiheit 10
–
Bürgerrecht 28

Darlehen

–
Kompetenz des Grossen Rates 413
–
Kompetenz der Urversammlung 783

Departemente des Staatsrates 534

Eigentum Garantie 6

Einwohnergemeinde 76-79, 87

Enteignung, Expropriation 6

Entschädigung

–
bei Zwangsabtretungen 6
–
bei ungesetzlicher Haft 4
–
bei unschuldig Verurteilten 4

Entsetzung von Beamten 22

Entwurf ausgearbeiteter

–
bei Gesetzesinitiative 341
–
bei Verfassungsrevision 102

Finanzreferendum 311

Französische Sprache Landessprache 12

Familie 13a

Freiheit s. verfassungsmässige Rechte

Gemeinden

–
Allgemeines 69–82
–
Einteilung der Bezirke 26
–
Gemeinderichter 62, 63
–
Wahl des Bezirksrates 66
–
Gemeindeorgane 72
–
Gemeindesteuern 24
–
Bürgerrecht 29

Gemeindewahlen 87

Gerichte

–
Allgemeines 60–65
–
Kantonsgericht
–
Sitz 27
–
Wahl 392
–
Unvereinbarkeiten 63, 90
–
Berichterstattung 61
–
Kantonsgericht
–
Sprachkenntnisse 62
–
Kreisgerichte (Zivil-, Korrektions- und Kriminalgericht) 62, 63
–
Handelsgericht, gewerbliches Schiedsgericht 64
–
Verwaltungsgericht 65
–
Gerichtsbeamte, Wahl 85

Gesetze (Dekrete)

–
Gesetzesinitiative 30, 33–35, 51
–
Volksabstimmung 31, 32
–
Beratung 47–49
–
Ausarbeitung 38
–
Bekanntmachung 58
–
Vollziehung 57
–
Gleichberechtigung beider Landessprachen 12

Gewerbefreiheit 10

Glaubens- und Gewissensfreiheit 2

Gleichheit vor dem Gesetz 3

Grosser Rat

–
Allgemeines 37–51
–
Sitz 27
–
Obliegenheiten bei Gesetzesinitiative 33–35
–
Einberufung 44
–
Wahl 84, 86
–
Amtsdauer 85
–
Amtsantritt 86
–
Kompetenz bei Verfassungsrevision 100–105, 107

Grundstück

–
Enteignung 6
–
Belastung 7
–
Transaktionen 413

Handels- und Gewerbefreiheit 10

Handelsgericht 64

Hauptort des Kantons 27

Hausrecht und Hausdurchsuchungen 4

Immunität der Grossratsmitglieder 50

Initiative

–
Volksinitiative
–
Verfassungsrevision 100–102, 107
–
Gesetzesinitiative 33–35
–
des Grossen Rates
–
Verfassungsrevision 104
–
der Grossräte 51
–
des Staatsrates
–
Gesetzesinitiative 541
–
der Gemeindebürger 74

Justizrat 65a

Kanton

–
Einteilung in Bezirke 26
–
Kantonsbürger s. Bürger
–
Kantonsgericht s. Gerichte
–
Kantonsverfassung s. Verfassung

Kirche 2

Konkordate

–
Volksabstimmung 311
–
Kompetenz des Grossen Rates 382

Konzessionen 413

–
Wasserkraft 783

Kreditaufnahme

–
Kompetenz der Urversammlung 783

Kreisgericht s. Gerichte

Kultusfreiheit 2

Landessprache

–
Gleichberechtigung der französischen und der deutschen Sprache 12
–
obligatorische Kenntnis beider Sprachen Für Kantonsrichter 62

Legislaturperiode 85

Liegenschaften s. Grundstück

Majorzsystem

–
auf Gemeindeebene 87
–
bei der Wahl der Gerichte 87
–
bei der Wahl des Staatsrates 52
–
bei der Wahl der Ständeräte 85a

Meinungsäusserung freie 8

Militär

–
allgemeine Wehrpflicht 11
–
Verfügung über die Wehrkraft 56

Niederlassungsfreiheit 10

Öffentlichkeit

–
der Grossratssitzungen 48

Parlament s. Grosser Rat

–
Parlamentsdienst 452

Petitionsrecht 9

Pfarreien 2

Pressefreiheit 8

Proportionalwahl

–
des Grossen Rates 84
–
Gemeinde- und Burgerwahlen 87

Rechte

–
Bürgerrecht 29
–
politische
–
Stimmrecht 88, 89, 92
–
Wählbarkeit 88
–
Volksabstimmung 30
–
Vorschlagsrecht s. Initiative
–
Wahlen s. Volkswahlen
–
verfassungsmässige
–
Glaubens- und Gewissensfreiheit, Kultusfreiheit 2
–
Gleichheit vor dem Gesetz 3
–
persönliche Freiheit, Hausrecht 4
–
Recht auf verfassungsmässigen Richter 5
–
Eigentumsgarantie 6
–
freie Meinungsäusserung,
–
Pressefreiheit 8
–
Petitionsrecht 9
–
Niederlassungs-, Handels- und Gewerbefreiheit, Vereins- und Versammlungsfreiheit 10

Referendum

–
Referendum (= Volksabstimmung)
–
obligatorisches 30
–
fakultatives 30–32
–
Referendumsbegehren
–
gegen Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse 383
–
gegen kantonale Gesetze 311
–
in der Gemeinde 732
–
Finanzreferendum 311

Regierungsstatthalter

–
Allgemeines 59
–
im Bezirksrat 665

Religion 2

Revision

–
der Kantonsverfassung 100–107

Richter

–
Allgemeines s. Gerichte
–
Recht auf verfassungsmässigen Richter 5

Rechtspflege

–
Recht auf verfassungsmässigen Richter 5
–
Hausdurchsuchungen, Verhaftung 4
–
Zwangsenteignung 6
–
Kompetenzstreitigkeiten, Entscheid 65

Schiedsgericht gewerbliches 64

Schuldenbremse 25

Schulwesen

–
Allgemeines 13
–
beruflicher Unterricht für Landwirtschaft, Handel 152

Sprachen s. Landessprachen

Staat

–
Staatsausgaben s. Ausgaben
–
Staatsrat
–
Allgemeines 52, 59
–
Sitz 27
–
Einberufung des Grossen Rates 442
–
Prüfung seiner Amtsführung 40
–
Gesetzesentwürfe, Obliegenheiten 541
–
Unvereinbarkeiten 90
–
Wahl des Präsidenten 85
–
Staatsrechnung
–
Aufstellung 543
–
Prüfung 411
–
Staatsverträge
–
Volksabstimmung 311
–
Kompetenz des Grossen Rates 382

Ständerat Wahl und Amtsdauer 85a

Steuern

–
Bestreitung von Staatsausgaben 23
–
Staats- und Gemeindesteuern 24

Stimmrecht

–
Ausübung 88, 89
–
Ausschluss 92

Unterrichtswesen s. Schulwesen

Unvereinbarkeiten 90, 109

Urversammlung 78

Verantwortlichkeit

–
der Behörden und Beamten 21
–
der Grossratsmitglieder 50

Vereins- und Versammlungsrecht 10

Verfassung

–
Volksabstimmung 301, 105
–
Verfassungsrevision s. Revision
–
Verfassungsrat 101, 103, 105

Verhaftung

–
Allgemeines 4
–
der Grossratsmitglieder 50

Vermögenswerte

–
Kompetenz der Urversammlung 783

Veröffentlichung

–
des Voranschlages 411
–
der Gesetze 58

Versammlungsrecht 10

Versicherung

–
Mobiliar und Immobiliar-Feuerversicherung 16
–
Viehversicherung 16

Verträge s. Staatsverträge

Verwaltung

–
Gleichberechtigung der Landessprachen 12
–
Amtsführung, Prüfung 40
–
Kompetenz des Staatsrates 55, 56
–
Verwaltungsgericht 65

Verwandtschaft im Staatsrat und anderen Behörden 90

Volk

–
Gesamtheit 1
–
Volksabstimmung
–
Allgemeines 30
–
über Volksinitiative 33–35, 102
–
über Verfassung 30, 100–102, 105, 106
–
Volksbegehren s. Initiative
–
Volkswahlen s. Wahlen

Vollziehung

–
vollziehende Behörde 52
–
der Gesetze, Dekrete, Beschlüsse 57

Voranschlag (Budget)

–
im Kanton 411, 543
–
in den Gemeinden
–
Entwurf 791
–
Entscheid 783

Wahlen

–
der Abgeordneten auf den Ständerat 85a
–
der Gemeinde- und Burgerräte 85, 87
–
der Richter 63, 65a5, 85, 87
–
des Bezirksrates 66
–
des Büros der Staatsanwaltschaft 392
–
des Generalrates 87
–
des Grossen Rats 391, 84–86
–
des Justizrats 65a5
–
des Kantonsgerichts 392
–
des Staatsrates 52, 85
–
des Verfassungsrats 103
–
durch das Volk 30, 391, 52, 84–87, 103
–
durch den Grossen Rat 392,
–
Wahlrecht 88, 89, 92

 Angenommen in der Volksabstimmung vom 12. Mai 1907, in Kraft seit 2. Juni 1907 (Sammlung der Gesetze, Dekrete und Beschlüsse des Kantons Wallis, Bd., XXII 173 205 und Systematische Gesetzessammlung der Republik und des Kantons Wallis I Nr. 1). Gewährleistet von der BVers am 30. März 1908 (AS 24 553; BBl 1907 V 611).


1 Diese Veröffentlichung basiert auf jenen der Änderungen im Rahmen der Gewährleistungsbotschaften im BBl. Sie kann vorübergehend von der Veröffentlichung in der kantonalen Gesetzessammlung abweichen. Der Stand bezeichnet daher das Datum des letzten im BBl veröffentlichten Gewährleistungsbeschlusses der Bundesversammlung.
2 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).
3 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).
4 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).
5 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).
6 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).
7 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).
8 Angenommen in der Volksabstimmung vom 28. Sept. 1975, in Kraft seit 1. Febr. 1981. Gewährleistungsbeschluss vom 24. Juni 1976 (BBl 1976 II 1054 Art. 1 Ziff. 2 585).
9 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).
10 Angenommen in der Volksabstimmung vom 24. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Juni 1994. Gewährleistungsbeschluss vom 12. Juni 1995 (BBl 1995 III 567 Art. 1 Ziff. 5 I 969).


Index

131.232

Traduzione1

Costituzione del Cantone del Vallese

dell’8 marzo 1907 (Stato 11 marzo 2020)2

In nome di Dio onnipotente!

  Titolo primo: Principi generali

Art. 1

1 Il Vallese è una repubblica democratica, sovrana nei limiti della Costituzione federale1 e incorporata come Cantone nella Confederazione Svizzera.

2 La sovranità risiede nel Popolo. È esercitata direttamente dagli aventi diritto di voto e indirettamente dalle autorità costituite.


1 RS 101

Art. 21

1 La libertà di coscienza, la libertà di credo e il libero esercizio del culto sono garantiti.

2 Le comunità religiose definiscono la loro dottrina e organizzano il loro culto in completa indipendenza. Si organizzano e si amministrano autonomamente, nei limiti del diritto pubblico.

3 Lo statuto di persona giuridica di diritto pubblico è riconosciuto alla Chiesa cattolica romana e alla Chiesa evangelica riformata. Le altre confessioni sottostanno alle norme del diritto privato; la legge può conferire loro uno statuto di diritto pubblico per tener conto dell’importanza che rivestono sul piano cantonale.

4 Per quanto le parrocchie della Chiesa cattolica romana e quelle della Chiesa evangelica riformata non vi possano sovvenire da sé, le spese di culto delle Chiese locali sono a carico dei Comuni politici, fatte salve le libertà di coscienza e di credo. Il Cantone può accordare sussidi alle Chiese riconosciute quali enti di diritto pubblico.2

5 La legge disciplina l’applicazione delle presenti disposizioni.


1 Accettato nella votazione popolare del 17 mar. 1974, in vigore simultaneamente al cpv. 4 dal 1° ago. 1993. Garanzia dell’AF del 12 dic. 1974 (FF 1974 II 1486 art. 1 n. 5 953).
2 Accettato nella votazione popolare del 10 giu. 1990, in vigore il 1° ago. 1993. Garanzia dell’AF del 3 ott. 1991 (FF 1991 IV 186 art. 1 n. 7 II 1333).

Art. 3a

1 Tutti i cittadini sono uguali dinanzi alla legge.

2 Non vi sono, in Vallese, privilegi di luogo, di nascita, di persone o di famiglie.

a
Nella presente Costituzione, qualsiasi designazione di persone, statuto o funzione si riferisce indifferentemente ad uomini e donne.1

1 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 4

1 La libertà individuale e l’inviolabilità del domicilio sono garantite.

2 Nessuno può essere perseguito o arrestato e nessuna perquisizione domiciliare può essere eseguita se non nei casi previsti dalla legge e nelle forme da essa prescritte.

3 Lo Stato è tenuto a indennizzare adeguatamente ogni persona vittima di un errore giudiziario o di un arresto illegale. La legge disciplina l’applicazione di questo principio.

Art. 5

Nessuno può essere distolto dal suo giudice naturale.

Art. 6

1 La proprietà è inviolabile.

2 Deroghe a questo principio sono ammesse soltanto per ragioni di utilità pubblica, verso giusta indennità e nelle forme previste dalla legge.

3 Per ragioni di utilità pubblica, la legge può nondimeno prevedere casi di espropriazione, senza indennità, di terreni patriziali e comunali.

Art. 7

Nessun fondo può essere gravato da canoni perpetui non riscattabili.

Art. 8

La libertà di manifestare la propria opinione verbalmente o per scritto, nonché la libertà della stampa sono garantite. La legge ne reprime gli abusi.

Art. 9

Il diritto di petizione è garantito. La legge ne disciplina l’esercizio.

Art. 10

1 La libertà di domicilio, la libertà di associazione e di riunione, il libero esercizio delle professioni liberali e la libertà di commercio e d’industria sono garantiti.

2 L’esercizio di questi diritti è disciplinato dalla legge.

Art. 11

1 Ogni cittadino è tenuto a prestare servizio militare.

2 L’applicazione di questo principio è disciplinata dalla legislazione federale e cantonale.

Art. 12

1 La lingua francese e la lingua tedesca sono dichiarate lingue nazionali.

2 La parità di trattamento tra le due lingue dev’essere osservata nella legislazione e nell’amministrazione.

Art. 13

1 L’istruzione pubblica e l’istruzione primaria privata sono poste sotto la direzione e l’alta vigilanza dello Stato.

2 L’istruzione primaria è obbligatoria; nelle scuole pubbliche è gratuita.

3 La libertà d’insegnamento è garantita, fatte salve le disposizioni di legge concernenti la scuola primaria.

Art. 13a1

1 Lo Stato deve fornire alla famiglia, comunità di base della società, la protezione e il sostegno di cui abbisogna affinché ciascuno dei suoi membri possa svilupparsi pienamente.

2 Esso esamina la legislazione quanto ai suoi effetti sulle condizioni di vita della famiglia e l’adatta in conseguenza.


1 Accettato nella votazione popolare del 13 giu. 1999, in vigore dal 1° gen. 2001. Garanzia dell’AF del 14 giu. 2000 (FF 2000 3232 art. 1 n. 7 990).

Art. 14

Lo Stato emana prescrizioni concernenti la protezione dei lavoratori e prescrizioni volte ad assicurare la libertà del lavoro.

Art. 15

Lo Stato promuove e sovvenziona, nei limiti delle sue risorse finanziarie:

a.
l’agricoltura, l’industria, il commercio e in genere tutti i settori dell’economia pubblica che interessino il Cantone;
b.
l’insegnamento professionale concernente il commercio, l’industria, l’agricoltura e le arti e mestieri;
c.
l’allevamento del bestiame, l’industria lattiera, la viticoltura, l’arboricoltura, l’economia alpestre, il miglioramento del suolo, la silvicoltura e i consorzi agricoli e professionali.
Art. 16

1 Lo Stato organizza e sovvenziona l’assicurazione del bestiame.

2 Esso può istituire altre assicurazioni, in particolare l’assicurazione obbligatoria mobiliare e immobiliare contro gli incendi.

Art. 17

1 Lo Stato favorisce lo sviluppo della rete stradale e degli altri mezzi di comunicazione.

2 Esso contribuisce con sussidi all’arginatura del Rodano, nonché all’arginatura e alla correzione di fiumi e torrenti.

Art. 18

Lo Stato fonda o sostiene mediante sussidi istituti di educazione per l’infanzia sfortunata e altri enti assistenziali.

Art. 19

1 Lo Stato favorisce e sovvenziona l’insediamento di ospedali, cliniche e infermerie distrettuali o circondariali.

2 Esso può anche creare un istituto cantonale di tal genere.

Art. 20

La partecipazione finanziaria dello Stato nei casi previsti negli articoli 15, 16, 17, 18 e 19 è disciplinata da leggi speciali.

Art. 211

1 Lo Stato, i Comuni e le associazioni intercomunali di diritto pubblico provviste di personalità giuridica rispondono verso i terzi degli atti dei loro agenti.

2 L’agente risponde del danno diretto o indiretto che, nell’esercizio delle sue funzioni, causa intenzionalmente o per negligenza grave all’ente pubblico da cui dipende.

3 La legge disciplina l’applicazione di tali principi.


1 Accettato nella votazione popolare del 26 set. 1976, in vigore il 1° gen. 1977. Garanzia dell’AF del 23 giu. 1977 (FF 1977 II 915 art. 1 n. 5 224).

Art. 22

Il funzionario o impiegato pubblico può essere destituito o revocato soltanto dopo essere stato sentito o formalmente invitato ad esprimere le sue ragioni e soltanto su decisione motivata dell’autorità che l’ha nominato.

Art. 23

Lo Stato sopperisce alle proprie spese con:

a.
i redditi del patrimonio pubblico;
b.
i proventi delle regalìe;
c.
le tasse fiscali e i diversi introiti;
d.
le indennità, i sussidi e le quote federali;
e.
le imposte.
Art. 241

Le imposte dello Stato e dei Comuni sono stabilite dalla legge. Essa sancisce il principio della progressione e l’esenzione al di sotto di un dato minimo vitale.


1 Accettato nella votazione popolare del 26 dic. 1920, in vigore il 7 gen. 1921 (T. XXVII 119; Bulletin Officiel du Canton du Valais, BO, 1921 10). Garanzia dell’AF del 17 feb. 1921 (RO 37 142; FF 1921 I 143 ediz. franc.).

Art. 251

1 Il bilancio di previsione dello Stato deve presentare un’eccedenza di proventi e un’eccedenza di finanziamento che assicurino investimenti e partecipazioni agli investimenti di terzi necessari allo sviluppo armonioso del Cantone e permettano di garantire l’ammortamento di un eventuale disavanzo di bilancio, nonché un ammortamento del debito.

2 Se il consuntivo si scosta dal bilancio di previsione e presenta un’eccedenza di oneri o un’insufficienza di finanziamento, l’ammortamento di tali disavanzi dev’essere previsto nel bilancio di previsione del secondo esercizio successivo.

3 Prima della presentazione del progetto di bilancio di previsione, il Consiglio di Stato propone al Gran Consiglio le modifiche delle disposizioni di legge necessarie al rispetto di questo principio ed esulanti dalla sua competenza.

4 Tali modifiche sono decise mediante decreto del Gran Consiglio nella stessa sessione in cui è approvato il bilancio di previsione.

5 La legislazione disciplina l’applicazione dei principi posti nel presente articolo. Essa può prevedere eccezioni in funzione della congiuntura economica o in caso di catastrofi naturali o di altri eventi straordinari.


1 Accettato nella votazione popolare del 22 set. 2002, in vigore dal 1° gen. 2005. Garanzia dell’AF del 24 set. 2003 (FF 2003 5989 art. 1 n. 4 2908).


  Titolo secondo: Suddivisione del Cantone

Art. 26

1 Il Cantone si suddivide in Distretti.

2 I Distretti sono composti di Comuni.

3 Sentiti gli interessati, il Gran Consiglio può modificare con una legge il numero e il perimetro dei Distretti e con un decreto il numero e il perimetro dei Comuni.

4 Ne designa parimenti i capoluoghi.

Art. 27

1 Sion è la capitale del Cantone e la sede del Gran Consiglio, del Consiglio di Stato e del Tribunale cantonale.

2 Queste autorità possono tuttavia riunirsi altrove qualora circostanze gravi lo esigano.

3 Il decreto del 1° dicembre 1882 determina le prestazioni della capitale.

4 Qualora si proceda alla creazione di istituti cantonali, si deve tener conto delle diverse parti del Cantone.

5 Il Comune che divenga sede di un istituto cantonale può essere tenuto a fornire prestazioni.


  Titolo terzo: Status politico dei cittadini

Art. 28

1 Sono Vallesani:

a.
coloro che, per diritto di nascita, sono cittadini di un Comune del Cantone;
b.
i naturalizzati conformemente alla legislazione cantonale.1

2 a 4 2


1 Accettato nella votazione popolare dell’11 mar. 2007, in vigore dal 1° gen. 2008. Garanzia dell’AF del 6 mar. 2008 (FF 2008 2171 art. 1 n. 10, 2007 6913).
2 Abrogati nella votazione popolare dell’11 mar. 2007, con effetto dal 1° gen. 2008. Garanzia dell’AF del 6 mar. 2008 (FF 2008 2171 art. 1 n. 10, 2007 6913).

Art. 291

Qualsiasi cittadino del Cantone può acquistare la cittadinanza in altri Comuni politici, alle condizioni stabilite dalla legge.


1 Accettato nella votazione popolare dell’11 mar. 2007, in vigore dal 1° gen. 2008. Garanzia dell’AF del 6 mar. 2008 (FF 2008 2171 art. 1 n. 10, 2007 6913).


  Titolo quarto: Esercizio dei diritti popolari

Art. 301

1 Oltre alle competenze in materia di elezioni, votazioni e referendum obbligatorio in materia costituzionale, i cittadini dispongono dei diritti d’iniziativa e di referendum facoltativo.

2 La legge disciplina l’esercizio di tali diritti, nonché le procedure di consultazione e d’informazione dei cittadini.


1 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).


  Capitolo I:3  Diritto di referendum

Art. 31

1 3000 cittadini attivi possono chiedere entro 90 giorni dalla pubblicazione ufficiale che siano sottoposti al voto del Popolo:

a.
le leggi e i decreti;
b.
i trattati intercantonali e internazionali e le convenzioni che includano norme di diritto;
c.
le decisioni del Gran Consiglio che comportino una spesa straordinaria unica superiore allo 0,75 per cento o una spesa ricorrente superiore allo 0,25 per cento della spesa totale del conto di amministrazione e del conto degli investimenti dell’ultimo esercizio.

2 Il referendum può anche essere chiesto dalla maggioranza del Gran Consiglio.

3 Non sottostanno al voto del Popolo:

a.
le leggi d’applicazione (art. 42 cpv. 2);
b.
le spese ordinarie e le altre decisioni.

4 Il Gran Consiglio costata la nullità delle domande di referendum che non adempiano le condizioni poste dalla Costituzione e dalla legge.

Art. 32

1 Le leggi, i trattati intercantonali e internazionali, le convenzioni o decisioni sottostanti a referendum non possono essere messi in vigore prima della scadenza del termine di referendum, né, se del caso, prima del voto del Popolo.

2 I decreti sono messi immediatamente in vigore. Sono sottoposti al voto del Popolo nell’anno successivo a richiesta di 3000 cittadini attivi o della maggioranza del Gran Consiglio. Se non vengono ratificati, decadono e non possono essere rinnovati.


  Capitolo II:4  Diritto d’iniziativa

Art. 33

1 4000 cittadini attivi possono chiedere l’elaborazione, l’emanazione, la modifica o l’abrogazione di una legge, di un decreto o di qualsivoglia decisione sottostante a referendum, eccezion fatta per le leggi, i decreti e le decisioni votati dal Popolo da meno di quattro anni, le decisioni già eseguite e i decreti di validità inferiore a un anno.

2 Salvo nei casi di cui agli articoli 34 capoverso 2 e 35 capoverso 1, ogni iniziativa popolare dev’essere sottoposta al voto del Popolo nei tre anni dopo il deposito. Questo termine può essere prorogato di un anno al massimo per decisione del Gran Consiglio.

3 Il Gran Consiglio costata la nullità dell’iniziativa che:

a.
non rispetti il diritto federale o la presente Costituzione;
b.
concerna più di una materia;
c.
non rispetti l’unità della forma;
d.
sia inattuabile;
e.
non rientri nell’ambito degli atti che possono essere oggetto di un’iniziativa.

4 Se una domanda d’iniziativa implica nuove spese o la soppressione di introiti con conseguente minaccia per l’equilibrio finanziario, il Gran Consiglio deve completare l’iniziativa proponendo nuove risorse, la riduzione di compiti statali o altre misure di risparmio.

Art. 34

1 L’iniziativa può rivestire la forma di progetto elaborato, eccetto che concerna una decisione.

2 Se il Gran Consiglio aderisce all’iniziativa, la votazione popolare è indetta soltanto a richiesta di 3000 cittadini attivi o della maggioranza del Gran Consiglio.

3 Se non aderisce all’iniziativa, il Gran Consiglio la sottopone immutata al voto del Popolo, ma può raccomandarne il rifiuto o anche contrapporle un controprogetto.

4 Se il Gran Consiglio ha elaborato un controprogetto, i cittadini sono invitati a rispondere, sulla stessa scheda, alle tre seguenti domande:

a.
accettate l’iniziativa popolare?
b.
accettate il controprogetto?
c.
nel caso in cui i due testi ottengano la maggioranza assoluta dei voti validi, deve entrare in vigore l’iniziativa o il controprogetto?
Art. 35

1 L’iniziativa che rivesta la forma di proposta generica è attuata dal Gran Consiglio, che decide se le disposizioni che adotta o modifica figureranno nella Costituzione oppure in un atto legislativo o amministrativo; l’iniziativa concretata in un atto legislativo o amministrativo è sottoposta al voto del Popolo soltanto a richiesta di 3000 cittadini attivi o della maggioranza del Gran Consiglio.

2 Se non approva l’iniziativa, il Gran Consiglio la sottopone immutata al voto del Popolo, con il proprio preavviso.

3 Se è respinta dal Popolo, l’iniziativa è tolta dal ruolo.

4 Se l’iniziativa è accettata dal Popolo, il Gran Consiglio è tenuto a darle seguito senza indugio.

5 Nel redigere le disposizioni chieste dall’iniziativa generica, il Gran Consiglio è tenuto a rispettare le intenzioni degli autori.


  Titolo quinto: Poteri pubblici

Art. 36

I poteri pubblici sono:

a.
il potere legislativo;
b.
il potere esecutivo e amministrativo;
c.
il potere giudiziario.

  Capitolo I:5  Potere legislativo

  A. Attribuzioni

Art. 37

1 Il Gran Consiglio esercita il potere legislativo, fatti salvi i diritti del Popolo.

2 Esso fruisce di ogni altra competenza attribuitagli dalla Costituzione o dalla legge.

Art. 38

1 Il Gran Consiglio elabora le disposizioni costituzionali, le leggi e i decreti, fermi restando gli articoli 31–35 e 100–106.

2 Esso approva i trattati internazionali e intercantonali e le convenzioni, fatte salve le competenze del Popolo e del Consiglio di Stato.

3 Esercita i diritti riservati ai Cantoni dagli articoli 86, 89, 89bis e 93 della Costituzione federale1 e risponde alle procedure di consultazione della Confederazione in materia d’impianti nucleari.


1 [CS 1 3; RO 1949 II 1614, 1977 807 2228 ediz. franc.]. Alle disp. menzionate corrispondono attualmente gli art. 45, 136, 140, 141, 151, 159, 160 e 165 della Cost. federale del 18 apr. 1999 (RS 101).

Art. 39

1 Il Gran Consiglio pronuncia sulla validità delle elezioni dei suoi membri.

2 Esso elegge il Tribunale cantonale, il presidente e il vicepresidente del medesimo, nonché i membri dell’ufficio del Ministero pubblico.1


1 Accettato nella votazione popolare del 25 set. 2017, in vigore dal 1° feb. 2018. Garanzia dell’AF del 5 dic. 2017 (FF 2018 35 art. 3, 2017 4997).

Art. 40

1 Il Gran Consiglio esercita l’alta vigilanza sulla gestione del Consiglio di Stato, degli enti e istituti autonomi di diritto pubblico, delle autorità giudiziarie, nonché sui rappresentanti dello Stato nelle società in cui il Cantone detenga una partecipazione preponderante. Esamina la gestione e delibera in merito alla sua approvazione.

2 Il Gran Consiglio può in ogni tempo chiedere al potere esecutivo di rendergli conto di un atto della sua amministrazione.

3 La legge può affidare certi compiti dello Stato a enti o istituti autonomi di diritto pubblico.

Art. 41

Il Gran Consiglio ha segnatamente le seguenti attribuzioni:

a.
delibera il bilancio di previsione e approva i conti, che sono resi pubblici;
b.
partecipa alla pianificazione nella misura stabilita dalla legge;
c.
decide le spese e autorizza le concessioni, le operazioni immobiliari, i prestiti, le fideiussioni e altre garanzie analoghe, salve le eccezioni previste dalla legge;
d.
stabilisce le retribuzioni dei magistrati, funzionari e impiegati dello Stato, fatte salve le eccezioni previste dalla legge;
e.
esercita il diritto di grazia.
Art. 42

1 Il Gran Consiglio emana le norme di diritto sotto forma di legge, che per principio è messa in vigore per una durata di validità illimitata. Può tuttavia prevedere che la legge sia messa in vigore per un tempo limitato.

2 Esso emana, sotto forma di legge d’applicazione, le disposizioni assolutamente necessarie per assicurare l’esecuzione del diritto di rango superiore.

3 Quando le circostanze lo esigano, può tuttavia prendere disposizioni urgenti mediante decreto, per un tempo limitato (art. 32 cpv. 2).

4 Il Gran Consiglio tratta tutti gli altri affari sotto forma di decisione.


  B. Organizzazione

Art. 43

1 La legge determina le grandi linee dell’organizzazione del Gran Consiglio, nonché i suoi rapporti con il Consiglio di Stato e con le autorità giudiziarie. Per il resto, il Gran Consiglio si organizza da sé.

2 La legge disciplina la partecipazione dei membri del Consiglio di Stato alle sedute del Gran Consiglio e delle commissioni parlamentari.

Art. 44

1 Il Gran Consiglio si riunisce di diritto:

a.1
in sessione costitutiva, il settimo lunedì dopo il suo rinnovo integrale;
b.2
in sessioni ordinarie, alle scadenze fissate dalla legge.

2 Il Gran Consiglio si riunisce in sessioni straordinarie:

a.
quando lo decida nel singolo caso;
b.
su invito del Consiglio di Stato;
c.
quando 20 deputati lo chiedano indicando gli oggetti da trattare.

1 Accettato nella votazione popolare del 19 mag. 2019, in vigore dal 1° nov. 2020. Garanzia dell’AF dell’11 mar. 2020 (FF 2020 4199 art. 4 137).
2 Accettato nella votazione popolare del 24 set. 2000, in vigore dal 1° mag. 2002. Garanzia dell’AF dell’11 dic. 2001 (FF 2001 5802 art. 1 n. 7 4365).

Art. 451

1 Il Gran Consiglio elegge per un anno il proprio presidente e due vicepresidenti.

2 Esso dispone di un servizio parlamentare indipendente.


1 Accettato nella votazione popolare del 24 set. 2000, in vigore dal 1° mag. 2002. Garanzia dell’AF dell’11 dic. 2001 (FF 2001 5802 art. 1 n. 7 4365).

Art. 46

1 Il Gran Consiglio designa commissioni, permanenti o non permanenti, incaricate di preparare le deliberazioni. Questa competenza può essere delegata all’Ufficio.

2 I deputati possono organizzarsi in gruppi politici di almeno cinque membri.

3 Per principio, i gruppi politici devono essere equamente rappresentati nelle commissioni.

Art. 47

1 Il Gran Consiglio può deliberare soltanto se è presente la maggioranza assoluta dei suoi membri.

2 Esso prende le sue decisioni a maggioranza assoluta.

Art. 48

1 Le sedute del Gran Consiglio sono pubbliche.

2 Il Gran Consiglio può tuttavia decidere le porte chiuse se le circostanze lo esigano.

Art. 491

1 I disegni di legge e di decreto sono oggetto di duplice lettura.

2 Le decisioni sono oggetto di una sola lettura.

3 Il Gran Consiglio può in tutti i casi decidere di procedere a una sola lettura o a una lettura supplementare.


1 Accettato nella votazione popolare del 24 set. 2000, in vigore dal 1° mag. 2002. Garanzia dell’AF dell’11 dic. 2001 (FF 2001 5802 art. 1 n. 7 4365).


  C. Diritti dei deputati

Art. 50

1 I deputati esercitano liberamente il loro mandato.

2 Essi non possono essere perseguiti penalmente, senza l’autorizzazione del Gran Consiglio, per quanto da loro dichiarato nel plenum o in una commissione parlamentare.

3 Salvo in caso di flagrante reato, non possono essere arrestati durante le sessioni senza l’autorizzazione del Gran Consiglio.

Art. 51

1 I diritti d’iniziativa, di mozione, di postulato, d’interpellanza, di risoluzione e di interrogazione scritta spettano ad ogni membro del Gran Consiglio.

2 La legge definisce tali diritti e ne disciplina l’esercizio.


  Capitolo II: Potere esecutivo6 

  A. Elezione7 

Art. 521

1 Il potere esecutivo e amministrativo è affidato al Consiglio di Stato, composto di cinque membri.

2 Un membro è scelto fra gli aventi diritto di voto degli attuali Distretti di Conches, Briga, Viège, Rarogne e Loèche; un secondo membro fra gli aventi diritto di voto dei Distretti di Sierre, Sion, Hérens e Conthey e un terzo fra gli aventi diritto di voto dei Distretti di Martigny, Entremont, St—Maurice e Monthey.

3 Gli altri due consiglieri di Stato sono scelti nel corpo elettorale dell’intero Cantone. Tuttavia, in Consiglio di Stato non vi può essere più di un consigliere eletto fra gli aventi diritto di voto di uno stesso Distretto.

4 I membri del Consiglio di Stato sono eletti direttamente dal Popolo lo stesso giorno i cui sono eletti i deputati al Gran Consiglio ed entrano in funzione il 1° maggio successivo. L’elezione si svolge secondo il sistema maggioritario. Il Consiglio di Stato si costituisce ogni anno da sé; il presidente uscente non è immediatamente rieleggibile.

5 I seggi divenuti vacanti in Consiglio di Stato sono riassegnati entro 60 giorni, eccetto che il rinnovo integrale si svolga nei quattro mesi successivi.

6 L’elezione dei membri del Consiglio di Stato si svolge a scrutinio di lista. Se non danno un esito definitivo il giorno fissato per le elezioni, le operazioni di voto sono riprese la terza domenica successiva.2In tal caso, il risultato del primo turno e l’avviso del secondo sono pubblicati immediatamente.3

7 Si procede al secondo turno se al primo turno non è stata conseguita la maggioranza assoluta dei suffragi per tutti i seggi da assegnare. Al secondo turno risultano eletti i candidati che raccolgono il maggior numero di suffragi, anche se non ottengono la maggioranza assoluta. Tuttavia, se, al secondo turno, il numero di seggi da assegnare corrisponde a quello dei candidati proposti, questi sono proclamati eletti senza scrutinio. L’elezione tacita si applica anche al primo turno delle elezioni suppletive qualora vi sia un solo candidato e un solo seggio da assegnare.4

8 Se il numero dei candidati che hanno ottenuto la maggioranza assoluta supera quello dei seggi da assegnare, risultano eletti i candidati che hanno ottenuto il maggior numero di suffragi.

9 Nel caso in cui due o più candidati dello stesso Distretto ottengano la maggioranza assoluta, l’unico eletto risulta quello che ha raccolto il maggior numero di suffragi.

10 In caso di parità di suffragi, decide la sorte.


1 Accettato nella votazione popolare del 26 dic. 1920, in vigore il 7 gen. 1921 (T. XXVII 119; BO 1921 10). Garanzia dell’AF del 17 feb. 1921 (RO 37 142; FF 1921 I 143 ediz. franc.).
2 Secondo periodo accettato nella votazione popolare del 19 mag. 2019, in vigore dal 1° nov. 2020. Garanzia dell’AF dell’11 mar. 2020 (FF 2020 4199 art. 4 137).
3 Accettato nella votazione popolare del 21 gen. 1996, in vigore dal 1° feb. 1997. Garanzia dell’AF del 5 giu. 1997 (FF 1997 III 811 art. 1 n. 5 I 1268).
4 Accettato nella votazione popolare del 21 gen. 1996, in vigore dal 1° feb. 1997. Garanzia dell’AF del 5 giu. 1997 (FF 1997 III 811 art. 1 n. 5 I 1268).


  B.8  Organizzazione e attribuzioni

Art. 53

1 Il Consiglio di Stato esercita il potere esecutivo e amministrativo e fruisce di qualsivoglia competenza attribuitagli dalla Costituzione o dalla legge.

2 Esso agisce come autorità collegiale.

3 Gli affari importanti permangono sempre di sua competenza.

4 Il Consiglio di Stato ripartisce gli affari tra i dipartimenti, il cui numero e le cui attribuzioni sono stabiliti in un’ordinanza approvata dal Gran Consiglio.

5 Per il resto, il Consiglio di Stato si organizza da sé.

Art. 54

Nei suoi rapporti con il Gran Consiglio, il Consiglio di Stato ha segnatamente le seguenti attribuzioni:

a.
presenta i disegni di disposizioni costituzionali, di leggi, di decreti o di decisioni;
b.
riferisce sulle iniziative popolari, sulle iniziative parlamentari, sulle mozioni, sui postulati e sulle risoluzioni dei deputati, e risponde alle loro interpellanze e interrogazioni;
c.
sottopone al Gran Consiglio il progetto di bilancio di previsione, il conto di Stato e il rapporto di gestione;
d.
può fare proposte al Gran Consiglio;
e.
sottopone al Gran Consiglio i progetti di trattati internazionali e intercantonali e di convenzioni che contengano norme di diritto o implichino spese di competenza parlamentare.
Art. 55

Il Consiglio di Stato esercita segnatamente le seguenti competenze amministrative:

a.
nomina il personale dello Stato, salve le eccezioni previste dalla legge;
b.
vigila sulle autorità inferiori e sugli enti e istituti di diritto pubblico;
c.
rappresenta lo Stato, conclude i trattati internazionali e intercantonali e le convenzioni di diritto pubblico, e risponde alle procedure di consultazione in cui sia interpellato il Cantone;
d.
dirige l’amministrazione e ne pianifica e coordina le attività.
Art. 56

1 Il Consiglio di Stato assicura l’ordine pubblico e dispone a tal fine delle forze di polizia e militari del Cantone.

2 Esso esercita i poteri straordinari in caso di pericolo grave e imminente, avvisando immediatamente il Gran Consiglio dei provvedimenti presi.

Art. 57

1 Il Consiglio di Stato emana sotto forma di regolamento le disposizioni necessarie all’applicazione delle leggi e dei decreti cantonali.

2 La legge può delegare al Consiglio di Stato la competenza di emanare ordinanze determinandone lo scopo e i principi informatori. La delega deve concernere un settore determinato. Le ordinanze possono essere subordinate all’approvazione del Gran Consiglio.

3 Il Consiglio di Stato sbriga gli altri affari sotto forma di decreto o di decisione.

Art. 58

1 Il Consiglio di Stato promulga le norme di diritto, le mette in vigore, eccetto che il Gran Consiglio vi provveda da sé, e ne assicura l’applicazione.

2 Per quanto concerne le disposizioni costituzionali direttamente applicabili, le mette immediatamente in vigore approvate che siano dall’Assemblea federale.

Art. 59

1 Il Governo ha, in ogni Distretto, un prefetto e un viceprefetto, che fungono da suoi rappresentanti.

2 Le attribuzioni del prefetto sono determinate dalla legge.


  Capitolo III: Potere giudiziario

Art. 60

1 Il potere giudiziario è indipendente.

2 e 3 …1


1 Abrogati nella votazione popolare del 24 ott. 1993, con effetto dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 61

Il Tribunale cantonale presenta annualmente al Gran Consiglio, per il tramite del Consiglio di Stato, un rapporto su tutti i settori dell’amministrazione giudiziaria.

Art. 62

1 In ogni Comune o Circolo vi è un giudice e un giudice sostituto;

in ogni circondario, un tribunale civile, correzionale e criminale;

e per il Cantone, un Tribunale cantonale.

2 I membri del Tribunale cantonale devono conoscere le due lingue nazionali.

Art. 63

1 Il numero dei circondari, la composizione e la competenza dei tribunali, la nomina e il modo di retribuzione dei giudici, nonché l’incompatibilità tra funzioni giudiziarie e altre funzioni sono determinati dalla legge.

2 Non vi possono essere più di quattro tribunali circondariali.

3 I giudici di circolo o comunali e i loro sostituti sono nominati dagli aventi diritto di voto del Circolo o del Comune.

4 Per la formazione dei Circoli, si tiene conto della popolazione dei Comuni e della loro situazione topografica.

5 La votazione si svolge in ogni Comune.

Art. 64

In via legislativa possono essere istituiti un tribunale di commercio e uno o più tribunali di probiviri.

Art. 65

1 Vi è un Tribunale del contenzioso amministrativo e una Corte incaricata di risolvere i conflitti di competenza tra potere amministrativo e potere giudiziario.

2 Questa Corte e questo Tribunale sono organizzati da leggi speciali.

Art. 65a1

1 Il Consiglio della magistratura è un’autorità indipendente di vigilanza sul potere giudiziario.

2 Esso esercita le funzioni di vigilanza amministrativa e disciplinare sulle autorità giudiziarie cantonali e i magistrati del Ministero pubblico. È fatta salva l’esclusiva competenza del Gran Consiglio di destituire i magistrati che ha eletto, per motivi gravi.

3 Sottostà all’alta vigilanza del Gran Consiglio.

4 Il Gran Consiglio nomina i membri del Consiglio della magistratura non designati per legge.

5 La legge determina inoltre:

a.
la composizione, la procedura di nomina e l’organizzazione del Consiglio della magistratura;
b.
i rimedi giuridici contro le decisioni del Consiglio della magistratura;
c.
i rapporti tra il Consiglio della magistratura e il Gran Consiglio, il Tribunale cantonale e il Ministero pubblico;
d.
la collaborazione del Consiglio della magistratura alla nomina dei giudici.

1 Accettato nella votazione popolare del 25 set. 2017, in vigore dal 1° feb. 2018. Garanzia dell’AF del 5 dic. 2017 (FF 2018 35 art. 3, 2017 4997).


  Titolo sesto: Ordinamento dei Distretti e dei Comuni

  Capitolo I: Consiglio distrettuale

Art. 66

1 In ogni Distretto vi è un Consiglio distrettuale nominato per un quadriennio.

2 Il Municipio dei singoli Comuni nomina i propri delegati al Consiglio distrettuale, in ragione di un delegato ogni 300 abitanti.

3 Il resto 151 conta come un intero.

4 Ogni Comune ha un delegato, indipendentemente dal numero dei suoi abitanti.

5 Il Consiglio distrettuale è presieduto dal prefetto del Distretto o dal suo vice.

Art. 67

1 Il Consiglio distrettuale liquida i conti del Distretto e, fatto salvo il ricorso al Consiglio di Stato, ripartisce tra i Comuni gli oneri che gravano sul Distretto.

2 Esso prende atto annualmente del rendiconto dell’amministrazione finanziaria dello Stato.

3 Rappresenta il Distretto e provvede specialmente allo sviluppo economico e allo smercio dei prodotti agricoli locali.

Art. 68

La legge determina l’organizzazione e le altre attribuzioni del Consiglio distrettuale.


  Capitolo II:9  Ordinamento comunale

  A. Disposizioni generali

Art. 69

I Comuni sono autonomi nei limiti fissati dalla Costituzione e dalle leggi. Sono competenti a svolgere i compiti locali e quelli che sono in grado di assumere da soli o associandosi con altri Comuni.

Art. 70

1 I Comuni fruiscono della loro autonomia nel rispetto del bene comune e dell’interesse degli altri enti di diritto pubblico.

2 Essi adempiono i propri compiti e quelli assegnati loro dalla legge.

3 Utilizzano giudiziosamente e amministrano con cura il patrimonio comunale.

Art. 71

1 I Comuni possono associarsi per adempiere assieme certi compiti di pubblica utilità e possono costituire a tal fine associazioni di diritto pubblico provviste di personalità giuridica o collaborare in qualsiasi altro modo. La legge stabilisce i principi della collaborazione, della costituzione e del funzionamento delle associazioni intercomunali.

2 Alle condizioni precisate dalla legge, il Consiglio di Stato può obbligare i Comuni a collaborare o ad associarsi.

Art. 72

1 In ogni Comune vi sono:

a.
un’Assemblea, composta dei cittadini aventi diritto di voto nel Comune;
b.
un Esecutivo, eletto dall’Assemblea.

2 L’Assemblea elegge, fra i membri dell’Esecutivo, un presidente e un vicepresidente.

3 Per il resto, la legge fissa i principi dell’organizzazione dei Comuni.

Art. 73

1 Nei Comuni con più di 700 abitanti, l’Assemblea può eleggere un Consiglio comunale. La legge ne determina l’organizzazione e le competenze.

2 I cittadini hanno un diritto di referendum facoltativo contro le decisioni prese dal Consiglio comunale in luogo dell’Assemblea. La legge disciplina l’esercizio di questo diritto.

3 Le presenti disposizioni non sono applicabili al Comune patriziale.

Art. 74

1 I Comuni hanno facoltà di introdurre il diritto d’iniziativa. Nei Comuni che prevedono questo diritto, i cittadini possono indirizzare all’Esecutivo iniziative generiche vertenti sull’emanazione o sulla modifica di regolamenti di competenza dell’Assemblea.

2 La legge disciplina le modalità d’introduzione e di esercizio di tale diritto.

Art. 75

1 I Comuni sottostanno alla vigilanza del Consiglio di Stato, nei limiti fissati dall’articolo 69. La legge determina la natura di tale vigilanza, segnatamente in materia di gestione. Per quanto la Costituzione e le leggi non prevedano espressamente il contrario, il potere d’esame del Consiglio di Stato si restringe alla legalità.

2 I regolamenti elaborati dai Comuni devono essere omologati dal Consiglio di Stato.

3 La legge può prevedere che importanti progetti dei Comuni siano sottoposti per omologazione o approvazione al Consiglio di Stato.1

4 La legge determina le modalità dell’omologazione.


1 Accettato nella votazione popolare del 26 set. 2004, in vigore dal 1° feb. 2006. Garanzia dell’AF del 6 ott. 2005 (FF 2005 5337 art. 1 n. 6 2579).

Art. 76

Sono considerati Comuni:

a.
i Comuni politici;
b.
i Comuni patriziali;
c.1

1 Abrogato nella votazione popolare del 10 giu. 1990, con effetto dal 1° ago. 1993. Garanzia dell’AF del 3 ott. 1991 (FF 1991 IV 186 art. 1 n. 7 II 1333).


  B. Comuni politici

Art. 77

1 Il Comune politico è composto delle persone che risiedono sul territorio comunale.

2 Fatto salvo l’articolo 26, il territorio dei Comuni politici è garantito.

Art. 78

1 L’Assemblea comunale è composta dei cittadini aventi diritto di voto nel Comune.

2 Essa elegge il Municipio, composto di tre a quindici membri, il sindaco e il vicesindaco, nonché, se del caso, il Consiglio comunale.

3 Nei Comuni in cui non vi è un Consiglio comunale, l’Assemblea comunale delibera segnatamente in materia di:

a.
regolamenti comunali, salve le eccezioni previste dalla legge;
b.
progetti importanti di vendita, concessione di diritti reali limitati, permuta, locazione, alienazione di capitali, concessione e emissione di prestiti, fideiussioni, rilascio e trasferimento di concessioni idriche;
c.
nuove spese non vincolate il cui importo sia stabilito dalla legge;
d.
bilancio di previsione e conti.1

4 Negli altri Comuni, il Consiglio comunale sostituisce l’Assemblea comunale, di cui ha almeno le stesse competenze, salvo in materia elettorale.

5 Nei due casi, la legge determina le altre competenze e disciplina l’esercizio di questi diritti.


1 Accettato nella votazione popolare del 26 set. 2004, in vigore dal 1° feb. 2006. Garanzia dell’AF del 6 ott. 2005 (FF 2005 5337 art. 1 n. 6 2579).

Art. 79

1 Il Municipio ha le seguenti attribuzioni:

a.
provvede all’amministrazione comunale;
b.
elabora e applica i regolamenti comunali;
c.
fa eseguire la legislazione cantonale;
d.
nomina i dipendenti comunali;
e.1
elabora il progetto di bilancio di previsione.
f.
allestisce i conti.

2 Nei Comuni in cui non vi è un Consiglio patriziale, il Municipio ne adempie le funzioni.


1 Accettato nella votazione popolare del 26 set. 2004, in vigore dal 1° feb. 2006. Garanzia dell’AF del 6 ott. 2005 (FF 2005 5337 art. 1 n. 6 2579).


  C. Comuni patriziali

Art. 80

Il Comune patriziale è un ente di diritto pubblico incaricato di svolgere i compiti d’interesse pubblico attribuitigli dalla legge.

Art. 81

1 L’Assemblea patriziale è composta dei patrizi domiciliati sul territorio del Comune patriziale. La legge può estendere l’esercizio di certi diritti ai patrizi domiciliati nel Cantone.

2 Sul piano patriziale, l’Assemblea patriziale ha le stesse competenze dell’Assemblea comunale. Decide inoltre dell’ammissione di nuovi patrizi.

Art. 82

1 L’Assemblea patriziale ha il diritto di chiedere l’istituzione di un Consiglio patriziale separato. La domanda dev’essere presentata alla fine di un periodo amministrativo, secondo le prescrizioni della legge.

2 Il Consiglio patriziale si compone di tre membri al minimo e di nove al massimo.


  D.

Art. 831

1 Abrogato nella votazione popolare del 10 giu. 1990, con effetto dal 1° ago. 1993. Garanzia dell’AF del 3 ott. 1991 (FF 1991 IV 186 art. 1 n. 7 II 1333).


  Titolo settimo: Modo di elezione, condizioni di eleggibilità, durata delle funzioni pubbliche

Art. 841

1 Il Gran Consiglio si compone di 130 deputati e di altrettanti supplenti ripartiti fra i Distretti ed eletti direttamente dal Popolo.

2 Il Distretto di Rarogne, composto di due Semidistretti dotati ciascuno di propri organi e competenze, forma due circondari elettorali.

3 Il modo di ripartizione dei seggi fra i Distretti e i Semidistretti è il seguente:

Il numero totale dei residenti svizzeri è diviso per 130. Il quoziente così ottenuto è arrotondato al numero intero immediatamente superiore, che costituisce il quoziente elettorale. Ogni Distretto o Semidistretto ottiene tanti deputati e supplenti quante volte il quoziente elettorale è contenuto nel numero dei suoi residenti svizzeri. Se dopo questa ripartizione i seggi non sono ancora tutti assegnati, i seggi rimanenti sono attribuiti ai Distretti e ai Semidistretti con i resti maggiori.

4 Dopo ogni censimento della popolazione, il Consiglio di Stato stabilisce il numero di seggi attribuiti a ogni Distretto e Semidistretto.

5 La votazione popolare si svolge nei Comuni.

6 L’elezione avviene per Distretto e Semidistretto, secondo il sistema proporzionale. Il modo di applicazione di questo principio è determinato dalla legge.


1 Accettato nella votazione popolare del 9 giu. 1985, in vigore dal 1° gen. 1987. Garanzia dell’AF del 21 mar. 1986 (FF 1986 I 747 art. 1 n. 5 109).

Art. 85

1 Il Gran Consiglio, il Consiglio di Stato, i funzionari dell’ordine giudiziario, i Municipi e i Consigli patriziali sono nominati per un quadriennio.

2 Il presidente e il vicepresidente del Consiglio di Stato sono eletti d’anno in anno. Il presidente uscente non è immediatamente rieleggibile.

Art. 85a1

1 I deputati al Consiglio degli Stati sono eletti direttamente dal Popolo in occasione delle elezioni per il rinnovo ordinario del Consiglio nazionale. L’elezione si svolge secondo il sistema maggioritario nell’intero Cantone, unico circondario elettorale.2

2 L’elezione dei deputati al Consiglio degli Stati si svolge a scrutinio di lista. Se non danno un esito definitivo il giorno fissato per le elezioni, le operazioni di voto sono riprese la terza domenica successiva.3In tal caso, il risultato del primo turno e l’avviso del secondo sono pubblicati immediatamente.4

3 Si procede al secondo turno se al primo turno non è stata conseguita la maggioranza assoluta dei suffragi per tutti i seggi da assegnare. Al secondo turno risultano eletti i candidati che raccolgono il maggior numero di suffragi, anche se non ottengono la maggioranza assoluta. Tuttavia, se, al secondo turno, il numero di seggi da assegnare corrisponde a quello dei candidati proposti, questi sono proclamati eletti senza scrutinio. L’elezione tacita si applica anche al primo turno delle elezioni suppletive qualora vi sia un solo candidato e un solo seggio da assegnare.5

4 Se il numero dei candidati che hanno ottenuto la maggioranza assoluta supera quello dei seggi da assegnare, risultano eletti i candidati che hanno ottenuto il maggior numero di suffragi.

5 In caso di parità di suffragi, decide la sorte.


1 Accettato nella votazione popolare del 26 dic. 1920, in vigore il 7 gen. 1921 (T. XXVII 119; BO 1921 10). Garanzia dell’AF del 17 feb. 1921 (RO 37 142; FF 1921 I 143 ediz. franc.).
2 Accettato nella votazione popolare dell’11 mar. 1934, in vigore il 6 lug. 1934 (T. XXXIV 76). Garanzia dell’AF del 22 giu. 1934 (RO 50 508; FF 1934 I 977 ediz. franc.).
3 Secondo periodo accettato nella votazione popolare del 19 mag. 2019, in vigore dal 1° nov. 2020. Garanzia dell’AF dell’11 mar. 2020 (FF 2020 4199 art. 4 137).
4 Accettato nella votazione popolare del 21 gen. 1996, in vigore dal 1° feb. 1997. Garanzia dell’AF del 5 giu. 1997 (FF 1997 III 811 art. 1 n. 5 I 1268).
5 Accettato nella votazione popolare del 21 gen. 1996, in vigore dal 1° feb. 1997. Garanzia dell’AF del 5 giu. 1997 (FF 1997 III 811 art. 1 n. 5 I 1268).

Art. 86

1 L’elezione dei membri e dei supplenti del Gran Consiglio si svolge la prima domenica di marzo per ogni nuova legislatura.

2 Il neoeletto Gran Consiglio entra in funzione all’apertura della sessione costitutiva.

Art. 871

1 I membri del Consiglio comunale sono eletti dal corpo elettorale secondo il sistema proporzionale.

2 I membri del Municipio e del Consiglio patriziale sono eletti dal corpo elettorale secondo il sistema proporzionale. Nei Comuni patriziali e nei Comuni politici in cui il numero dei residenti è inferiore a quello stabilito dalla legge, il corpo elettorale può, a maggioranza dei suoi membri, decidere un cambiamento del sistema elettorale alle condizioni stabilite dalla legge. Il sistema maggioritario è mantenuto nei Comuni patriziali e nei Comuni politici in cui esso vigeva all’entrata in vigore della presente riforma.

3 Il sindaco o presidente, il vicesindaco o vicepresidente, il giudice e il giudice sostituto sono eletti dal corpo elettorale secondo il sistema maggioritario.

4 La legge stabilisce le modalità di elezione e la data della votazione.


1 Accettato nella votazione popolare del 21 ott. 2007, in vigore dal 1° apr. 2008. Garanzia dell’AF del 12 giu. 2008 (FF 2008 5085 art. 1 n. 3 1187).

Art. 881

1 I cittadini esercitano i diritti politici dall’età di 18 anni compiuti.

2 Qualsiasi avente diritto di voto è eleggibile alle funzioni pubbliche.


1 Accettato nella votazione popolare del 2 giu. 1991, in vigore il 16 ago. 1991. Garanzia dell’AF del 3 ott. 1991 (FF 1991 IV 187 art. 1 n. 5, III 878).

Art. 891

1 …2

2 Il cittadino può votare in un solo Comune politico e patriziale.


1 Accettato nella votazione popolare del 10 giu. 1990, in vigore il 1° ago. 1993. Garanzia dell’AF del 3 ott. 1991 (FF 1991 IV 186 art. 1 n. 7 II 1333).
2 Abrogato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, con effetto dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 901

1 La legge disciplina le incompatibilità.

2 Essa provvede segnatamente ad evitare che:

a.
un cittadino occupi simultaneamente funzioni che dipendano da più poteri pubblici;
b.
la stessa persona appartenga a due organi di cui uno sia subordinato all’altro;
c.
membri della stessa famiglia facciano parte di una stessa autorità;
d.
il cittadino investito di una funzione pubblica eserciti altre attività che pregiudicherebbero l’adempimento della stessa.

3 Salvo eccezione prevista dalla legge, le incompatibilità sono applicabili ai supplenti e ai sostituti.

4 La legge può prevedere altre eccezioni, segnatamente per l’ambito comunale.

5 Non più di un membro del Consiglio di Stato può essere deputato alle Camere federali.


1 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 911

1 Abrogato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, con effetto dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 92

I casi di esclusione dal diritto di voto e dal diritto di eleggibilità sono determinati dalla legislazione federale e cantonale.

Art. 93 a 991

1 Abrogati nella votazione popolare del 24 ott. 1993, con effetto dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).


  Titolo ottavo: Revisione della Costituzione10 

Art. 1001

1 6000 cittadini attivi possono chiedere la revisione totale della Costituzione.

2 Ogni iniziativa popolare dev’essere sottoposta al voto del Popolo nei tre anni dopo il deposito. Questo termine può essere prorogato di un anno al massimo per decisione del Gran Consiglio.

3 Il Gran Consiglio costata la nullità dell’iniziativa che:

a.
sia contraria al diritto federale;
b.
concerna più materie;
c.
non rispetti l’unità della forma;
d.
nono rientri nell’ambito della Costituzione;
e.
sia inattuabile.

1 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 1011

1 L’iniziativa generica è sottoposta al voto del Popolo, con il preavviso del Gran Consiglio.

2 Se il Popolo la respinge, essa è tolta dal ruolo.

3 Se il Popolo l’accetta, il Gran Consiglio è tenuto a darle seguito senza indugio.

4 Redigendo le disposizioni chieste dall’iniziativa generica, il Gran Consiglio è tenuto a rispettare le intenzioni degli autori.

5 Il Popolo decide simultaneamente se, in caso di voto affermativo, la revisione totale debba essere elaborata dal Gran Consiglio o da una Costituente.


1 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 1021

1 La revisione parziale della Costituzione può essere chiesta mediante un’iniziativa popolare presentata sotto forma di progetto elaborato.

2 Il Gran Consiglio può raccomandarne il rifiuto o l’accettazione o anche contrapporle un controprogetto.

3 Se elabora un controprogetto, il Gran Consiglio delibera nel corso di due sessioni ordinarie. Può altresì decidere une lettura supplementare.

4 Se il Gran Consiglio adotta un controprogetto, i cittadini sono invitati a rispondere, sulla stessa scheda, alle tre seguenti domande:

a.
accettate l’iniziativa popolare?
b.
accettate il controprogetto?
c.
nel caso in cui i due testi ottengano la maggioranza assoluta dei votanti, deve entrare in vigore l’iniziativa o il controprogetto?

1 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 103

1 Se, in seguito al voto del Popolo, la revisione dev’essere elaborata dal Gran Consiglio, essa è discussa nel corso di due sessioni ordinarie.

2 Se è elaborata da una Costituente, essa è oggetto di duplice lettura.

3 Le elezioni alla Costituente avvengono sulla stessa base di quelle al Gran Consiglio. Nessuna delle incompatibilità previste per quest’ultime è però loro applicabile.

Art. 1041

1 Il Gran Consiglio può procedere anche di moto proprio a una revisione della Costituzione.

2 Le revisioni sono anzitutto discusse quanto alla loro opportunità, poi esaminate nel merito in duplice lettura, nel corso di sessioni ordinarie.

3 In tutti i casi, il Gran Consiglio può decidere una lettura supplementare. Può anche chiedere al Popolo di pronunciarsi su varianti.


1 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).

Art. 105

La Costituzione riveduta dal Gran Consiglio o dalla Costituente è sottoposta al voto del Popolo.

Art. 106

Nelle votazioni indette in esecuzione degli articoli 102 e 105 decide la maggioranza assoluta dei votanti.

Art. 107

1 Qualsivoglia domanda di revisione formulata mediante un’iniziativa popolare dev’essere indirizzata al Gran Consiglio.

2 Le firme a sostegno della domanda sono raccolte per Comune e il diritto di voto dei firmatari dev’essere attestato dal sindaco. Questi deve anche sincerarsi dell’autenticità delle firme che gli sembrano sospette.


  Titolo nono:11  Disposizioni transitorie (diritti popolari e poteri pubblici, incompatibilità)

Art. 108

1 Gli atti adottati dal Gran Consiglio prima che siano messe in vigore le nuove disposizioni costituzionali sottostanno a referendum obbligatorio, conformemente al vecchio articolo 30 della Costituzione cantonale.

2 Alle iniziative popolari depositate alla Cancelleria dello Stato prima di questa data si applicano i vecchi articoli 31–35 o 101–107 della Costituzione cantonale.

3 Il Gran Consiglio è abilitato a modificare l’ordine e la numerazione dei vecchi articoli 49, 50, 55, 56 e 57 della Costituzione se il nuovo articolo 90 sulle incompatibilità non dovesse essere accettato dal Popolo.

Art. 109

I vecchi articoli 49, 50, 55, 56 e 57, 60 capoversi 2 e 3, 89 capoverso 1, 91 e 93–99 rimangono in vigore sino all’emanazione della legge prevista dal nuovo articolo 90 capoverso 1. Tuttavia, sino a tale momento, il Gran Consiglio è, per quanto opportuno, abilitato a modificare l’ordine e la numerazione di tali articoli.


  Indice delle materie

I numeri indicano gli articoli e parti d’articolo della Costituzione

Amministrazione

–
annuale rendiconto dell’ 67
–
coordinazione dell’attività dell’ 55
–
del Comune 79
–
direzione dell’ 55
–
diritto di referendum 31
–
parità di trattamento tra le due lingue 12
–
pianificazione dell’attività dell’ 55
–
rapporto sui settori dell’amministrazione giudiziaria 61
–
rendiconto di atto della 40
–
richiesta di referendum 31

Arresto

–
base legale per 4
–
flagrante reato dei deputati Gran Consiglio 50
–
indennizzo per arresto illegale 4

Associazione(i)

–
intercomunali di diritto pubblico 21, 71
–
libertà di 10

Autorità

–
alta vigilanza del Gran Consiglio sulle autorità giudiziarie 40
–
collegiale 53
–
costituite 1
–
destituzione di
–
funzionario 22
–
impiegato pubblico 22
–
di vigilanza sul potere giudiziario 65a
–
incompatibilità 90
–
luogo di riunione delle 27
–
rapporti del Gran Consiglio con le autorità giudiziarie 43
–
revoca di
–
funzionario 22
–
impiegato pubblico 22
–
vigilanza sulle autorità inferiori 55

Bilancio

–
delibera
–
sul bilancio di previsione 41
–
nei Comuni, in materia di bilancio di previsione 78
–
di previsione 25
–
disavanzo di 25
–
elaborazione, nei Comuni, del progetto di 79
–
progetto di bilancio di previsione 54

Cantone

–
acquisto della cittadinanza in altri Comuni politici 29
–
capitale del 27
–
consiglieri di Stato 52
–
elezione dei deputati al Consiglio degli Stati 85a
–
forze
–
di polizia del 56
–
militari del 56
–
incorporazione nella Confederazione Svizzera del 1
–
interpellazione del 55
–
istituti cantonali 27
–
ordine pubblico 56
–
patrizi domiciliati nel Cantone 81
–
promozione di tutti i settori dell’economia pubblica che interessino il 15
–
società in cui il Cantone detiene una partecipazione preponderante 40
–
status politico dei cittadini del 28ss
–
suddivisione in Distretti del 25ss
–
sussidi alle Chiese riconosciute quali enti di diritto pubblico 2
–
sviluppo armonioso del 25
–
Tribunale cantonale 62
–
vallesani 28

Chiesa(e)

–
Chiesa
–
cattolica romana 2
–
evangelica riformata 2
–
statuto di persona giuridica di diritto pubblico 2

Cittadinanza

–
acquisto della cittadinanza in altri Comuni politici 29

Commissione(i)

–
commissioni del Gran Consiglio
–
non permanenti 46
–
permanenti 46
–
diritti dei deputati 50
–
partecipazione dei membri del Consiglio di Stato alle 43

Compiti

–
adempimento comunale dei 70
–
affidamento di compiti dello Stato 40
–
associazioni comunali per adempimento di 71
–
competenza comunale a svolgere compiti locali 69
–
Comune patriziale 80
–
statali 33

Comune(i)

–
acquisto della cittadinanza in altri Comuni 29
–
amministrazione comunale 79
–
Assemblea 72
–
associazione di 71
–
associazione obbligatoria dei 71
–
associazioni intercomunali
–
collaborazione delle 71
–
costituzione delle 71
–
funzionamento delle 71
–
attestazione delle firme a sostegno della domanda della revisione della Costituzione 107
–
autonomia dei 69, 70
–
collaborazione obbligatoria dei 71
–
Comune patriziale 73
–
Consiglio comunale 73
–
diritto d’iniziativa 74
–
distretti 26
–
elezione dei
–
dipendenti comunali 79
–
membri del Consiglio comunale 87
–
esecutivo del 72
–
formazione dei circoli 63
–
giudice 62
–
giudice sostituto 62
–
giudici
–
comunali 63
–
di circolo 63
–
il cittadino può votare in un solo Comune
–
patriziale 89
–
politico 89
–
importanti progetti dei 75
–
imposte dei 24
–
incompatibilità 89
–
modifica del perimetro dei 26
–
omologazione dei regolamenti elaborati dai 75
–
ordinamento dei 69ss
–
organizzazione dei 72
–
regolamenti comunali 79
–
responsabilità verso i terzi degli atti dei loro agenti 21
–
sede di istituto cantonale 27
–
sono
–
patriziali 76, 80ss
– composizione dell’Assemblea patriziale 81
–
politici 76, 77ss
– Assemblea comunale 78
– Consiglio comunale 78
– Municipio 78
– sindaco 78
–
spese di culto delle Chiese locali 2
–
utilizzo del patrimonio del 70
–
vallesani 28
–
vigilanza del Consiglio di Stato sui 75

Comunità religiose

–
amministrazione 2
–
definizione indipendente della dottrina 2
–
organizzazione 2
–
organizzazione indipendente del loro culto 2
–
statuto 2

Confederazione

–
incorporazione del Cantone nella 1
–
procedure di consultazione della Confederazione in materia d’impianti nucleari 38

Consiglio degli Stati

–
elezioni dei deputati al 85a

Consiglio della magistratura

–
elezioni del 65a
–
nomina del membri del 65a

Consiglio di Stato

–
alta vigilanza del Gran Consiglio sulla gestione del 40
–
associazione obbligatoria di Comuni 71
–
collaborazione obbligatoria di Comuni 71
– competenze amministrative 55
–
conclusione di
– convenzioni di diritto pubblico 55
– trattati 55
– internazionali 55
– intercantonali 55
–
nomina il personale dello Stato 55
–
rappresentanza lo Stato 55
–
risposta alle procedure di consultazione in cui é interpellato il Cantone 55
–
vigilanza
– sugli enti di diritto pubblico 55
– istituti di diritto pubblico 55
–
convenzioni 38
–
elezioni dei membri del Consiglio di Stato 52
–
membro del Consiglio di Stato deputato alle Camere federali 90
–
messa mette in vigore di norme di diritto 58
–
ordine pubblico 56
–
organizzazione del 53
–
potere
–
amministrativo 52
–
esecutivo 52
–
progetto di bilancio di previsione 25
–
promulgazione di norme di diritto 58
–
rapporti
–
del Gran Consiglio con il 43
–
con il Gran Consiglio 54
–
rapporto su tutti i settori dell’amministrazione giudiziaria 61
–
regolamenti elaborati dai Comuni da omologarsi da parte del 75
–
regolamento d’applicazione di
–
decreti cantonali 57
–
leggi cantonali 57
–
riunione in sessioni straordinarie del Gran Consiglio 44
–
sede del 27
–
seggi divenuti vacanti in 52
–
stabilimento del numero di seggi attribuiti a ogni
–
Distretto 84
–
Semidistretto 84
–
termine di legislatura del 85
–
trattati
–
internazionali 38
–
intercantonali 38
–
vigilanza sui Comuni da parte del 75

Consiglio Nazionale

–
elezioni per il rinnovo ordinario del 85a

Consorzi

–
agricoli 15

Corpo elettorale

–
consiglieri di Stato 52
–
elezione del
–
giudice 87
–
giudice sostituto 87
–
presidente 87
–
sindaco 87
–
vicepresidente 87
–
vicesindaco 87
–
membri del
–
Consiglio comunale 87
–
Consiglio patriziale 87
–
Municipio 87

Costituente

–
Costituzione riveduta dalla 105
–
duplice lettura 103
–
elezioni alla 103
–
revisione della Costituzione elaborata da una 101

Costituzione

–
cantonale 31, 33, 35, 37, 53, 69, 75, 100
–
attribuzioni del Gran Consiglio 37
–
attuazione da parte del Gran Consiglio dell’iniziativa che rivesta la forma di proposta generica 35
–
autonomia comunale 69
–
esercizio di competenza attribuite al Consiglio di Stato dalla 53
–
nullità delle domande di referendum per non adempimento delle condizioni poste dalla 31
–
nullità dell’iniziativa che non rispetta la Costituzione 33
–
revisione della Costituzione 100ss
–
vigilanza del Consiglio di Stato sui Comuni 75
–
disposizioni transitorie 108ss
–
federale 1, 38
–
Vallese quale Repubblica
–
democratica 1
–
esercizio, da parte del Gran Consiglio, dei diritti riservati ai Cantoni 38
–
sovrana 1
–
revisione della Costituzione 100ss

Disposizioni transitorie 108ss

Durata

–
delle funzioni pubbliche 42
–
di validità illimitata 42
–
norme di diritto 42

Eleggibilità 84ss

–
alle funzioni pubbliche 88
–
esclusione dal diritto di eleggibilità 92
–
rieleggibilità del
–
presidente del Consiglio di Stato 52, 85
–
vicepresidente del Consiglio di Stato 85

Elezioni

–
competenze dei cittadini in materia di 30
–
dei deputati al Consiglio degli Stati 85a
–
elezione
–
suppletiva 85a
–
tacita 85a
–sistema maggioritario 85a
–
dei membri del Consiglio comunale 87
–
del Gran Consiglio 84, 86
–
del potere esecutivo 52
–
elezione
– suppletive 52
– tacita 52
–
scrutinio di lista 52
–
sistema maggioritario 52
–
della Costituente 103
–
validità delle elezioni dei suoi membri del Gran Consiglio 39

Espropriazione

–
di terreni
–
comunali 6
–
patriziali 6
–
inviolabilità della proprietà 6
–
utilità pubblica 6

Giudice(i)

–
in ogni
–
Comune 62
–
Circolo 62
–
naturale 5
–
nomina dei 63, 87
–
potere giudiziario 60ss
–
retribuzione dei 63
–
tribunali
–
competenza dei 63
–
composizione dei 63

Garanzie

–
altre 41

Gran Consiglio

–
attribuzioni del 37ss
–
altre garanzie 41
–
approvazione dei conti 41
–
autorizzazione delle concessioni 41
–
decisione sulle spese 41
–
delibera sul bilancio di previsione 41
–
emanazione di norme di diritto 42
–
esercizio del diritto di grazia 41
–
esercizio del potere legislativo 37
–
elaborazione delle disposizioni
– costituzionali 38
– dei decreti 38
– delle leggi 38
–
esercizio dell’alta vigilanza
– sui rappresentanti dello Stato nelle società in cui il Cantone detenga una partecipazione preponderante 40
– sugli enti di diritto pubblico 40
– sugli istituti autonomi di diritto pubblico 40
– sulle autorità giudiziarie 40
– sulla gestione del Consiglio di Stato del Consiglio di Stato 40
–
pronuncia sulla validità delle elezioni dei suoi membri 39
–
fideiussioni 41
–
operazioni immobiliari 41
–
partecipazione alla pianificazione 41
–
prestiti 41
–
stabilimento
–
delle retribuzioni dei
–
funzionari 41
–
impiegati dello Stato 4
–
magistrati 41
–
costatazione della nullità
–
dell’iniziativa 33
–
delle domande di referendum 31
–
decisione 42
–
delega di emanazione di ordinanze 57
–
diritti dei deputati 50ss
–
arresto dei deputati durante la sessione 50
–
diritti
– d’iniziativa 51
– d’interpellanza 51
– di interrogazione scritta 51
– di mozione 51
– di postulato 51
– di risoluzione 5
–
immunità 50
–
diritto d’iniziativa 33
–
disposizioni
–
di legge necessarie al rispetto dell’equilibrio finanziario 25
–
transitorie 108ss
–
domanda d’iniziativa ed equilibrio finanziario 33
–
elezione dei
–
deputati al 84
–
membri del 52, 86
–
supplenti membri del 86
–
iniziativa
–
accettata dal Popolo 35
–
alla quale
– ha aderito il 34
– il Gran Consiglio ha elaborato un controprogetto 34
– non ha aderito il 34
–
in forma di proposta generica 35
–
non approva dal 35
–
modifica del
–
numero dei Distretti 26
–
perimetro dei Distretti 26
–
organizzazione del 43ss
–
commissioni
– non permanenti 46
– permanenti 46
–
decisione di porte chiuse 48
–
delibera del 47
–
elezione
– dei due vicepresidenti del 45
– del presidente del 45
–
letture 49
–
partecipazione dei membri del Consiglio di Stato alle sedute del 43
– riunione di diritto del 44
– ordinarie 44
– straordinarie 44
–
pubblicità delle sedute del 48
–
periodo di nomina 85
–
poteri straordinari in caso di pericolo
–
grave 56
–
imminente 56
–
progetti di
–
convenzioni 54
–
trattati
– intercantonali 54
– internazionali 54
–
proposte del Consiglio di Stato al 54
–
rapporti del Consiglio di Stato con il 54
–
rapporto annuale del Tribunale cantonale al 61
–
referendum
–
contro decreti messi immediatamente in vigore 32
–
facoltativo 31
–
revisione della Costituzione 100ss
–
sede del 27
–
sessione costitutiva del 86

Imposta(e)

–
dei Comuni 24
–
dello Stato 24
–
Stato sopperisce alle proprie spese con 23

Indennità

–
assenza di 6
–
in caso di violazione della proprietà 6
–
Stato sopperisce alle proprie spese con 23

Iniziativa

–
adesione del Gran Consiglio a 34
–
costatazione da parte del Gran Consiglio della nullità dell’ 33
–
diritti, dei deputati al Gran Consiglio, a 51
–
diritto
–
dei cittadini di 30
–
di 33
–
disposizioni transitorie 108ss
–
elaborazione da parte del Gran Consiglio di un controprogetto a una 34
–
equilibrio finanziario 33
–
introduzione del diritto comunale di 74
–
progetto elaborato 34
–
proposta generica 35
–
revisione della Costituzione 100
–
riferimento del Consiglio di Stato al Gran Consiglio, su 54

Istruzione

–
alta vigilanza dello Stato su istruzione
–
primaria privata 13
–
pubblica 13
–
direzione dello Stato dell’ istruzione
–
primaria privata 13
–
pubblica 13
–
obbligatorietà dell’istruzione primaria 13

Interesse

–
autonomia comunale 70
–
compiti d’interesse pubblico 80

Legge(i)

–
acquisto della cittadinanza in altri Comuni politici 29
–
altre confessioni 2
–
associazioni intercomunali
–
funzionamento 71
–
collaborazione 7
–
costituzione 71
–
attribuzioni del
–
Gran Consiglio 41
–
prefetto 59
–
autonomia dei Comuni 69
–
casi di
–
arrestato 4
–
perquisizione domiciliare 4
–
perseguimento 4
–
circondari
–
competenza dei tribunali 63
–
composizione 63
–
competenza
–
amministrative del Consiglio di Stato 55
–
del
– Consiglio di Stato 53
– Gran Consiglio 37
–
in materia di
– diritti
– d’iniziativa 30
– di referendum facoltativo 30
– elezioni 30
– referendum obbligatorio in materia costituzionale 30
– votazioni 30
–
compiti dei Comuni 70
–
composizione dell’Assemblea patriziale 81
–
Comune patriziale 80
–
Consiglio
–
comunale
– competenze 73
– organizzazione 73
–
distrettuale
– attribuzioni 68
– organizzazione 68
–
Corte incaricata di risolvere i conflitti di competenza tra potere
–
amministrativo 65
–
potere giudiziario 65
–
delibera dell’Assemblea comunale 78
–
diritti
–
d’iniziativa 51
–
d’interpellanza 51
–
di interrogazione scritta 5
–
di mozione 51
–
di postulato 51
–
di risoluzione 51
–
diritto
–
d’iniziativa 33
–
d’iniziativa comunale 74
–
di petizione 9
–
disposizioni transitorie 109
–
duplice lettura 49
–
elaborazione da parte del Gran Consiglio delle disposizioni di 38
–
elezione dei
–
deputati al Gran Consiglio 84
–
membri del Consiglio comunale 87
–
espropriazione 6
–
giudici
–
modo di retribuzione dei 63
–
nomina dei 63
–
imposte di
–
Comuni 24
–
Stato 24
–
in vigore per un tempo limitato 42
–
incompatibilità
–
dei funzioni 90
–
tra funzioni 63
–
indennizzazione
–
arresto illegale 4
–
per errore giudiziario 4
–
inviolabilità della proprietà 6
–
libero esercizio delle professioni liberali 10
–
libertà
–
d’industria 10
–
d’insegnamento 13
–
di associazione 10
–
di commercio 10
–
di domicilio 10
–
di riunione 10
–
di manifestare la propria opinione 8
–
modifica del
–
numero dei Distretti 26
–
perimetro dei Distretti 26
–
modifiche delle disposizioni di legge necessarie al rispetto 25
–
norme di diritto sotto forma di 42
–
organizzazione
–
dei Comuni 72
–
del Gran Consiglio 43
–
partecipazione
–
dei membri del Consiglio di Stato alle sedute
– del Gran Consiglio 43
– delle commissioni parlamentari 43
–
finanziaria dello Stato 20
–
pianificazione 41
–
rapporti del
–
Gran Consiglio con
– il Consiglio di Stato 43
– le autorità giudiziarie 43
–
Consiglio di Stato, con il Gran Consiglio 54
–
referendum facoltativo 31, 32
–
regolamento del Consiglio di Stato 57
–
responsabilità di
–
Comuni 21
–
Stato 21
–
richiesta dell’istituzione di un Consiglio patriziale separato 82
–
riunione in sessione del Gran Consiglio 44
–
statuto di diritto pubblico 2
–
Tribunale del contenzioso amministrativo 65
–
uguaglianza dinanzi alla 3
–
vigilanza sui Comuni 75

Libertà

–
d’
–
industria 10
–
insegnamento 13
–
del lavoro 14
–
di
–
associazione 10
–
commercio 10
–
coscienza 2
–
credo 2
–
domicilio 10
–
manifestare la propria opinione 8
–
riunione 10
–
individuale 4
–
libero esercizio delle professioni liberali 10

Lingua(e)

–
che devono essere conosciute dai membri del Tribunale cantonale 62
–
francese 12
–
lingue nazionali 12
–
nazionali 62
–
parità di trattamento tra le due 12
–
tedesco 12

Maggioritario

–
Comuni
–
patriziali 87
–
politici 87
–
elezione
–
dei
– deputati al Consiglio degli Stati 85a
– membri del Consiglio di Stato 52
–
del
– giudice 87
– giudice sostituto 87
– presidente 87
– sindaco 87
– vicepresidente 87
– vicesindaco 87
–
sistema 52, 85a, 87

Magistrati

–
stabilimento della retribuzioni dei 41
–
destituzione dei 65a

Municipio

–
attribuzioni del
–
allestimento dei conti 79
–
amministrazione comunale 79
–
elaborazione del progetto di bilancio di previsione 79
–
esecuzione della legislazione cantonale 79
–
regolamenti comunali
– applicazione di 79
– elaborazione di 79
–
nomina dei dipendenti comunali 79
–
elezione del 78, 87
–
nomina dei delegati al Consiglio distrettuale 66

Nomine

–
dei
–
Consigli patriziali 85
–
delegati comunali al Consiglio distrettuale 66
–
dipendenti comunali 79
–
funzionari dell’ordine giudiziario 85
–
giudici 63
–
membri del Consiglio della magistratura 65a
–
Municipi 85
–
del Consiglio distrettuale 66
–
del personale dello Stato 55
–
destituzione 22
–
revoca 22

Ordinanza(e)

–
delega di competenze di adottare 57
–
dipartimenti
–
attribuzioni dei 53
–
attribuzioni dei 53

Ordine pubblico

–
assicurazione dell’ 596

Organizzazione(i)

–
dei Comuni 72
–
del Consiglio
–
comunale 73
–
di Stato 53ss
–
distrettuale 68
–
del Gran Consiglio 43ss

Periodo amministrativo

–
richiesta d’istituzione di un Consiglio patriziale 82

Petizione

–
diritto di 9
–
garanzia del diritto di 9

Popolo

–
approvazione di
–
convenzioni 38
–
trattati
– intercantonali 38
– internazionali 38
–
diritto d’iniziativa 33, 34, 35
–
elezione dei
– deputati al Consiglio degli Stati 85a
– membri dei Gran Consiglio 84
– membri del Consiglio di Stato 52
–
potere legislativo 37
–
referendum facoltativo 31, 32
–
revisione della Costituzione 100ss
–
sovranità 1

Progetto(i)

–
di bilancio di previsione 79
–
di convenzioni che
–
contengano norme di diritto 54
–
implichino spese di competenza parlamentare 54
–
di trattati
–
intercantonali 54
–
internazionali 54
–
elaborato 34, 102
–
importanti
–
di vendita 78
–
progetti dei Comuni 75
–
presentazione del progetto di bilancio di previsione 25, 54
–
richiesta di revisione parziale della Costituzione 102

Proposta generica

–
forma di iniziativa 35

Proporzionale

–
elezione dei membri del
–
Consiglio patriziale 87
–
Consiglio comunale 87
–
Gran Consiglio secondo il sistema 84
–
Municipio 87
–
sistema 84, 87

Proprietà

–
giusta indennità in caso di violazione della 6
–
inviolabilità della 6
–
utilità pubblica 6

Pubblicità

–
delle sedute del Gran Consiglio 48

Referendum

–
competenze dei cittadini in materia di 30
–
diritti dei cittadini di referendum facoltativo 30
–
diritto di 31ss
–
facoltativo 31, 73
–
obbligatorio 32

Revisione della Costituzione 100ss

Scuola(e)

–
gratuità delle scuole pubbliche 13
–
libertà d’insegnamento 13

Sede

–
del Gran Consiglio 27
–
di un istituto cantonale 27

Sessione(i)

–
arresto dei deputati del Gran Consiglio durante le 50
–
costitutiva del Gran Consiglio 44, 86
–
ordinarie del Gran Consiglio 44
–
straordinarie del Gran Consiglio 44

Sistema

–
cambiamento del sistema elettorale 87
–
elezione
–
dei deputati al Consiglio degli Stati 85a
–
dei membri del
– Consiglio comunale 87
– Consiglio di Stato 52
– Consiglio patriziale 87
– Gran Consiglio 84
– Municipio 87
–
del giudice 87
–
del giudice sostituto 87
–
del presidente 87
–
del sindaco 87
–
del vicepresidente 87
–
del vicesindaco 87
–
maggioritario 52, 85a, 87
–
proporzionale 84, 87

Stato

–
alta vigilanza sui rappresentanti dello 40
–
assicurazione del bestiame 16
–
bilancio di previsione dello 25
–
conto di 54
–
delega dei compiti da parte dello 40
–
fondazione di
–
altri enti assistenziali 18
–
istituti di educazione per l’infanzia sfortunata 18
–
imposte dello 24
–
indennizzazione adeguata in caso di arresto
–
illegale 4
–
giudiziario 4
–
insediamento di
–
cliniche 19
–
infermerie 19
–
ospedali 19
–
istruzione
–
primaria privata
– alta vigilanza dello 13
– direzione dello 13
–
istruzione pubblica
– alta vigilanza dello 13
– direzione dello 13
–
nomina il personale dello 55
–
prescrizioni
–
concernenti la protezione dei lavoratori 14
–
volte ad assicurare la libertà del lavoro 14
–
promozione di
–
agricoltura 15
–
allevamento del bestiame 15
–
arboricoltura 15
–
commercio 15
–
consorzi
– agricoli 15
– professionali 15
–
economia alpestre 15
–
industria 15
–
industria lattiera 15
–
insegnamento professionale concernente
– agricoltura 15
– arti e mestieri 15
– commercio 15
– industria 15
–
miglioramento del suolo 15
–
settori dell’economia pubblica che interessano il Cantone 15
–
silvicoltura 15
–
viticoltura 15
–
protezione da parte dello 13a
–
rappresentazione dello 55
–
rendiconto dell’amministrazione finanziaria dello 67
–
responsabilità dello 21
–
rete stradale 17
–
retribuzioni degli impiegati dello 41
–
sopperimento alle spese statali
–
diversi introiti 23
–
imposte 23
–
indennità federali 23
–
proventi delle regalìe 23
–
quote federali 23
–
redditi del patrimonio pubblico 23
–
sussidi federali 23
–
tasse fiscali 23
–
sostegno da parte dello 13a
–
sovvenzione di
–
agricoltura 15
–
allevamento del bestiame 15
–
arboricoltura 15
–
commercio 15
–
consorzi
– agricoli 15
– professionali 15
–
economia alpestre 15
–
industria 15
–
industria lattiera 15
–
insegnamento professionale concernente
– agricoltura 15
– arti e mestieri 15
– commercio 15
– industria 15
–
miglioramento del suolo 15
–
settori dell’economia pubblica che interessano il Cantone 15
–
silvicoltura 15
–
viticoltura 15
–
sussidi
–
altri enti assistenziali 18
–
istituti di educazione per l’infanzia sfortunata 18

Territorio

–
assemblea patriziale 81
–
Comune politico 77
–
garanzia del territorio dei Comuni politici 77

Tribunale(i)

–
competenza dei 63
–
Corte incaricata di risolvere i conflitti di competenza tra potere
–
amministrativo 65
–
giudiziario 65
–
del contenzioso amministrativo 65
–
di
–
commercio 64
–
probiviri 64
–
elezione del Tribunale cantonale 39
–
lingue nazionali 62
–
numero massimo dei Tribunali circondariali 63
–
potere giudiziario 60ss
–
rapporto annuale su tutti i settori dell’amministrazione giudiziaria 61
–
sede del Tribunale cantonale 27
–
tribunale
–
cantonale 62
–
civile 62
–
correzionale 62
–
criminale 62

Vigilanza

–
alta vigilanza 13, 40
–
del
–
Consiglio della magistratura 65a
–
Consiglio di Stato 75
–
Gran Consiglio 40
–
istruzione
–
primaria privata 13
–
pubblica 13
–
sui Comuni 75
–
sui rappresentanti dello Stato nelle società in cui il Cantone detenga una partecipazione preponderante 40
–
sul Consiglio della magistratura 65a
–
sulla gestione
–
degli enti 40
–
degli istituti autonomi di diritto pubblico 40
–
del Consiglio di Stato 40
–
delle autorità giudiziarie 40

Votazioni

–
competenze dei cittadini 30
–
elezione dei deputati del Gran Consiglio 84
–
nomina dei giudici
–
comunali 63
–
di circolo 63

 Accettata nella votazione popolare del 12 mag. 1907, in vigore il 2 giu. 1907 (Recueil des lois, décrets et arrêtés du canton du Valais, T., XXII 215 248 e Recueil systématique des lois de la République du Canton du Valais I n° 1). Garanzia dell’AF del 30 mar. 1908 (RU 24 553; FF 1907 VI 1 ediz. franc.).


1 Il testo nella lingua originale è pubblicato sotto lo stesso numero nell’ediz. ted. e nell’ediz. franc. della presente Raccolta.
2 La presente pubblicazione si basa sulle modifiche contenute nei messaggi concernenti il conferimento della garanzia federale pubblicati nel FF. Può divergere temporaneamente dalla versione pubblicata nella raccolta cantonale delle leggi. Lo stato corrisponde quindi alla data dell’ultimo decreto dell’AF che accorda la garanzia federale pubblicato nel FF.
3 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).
4 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).
5 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).
6 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).
7 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).
8 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).
9 Accettato nella votazione popolare del 28 set. 1975, in vigore il 1° feb. 1981. Garanzia dell’AF del 24 giu. 1976 (FF 1976 II 1037 art. 1 n. 2 577).
10 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).
11 Accettato nella votazione popolare del 24 ott. 1993, in vigore dal 1° giu. 1994. Garanzia dell’AF del 12 giu. 1995 (FF 1995 III 537 art. 1 n. 5 I 804).


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