Index

412.101.221.22

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Steinmetzin/Steinmetz mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

vom 5. Juni 2020 (Stand am 1. Januar 2021)

39207

Steinmetzin EFZ / Steinmetz EFZ

Tailleuse de pierre CFC / Tailleur de pierre CFC

Scalpellina AFC / Scalpellino AFC

39208

Bildhauerei

39209

Industrie

39210

Bau und Renovation

39211

Gestaltung und Marmorverarbeitung

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021, auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032 (BBV) und auf Artikel 4 Absatz 4 der Jugendarbeitsschutzverordnung vom 28. September 20073 (ArGV 5),

verordnet:

  1. Abschnitt: Gegenstand, Fachrichtungen und Dauer

Art. 1 Berufsbild und Fachrichtungen

1 Die Steinmetzin und der Steinmetz auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:

a.
Sie bearbeiten und verarbeiten Naturstein und verwandte Materialien von der Rohform bis zur gewünschten Endform; dabei entstehen je nach Fachrichtung unterschiedlichste Objekte und Bauteile.
b.
Sie versetzen und montieren Objekte und Bauteile an Bauwerken im Aussen- und im Innenbereich.
c.
Sie führen ihre Arbeiten in Absprache mit den Kundinnen und Kunden, der Projektleitung oder gemäss Vorgaben von übergeordneten Fachpersonen aus.
d.
Sie zeichnen sich aus durch technisches Verständnis, handwerkliche Fähigkeiten und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen; sie arbeiten selbstständig und sorgfältig und stellen eine hohe Qualität ihrer Arbeiten sicher.
e.
Sie setzen bei ihren Arbeiten die Vorschriften des Umweltschutzes, des Gesundheitsschutzes, der Arbeitssicherheit und der effizienten Energienutzung mit den geeigneten Massnahmen um.

2 Innerhalb des Berufs der Steinmetzin und des Steinmetzes auf Stufe EFZ gibt es die folgenden Fachrichtungen:

a.
Bildhauerei;
b.
Industrie;
c.
Bau und Renovation;
d.
Gestaltung und Marmorverarbeitung.

3 Die Fachrichtung wird vor Beginn der beruflichen Grundbildung im Lehrvertrag festgehalten.

Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert vier Jahre.

2 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.


  2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Grundsätze

1 Die Ziele und die Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen, gruppiert nach Handlungskompetenzbereichen, festgelegt.

2 Die Handlungskompetenzen umfassen Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen.

3 Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte zusammen. Sie koordinieren die Inhalte der Ausbildung und der Qualifikationsverfahren.

Art. 4 Handlungskompetenzen

1 Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Erstellen von Skizzen, Plänen und Dokumentationen:
1.
plastische Objekte aus Stein am Bau oder in der Werkstatt ausmessen,
2.
Entwürfe für Objekte aus Stein anfertigen,
3.
Werk- und Versetzpläne zeichnen,
4.
ausgeführte Arbeiten rapportieren und dokumentieren;
b.
Fertigen von Objekten:
1.
Objekte und Werkstücke im Betrieb oder auf der Baustelle bewegen und lagern,
2.
Masse auf das Rohmaterial oder auf das Werkstück aus Stein übertragen,
3.
Werkstücke aus Stein nach Plan oder Modell herstellen,
4.
Oberflächen nach Plan oder Stückliste bearbeiten,
5.
Werkzeuge und Handmaschinen für die Bearbeitung von Stein unterhalten;
c.
Erhalten von Objekten:
1.
Steinoberflächen oder -substanz pflegen und schützen,
2.
Steinoberflächen reinigen,
3.
Produktions- und Versetzschäden an Objekten oder Bauteilen aus Stein beheben,
4.
Objekte aus Stein dem Verwendungszweck entsprechend armieren,
5.
Abfälle in der Werkstatt und auf der Baustelle sortieren und entsorgen;
d.
Gestalten von Objekten und Inschriften:
1.
Skizzenreihe für eine plastische Arbeit in Stein oder anderen Materialien erstellen,
2.
Schriften und Symbole für die Ausführung in Stein oder anderen Materialien auswählen, entwerfen und hauen,
3.
Modelle für die Ausführung von plastischen Formen in Stein oder anderen Materialien erstellen,
4.
Relief in Stein ausführen,
5.
vollplastische Formen in Stein oder anderen Materialien ausführen;
e.
Herstellen und Versetzen von maschinell gefertigten Werkstücken:
1.
digitale Pläne für Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien zeichnen und in Maschinenprogramme übertragen,
2.
Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien auf numerisch gesteuerten Maschinen einrichten und verarbeiten,
3.
Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien verkleben,
4.
Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien am Bestimmungsort versetzen, verlegen, montieren und Fugen ausbilden,
5.
numerisch gesteuerte Maschinen für die Bearbeitung von Stein funktionsbereit halten;
f.
Hauen und Restaurieren von Bauteilen:
1.
plastische Bauteile aus Stein abformen,
2.
Bauteile aus Stein nach Plänen, Schablonen oder Modellen herstellen,
3.
Bauteile aus Stein am Bestimmungsort versetzen, verlegen und montieren,
4.
Bauteile aus Stein an Gebäuden restaurieren.

2 In den Handlungskompetenzbereichen nach den Buchstaben a–c ist der Aufbau der Handlungskompetenzen für alle Lernenden verbindlich. In den Handlungskompetenzbereichen nach den Buchstaben d–f ist der Aufbau der Handlungskompetenzen je nach Fachrichtung wie folgt verbindlich:

a.
Handlungskompetenzbereich d: für die Fachrichtung Bildhauerei;
b.
Handlungskompetenzbereich e: für die Fachrichtung Industrie;
c.
Handlungskompetenzbereich f: für die Fachrichtung Bau und Renovation
d.
Handlungskompetenzen d1–d4, e3, e4 und f2: für die Fachrichtung Gestaltung und Marmorverarbeitung.

  3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 5

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.

2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen, vermittelt.

4 In Abweichung von Artikel 4 Absatz 1 ArGV 5 und gemäss den Vorgaben nach Artikel 4 Absatz 4 ArGV 5 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden.

5 Voraussetzung für einen Einsatz nach Absatz 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Anhang zum Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.


  4. Abschnitt: Umfang der Bildung an den einzelnen Lernorten und Unterrichtssprache

Art. 6 Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb und an vergleichbaren Lernorten

Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt vier Tage pro Woche.

Art. 7 Berufsfachschule

1 Der obligatorische Unterricht an der Berufsfachschule umfasst 1440 Lektionen. Diese teilen sich gemäss nachfolgender Tabelle auf:

Unterricht

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

4. Lehrjahr

Total

a.
Berufskenntnisse
berufsübergreifende Handlungskompetenzbereiche (a–c)

200

200

0

0

400

fachrichtungsspezifische Handlungskompetenzbereiche und Handlungskompetenzen (d–f)

0

0

200

200

400

Total Berufskenntnisse

200

200

200

200

800

b.
Allgemeinbildung

120

120

120

120

480

c.
Sport

40

40

40

40

160

Total Lektionen

360

360

360

360

1440

2 Bei den Lektionenzahlen sind geringfügige Verschiebungen zwischen den Lehrjahren innerhalb des gleichen Handlungskompetenzbereichs in Absprache mit den zuständigen kantonalen Behörden und den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt möglich. Das Erreichen der vorgegebenen Bildungsziele muss in jedem Fall gewährleistet sein.

3 Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

4 Unterrichtssprache ist die Landessprache des Schulortes. Die Kantone können neben dieser Unterrichtssprache andere Unterrichtssprachen zulassen.

5 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.


Art. 8 Überbetriebliche Kurse

1 Die überbetrieblichen Kurse umfassen 37 Tage zu 8 Stunden.

2 Die Tage und die Inhalte sind wie folgt auf 6 Kurse je Fachrichtung aufgeteilt:

Fachrichtung

Bildhauerei

Industrie

Bau und Renovation

Gestaltung und Marmorverarbeitung

Semester

Kurs

Handlungskompetenzbereich/Handlungskompetenz

Dauer/ Tage

1

1

Werk- und Versetzpläne zeichnen (a3)

5

x

x

x

x

2

2

ausgeführte Arbeiten rapportieren und dokumentieren (a4) Fertigen von Objekten (b1–b5)

10

x

x

x

x

3

3

Objekte und Werkstücke im Betrieb oder auf der Baustelle bewegen und lagern (b1)

4

x

x

x

x

3

4

Erhalten von Objekten (c1–c5) Objekte und Werkstücke im Betrieb oder auf der Baustelle bewegen und lagern (b1)

3

x

x

x

x

5

5

Schriften und Symbole für die Ausführung in Stein oder anderen Materialien auswählen, entwerfen und hauen (d2) Relief in Stein ausführen (d4)

10

x

5

6

digitale Pläne für Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien zeichnen und in Maschinenprogramme übertragen (e1) Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien auf numerisch gesteuerten Maschinen einrichten und verarbeiten (e2) numerisch gesteuerte Maschinen für die Bearbeitung von Stein funktionsbereit halten (e5)

5

x

5

7

Bauteile aus Stein nach Plänen, Schablonen oder Modellen herstellen (f2) Bauteile aus Stein am Bestimmungsort versetzen, verlegen und montieren (f3)

10

x

5/6

8

Bauteile aus Stein nach Plänen, Schablonen oder Modellen herstellen (f2) Schriften und Symbole für die Ausführung in Stein oder anderen Materialien auswählen, entwerfen und hauen (d2) Relief in Stein ausführen (d4)

5

x

4/7

9

vollplastische Formen in Stein oder anderen Materialien ausführen (d5)

5

x

4/7

10

digitale Pläne für Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien zeichnen und in Maschinenprogramme übertragen (e1) Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien auf numerisch gesteuerten Maschinen einrichten und verarbeiten (e2) Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien verkleben (e3) Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien am Bestimmungsort versetzen, verlegen, montieren und Fugen ausbilden (e4) numerisch gesteuerte Maschinen für die Bearbeitung von Stein funktionsbereit halten (e5)

10

x

4/7

11

plastische Bauteile aus Stein abformen (nur scannen) (f1) Bauteile aus Stein an Gebäuden restaurieren (f4)

5

x

4/7

12

Bauteile aus Stein nach Plänen, Schablonen oder Modellen herstellen (f2) Schriften und Symbole für die Ausführung in Stein oder anderen Materialien auswählen, entwerfen und hauen (d2) Relief in Stein ausführen (d4) Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien verkleben (e3) Werkstücke aus Stein oder verwandten Materialien am Bestimmungsort versetzen, verlegen, montieren und Fugen ausbilden (e4)

10

x

3 Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung dürfen keine überbetrieblichen Kurse stattfinden.


  5. Abschnitt: Bildungsplan

Art. 9

1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan1 der zuständigen Organisation der Arbeitswelt vor.

2 Der Bildungsplan hat folgenden Inhalt:

a.
Er enthält das Qualifikationsprofil; dieses besteht aus:
1.
dem Berufsbild;
2.
der Übersicht über die Handlungskompetenzbereiche und die Handlungskompetenzen;
3.
dem Anforderungsniveau des Berufes.
b.
Er führt die Inhalte der Grundbildung sowie die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz aus.
c.
Er bestimmt, an welchen Lernorten welche Handlungskompetenzen vermittelt und gelernt werden.

3 Dem Bildungsplan angefügt ist das Verzeichnis der Instrumente zur Sicherstellung und Umsetzung der beruflichen Grundbildung sowie zur Förderung der Qualität mit Angabe der Bezugsquelle.


1 Der Bildungsplan vom 5. Juni 2020 ist zu finden auf der Website des SBFI über das Berufsverzeichnis unter www.bvz.admin.ch > Berufe A–Z.


  6. Abschnitt: Anforderungen an die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und Höchstzahl der Lernenden im Betrieb

Art. 10 Fachliche Anforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die fachlichen Anforderungen an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:

fachliche Anforderungen je Fachrichtung

zum Ausbilden berechtigt

Bildhauerei

Industrie

Bau und Renovation

Gestaltung und Marmorverarbeitung

a.

Steinmetzin EFZ oder Steinmetz EFZ mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet

X

X

X

X

b.

Steinbildhauerin EFZ oder Steinbildhauer EFZ, mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet

X

X

X

X

c.

Marmoristin EFZ oder Marmorist EFZ mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet

X

X

X

X

d.

Steinwerkerin EFZ oder Steinwerker EFZ mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet

X

X

X

X

e.

eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs mit den notwendigen Berufskenntnissen und mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet

X

X

X

X

f.

einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet

X

X

X

X

g.

einschlägiger Hochschulabschluss mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet

X

X

X

X

Art. 11 Höchstzahl der Lernenden

1 Betriebe, die eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner zu 100 Prozent oder zwei Berufsbildnerinnen oder Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigen, dürfen eine lernende Person ausbilden.

2 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von zwei Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.

3 Als Fachkraft gilt, wer im Fachbereich der lernenden Person über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.

4 In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite lernende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt.

5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.


  7. Abschnitt: Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentation

Art. 12 Lerndokumentation

1 Die lernende Person führt während der Bildung in beruflicher Praxis eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit den zu erwerbenden Handlungskompetenzen festhält.

2 Mindestens einmal pro Semester kontrolliert und unterzeichnet die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner die Lerndokumentation und bespricht sie mit der lernenden Person.

Art. 13 Bildungsbericht

1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mit der lernenden Person.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner und die lernende Person vereinbaren wenn nötig Massnahmen zum Erreichen der Bildungsziele und setzen dafür Fristen. Sie halten die getroffenen Entscheide und vereinbarten Massnahmen schriftlich fest.

3 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner überprüft die Wirkung der vereinbarten Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält den Befund im nächsten Bildungsbericht fest.

4 Werden trotz der vereinbarten Massnahmen die Ziele nicht erreicht oder ist der Ausbildungserfolg gefährdet, so teilt die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und der kantonalen Behörde schriftlich mit.

Art. 14 Leistungsdokumentation in der Berufsfachschule

Die Berufsfachschule dokumentiert die Leistungen der lernenden Person in den unterrichteten Handlungskompetenzbereichen und in der Allgemeinbildung und stellt ihr am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.

Art. 15 Leistungsdokumentation in den überbetrieblichen Kursen

1 Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren die Leistungen der Lernenden in Form je eines Kompetenznachweises für die Kurse 2 sowie 5–12.

2 Die Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt. Diese fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote.


  8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 16 Zulassung

Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung absolviert hat:

a.
nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b.
in einer vom Kanton dafür anerkannten Bildungsinstitution; oder
c.
ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und:
1.
die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,
2.
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens drei Jahre im Bereich der Steinmetzin EFZ und des Steinmetzes EFZ erworben hat, und
3.
glaubhaft macht, den Anforderungen der jeweiligen Qualifikationsverfahren gewachsen zu sein.
Art. 17 Gegenstand

In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.

Art. 18 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung

1 Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die Handlungskompetenzen in den nachstehenden Qualifikationsbereichen wie folgt geprüft:

a.
praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 32 Stunden; dafür gilt Folgendes:
1.
dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft,
2.
die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen,
3.
die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden,
4.
der Qualifikationsbereich umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche sowie das Fachgespräch im Umfang von 30 Minuten mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Handlungskompetenzbereiche/Handlungskompetenzen

Dauer

Gewichtung

1

Erstellen von Skizzen, Plänen und Dokumentationen Fertigen von Objekten fachrichtungsspezifischer Handlungskompetenzbereich / fachrichtungsspezifische Handlungskompetenzen

80 %

2

Fachgespräch

20 %

b.
Allgemeinbildung; der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen.


Art. 19 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a.
der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mindestens mit der Note 4 bewertet wird; und
b.
die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung und der gewichteten Erfahrungsnote; dabei gilt folgende Gewichtung:

a.
praktische Arbeit: 50 %;
b.
Allgemeinbildung: 20 %;
c.
Erfahrungsnote: 30 %.

3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der folgenden Noten mit nachstehender Gewichtung:

a.
Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen: 70 %;
b.
Note für die überbetrieblichen Kurse: 30 %.

4 Die Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der acht Semesterzeugnisnoten.

5 Die Note für die überbetrieblichen Kurse ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der drei benoteten Kompetenznachweise.

Art. 20 Wiederholungen

1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV.

2 Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufskenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

4 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch von überbetrieblichen Kursen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Werden die letzten zwei bewerteten überbetrieblichen Kurse wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

Art. 21 Qualifikationen ausserhalb eines geregelten Bildungsganges (Spezialfall)

1 Hat eine kandidierende Person die erforderlichen Handlungskompetenzen ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote.

2 Für die Berechnung der Gesamtnote werden in diesem Fall die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 80 %;
b.
Allgemeinbildung: 20 %.

  9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 22

1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ).

2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Steinmetzin EFZ» oder «Steinmetz EFZ» zu führen.

3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt:

a.
die Gesamtnote;
b.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 21 Absatz 1, die Erfahrungsnote;
c.
die Fachrichtung.

  10. Abschnitt: Qualitätsentwicklung und Organisation

Art. 23 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Steinmetzin EFZ und Steinmetz EFZ

1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Steinmetzin EFZ und Steinmetz EFZ setzt sich zusammen aus:

a.
vier bis acht Vertreterinnen oder Vertretern des Vereins Bildung Naturstein (VBN);
b.
zwei Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft;
c.
je mindestens einer Vertreterin oder einem Vertreter des Bundes und der Kantone.

2 Für die Zusammensetzung gilt überdies:

a.
Eine paritätische Vertretung beider Geschlechter ist anzustreben.
b.
Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein.
c.
Die Fachrichtungen müssen vertreten sein.

3 Die Kommission konstituiert sich selbst.

4 Sie hat insbesondere folgende Aufgaben:

a.
Sie überprüft diese Verordnung und den Bildungsplan mindestens alle fünf Jahre auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen; dabei berücksichtigt sie allfällige neue organisatorische Aspekte der beruflichen Grundbildung.
b.
Beobachtet sie Entwicklungen, die eine Änderung dieser Verordnung erfordern, so ersucht sie die zuständige Organisation der Arbeitswelt, dem SBFI die entsprechende Änderung zu beantragen.
c.
Beobachtet sie Entwicklungen, die eine Anpassung des Bildungsplans erfordern, so stellt sie der zuständigen Organisation der Arbeitswelt Antrag auf Anpassung des Bildungsplans.
d.
Sie nimmt Stellung zu den Instrumenten zur Sicherstellung und Umsetzung der beruflichen Grundbildung sowie zur Förderung der Qualität, insbesondere zu den Ausführungsbestimmungen zum Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung.
Art. 24 Trägerschaft und Organisation der überbetrieblichen Kurse

1 Träger für die überbetrieblichen Kurse ist der VBN.

2 Die Kantone können die Durchführung der überbetrieblichen Kurse unter Mitwirkung der zuständigen Organisationen der Arbeitswelt einer anderen Trägerschaft übertragen, namentlich wenn die Qualität oder die Durchführung der überbetrieblichen Kurse nicht mehr gewährleistet ist.

3 Sie regeln mit der Trägerschaft die Organisation und die Durchführung der überbetrieblichen Kurse.

4 Die zuständigen Behörden der Kantone haben jederzeit Zutritt zu den Kursen.


  11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 25 Aufhebung eines anderen Erlasses

Die Verordnung des SBFI vom 16. Oktober 20091 über die berufliche Grundbildung Berufsfeld «Steinbearbeitung» mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird aufgehoben.


1 [AS 2009 6599, 2017 7331 Ziff. I 90 und II 90]

Art. 26 Übergangsbestimmungen und erstmalige Anwendung einzelner Bestimmungen

1 Lernende, die ihre Bildung gemäss der Verordnung des SBFI vom 16. Oktober 20091 über die berufliche Grundbildung Berufsfeld «Steinbearbeitung» mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2026.

2 Kandidierende, die das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung der Berufe gemäss der Verordnung nach Absatz 1 bis zum 31. Dezember 2026 wiederholen, werden nach bisherigem Recht beurteilt. Auf ihren schriftlichen Antrag hin werden sie nach neuem Recht beurteilt.

3 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 16–22) kommen ab dem 1. Januar 2025 zur Anwendung.


1AS 2009 6599, 2017 7331

Art. 27 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2021 in Kraft.


Index

412.101.221.22

Ordinanza della SEFRI sulla formazione professionale di base Scalpellina/Scalpellino con attestato federale di capacità (AFC)

del 5 giugno 2020 (Stato 1° gennaio 2021)

39207

Scalpellina AFC/Scalpellino AFC

Steinmetzin EFZ/Steinmetz EFZ

Tailleuse de pierre CFC/Tailleur de pierre CFC

39208

Scultura

39209

Industria

39210

Edilizia e restauro

39211

Progettazione e lavorazione del marmo

La Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e l’innovazione (SEFRI),

visto l’articolo 19 della legge del 13 dicembre 20021 sulla formazione professionale; visto l’articolo 12 dell’ordinanza del 19 novembre 20032 sulla formazione professionale (OFPr); visto l’articolo 4 capoverso 4 dell’ordinanza del 28 settembre 20073 sulla protezione dei giovani lavoratori (OLL 5),

ordina:

  Sezione 1: Oggetto, orientamenti e durata

Art. 1 Profilo professionale e indirizzi professionali

1 Gli scalpellini di livello AFC svolgono in particolare le attività seguenti e si contraddistinguono per le conoscenze, capacità e attitudini sotto indicate:

a.
lavorano la pietra naturale e i materiali affini trasformandoli dalla forma grezza alla forma finale desiderata; a seconda dell’indirizzo professionale realizzano i manufatti e gli elementi strutturali più disparati;
b.
rimuovono e montano manufatti ed elementi strutturali all’interno e all’esterno degli edifici;
c.
svolgono il lavoro d’intesa con i clienti e la direzione del progetto o secondo le disposizioni dei superiori;
d.
si distinguono per la competenza tecnica, l’abilità artigianale e la capacità di rappresentazione spaziale; lavorano in maniera autonoma e accurata garantendo un lavoro di alta qualità.
e.
nel lavoro applicano le direttive concernenti la protezione dell’ambiente e della salute, la sicurezza sul lavoro e l’impiego efficiente dell’energia, adottando le misure adeguate.

2 La formazione di scalpellino di livello AFC prevede gli indirizzi professionali seguenti:

a.
scultura;
b.
industria;
c.
edilizia e restauro;
d.
progettazione e lavorazione del marmo.

3 L’indirizzo professionale è riportato nel contratto di tirocinio prima dell’inizio della formazione professionale di base.

Art. 2 Durata e inizio

1 La formazione professionale di base dura quattro anni.

2 L’inizio della formazione professionale di base segue il calendario della relativa scuola professionale.


  Sezione 2: Obiettivi ed esigenze

Art. 3 Principi

1 Gli obiettivi e le esigenze della formazione professionale di base sono espressi sotto forma di competenze operative raggruppate nei relativi campi.

2 Le competenze operative comprendono competenze professionali, metodologiche, sociali e personali.

3 Tutti i luoghi di formazione collaborano allo sviluppo delle competenze operative. Essi coordinano i contenuti della formazione e delle procedure di qualificazione.

Art. 4 Competenze operative

1 La formazione prevede, nei campi di competenze operative sotto indicati, le competenze operative seguenti:

a.
elaborazione di schizzi, piani e documenti:
1.
misurare manufatti tridimensionali in pietra sul cantiere o in officina,
2.
realizzare bozzetti per manufatti in pietra,
3.
disegnare piani per l’esecuzione e la posa in opera su pietra,
4.
redigere rapporti e documentare i lavori eseguiti;
b.
realizzazione di manufatti:
1.
spostare e stoccare manufatti e semilavorati in pietra all’interno dell’azienda o sul cantiere,
2.
riportare le misure sul materiale grezzo o sul semilavorato in pietra,
3.
sbozzare semilavorati in pietra secondo i piani o i modelli,
4.
lavorare le superfici secondo i piani o la lista dei pezzi,
5.
eseguire la manutenzione degli strumenti e degli utensili manuali per la lavorazione della pietra;
c.
conservazione di manufatti:
1.
trattare e preservare le superfici o i materiali in pietra,
2.
pulire le superfici in pietra,
3.
riparare i danni provocati ai manufatti o agli elementi strutturali in pietra durante la produzione o la posa in opera,
4.
armare i manufatti in pietra in base alla destinazione d’uso,
5.
separare e smaltire i rifiuti prodotti in officina e sul cantiere;
d.
modellazione di manufatti e iscrizioni:
1.
realizzare una serie di schizzi per un’opera tridimensionale in pietra o altri materiali,
2.
scegliere, disegnare e intagliare caratteri e simboli per la realizzazione su pietra o altri materiali,
3.
creare modelli per la realizzazione di forme plastiche in pietra o altri materiali,
4.
eseguire un rilievo su pietra,
5.
realizzare forme tridimensionali in pietra o altri materiali;
e.
produzione e posa di semilavorati realizzati meccanicamente:
1.
trasferire nei programmi di modellazione i piani digitali per la lavorazione dei semilavorati in pietra o altri materiali,
2.
preparare i semilavorati in pietra o in materiali affini per la lavorazione con l’ausilio di macchinari digitali,
3.
incollare i manufatti in pietra o in materiali affini,
4.
trasportare i semilavorati in pietra o in materiali affini nel luogo prestabilito, posarli, montarli e realizzare le fughe,
5.
garantire l’operatività dei macchinari digitali fissi per la lavorazione della pietra;
f.
intaglio e restauro di elementi strutturali:
1.
modellare elementi tridimensionali in pietra,
2.
realizzare elementi strutturali in pietra secondo i piani, le sagome o i modelli,
3.
trasportare gli elementi strutturali in pietra nel luogo prestabilito, posarli e montarli,
4.
restaurare gli elementi strutturali in pietra collocati sugli edifici.

2 Lo sviluppo delle competenze operative nei campi di competenze operative a, b e c è obbligatorio per tutte le persone in formazione. Lo sviluppo delle competenze operative nei campi di competenze operative d-f è vincolante come segue a seconda dell’indirizzo professionale:

a.
campo di competenze operative d: per l’indirizzo professionale scultura;
b.
campo di competenze operative e: per l’indirizzo professionale industria;
c.
campo di competenze operative f: per l’indirizzo professionale edilizia e restauro;
d.
competenze operative d1–4, e3, e4, f2: per l’indirizzo professionale progettazione e lavorazione del marmo.

  Sezione 3: Sicurezza sul lavoro, protezione della salute e dell’ambiente

Art. 5

1 All’inizio e durante la formazione gli operatori forniscono e spiegano alle persone in formazione le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente, in particolare quelle relative alla comunicazione dei pericoli (simboli di pericolo e di obbligo, pittogrammi).

2 Dette prescrizioni e raccomandazioni sono fornite in tutti i luoghi di formazione e considerate nelle procedure di qualificazione.

3 Tutti i luoghi di formazione trasmettono alle persone in formazione conoscenze in materia di sviluppo sostenibile, con particolare attenzione all’equilibrio tra interessi sociali, ecologici ed economici.

4 In deroga all’articolo 4 capoverso 1 OLL 5 e secondo le prescrizioni dell’articolo 4 capoverso 4 OLL 5 è ammesso l’impiego di persone in formazione in conformità con il loro stato di formazione per le attività elencate in allegato al piano di formazione.

5 L’impiego di persone in formazione secondo il capoverso 4 presuppone che dette persone siano formate, istruite e sorvegliate in maniera adeguata al più elevato pericolo d’infortunio; tali precauzioni particolari sono fissate in allegato al piano di formazione sotto forma di misure di accompagnamento riguardanti la sicurezza sul lavoro e la protezione della salute.


  Sezione 4: Durata della formazione in ciascun luogo di formazione e lingua d’insegnamento

Art. 6 Formazione professionale pratica in azienda e in luoghi di formazione equivalenti

La formazione professionale pratica in azienda comprende in media quattro giornate alla settimana per tutta la durata della formazione professionale di base.

Art. 7 Scuola professionale

1 L’insegnamento obbligatorio presso la scuola professionale comprende 1440 lezioni. Dette lezioni sono suddivise secondo la tabella seguente:

Insegnamento

1° anno

2° anno

3° anno

4° anno

Totale

a.
Conoscenze professionali
campi di competenze operative interprofessionali (a-c)

200

200

0

0

400

campi di competenze operative e competenze operative specifici dell’indirizzo professionale (d-f)

0

0

200

200

400

Totale conoscenze professionali

200

200

200

200

800

b.
Cultura generale

120

120

120

120

480

c.
Educazione fisica

40

40

40

40

160

Totale delle lezioni

360

360

360

360

1440

2 D’intesa con le autorità cantonali e le organizzazioni del mondo del lavoro competenti sono ammessi spostamenti minimi di lezioni da un anno di formazione all’altro in un campo di competenze operative. Deve essere comunque garantito il raggiungimento degli obiettivi di formazione prestabiliti.

3 Per gli insegnamenti di cultura generale fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

4 La lingua d’insegnamento è la lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola professionale. Oltre a questa lingua, i Cantoni possono autorizzare altre lingue d’insegnamento.

5 È raccomandato l’insegnamento bilingue, ovvero nella lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola e in un’altra lingua nazionale o in inglese.


Art. 8 Corsi interaziendali

1 I corsi interaziendali comprendono 37 giornate di otto ore.

2 Le giornate e i contenuti sono ripartiti in sei corsi come segue:

Indirizzo professionale

Scultura

Industria

Edilizia e restauro

Progettazione e lavorazione del marmo

Semestre

Corso

Campo di competenze. operative/Competenza operativa

Durata/ giorni

1.

1

Disegnare piani per l’esecuzione e la posa in opera su pietra (a3)

5

x

x

x

x

2.

2

Redigere rapporti e documentare i lavori eseguiti (a4) Realizzazione di manufatti (b1-b5)

10

x

x

x

x

3.

3

Spostare e stoccare manufatti e semilavorati in pietra all’interno dell’azienda o sul cantiere (b1)

4

x

x

x

x

3.

4

Conservazione di manufatti (c1-c5) Spostare e stoccare manufatti e semilavorati in pietra all’interno dell’azienda o sul cantiere (b1)

3

x

x

x

x

5.

5

Scegliere, disegnare e intagliare caratteri e simboli per la realizzazione su pietra o altri materiali (d2) Eseguire un rilievo su pietra (d4)

10

x

5.

6

Trasferire nei programmi di modellazione i piani digitali per la lavorazione dei semilavorati in pietra o in materiali affini (e1) Preparare i semilavorati in pietra o in materiali affini per la lavorazione con l’ausilio di macchinari digitali (e2) Garantire l’operatività dei macchinari digitali fissi per la lavorazione della pietra (e5)

5

x

5.

7

Realizzare elementi strutturali in pietra secondo i piani, le sagome o i modelli (f2) Trasportare gli elementi strutturali in pietra nel luogo prestabilito, posarli e montarli (f3)

10

x

5./6.

8

Realizzare elementi strutturali in pietra secondo i piani, le sagome o i modelli (f2) Scegliere, disegnare e intagliare caratteri e simboli per la realizzazione su pietra o altri materiali (d2) Eseguire un rilievo su pietra (d4)

5

x

4./7.

9

Realizzare forme tridimensionali in pietra o altri materiali (d5)

5

x

4./7.

10

Trasferire nei programmi di modellazione i piani digitali per la lavorazione dei semilavorati in pietra o in materiali affini (e1) Preparare i semilavorati in pietra o in materiali affini per la lavorazione con l’ausilio di macchinari digitali (e2) Incollare i manufatti in pietra o in materiali affini (e3) Trasportare i semilavorati in pietra o in materiali affini nel luogo prestabilito, posarli, montarli e realizzare le fughe (e4) Garantire l’operatività dei macchinari digitali fissi per la lavorazione della pietra (e5)

10

x

4./7.

11

Modellare elementi tridimensionali in pietra (solo scansione) (f1) Restaurare gli elementi strutturali in pietra collocati sugli edifici (f4)

5

x

4./7.

12

Realizzare elementi strutturali in pietra secondo i piani, le sagome o i modelli (f2) Scegliere, disegnare e intagliare caratteri e simboli per la realizzazione su pietra o altri materiali (d2) Eseguire un rilievo su pietra (d4) Incollare i manufatti in pietra o in materiali affini (e3) Trasportare i semilavorati in pietra o in materiali affini nel luogo prestabilito, posarli, montarli e realizzare le fughe (e4)

10

x

3 Nell’ultimo semestre della formazione professionale di base non si possono svolgere corsi interaziendali.


  Sezione 5: Piano di formazione

Art. 9

1 All’entrata in vigore della presente ordinanza è disponibile un piano di formazione1 della competente organizzazione del mondo del lavoro.

2 Il piano di formazione:

a.
contiene il profilo di qualificazione, che comprende:
1.
il profilo professionale,
2.
la tabella delle competenze operative e dei relativi campi,
3.
il livello richiesto per la professione;
b.
precisa i contenuti della formazione di base e le disposizioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente;
c.
determina quali competenze operative sono trasmesse e apprese in ciascun luogo di formazione.
3 Al piano di formazione è allegato l’elenco degli strumenti volti a garantire e attuare la formazione professionale di base nonché a promuovere la qualità, con indicazione dell’ente presso cui possono essere ottenuti.

1 Il piano del 5 giugno 2020 è disponibile sul sito SEFRI nell’elenco delle professioni: HYPERLINK "http://www.bvz.admin.ch" > Professioni A‒Z.


  Sezione 6: Requisiti per i formatori e numero massimo di persone in formazione in azienda

Art. 10 Requisiti professionali richiesti ai formatori

Il formatore soddisfa i requisiti professionali se possiede una delle qualifiche seguenti:

Qualifica in base all’indirizzo professionale

Autorizzati a formare

Scultura

Industria5

Edilizia e restauro

Progettazione e lavorazione del marmo

a.

attestato federale di capacità di scalpellino AFC e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento

X

X

X

X

b.

attestato federale di capacità di scultore su pietra AFC e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento

X

X

X

X

c.

attestato federale di capacità di marmista AFC e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento

X

X

X

X

d.

attestato federale di capacità di operatore della pietra AFC e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento

X

X

X

X

e.

attestato federale di capacità di una professione affine con le necessarie conoscenze professionali e almeno tre anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento

X

X

X

X

f.

titolo della formazione professionale superiore in ambito pertinente e almeno tre anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento

X

X

X

X

g.

diploma di scuola universitaria in ambito pertinente e almeno tre anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento

X

X

X

X

Art. 11 Numero massimo di persone in formazione in azienda

1 Nelle aziende che impiegano un formatore al 100 per cento o due formatori ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione.

2 Per ogni altro specialista impiegato al 100 per cento o per ogni due specialisti in più impiegati ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione in più.

3 È considerato specialista il titolare di un attestato federale di capacità o di una qualifica equivalente nel campo della persona in formazione.

Nelle aziende che possono impiegare soltanto una persona in formazione una seconda persona può iniziare il tirocinio quando la prima inizia l’ultimo anno della formazione professionale di base.

5 In casi particolari l’autorità cantonale può autorizzare un numero maggiore di persone in formazione nelle aziende che da più anni svolgono la loro funzione di formazione con risultati particolarmente positivi.


  Sezione 7: Documentazione dell’apprendimento, rapporto di formazione e documentazione delle prestazioni

Art. 12 Documentazione dell’apprendimento

1 Nel corso della formazione professionale pratica la persona in formazione tiene una documentazione dell’apprendimento in cui annota regolarmente i principali lavori eseguiti in relazione alle competenze operative da acquisire.

2 Almeno una volta al semestre il formatore controlla e firma la documentazione dell’apprendimento e la discute con la persona in formazione.

Art. 13 Rapporto di formazione

1 Alla fine di ogni semestre, il formatore rileva in un rapporto il livello raggiunto dalla persona in formazione. A tal fine si basa sulle prestazioni nella formazione professionale pratica e sui resoconti delle prestazioni nella scuola professionale e nei corsi interaziendali. Discute il rapporto con la persona in formazione.

2 Se necessario, il formatore e la persona in formazione concordano misure per il raggiungimento degli obiettivi di formazione e fissano apposite scadenze. Le decisioni prese e le misure concordate sono annotate per iscritto.

3 Dopo la scadenza prefissata il formatore verifica l’efficacia delle misure concordate e ne riporta l’esito nel successivo rapporto di formazione.

4 Se nonostante le misure concordate gli obiettivi non sono raggiunti o se è a rischio il buon esito della formazione, il formatore lo comunica per iscritto alle parti contraenti e all’autorità cantonale.

Art. 14 Documentazione delle prestazioni nella scuola professionale

La scuola professionale documenta le prestazioni della persona in formazione nei campi di competenze operative in cui è svolto l’insegnamento e nella cultura generale e le consegna una pagella alla fine di ogni semestre.

Art. 15 Documentazione delle prestazioni nei corsi interaziendali

1 Gli operatori dei corsi interaziendali documentano le prestazioni delle persone in formazione mediante controlli delle competenze per il corso 2 e per i corsi 5-12.

2 I controlli delle competenze sono espressi in note. Queste confluiscono nel calcolo della nota dei luoghi di formazione.


  Sezione 8: Procedure di qualificazione

Art. 16 Ammissione

È ammesso alle procedure di qualificazione chi ha concluso la formazione professionale di base:

a.
secondo le disposizioni della presente ordinanza;
b.
in un istituto di formazione riconosciuto dal Cantone; o
c.
al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato, se:
1.
ha maturato l’esperienza professionale di cui all’articolo 32 OFPr,
2.
ha svolto almeno tre anni di tale esperienza nel campo dello scalpellino AFC, e
3.
rende verosimile il possesso dei requisiti per la rispettiva procedura di qualificazione.
Art. 17 Oggetto

Nelle procedure di qualificazione occorre dimostrare di aver acquisito le competenze operative di cui all’articolo 4.

Art. 18 Durata e svolgimento della procedura di qualificazione con esame finale

1 Nella procedura di qualificazione con esame finale sono esaminate, nel modo sotto indicato, le competenze operative nei campi di qualificazione seguenti:

a.
«lavoro pratico», sotto forma di lavoro pratico prestabilito della durata di 32 ore; vale quanto segue:
1.
l’esame per questo campo di qualificazione ha luogo verso la fine della formazione professionale di base,
2.
la persona in formazione deve dimostrare di essere in grado di svolgere le attività richieste in modo professionalmente corretto e adeguato alle necessità e alla situazione,
3.
è ammessa la consultazione della documentazione dell’apprendimento e dei corsi interaziendali,
4.
il campo di qualificazione comprende i campi di competenze operative e il colloquio professionale della durata di 30 minuti sottoelencati con le ponderazioni seguenti:

Voce

Campi di competenze operative/competenze operative

Durata

Ponderazione

1

Elaborazione di schizzi, piani e documenti Realizzazione di manufatti Campo di competenze operative o competenze operative specifico/specifiche dell’indirizzo professionale

80 %

2

Colloquio professionale

20 %

b.
«cultura generale»: a questo campo di qualificazione si applica l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

2 Per ogni campo di qualificazione la valutazione è effettuata da almeno due periti d’esame.


Art. 19 Superamento della procedura di qualificazione, calcolo e ponderazione delle note

1 La procedura di qualificazione con esame finale è superata se:

a.
per il campo di qualificazione «lavoro pratico» è attribuito almeno il 4; e
b.
la nota complessiva raggiunge almeno il 4.

2 La nota complessiva è data dalla media, arrotondata a un decimale, della somma delle note ponderate dei singoli campi di qualificazione dell’esame finale e della nota ponderata dei luoghi di formazione; vale la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 50 per cento;
b.
cultura generale: 20 per cento;
c.
nota dei luoghi di formazione: 30 per cento.

3 Per nota dei luoghi di formazione si intende la media arrotondata a un decimale della somma delle note sottoelencate con la ponderazione seguente:

a.
nota relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali: 70 per cento;
b.
nota relativa ai corsi interaziendali: 30 per cento.

4 Per nota relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto della somma delle otto note delle pagelle semestrali.

5 Per nota relativa ai corsi interaziendali si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto della somma delle note conseguite nei tre controlli delle competenze.

Art. 20 Ripetizioni

1 La ripetizione della procedura di qualificazione è disciplinata dall’articolo 33 OFPr.

2 Qualora si debba ripetere un campo di qualificazione, esso va ripetuto interamente.

3 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente l’insegnamento delle conoscenze professionali, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono almeno due semestri di insegnamento delle conoscenze professionali, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato soltanto le nuove note.

4 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente i corsi interaziendali, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono gli ultimi due corsi interaziendali valutati, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato soltanto le nuove note.

Art. 21 Qualifiche acquisite al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato (caso particolare)

1 Per i candidati che hanno acquisito le competenze operative necessarie al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato e che hanno sostenuto l’esame finale secondo la presente ordinanza viene meno la nota dei luoghi di formazione.

2 In questo caso, per il calcolo della nota complessiva valgono le note sottoelencate con la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 80 per cento;
b.
cultura generale: 20 per cento.

  Sezione 9: Attestazioni e titolo

Art. 22

1 Chi ha superato la procedura di qualificazione consegue l’attestato federale di capacità (AFC).

2 L’attestato federale di capacità conferisce il diritto di avvalersi del titolo legalmente protetto di «scalpellina AFC»/«scalpellino AFC».

3 Se l’attestato federale di capacità è stato conseguito mediante procedura di qualificazione con esame finale, nel certificato delle note sono riportate:

a.
la nota complessiva;
b.
le note di ogni campo di qualificazione dell’esame finale e, fatto salvo l’articolo 21 capoverso 1, la nota dei luoghi di formazione;
c.
l’indirizzo professionale.

  Sezione 10: Sviluppo della qualità e organizzazione

Art. 23 Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità della formazione degli scalpellini AFC

1 La Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità della formazione degli scalpellini AFC è composta da:

a.
da quattro a otto rappresentanti dell’Associazione formazione pietra naturale (AFP);
b.
due rappresentanti dei docenti di materie professionali;
c.
almeno un rappresentante della Confederazione e almeno uno dei Cantoni.

2 Per la composizione della Commissione vale inoltre quanto segue:

a.
si cerca di raggiungere una rappresentanza paritetica di entrambi i sessi;
b.
le regioni linguistiche sono adeguatamente rappresentate;
c.
gli indirizzi professionali sono rappresentati.

3 La Commissione si autocostituisce.

4 Essa svolge in particolare i compiti seguenti:

a.
verifica almeno ogni cinque anni la presente ordinanza e il piano di formazione in relazione agli sviluppi economici, tecnologici, ecologici e didattici; nella verifica tiene conto di eventuali nuovi aspetti organizzativi della formazione professionale di base;
b.
se osserva sviluppi che richiedono una modifica della presente ordinanza, chiede all’organizzazione del mondo del lavoro competente di proporre alla SEFRI la corrispondente modifica;
c.
se osserva sviluppi che richiedono una modifica del piano di formazione, presenta all’organizzazione del mondo del lavoro competente una proposta di adeguamento del piano di formazione;
d.
esprime un parere riguardo agli strumenti volti a garantire e attuare la formazione professionale di base nonché a promuovere la qualità, in particolare sulle disposizioni esecutive per la procedura di qualificazione con esame finale.
Art. 24 Organizzazione e responsabili dei corsi interaziendali

1 È responsabile dei corsi interaziendali l’AFP.

2 In collaborazione con le organizzazioni del mondo del lavoro competenti, i Cantoni possono delegare a un altro ente responsabile lo svolgimento dei corsi interaziendali, in particolare se non sono più garantiti la qualità o lo svolgimento degli stessi.

3 I Cantoni disciplinano con l’ente responsabile l’organizzazione e lo svolgimento dei corsi interaziendali.

4 Le autorità cantonali competenti hanno il diritto di accedere ai corsi in qualsiasi momento.


  Sezione 11: Disposizioni finali

Art. 25 Abrogazione di un altro atto normativo

L’ordinanza della SEFRI del 16 ottobre 20091 sulla formazione professionale di base campo professionale «operatore della pietra naturale» con attestato federale di capacità (AFC) è abrogata.


1 [RU 2009 6599, 2017 7331 n. I 90 e II 90]

Art. 26 Disposizioni transitorie e prima applicazione di singole disposizioni

1 Le persone che hanno iniziato la formazione secondo l’ordinanza della SEFRI del 16 ottobre 20091 sulla formazione professionale di base campo professionale «operatore della pietra naturale» con attestato federale di capacità (AFC) la portano a termine in base al diritto anteriore, al massimo però entro il 31 dicembre 2026.

2 I candidati che ripetono la procedura di qualificazione con esame finale per le professioni disciplinate nell’ordinanza di cui al capoverso 1 entro il 31 dicembre 2026 sono valutati in base al diritto anteriore. I candidati che presentano un’apposita richiesta scritta sono valutati in base al nuovo diritto.

3 Le disposizioni concernenti le procedure di qualificazione, le attestazioni e il titolo (art. 16–22) si applicano dal 1° gennaio 2025.


1 RU 2009 6599, 2017 7331

Art. 27 Entrata in vigore

La presente ordinanza entra in vigore il 1° gennaio 2021.


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