Index

412.101.221.02

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Bühnentänzerin/Bühnentänzer mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

vom 15. September 2020 (Stand am 1. Januar 2021)

90904

Bühnentänzerin EFZ / Bühnentänzer EFZ

Danseuse interprète CFC / Danseur interprète CFC

Danzatrice AFC / Danzatore AFC

90905

Fachrichtung Klassischer Tanz

90906

Fachrichtung Zeitgenössischer Tanz

90907

Fachrichtung Musical

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021, auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032 (BBV) und auf Artikel 4 Absatz 4 der Jugendarbeitsschutzverordnung vom 28. September 20073 (ArGV 5),

verordnet:

  1. Abschnitt: Gegenstand, Fachrichtungen und Dauer

Art. 1 Berufsbild und Fachrichtungen

1 Bühnentänzerinnen und Bühnentänzer auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:

a.
Sie nutzen ihren Körper als Instrument für den Ausdruck einer künstlerischen Intention; sie nutzen Musik, Rhythmus und Klänge und integrieren Kostüme, Maske und Requisiten zur Interpretation ihrer eigenen Tanzbewegungen und entwickeln ihr eigenes Ausdrucksvokabular; sie schulen ihren Körper und ihren Geist für eine ganzheitliche Leistungsfähigkeit.
b.
Sie beherrschen ein breites Repertoire an Tanzstilen und Tanztechniken des klassischen oder zeitgenössischen Tanzes oder des Musicals; sie gestalten die vorgegebenen und die neuen Bewegungssequenzen im Entwicklungsprozess auf Anweisung der Choreografinnen und Choreografen mit; sie studieren ihre Rolle so ein, dass diese termingerecht für den Auftritt verinnerlicht ist.
c.
Sie handeln eigenständig und können sich gleichzeitig in international zusammengesetzten und häufig wechselnden Teams rasch integrieren; sie beherrschen das Englische als Arbeitssprache; sie gestalten ihre Berufslaufbahn, um Engagements sowie eigene Tanz- und Kunstprojekte zu verwirklichen, und bereiten sich auf die Beendigung ihrer aktiven Tanzkarriere vor.

2 Innerhalb des Berufs der Bühnentänzerin und des Bühnentänzers auf Stufe EFZ gibt es die folgenden Fachrichtungen:

a.
Klassischer Tanz;
b.
Zeitgenössischer Tanz;
c.
Musical.

3 Die Fachrichtung wird vor Beginn der beruflichen Grundbildung im Lehrvertrag festgehalten.

Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert vier Jahre.

2 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.


  2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Grundsätze

1 Die Ziele und die Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen, gruppiert nach Handlungskompetenzbereichen, festgelegt.

2 Die Handlungskompetenzen umfassen Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen.

3 Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte zusammen. Sie koordinieren die Inhalte der Ausbildung und der Qualifikationsverfahren.

Art. 4 Handlungskompetenzen

1 Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Gestalten der Berufslaufbahn:
1.
Tanz-Engagements in Kompanien oder Tanzgruppen gestalten,
2.
Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen,
3.
Bewerbungsprozess für ein zukünftiges Engagement vorbereiten und durchlaufen,
4.
Veränderungsprozesse in der Tanzkarriere gestalten,
5.
berufliche Umschulung und Neuorientierung für die Beendigung der Tanzkarriere planen;
b.
Zusammenarbeiten in der Kompanie:
1.
Zusammenarbeit in der Kulturenvielfalt der Kompanie gestalten,
2.
innerhalb international zusammengesetzter Kompanien auf Englisch kommunizieren,
3.
Beiträge in kreative Projekte einbringen,
4.
Arbeitsabläufe in Kompanien oder projektbezogenen Engagements einhalten;
c.
Einsetzen szenischer Elemente:
1.
künstlerisch-tänzerische Ausdrucksfähigkeit in den Arbeitsprozess integrieren,
2.
szenische Elemente einer Choreografie umsetzen,
3.
Musik, Rhythmus und Klänge in Tanzbewegungen zur Interpretation nutzen,
4.
Risikosituationen im Zusammenhang mit der Bühnentechnik vermeiden,
5.
Kostüme, Maske und Requisiten in den Tanz integrieren;
d.
Schulen von Körper und Geist:
1.
Körper für den Tanz leistungsfähig halten,
2.
Repertoire im Tanz weiterentwickeln,
3.
Mentaltraining bei Proben, Auftritten und Auditionen anwenden,
4.
eigene Rolle oder Interpretation einer Choreografie erarbeiten,
5.
Kritik aus dem Arbeitsumfeld und der Öffentlichkeit für die eigene Entwicklung nutzen,
6.
Kulturgeschehen in der Tanz- und Kunstszene für die eigene Entwicklung nutzen;
e.
Tanzen im klassischen Tanz:
1.
Choreografie im klassischen Tanz mitgestalten,
2.
Choreografie im klassischen Tanz einstudieren,
3.
Aufführung im klassischen Tanz umsetzen;
f.
Tanzen im zeitgenössischen Tanz:
1.
Choreografie im zeitgenössischen Tanz mitgestalten,
2.
Choreografie im zeitgenössischen Tanz einstudieren,
3.
Aufführung im zeitgenössischen Tanz umsetzen,
4.
neues Bewegungsvokabular im Tanz entwickeln,
5.
Bewegungsabläufe zu einer Komposition verbinden;
g.
Tanzen in Musicals:
1.
Choreografie in Musicals mitgestalten,
2.
Choreografie in Musicals einstudieren,
3.
Aufführung in Musicals umsetzen,
4.
neues Ausdrucksvokabular im Tanz, im Gesang und im Schauspiel entwickeln.

2 In den Handlungskompetenzbereichen a–d ist der Aufbau der Handlungskompetenzen für alle Lernenden verbindlich. In den Handlungskompetenzbereichen e–g ist der Aufbau der Handlungskompetenzen je nach Fachrichtung wie folgt verbindlich:

a.
Handlungskompetenzbereich e: für die Fachrichtung Klassischer Tanz;
b.
Handlungskompetenzbereich f: für die Fachrichtung Zeitgenössischer Tanz;
c.
Handlungskompetenzbereich g: für die Fachrichtung Musical.

  3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 5

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.

2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen, vermittelt.

4 In Abweichung von Artikel 4 Absatz 1 ArGV 5 und gemäss den Vorgaben nach Artikel 4 Absatz 4 ArGV 5 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden.

5 Voraussetzung für einen Einsatz nach Absatz 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Anhang zum Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.


  4. Abschnitt: Umfang der Bildung an den einzelnen Lernorten und Unterrichtssprache

Art. 6 Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb und an vergleichbaren Lernorten

1 Die Bildung in beruflicher Praxis umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt vier Tage pro Woche.

2 In einer schulisch organisierten Grundbildung wird die Bildung in beruflicher Praxis in integrierten Praxisteilen vermittelt.

Art. 7 Berufsfachschule

1 Der obligatorische Unterricht an der Berufsfachschule umfasst 1320 Lektionen. Diese teilen sich gemäss nachfolgender Tabelle auf:

Unterricht

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

4. Lehrjahr

Total

a.
Berufskenntnisse
Gestalten der Berufslaufbahn und Zusammenarbeit in der Kompanie

80

40

40

40

200

Einsetzen szenischer Elemente und Schulen von Körper und Geist

80

80

40

40

240

fachrichtungsspezifischer Handlungskompetenzbereich

80

80

120

120

400

Total Berufskenntnisse

240

200

200

200

840

b.
Allgemeinbildung

120

120

120

120

480

Total Lektionen

360

320

320

320

1320

2 Bei den Lektionenzahlen sind geringfügige Verschiebungen zwischen den Lehrjahren innerhalb des gleichen Handlungskompetenzbereichs in Absprache mit den zuständigen kantonalen Behörden und den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt möglich. Das Erreichen der vorgegebenen Bildungsziele muss in jedem Fall gewährleistet sein.

3 Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

4 Unterrichtssprache ist die Landessprache des Schulortes. Die Kantone können neben dieser Unterrichtssprache andere Unterrichtssprachen zulassen.

5 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.


Art. 8 Sportunterricht

1 Die Lernziele gemäss dem Rahmenlehrplan des SBFI vom 24. September 20141 für Sportunterricht in der beruflichen Grundbildung sind in die Bildung in beruflicher Praxis integriert.

2 Der Sportunterricht umfasst in der betrieblich organisierten Bildung mindestens 40 Jahreslektionen, in der schulisch organisierten Grundbildung mindestens 80 Jahreslektionen.


1 HYPERLINK "http://www.sbfi.admin.ch" > Bildung > Berufliche Grundbildung > Sportunterricht


  5. Abschnitt: Bildungsplan

Art. 9

1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan1 der zuständigen Organisation der Arbeitswelt vor.

2 Der Bildungsplan hat folgenden Inhalt:

a.
Er enthält das Qualifikationsprofil; dieses besteht aus:
1.
dem Berufsbild;
2.
der Übersicht über die Handlungskompetenzbereiche und die Handlungskompetenzen;
3.
dem Anforderungsniveau des Berufes.
b.
Er führt die Inhalte der Grundbildung sowie die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz aus.
c.
Er bestimmt, an welchen Lernorten welche Handlungskompetenzen vermittelt und gelernt werden.

3 Dem Bildungsplan angefügt ist das Verzeichnis der Instrumente zur Sicherstellung und Umsetzung der beruflichen Grundbildung sowie zur Förderung der Qualität mit Angabe der Bezugsquelle.


1 Der Bildungsplan vom 15. September 2020 ist zu finden auf der Website des SBFI über das Berufsverzeichnis unter www.bvz.admin.ch > Berufe A–Z.


  6. Abschnitt: Anforderungen an die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und Höchstzahl der Lernenden im Betrieb

Art. 10 Fachliche Anforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

1 Die fachlichen Anforderungen an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:

a.
Bühnentänzerin oder Bühnentänzer EFZ mit mindestens vier Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b.
einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung mit mindestens vier Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
c.
einschlägiger Hochschulabschluss mit mindestens vier Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
d.
eine einer Qualifikation nach den Buchstaben a–c gleichwertige Qualifikation mit mindestens vier Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.

2 Die zuständige kantonale Behörde entscheidet über die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Qualifikationen; sie hört dazu vorgängig den Berufsverband der Schweizer Tanzschaffenden (Danse Suisse) an.

Art. 11 Höchstzahl der Lernenden im Betrieb

1 Betriebe, die eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner zu 100 Prozent oder zwei Berufsbildnerinnen oder Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigen, dürfen eine lernende Person ausbilden.

2 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von zwei Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.

3 Als Fachkraft gilt, wer im Fachbereich der lernenden Person über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.

4 In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite lernende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt.

5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.


  7. Abschnitt: Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentationen

Art. 12 Lerndokumentation

1 Die lernende Person führt während der Bildung in beruflicher Praxis eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit den zu erwerbenden Handlungskompetenzen festhält.

2 Mindestens einmal pro Semester kontrolliert und unterzeichnet die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner die Lerndokumentation und bespricht sie mit der lernenden Person.

Art. 13 Bildungsbericht

1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mit der lernenden Person.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner und die lernende Person vereinbaren wenn nötig Massnahmen zum Erreichen der Bildungsziele und setzen dafür Fristen. Sie halten die getroffenen Entscheide und vereinbarten Massnahmen schriftlich fest.

3 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner überprüft die Wirkung der vereinbarten Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält den Befund im nächsten Bildungsbericht fest.

4 Werden trotz der vereinbarten Massnahmen die Ziele nicht erreicht oder ist der Ausbildungserfolg gefährdet, so teilt die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und der kantonalen Behörde schriftlich mit.

Art. 14 Leistungsdokumentation über die Bildung in beruflicher Praxis

1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält die Leistungen der lernenden Person am Ende jedes Semesters in der Form von Kompetenznachweisen fest.

2 Die Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt. Diese fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote.

3 Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung werden keine Kompetenznachweise dokumentiert.

Art. 15 Leistungsdokumentation in der Berufsfachschule

Die Berufsfachschule dokumentiert die Leistungen der lernenden Person in den unterrichteten Handlungskompetenzbereichen und in der Allgemeinbildung und stellt ihr am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.


  8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 16 Zulassung

Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung absolviert hat:

a.
nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b.
in einer vom Kanton dafür anerkannten Bildungsinstitution; oder
c.
ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und:
1.
die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,
2.
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens vier Jahre im Bereich der Bühnentänzerin und des Bühnentänzers EFZ erworben hat, und
3.
glaubhaft macht, den Anforderungen der jeweiligen Qualifikationsverfahren gewachsen zu sein.
Art. 17 Gegenstand

In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.

Art. 18 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung

1 Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die Handlungskompetenzen in den nachstehenden Qualifikationsbereichen wie folgt geprüft:

a.
praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 6,5 Stunden; dafür gilt Folgendes:
1.
dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft,
2.
die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen,
3.
die Lerndokumentation darf als Hilfsmittel verwendet werden,
4.
der Qualifikationsbereich umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche sowie das Fachgespräch im Umfang von 30 Minuten mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Handlungskompetenzbereiche

Gewichtung

1

Einsetzen szenischer Elemente

Schulen von Körper und Geist

20 %

2

fachspezifischer Handlungskompetenzbereich

60 %

3

Fachgespräch

20 %

b.
Berufskenntnisse, im Umfang von 3 Stunden; dafür gilt Folgendes:
1.
dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft,
2.
der Qualifikationsbereich wird schriftlich geprüft und umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche in nachstehender Dauer und mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Handlungskompetenzbereiche

Dauer

Gewichtung

1

Gestalten der Berufslaufbahn und Zusammenarbeiten in der Kompanie

60 Min.

30 %

2

Einsetzen szenischer Elemente und Schulen von Körper und Geist

60 Min.

30 %

3

fachspezifischer Handlungskompetenzbereich

60 Min.

40 %

c.
Allgemeinbildung; der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen.


Art. 19 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a.
der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mindestens mit der Note 4 bewertet wird; und
b.
die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung und der gewichteten Erfahrungsnote; dabei gilt folgende Gewichtung:

a.
praktische Arbeit: 35 %;
b.
Berufskenntnisse: 20 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %;
d.
Erfahrungsnote: 25 %.

3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der folgenden Noten mit nachstehender Gewichtung:

a.
Note für die Bildung in beruflicher Praxis: 60 %;
b.
Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen: 40 %.

4 Die Note für die Bildung in beruflicher Praxis ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 7 benoteten Kompetenznachweise.

5 Die Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 8 Semesterzeugnisnoten.

Art. 20 Wiederholungen

1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV.

2 Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneute Bildung in beruflicher Praxis wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird die Bildung in beruflicher Praxis während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

4 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufskenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

Art. 21 Qualifikationen ausserhalb eines geregelten Bildungsganges (Spezialfall)

1 Hat eine kandidierende Person die erforderlichen Handlungskompetenzen ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote.

2 Für die Berechnung der Gesamtnote werden in diesem Fall die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 50 %;
b.
Berufskenntnisse: 25 %;
c.
Allgemeinbildung: 25 %.

  9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 22

1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ).

2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Bühnentänzerin EFZ» oder «Bühnentänzer EFZ» zu führen.

3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt:

a.
die Gesamtnote;
b.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 21 Absatz 1, die Erfahrungsnote;
c.
die Fachrichtung.

  10. Abschnitt: Qualitätsentwicklung und Organisation

Art. 23 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Bühnentänzerin und Bühnentänzer EFZ

1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Bühnentänzerin und Bühnentänzer EFZ setzt sich zusammen aus:

a.
vier bis sechs Vertreterinnen oder Vertretern von Danse Suisse; davon müssen mindestens zwei Vertreterinnen oder Vertreter von der Arbeitgeberseite gestellt werden;
b.
vier Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft;
c.
je mindestens einer Vertreterin oder einem Vertreter des Bundes und der Kantone.

2 Für die Zusammensetzung gilt überdies:

a.
Eine paritätische Vertretung beider Geschlechter ist anzustreben.
b.
Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein.
c.
Die Fachrichtungen müssen vertreten sein.

3 Die Kommission konstituiert sich selbst.

4 Sie hat insbesondere folgende Aufgaben:

a.
Sie überprüft diese Verordnung und den Bildungsplan mindestens alle fünf Jahre auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen; dabei berücksichtigt sie allfällige neue organisatorische Aspekte der beruflichen Grundbildung.
b.
Beobachtet sie Entwicklungen, die eine Änderung dieser Verordnung erfordern, so ersucht sie die zuständige Organisation der Arbeitswelt, dem SBFI die entsprechende Änderung zu beantragen.
c.
Beobachtet sie Entwicklungen, die eine Anpassung des Bildungsplans erfordern, so stellt sie der zuständigen Organisation der Arbeitswelt Antrag auf Anpassung des Bildungsplans.
d.
Sie nimmt Stellung zu den Instrumenten zur Sicherstellung und Umsetzung der beruflichen Grundbildung sowie zur Förderung der Qualität, insbesondere zu den Ausführungsbestimmungen zum Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung.

  11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 24 Aufhebung eines anderen Erlasses

Die Verordnung des SBFI vom 1. Dezember 20081 über die berufliche Grundbildung Bühnentänzerin/Bühnentänzer mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird aufgehoben.


1 [AS 2009 373, 2012 443 1701, 2017 7331 Ziff. I 72 und II 72]

Art. 25 Übergangsbestimmungen und erstmalige Anwendung einzelner Bestimmungen

1 Lernende, die ihre Bildung als Bühnentänzerin oder Bühnentänzer vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2025.

2 Kandidierende, die das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung für Bühnentänzerin oder Bühnentänzer bis zum 31. Dezember 2025 wiederholen, werden nach bisherigem Recht beurteilt. Auf ihren schriftlichen Antrag hin werden sie nach neuem Recht beurteilt.

3 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 16–22) kommen ab dem 1. Januar 2025 zur Anwendung.

Art. 26 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2021 in Kraft.


Index

412.101.221.02

Ordinanza della SEFRI sulla formazione professionale di base Danzatrice / Danzatore con attestato federale di capacità (AFC)

del 15 settembre 2020 (Stato 1° gennaio 2021)

90904

Danzatrice AFC / Danzatore AFC

Bühnentänzerin EFZ / Bühnentänzer EFZ

Danseuse interprète CFC / Danseur interprète CFC

90905

Indirizzo professionale «Danza classica»

90906

Indirizzo professionale «Danza contemporanea»

90907

Indirizzo professionale «Musical»

La Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e l’innovazione (SEFRI),

visto l’articolo 19 della legge del 13 dicembre 20021 sulla formazione professionale; visto l’articolo 12 dell’ordinanza del 19 novembre 20032 sulla formazione professionale (OFPr); visto l’articolo 4 capoverso 4 dell’ordinanza del 28 settembre 20073 sulla protezione dei giovani lavoratori (OLL 5),

ordina:

  Sezione 1: Oggetto, indirizzi professionali e durata

Art. 1 Profilo professionale e indirizzi professionali

1 I danzatori di livello AFC svolgono in particolare le attività seguenti e si contraddistinguono per le conoscenze, capacità e attitudini sotto indicate:

a.
usano il proprio corpo come uno strumento per esprimere l’intenzione artistica; usano la musica, il ritmo e i suoni e integrano costumi, maschere e materiali di scena all’interpretazione dei movimenti sviluppando un linguaggio espressivo individuale; allenano il corpo e la mente per ottenere capacità fisiche ottimali;
b.
padroneggiano una vasta gamma di stili e tecniche di danza classica e contemporanea o di musical; durante il processo creativo definiscono insieme ai coreografi le sequenze di movimenti prestabilite e quelle nuove; studiano scrupolosamente il ruolo in modo da interiorizzarlo in tempo per la rappresentazione;
c.
agiscono in autonomia e sono in grado di integrarsi rapidamente in gruppi composti da danzatori internazionali e caratterizzati da frequenti avvicendamenti; comunicano principalmente in inglese; organizzano la carriera per portare a termine ingaggi e realizzare progetti artistici e coreografici e sono preparati alla fine della carriera attiva.

2 La formazione di danzatore di livello AFC prevede gli indirizzi professionali seguenti:

a.
Danza classica;
b.
Danza contemporanea;
c.
Musical.

3 L’indirizzo professionale è riportato nel contratto di tirocinio prima dell’inizio della formazione professionale di base.

Art. 2 Durata e inizio

1 La formazione professionale di base dura quattro anni.

2 L’inizio della formazione professionale di base segue il calendario della relativa scuola professionale.


  Sezione 2: Obiettivi ed esigenze

Art. 3 Principi

1 Gli obiettivi e le esigenze della formazione professionale di base sono espressi sotto forma di competenze operative raggruppate nei relativi campi.

2 Le competenze operative comprendono competenze professionali, metodologiche, sociali e personali.

3 Tutti i luoghi di formazione collaborano allo sviluppo delle competenze operative. Essi coordinano i contenuti della formazione e delle procedure di qualificazione.

Art. 4 Competenze operative

1 La formazione prevede, nei campi di competenze operative sotto indicati, le competenze operative seguenti:

a.
organizzazione della carriera:
1.
organizzare gli ingaggi all’interno di gruppi o compagnie di danza,
2.
utilizzare le tecnologie dell’informazione e della comunicazione,
3.
preparare e presentare la candidatura per un prossimo ingaggio,
4.
impostare i processi di cambiamento nella propria carriera,
5.
pianificare la riqualificazione e il riorientamento professionale in vista della fine della carriera;
b.
collaborazione all’interno della compagnia:
1.
impostare la collaborazione tra le varie culture presenti nella compagnia,
2.
comunicare in inglese all’interno di compagnie composte da danzatori internazionali,
3.
collaborare a progetti creativi,
4.
rispettare i processi lavorativi della compagnia e gli ingaggi relativi a progetti specifici;
c.
impiego di elementi scenici:
1.
integrare nel processo lavorativo la capacità espressiva a livello artistico e coreografico,
2.
integrare gli elementi scenici in funzione di una coreografia,
3.
usare la musica, il ritmo e i suoni nell’interpretazione dei movimenti,
4.
evitare le situazioni pericolose legate alla scenotecnica,
5.
integrare nella danza costumi, maschere e materiali di scena;
d.
allenamento del corpo e della mente:
1.
mantenere in forma il proprio corpo per la danza,
2.
aggiornare il repertorio relativo alla danza,
3.
applicare le tecniche di mental training durante le prove, le esibizioni e le audizioni,
4.
elaborare il proprio ruolo o la propria interpretazione all’interno di una coreografia,
5.
sfruttare le critiche dei colleghi e del pubblico per la propria crescita personale,
6.
sfruttare gli eventi culturali del mondo dell’arte e della danza per la propria crescita personale;
e.
coreografie di danza classica:
1.
collaborare alla realizzazione di una coreografia di danza classica,
2.
provare coreografie di danza classica,
3.
realizzare una rappresentazione di danza classica;
f.
coreografie di danza contemporanea:
1.
collaborare alla realizzazione di una coreografia di danza contemporanea,
2.
provare coreografie di danza contemporanea,
3.
realizzare una rappresentazione di danza contemporanea,
4.
sviluppare un nuovo linguaggio del corpo nella danza,
5.
creare una composizione a partire da una sequenza di movimenti;
g.
coreografie per musical:
1.
collaborare alla realizzazione di una coreografia per un musical,
2.
provare coreografie per un musical,
3.
realizzare una rappresentazione per un musical,
4.
sviluppare un nuovo linguaggio espressivo nell’ambito della danza, del canto e della recitazione.

2 Lo sviluppo delle competenze operative nei campi di competenze operative a, b, c, d è obbligatorio per tutte le persone in formazione. Lo sviluppo delle competenze operative nei campi di competenze operative e–g è vincolante come segue a seconda dell’indirizzo professionale:

a. campo di competenze operative e: per l’indirizzo professionale «Danza classica»;

b. campo di competenze operative f: per l’indirizzo professionale «Danza contemporanea»;

c. campo di competenze operative g: per l’indirizzo professionale «Musical».


  Sezione 3: Sicurezza sul lavoro, protezione della salute e dell’ambiente

Art. 5

1 All’inizio e durante la formazione gli operatori forniscono e spiegano alle persone in formazione le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente, in particolare quelle relative alla comunicazione dei pericoli (simboli di pericolo e di obbligo, pittogrammi).

2 Dette prescrizioni e raccomandazioni sono fornite in tutti i luoghi di formazione e considerate nelle procedure di qualificazione.

3 Tutti i luoghi di formazione trasmettono alle persone in formazione conoscenze in materia di sviluppo sostenibile, con particolare attenzione all’equilibrio tra interessi sociali, ecologici ed economici.

4 In deroga all’articolo 4 capoverso 1 OLL 5 e secondo le prescrizioni dell’articolo 4 capoverso 4 OLL 5 è ammesso l’impiego di persone in formazione in conformità con il loro stato di formazione per le attività elencate in allegato al piano di formazione.

5 L’impiego di persone in formazione secondo il capoverso 4 presuppone che dette persone siano formate, istruite e sorvegliate in maniera adeguata al più elevato pericolo d’infortunio; tali precauzioni particolari sono fissate in allegato al piano di formazione sotto forma di misure di accompagnamento riguardanti la sicurezza sul lavoro e la protezione della salute.


  Sezione 4: Durata della formazione in ciascun luogo di formazione e lingua d’insegnamento

Art. 6 Formazione professionale pratica in azienda e in luoghi di formazione equivalenti

1 La formazione professionale pratica in azienda comprende in media quattro giornate alla settimana per tutta la durata della formazione professionale di base.

2 Nel quadro della formazione di base organizzata dalla scuola la formazione professionale pratica è impartita sotto forma di parti pratiche integrate.

Art. 7 Scuola professionale

1 L’insegnamento obbligatorio presso la scuola professionale comprende 1320 lezioni. Dette lezioni sono suddivise secondo la tabella seguente:

Insegnamento

1° anno

2° anno

3° anno

4° anno

Totale

a.
Conoscenze professionali
Organizzazione della carriera, collaborazione all’interno della compagnia

80

40

40

40

200

Impiego di elementi scenici, allenamento del corpo e della mente

80

80

40

40

240

Campo di competenze operative specifico dell’indirizzo professionale

80

80

120

120

400

Totale conoscenze professionali

240

200

200

200

840

b.
Cultura generale

120

120

120

120

480

Totale delle lezioni

360

320

320

320

1320

2 D’intesa con le autorità cantonali e le organizzazioni del mondo del lavoro competenti sono ammessi spostamenti minimi di lezioni da un anno di formazione all’altro in un campo di competenze operative. Deve essere comunque garantito il raggiungimento degli obiettivi di formazione prestabiliti.

3 Per gli insegnamenti di cultura generale fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

4 La lingua d’insegnamento è la lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola professionale. Oltre a questa lingua, i Cantoni possono autorizzare altre lingue d’insegnamento.

5 È raccomandato l’insegnamento bilingue, ovvero nella lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola e in un’altra lingua nazionale o in inglese.


Art. 8 Insegnamento dell’educazione fisica

1 Gli obiettivi di apprendimento contenuti nel programma quadro d’insegnamento della SEFRI del 24 settembre 20141 dell’educazione fisica durante la formazione professionale di base sono integrati nella formazione professionale pratica.

2 Nella formazione di base a impostazione aziendale l’insegnamento dell’educazione fisica comprende almeno 40 lezioni all’anno, nella formazione di base a impostazione scolastica almeno 80 lezioni all’anno.


1 www.sefri.admin.ch > Formazione > Formazione professionale di base > Insegnamento dell’educazione fisica


  Sezione 5: Piano di formazione

Art. 9

1 All’entrata in vigore della presente ordinanza è disponibile un piano di formazione1 della competente organizzazione del mondo del lavoro.

2 Il piano di formazione:

a.
contiene il profilo di qualificazione, che comprende:
1.
il profilo professionale,
2.
la tabella delle competenze operative e dei relativi campi,
3.
il livello richiesto per la professione;
b.
precisa i contenuti della formazione di base e le disposizioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente;
c.
determina quali competenze operative sono trasmesse e apprese in ciascun luogo di formazione.
3 Al piano di formazione è allegato l’elenco degli strumenti volti a garantire e attuare la formazione professionale di base nonché a promuovere la qualità, con indicazione dell’ente presso cui possono essere ottenuti.

1 Il piano del 15 set. 2020 è disponibile sul sito SEFRI nell’elenco delle professioni: www.bvz.admin.ch > Professioni A‒Z.


  Sezione 6: Requisiti per i formatori e numero massimo di persone in formazione in azienda

Art. 10 Requisiti professionali richiesti ai formatori

1 Il formatore soddisfa i requisiti professionali se possiede una delle qualifiche seguenti:

a.
attestato federale di capacità di danzatore AFC e almeno quattro anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
b.
titolo della formazione professionale superiore in ambito pertinente e almeno quattro anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
c.
diploma di scuola universitaria in ambito pertinente e almeno quattro anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
d.
una qualifica equivalente a quelle delle lettere a-c e almeno quattro anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento.

2 Le autorità cantonali competenti decidono in merito al riconoscimento dell’equivalenza delle qualifiche; a tal fine consultano preventivamente l’Associazione svizzera dei professionisti della danza «Danse Suisse».

Art. 11 Numero massimo di persone in formazione in azienda

1 Nelle aziende che impiegano un formatore al 100 per cento o due formatori ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione.

2 Per ogni altro specialista impiegato al 100 per cento o per ogni due specialisti in più impiegati ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione in più.

3 È considerato specialista il titolare di un attestato federale di capacità o di una qualifica equivalente nel campo della persona in formazione.

4 Nelle aziende che possono impiegare soltanto una persona in formazione una seconda persona può iniziare il tirocinio quando la prima inizia l’ultimo anno della formazione professionale di base.

5 In casi particolari l’autorità cantonale può autorizzare un numero maggiore di persone in formazione nelle aziende che da più anni svolgono la loro funzione di formazione con risultati particolarmente positivi.


  Sezione 7: Documentazione dell’apprendimento, rapporto di formazione e documentazione delle prestazioni

Art. 12 Documentazione dell’apprendimento

1 Nel corso della formazione professionale pratica la persona in formazione tiene una documentazione dell’apprendimento in cui annota regolarmente i principali lavori eseguiti in relazione alle competenze operative da acquisire.

2 Almeno una volta al semestre il formatore controlla e firma la documentazione dell’apprendimento e la discute con la persona in formazione.

Art. 13 Rapporto di formazione

1 Alla fine di ogni semestre, il formatore rileva in un rapporto il livello raggiunto dalla persona in formazione. A tal fine si basa sulle prestazioni nella formazione professionale pratica e sui resoconti delle prestazioni nella scuola professionale. Discute il rapporto con la persona in formazione.

2 Se necessario, il formatore e la persona in formazione concordano misure per il raggiungimento degli obiettivi di formazione e fissano apposite scadenze. Le decisioni prese e le misure concordate sono annotate per iscritto.

3 Dopo la scadenza prefissata il formatore verifica l’efficacia delle misure concordate e ne riporta l’esito nel successivo rapporto di formazione.

4 Se nonostante le misure concordate gli obiettivi non sono raggiunti o se è a rischio il buon esito della formazione, il formatore lo comunica per iscritto alle parti contraenti e all’autorità cantonale.

Art. 14 Documentazione delle prestazioni nella formazione professionale pratica

1 Il formatore documenta le prestazioni della persona in formazione mediante controlli delle competenze alla fine di ogni semestre.

2 I controlli delle competenze sono espressi in note. Queste confluiscono nel calcolo della nota dei luoghi di formazione.

3 Nell’ultimo semestre della formazione professionale di base non sono documentati controlli delle competenze.

Art. 15 Documentazione delle prestazioni nella scuola professionale

La scuola professionale documenta le prestazioni della persona in formazione nei campi di competenze operative in cui è svolto l’insegnamento e nella cultura generale e le consegna una pagella alla fine di ogni semestre.


  Sezione 8: Procedure di qualificazione

Art. 16 Ammissione

È ammesso alle procedure di qualificazione chi ha concluso la formazione professionale di base:

a.
secondo le disposizioni della presente ordinanza;
b.
in un istituto di formazione riconosciuto dal Cantone; o
c.
al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato, se:
1.
ha maturato l’esperienza professionale di cui all’articolo 32 OFPr,
2.
ha svolto almeno quattro anni di tale esperienza nel campo del danzatore AFC, e
3.
rende verosimile il possesso dei requisiti per la rispettiva procedura di qualificazione.
Art. 17 Oggetto

Nelle procedure di qualificazione occorre dimostrare di aver acquisito le competenze operative di cui all’articolo 4.

Art. 18 Durata e svolgimento della procedura di qualificazione con esame finale

1 Nella procedura di qualificazione con esame finale sono esaminate, nel modo sotto indicato, le competenze operative nei campi di qualificazione seguenti:

a.
«lavoro pratico», sotto forma di lavoro pratico prestabilito della durata di 6,5 ore; vale quanto segue:
1.
l’esame per questo campo di qualificazione ha luogo verso la fine della formazione professionale di base,
2.
la persona in formazione deve dimostrare di essere in grado di svolgere le attività richieste in modo professionalmente corretto e adeguato alle necessità e alla situazione,
3.
è ammessa la consultazione della documentazione dell’apprendimento,
4.
il campo di qualificazione comprende i campi di competenze operative e il colloquio professionale della durata di 30 minuti sottoelencati con le ponderazioni seguenti:

Voce

Campi di competenze operative

Ponderazione

1

Impiego di elementi scenici

Allenamento del corpo e della mente

20 %

2

Campo di competenze operative specifico dell’indirizzo professionale

60 %

3

Colloquio professionale

20 %

b.
«conoscenze professionali», della durata di tre ore; vale quanto segue:
1.
l’esame per questo campo di qualificazione ha luogo verso la fine della formazione professionale di base,
2.
il campo di qualificazione è valutato con un esame scritto e comprende i campi di competenze operative sottoelencati, con la durata e le ponderazioni seguenti:

Voce

Campi di competenze operative

Durata

Ponderazione

1

Organizzazione della carriera, collaborazione all’interno della compagnia

60 min.

30 %

2

Impiego di elementi scenici, allenamento del corpo e della mente

60 min.

30 %

3

Campo di competenze operative specifico dell’indirizzo professionale

60 min.

40 %

c.
«cultura generale»: a questo campo di qualificazione si applica l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

2 Per ogni campo di qualificazione la valutazione è effettuata da almeno due periti d’esame.


Art. 19 Superamento della procedura di qualificazione, calcolo e ponderazione delle note

1 La procedura di qualificazione con esame finale è superata se:

a.
per il campo di qualificazione «lavoro pratico» è attribuito almeno il 4; e
b.
la nota complessiva raggiunge almeno il 4.

2 La nota complessiva è data dalla media, arrotondata a un decimale, della somma delle note ponderate dei singoli campi di qualificazione dell’esame finale e della nota ponderata dei luoghi di formazione; vale la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 35 per cento;
b.
conoscenze professionali: 20 per cento;
c.
cultura generale: 20 per cento;
d.
nota dei luoghi di formazione: 25 per cento.

3 Per nota dei luoghi di formazione si intende la media arrotondata a un decimale della somma delle note sottoelencate con la ponderazione seguente:

a.
nota relativa alla formazione professionale pratica: 60 per cento;
b.
nota relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali: 40 per cento.

4 Per nota relativa alla formazione professionale pratica si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto della somma delle note conseguite nei sette controlli delle competenze.

5 Per nota relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto della somma delle otto note delle pagelle semestrali.

Art. 20 Ripetizioni

1 La ripetizione della procedura di qualificazione è disciplinata dall’articolo 33 OFPr.

2 Qualora si debba ripetere un campo di qualificazione, esso va ripetuto interamente.

3 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente la formazione professionale pratica, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono almeno due semestri di formazione professionale pratica, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato soltanto le nuove note.

4 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente l’insegnamento delle conoscenze professionali, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono almeno due semestri di insegnamento delle conoscenze professionali, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato soltanto le nuove note.

Art. 21 Qualifiche acquisite al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato (caso particolare)

1 Per i candidati che hanno acquisito le competenze operative necessarie al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato e che hanno sostenuto l’esame finale secondo la presente ordinanza viene meno la nota dei luoghi di formazione.

2 In questo caso, per il calcolo della nota complessiva valgono le note sottoelencate con la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 50 per cento;
b.
conoscenze professionali: 25 per cento;
c.
cultura generale: 25 per cento.

  Sezione 9: Attestazioni e titolo

Art. 22

1 Chi ha superato la procedura di qualificazione consegue l’attestato federale di capacità (AFC).

2 L’attestato federale di capacità conferisce il diritto di avvalersi del titolo legalmente protetto di «danzatrice AFC»/«danzatore AFC».

3 Se l’attestato federale di capacità è stato conseguito mediante procedura di qualificazione con esame finale, nel certificato delle note sono riportate:

a.
la nota complessiva;
b.
le note di ogni campo di qualificazione dell’esame finale e, fatto salvo l’articolo 21 capoverso 1, la nota dei luoghi di formazione;
c.
l’indirizzo professionale.

  Sezione 10: Sviluppo della qualità e organizzazione

Art. 23 Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità della formazione dei danzatori AFC

1 La Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità della formazione dei danzatori AFC è composta da:

a.
quattro a sei rappresentanti di Danse Suisse, di cui almeno due delegati dei datori di lavoro;
b.
quattro rappresentanti dei docenti di materie professionali;
c.
almeno un rappresentante della Confederazione e almeno uno dei Cantoni.

2 Per la composizione della Commissione vale inoltre quanto segue:

a. si cerca di raggiungere una rappresentanza paritetica di entrambi i sessi;

b. le regioni linguistiche sono adeguatamente rappresentate;

c.
gli indirizzi professionali sono rappresentati.

3 La Commissione si autocostituisce.

4 Essa svolge in particolare i compiti seguenti:

a.
verifica almeno ogni cinque anni la presente ordinanza e il piano di formazione in relazione agli sviluppi economici, tecnologici, ecologici e didattici; nella verifica tiene conto di eventuali nuovi aspetti organizzativi della formazione professionale di base;
b.
se osserva sviluppi che richiedono una modifica della presente ordinanza, chiede all’organizzazione del mondo del lavoro competente di proporre alla SEFRI la corrispondente modifica;
c.
se osserva sviluppi che richiedono una modifica del piano di formazione, presenta all’organizzazione del mondo del lavoro competente una proposta di adeguamento del piano di formazione;
d.
esprime un parere riguardo agli strumenti volti a garantire e attuare la formazione professionale di base nonché a promuovere la qualità, in particolare sulle disposizioni esecutive per la procedura di qualificazione con esame finale.

  Sezione 11: Disposizioni finali

Art. 24 Abrogazione di un altro atto normativo

L’ordinanza della SEFRI del 1° dicembre 20081 sulla formazione professionale di base Danzatrice/Danzatore con attestato federale di capacità (AFC) è abrogata.


1 [RU 2009 373, 2012 443 1701, 2017 7331 n. I 72 II n. 72]

Art. 25 Disposizioni transitorie e prima applicazione di singole disposizioni

1 Le persone che hanno iniziato la formazione di danzatore prima dell’entrata in vigore della presente ordinanza la portano a termine in base al diritto anteriore, al massimo però entro il 31 dicembre 2025.

2 I candidati che ripetono la procedura di qualificazione con esame finale per danzatore entro il 31 dicembre 2025 sono valutati in base al diritto anteriore. I candidati che presentano un’apposita richiesta scritta sono valutati in base al nuovo diritto.

3 Le disposizioni concernenti le procedure di qualificazione, le attestazioni e il titolo (art. 16–22) si applicano dal 1° gennaio 2025.

Art. 26 Entrata in vigore
La presente ordinanza entra in vigore il 1° gennaio 2021.

Dies ist keine amtliche Veröffentlichung. Massgebend ist allein die Veröffentlichung durch die Bundeskanzlei. Publikationsverordnung, PublV.
Il presente documento non è una pubblicazione ufficiale. Fa unicamente fede la pubblicazione della Cancelleria federale. Ordinanza sulle pubblicazioni ufficiali, OPubl.
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