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412.101.221.07

Verordnung des SBFI

über die berufliche Grundbildung Medizinische Praxisassistentin/ Medizinischer Praxisassistent mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

vom 15. März 2018 (Stand am 1. Juli 2019)

86915

Medizinische Praxisassistentin EFZ/ Medizinischer Praxisassistent EFZ

Assistante médicale CFC/Assistant médical CFC

Assistente di studio medico AFC

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021, auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032 (BBV) und auf Artikel 4 Absatz 4 der Jugendarbeitsschutzverordnung vom 28. September 20073 (ArGV 5),

verordnet:

  1. Abschnitt: Gegenstand und Dauer

Art. 1 Berufsbild

Medizinische Praxisassistentinnen und Praxisassistenten auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:

a.
Sie organisieren und administrieren die medizinische Praxis; dazu empfangen und betreuen sie Patientinnen und Patienten, erfassen alle nötigen Informationen, dokumentieren sie und leiten sie weiter; sie verständigen sich in angemessener Weise mit den Patientinnen und Patienten und den externen Partnern sowohl in der lokalen Landessprache wie auch in einer Fremdsprache; sie bewirtschaften die Medikamente und Materialien.
b.
Sie assistieren der Ärztin oder dem Arzt in der Sprechstunde, bereiten das Sprechzimmer vor und instruieren die Patientinnen und Patienten; dazu verfügen sie über ein angemessenes Wissen in Medizin und Naturwissenschaften.
c.
Sie führen patientenspezifische Laboruntersuchungen durch und beurteilen die Laborparameter gemäss Vorgaben des Qualitätsmanagements; sie analysieren und validieren die Resultate und leiten diese der Ärztin oder dem Arzt weiter.
d.
Sie führen bildgebende Diagnostik und Röntgenaufnahmen im Niedrigdosisbereich bei Thorax und Extremitäten durch und halten die Vorgaben zum Strahlenschutz ein; sie beurteilen die Qualität der Bilder und leiten sie der Ärztin oder dem Arzt weiter.
e.
Sie führen therapeutische Massnahmen gemäss Vorgaben patientengerecht durch; sie instruieren die Patientinnen und Patienten über das Vorgehen, die weiteren Schritte zur Prävention und zur Nachsorge wie auch über den Medikamentengebrauch.
f.
Sie arbeiten gemäss den rechtlichen Vorgaben, den Empfehlungen und den betrieblichen Standards in den Bereichen Hygiene, Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
g.
Sie zeichnen sich aus durch eine hohe Dienstleistungsorientierung wie auch durch ausgeprägte Sozial- und Selbstkompetenzen wie Empathie, Selbstständigkeit, Verlässlichkeit und Konfliktfähigkeit.
Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert drei Jahre.

2 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.


  2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Grundsätze

1 Die Ziele und die Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen, gruppiert nach Handlungskompetenzbereichen, festgelegt.

2 Die Handlungskompetenzen umfassen Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen.

3 Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte zusammen. Sie koordinieren die Inhalte der Ausbildung und der Qualifikationsverfahren.

Art. 4 Handlungskompetenzen

Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Organisieren und Administrieren der medizinischen Praxis:
1.
mit Patientinnen und Patienten adressatengerecht kommunizieren und das Vorgehen festlegen,
2.
mit Patientinnen und Patienten mündlich in einer zweiten Landessprache oder in Englisch eine einfache medizinische Kommunikation führen,
3.
Abläufe in der Praxis gemäss Vorgaben und unter Beachtung des Qualitätsmanagements planen und festlegen,
4.
Patientendaten, Daten der Praxis und externer Stellen sowie Leistungen administrieren,
5.
Medikamente und Praxisapotheke gemäss Vorgaben bewirtschaften,
6.
Verbrauchsmaterialien und Hilfsmittel bewirtschaften;
b.
Assistieren in der medizinischen Sprechstunde und Durchführen von diagnostischen Massnahmen:
1.
Patientinnen und Patienten und das Sprechzimmer für spezifische diagnostische oder therapeutische Massnahmen durch die Ärztin oder den Arzt vorbereiten,
2.
Patientinnen und Patienten über die notwendigen Vorbereitungen und den geplanten Ablauf der Sprechstunde instruieren,
3.
der Ärztin oder dem Arzt in der Sprechstunde assistieren und diagnostische Massnahmen durchführen,
4.
Besprechungen und Behandlungen mit Patientinnen und Patienten sowie mit externen Stellen planen,
5.
die Vorschriften, Empfehlungen und betrieblichen Standards der Hygiene, der Sicherheit und des Umweltschutzes einhalten;
c.
Durchführen von Laboruntersuchungen und Beurteilen der Laborparameter:
1.
Gerätschaften für Laboruntersuchungen prüfen, bedienen, reinigen und warten,
2.
Patientenproben vorschriftsgemäss entnehmen, lagern oder weiterleiten,
3.
patientenspezifische Laboranalysen unter Vorgaben des Qualitätsmanagements durchführen und die Laborparameter beurteilen,
4.
Analysedaten validieren, mit den Standardwerten vergleichen und interpretieren sowie die Daten an die Ärztin oder den Arzt weiterleiten;
d.
Durchführen von bildgebender Diagnostik und Beurteilen der Bildqualität:
1.
Gerätschaften für bildgebende Diagnostik prüfen, bedienen, reinigen, pflegen und unterhalten,
2.
bildgebende Untersuchungen analog und digital im Niedrigdosisbereich bei Thorax und Extremitäten durchführen und dabei die Vorgaben zum Strahlenschutz einhalten,
3.
die Bildqualität beurteilen und die Bilder der Ärztin oder dem Arzt weiterleiten;
e.
Ausführen von therapeutischen Massnahmen:
1.
Gerätschaften für Therapiemassnahmen prüfen, bedienen, reinigen und warten,
2.
therapeutische Massnahmen gemäss Vorgaben patientengerecht durchführen,
3.
Patientinnen und Patienten und Angehörige bezüglich Medikamentengebrauch und spezifischen Therapiemassnahmen nach Vorgaben instruieren,
4.
Nachsorge und Prävention von Komplikationen gemäss Vorgaben planen und ausführen.

  3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 5

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.

2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen vermittelt.

4 In Abweichung von Artikel 4 Absatz 1 ArGV 5 und gemäss den Vorgaben nach Artikel 4 Absatz 4 ArGV 5 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden.

5 Voraussetzung für einen Einsatz nach Absatz 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Anhang zum Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.


  4. Abschnitt: Umfang der Bildung an den einzelnen Lernorten und Unterrichtssprache

Art. 6 Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb und an vergleichbaren Lernorten

Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt 3½ Tage pro Woche.

Art. 7 Berufsfachschule

1 Der obligatorische Unterricht an der Berufsfachschule umfasst 1620 Lektionen. Diese teilen sich gemäss nachfolgender Tabelle auf:

Unterricht

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

Total

a.
Berufskenntnisse
Organisieren und Administrieren der medizinischen Praxis

160

120

60

340

Assistieren in der medizinischen Sprechstunde und Durchführen von diagnostischen Massnahmen

200

80

40

320

Durchführen von Laboruntersuchungen und Beurteilen der Laborparameter

120

40

20

180

Durchführen von bildgebender Diagnostik und Beurteilen der Bildqualität

40

40

20

100

– Ausführen von therapeutischen Massnahmen

0

100

60

160

Total Berufskenntnisse

520

380

200

1100

b.
Allgemeinbildung

120

120

120

360

c. Sport

80

40

40

160

Total Lektionen

720

540

360

1620

2 Bei den Lektionenzahlen sind geringfügige Verschiebungen zwischen den Lehrjahren innerhalb des gleichen Handlungskompetenzbereichs in Absprache mit den zuständigen kantonalen Behörden und den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt möglich. Das Erreichen der vorgegebenen Bildungsziele muss in jedem Fall gewährleistet sein.

3 Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

4 Unterrichtssprache ist die Landessprache des Schulortes. Die Kantone können neben dieser Unterrichtssprache andere Unterrichtssprachen zulassen.

5 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.


Art. 8 Überbetriebliche Kurse

1 Die überbetrieblichen Kurse umfassen 38 Tage zu acht Stunden.

2 Die Tage und die Inhalte sind wie folgt auf zwölf Kurse aufgeteilt:

Lehrjahr

Kurse

Handlungskompetenzen

Dauer

1

Kurs 1

Vorschriften, Empfehlungen und betriebliche Standards der Hygiene, der Sicherheit und des Umweltschutzes einhalten

  3 Tage

1

Kurs 2

Gerätschaften für Laboruntersuchungen prüfen, bedienen, reinigen und warten

Patientenproben vorschriftsgemäss entnehmen, lagern oder weiterleiten

patientenspezifische Laboranalysen unter Vorgaben des Qualitätsmanagements durchführen und die Laborparameter beurteilen

Analysedaten validieren, mit den Standardwerten vergleichen und interpretieren sowie die Daten an die Ärztin / den Arzt weiterleiten

  6 Tage

1

Kurs 3

bildgebende Untersuchungen analog und digital im Niedrigdosisbereich bei Thorax und Extremitäten durchführen und die Vorgaben zum Strahlenschutz einhalten

Bildqualität beurteilen und die Bilder der Ärztin / dem Arzt weiterleiten,

  6 Tage

1

Kurs 4

Gerätschaften für Therapiemassnahmen prüfen, bedienen, reinigen und warten

therapeutische Massnahmen gemäss Vorgaben patientengerecht durchführen

Patientinnen/Patienten und Angehörige bezüglich Medikamentgebrauch und spezifischen Therapiemassnahmen nach Vorgaben instruieren

  5 Tage

2

Kurs 5

der Ärztin / dem Arzt in der Sprechstunde assistieren und diagnostische Massnahmen durchführen

Besprechungen und Behandlungen mit Patientinnen/Patienten sowie mit externen Stellen planen

  1 Tag

2

Kurs 6

Gerätschaften für Laboruntersuchungen prüfen, bedienen, reinigen und warten

patientenspezifische Laboranalysen unter Vorgaben des Qualitätsmanagements durchführen und die Laborparameter beurteilen

Analysedaten validieren, mit den Standardwerten vergleichen und interpretieren sowie die Daten an die Ärztin / den Arzt weiterleiten

  4 Tage

2

Kurs 7

bildgebende Untersuchungen analog und digital im Niedrigdosisbereich bei Thorax und Extremitäten durchführen und die Vorgaben zum Strahlenschutz einhalten

die Bildqualität beurteilen und die Bilder der Ärztin / dem Arzt weiterleiten

  6 Tage

2

Kurs 8

therapeutische Massnahmen gemäss Vorgaben patientengerecht durchführen

  1 Tag

3

Kurs 91

Patientinnen/Patienten und das Sprechzimmer für spezifische diagnostische oder therapeutische Massnahmen durch die Ärztin / den Arzt vorbereiten

Patientinnen/Patienten über die notwendigen Vorbereitungen und den geplanten Ablauf der Sprechstunde instruieren

der Ärztin / dem Arzt in der Sprechstunde assistieren und diagnostische Massnahmen durchführen

  1 Tag

3

Kurs 10

Gerätschaften für Laboruntersuchungen prüfen, bedienen, reinigen und warten

patientenspezifische Laboranalysen unter Vorgaben des Qualitätsmanagements durchführen und die Laborparameter beurteilen

Analysedaten validieren, mit den Standardwerten vergleichen und interpretieren sowie die Daten an die Ärztin / den Arzt weiterleiten

  2 Tage

3

Kurs 11

bildgebende Untersuchungen analog und digital im Niedrigdosisbereich bei Thorax und Extremitäten durchführen und die Vorgaben zum Strahlenschutz einhalten

die Bildqualität beurteilen und die Bilder der Ärztin / dem Arzt weiterleiten

  1 Tag

3.

Kurs 12

therapeutische Massnahmen gemäss Vorgaben patientengerecht durchführen

Nachsorge und Prävention von Komplikationen gemäss Vorgaben planen und ausführen

  2 Tage

Total

38 Tage

3 Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung dürfen keine überbetrieblichen Kurse mehr stattfinden.


1 Die Berichtigung vom 28. Aug. 2018 betrifft nur den französischen Text (AS 2018 3077).


  5. Abschnitt: Bildungsplan

Art. 9

1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan1 der zuständigen Organisation der Arbeitswelt vor.

2 Der Bildungsplan hat folgenden Inhalt:

a.
Er enthält das Qualifikationsprofil; dieses besteht aus:
1.
dem Berufsbild,
2.
der Übersicht über die Handlungskompetenzbereiche und die Handlungskompetenzen,
3.
dem Anforderungsniveau des Berufes.
b.
Er führt die Inhalte der Grundbildung sowie die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz aus; dabei führt er auch für die Anwendung ionisierender Strahlen die Anforderungen an die Strahlenschutzausbildung von Personen im Bereich der Medizin nach Artikel 182 Absatz 1 Buchstabe i der Strahlenschutzverordnung vom 26. April 20172 sowie die Bildungsinhalte nach Anhang 2 Tabellen 1–4 der Strahlenschutz-Ausbildungsverordnung vom 26. April 20173 genauer aus.
c.
Er bestimmt, an welchen Lernorten welche Handlungskompetenzen vermittelt und gelernt werden.

3 Dem Bildungsplan angefügt ist das Verzeichnis der Instrumente zur Sicherstellung und Umsetzung der beruflichen Grundbildung sowie zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung mit Angabe der Bezugsquelle.


1 Der Bildungsplan vom 15. März 2018 ist zu finden auf der Website des SBFI über das Berufsverzeichnis unter www.bvz.admin.ch > Berufe A–Z.
2 SR 814.501
3 SR 814.501.261


  6. Abschnitt: Anforderungen an die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und Höchstzahl der Lernenden im Betrieb

Art. 10 Fachliche Anforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die fachlichen Anforderungen an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:

a.
medizinische Praxisassistentin EFZ / medizinischer Praxisassistent EFZ mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b.
gelernte medizinische Praxisassistentin / gelernter medizinischer Praxisassistent mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
c.
Arztgehilfinnen mit einem Diplom der Verbindung Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH (DVSA) und mit Röntgenberechtigung und mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
d.
eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs mit den notwendigen Berufskenntnissen im Bereich der medizinischen Praxisassistentin und des medizinischen Praxisassistenten EFZ, mit Röntgenberechtigung und mit mindestens drei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
e.
einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung mit Röntgenberechtigung und mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
f.
einschlägiger Hochschulabschluss mit Röntgenberechtigung und mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.
Art. 11 Höchstzahl der Lernenden

1 Im Lehrbetrieb muss zusätzlich zu einer Ärztin oder einem Arzt eine Berufsbildnerin oder ein Berufsbildner gemäss Artikel 10 beschäftigt sein.

2 Betriebe, die eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner zu 100 Prozent oder zwei Berufsbildnerinnen oder Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigen, dürfen eine lernende Person ausbilden.

3 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von zwei Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.

4 Als Fachkraft gilt, wer im Fachbereich der lernenden Person über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.

5 In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite lernende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt.

6 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.


  7. Abschnitt: Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentationen

Art. 12 Lerndokumentation

1 Die lernende Person führt während der Bildung in beruflicher Praxis eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit den zu erwerbenden Handlungskompetenzen festhält.

2 Mindestens einmal pro Semester kontrolliert und unterzeichnet die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner die Lerndokumentation und bespricht sie mit der lernenden Person.

Art. 13 Bildungsbericht

1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mit der lernenden Person.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner und die lernende Person vereinbaren wenn nötig Massnahmen zum Erreichen der Bildungsziele und setzen dafür Fristen. Sie halten die getroffenen Entscheide und vereinbarten Massnahmen schriftlich fest.

3 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner überprüft die Wirkung der vereinbarten Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält den Befund im nächsten Bildungsbericht fest.

4 Werden trotz der vereinbarten Massnahmen die Ziele nicht erreicht oder ist der Ausbildungserfolg gefährdet, so teilt die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und der kantonalen Behörde schriftlich mit.

Art. 14 Leistungsdokumentation in der Berufsfachschule

Die Berufsfachschule dokumentiert die Leistungen der lernenden Person in den unterrichteten Handlungskompetenzbereichen und in der Allgemeinbildung und stellt ihr am Ende jeden Semesters ein Zeugnis aus.

Art. 15 Leistungsdokumentation in den überbetrieblichen Kursen

Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren die Leistungen der Lernenden in Form je eines Kompetenznachweises für die Kurse 1–8.


  8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 16 Zulassung

Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung absolviert hat:

a.
nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b.
in einer vom Kanton dafür anerkannten Bildungsinstitution; oder
c.
ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und:
1.
die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,
2.
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens drei Jahre im Bereich der medizinischen Praxisassistentin und des medizinischen Praxisassistenten EFZ erworben hat, und
3.
glaubhaft macht, den Anforderungen der jeweiligen Qualifikationsverfahren gewachsen zu sein.
Art. 17 Gegenstand

In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.

Art. 18 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung

1 Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die Handlungskompetenzen in den nachstehenden Qualifikationsbereichen wie folgt geprüft:

a.
Praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von drei Stunden; dafür gilt Folgendes:
1.
dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft,
2.
die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen,
3.
die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden,
4.
der Qualifikationsbereich umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche mit den nachstehenden Prüfungsformen und nachstehender Prüfungsdauer sowie mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Handlungskompetenzbereiche

Prüfungsform und Dauer

Gewichtung

praktisch

mündlich

11

Organisieren und Administrieren der medizinischen Praxis

Assistieren in der medizinischen Sprechstunde und Durchführen von diagnostischen Massnahmen

20 Min.

10 Min.

15 %

2

Durchführen von Laboruntersuchungen und Beurteilen der Laborparameter

60 Min.

30 %

3

Durchführen von bildgebender Diagnostik Beurteilen der Bildqualität

30 Min.

15 Min.

40 %

4

Ausführen von therapeutischen Massnahmen

45 Min.

15 %

b.
Berufskenntnisse, im Umfang von 3 3/4 Stunden; dafür gilt Folgendes:
1.
dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft,
2.
der Qualifikationsbereich wird schriftlich geprüft und umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche mit nachstehender Prüfungsdauer und mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Handlungskompetenzbereiche

Dauer

Gewichtung

1

Organisieren und Administrieren der medizinischen Praxis

60 Min.

20 %

2

Assistieren in der medizinischen Sprechstunde und Durchführen von diagnostischen Massnahmen

60 Min.

15 %

3

Durchführen von Laboruntersuchungen und Beurteilung der Laborparameter

45 Min.

20 %

4

Durchführen von bildgebender Diagnostik und Beurteilung der Bildqualität

30 Min.

30 %

5

Ausführen von therapeutischen Massnahmen

30 Min.

15 %

c.
Allgemeinbildung; der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 20062 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V der SBFI vom 21. Mai 2019, in Kraft seit 1. Juli 2019 (AS 2019 1655).
2 SR 412.101.241

Art. 19 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a.
der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mindestens mit der Note 4 bewertet wird;
b.
der Qualifikationsbereich «Berufskenntnisse» mindestens mit der Note 4 bewertet wird; und
c.
die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung und der gewichteten Erfahrungsnote. Dabei gilt folgende Gewichtung:

a.
praktische Arbeit: 30 %;
b.
Berufskenntnisse: 30 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %;
d.
Erfahrungsnote: 20 %.

3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der sechs Semesterzeugnisnoten für den Unterricht in den Berufskenntnissen.

Art. 20 Wiederholungen

1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV.

2 Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufskenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

Art. 21 Qualifikation ausserhalb eines geregelten Bildungsgangs (Spezialfall)

1 Hat eine kandidierende Person die erforderlichen Handlungskompetenzen ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote.

2 Für die Berechnung der Gesamtnote werden in diesem Fall die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 40 %;
b.
Berufskenntnisse: 40 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %.

  9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 22

1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ).

2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Medizinische Praxisassistentin EFZ» oder «Medizinischer Praxisassistent EFZ» zu führen.

3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt:

a.
die Gesamtnote;
b.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 21 Absatz 1, die Erfahrungsnote.

  10. Abschnitt: Qualitätsentwicklung und Organisation

Art. 23 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für medizinische Praxisassistentinnen und -assistenten EFZ

1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für medizinische Praxisassistentinnen und -assistenten EFZ setzt sich zusammen aus:

a.
drei bis vier Vertreterinnen oder Vertretern der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH);
b.
zwei bis drei Vertreterinnen oder Vertretern der folgenden beiden Organisationen der Arbeitnehmenden, wobei jede dieser Organisationen mindestens eine Vertreterin oder einen Vertreter stellen muss:
1.
«Schweizerischer Verband Medizinischer Praxis-Fachpersonen» (SVA),
2.
«Association romande des assistantes médicales» (ARAM);
c.
zwei Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft;
d.
einer Vertreterin oder einem Vertreter des Bundesamtes für Gesundheit, Abteilung Strahlenschutz;
e.
je mindestens einer Vertreterin oder einem Vertreter des Bundes, nebst dem Mitglied nach Buchstabe d, und der Kantone.

2 Für die Zusammensetzung gilt überdies:

a.
eine paritätische Vertretung beider Geschlechter ist anzustreben;
b.
die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein.

3 Die Kommission konstituiert sich selbst.

4 Sie hat insbesondere folgende Aufgaben:

a.
Sie überprüft diese Verordnung und den Bildungsplan mindestens alle fünf Jahre auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen; dabei berücksichtigt sie allfällige neue organisatorische Aspekte der beruflichen Grundbildung.
b.
Beobachtet sie Entwicklungen, die eine Änderung dieser Verordnung erfordern, so ersucht sie die zuständige Organisation der Arbeitswelt, dem SBFI die entsprechende Änderung zu beantragen.
c.
Beobachtet sie Entwicklungen, die eine Anpassung des Bildungsplans erfordern, so stellt sie der zuständigen Organisation der Arbeitswelt Antrag auf Anpassung des Bildungsplans.
d.
Sie nimmt Stellung zu den Instrumenten zur Sicherstellung und Umsetzung der beruflichen Grundbildung sowie zur Förderung der Qualität, insbesondere zu den Ausführungsbestimmungen zum Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung.
Art. 24 Trägerschaft und Organisation der überbetrieblichen Kurse

1 Träger der überbetrieblichen Kurse sind die kantonalen Ärztegesellschaften unter der Aufsicht der FMH.

2 Die Kantone können die Durchführung der überbetrieblichen Kurse unter Mitwirkung der zuständigen kantonalen Ärztegesellschaften einer anderen Organisation übertragen, namentlich wenn die Qualität oder die Durchführung der überbetrieblichen Kurse nicht mehr gewährleistet ist.

3 Sie regeln mit den kantonalen Ärztegesellschaften die Organisation und die Durchführung der überbetrieblichen Kurse.

4 Die zuständigen Behörden der Kantone haben jederzeit Zutritt zu den Kursen.


  11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 25 Aufhebung eines anderen Erlasses

Die Verordnung des SBFI vom 8. Juli 20091 über die berufliche Grundbildung Medizinische Praxisassistentin / Medizinischer Praxisassistent mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird aufgehoben.


1 [AS 2009 4545, 2012 4577, 2017 7331]

Art. 26 Übergangsbestimmungen und erstmalige Anwendung einzelner Bestimmungen

1 Ausweise DVSA für Arztgehilfinnen mit Röntgenberechtigung, die ihre Ausbildung bis am 31. Dezember 1998 abgeschlossen haben, bleiben dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis gemäss Reglement vom 12. September 19941 über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung der Medizinischen Praxisassistentin / des Medizinischen Praxisassistenten gleichgestellt.

2 Lernende, die ihre Bildung als medizinische Praxisassistentin / medizinischer Praxisassistent vor dem 1. Januar 2019 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2023.2

3 Kandidierende, die das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung für medizinische Praxisassistentin oder medizinischer Praxisassistent bis zum 31. Dezember 2023 wiederholen, werden nach bisherigem Recht beurteilt. Auf ihren schriftlichen Antrag hin werden sie nach neuem Recht beurteilt.

4 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 16–22) kommen ab dem 1. Januar 2022 zur Anwendung.


1 BBl 1995 III 329
2 Fassung gemäss Ziff. I der V der SBFI vom 21. Mai 2019, in Kraft seit 1. Juli 2019 (AS 2019 1655).

Art. 27 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2019 in Kraft.



Index

412.101.221.07

Ordinanza della SEFRI sulla formazione professionale di base Assistente di studio medico con attestato federale di capacità (AFC)

del 15 marzo 2018 (Stato 1° luglio 2019)

86915

Assistente di studio medico AFC

Medizinische Praxisassistentin EFZ/ Medizinischer Praxisassistent EFZ

Assistante médicale CFC/Assistant médical CFC

La Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e linnovazione (SEFRI),

visto l’articolo 19 della legge federale del 13 dicembre 20021 sulla formazione professionale; visto l’articolo 12 dell’ordinanza del 19 novembre 20032 sulla formazione professionale (OFPr); visto l’articolo 4 capoverso 4 dell’ordinanza del 28 settembre 20073 sulla protezione dei giovani lavoratori (OLL 5),

ordina:

  Sezione 1: Oggetto e durata

Art. 1 Profilo professionale

Gli assistenti di studio medico di livello AFC svolgono in particolare le attività seguenti e si contraddistinguono per le conoscenze, capacità e attitudini sotto indicate:

a.
organizzano e amministrano lo studio medico; in particolare, accolgono e assistono i pazienti, raccolgono tutte le informazioni necessarie, le documentano e le inoltrano; comunicano con i pazienti e con i partner esterni sia nella lingua nazionale locale sia in una lingua straniera; gestiscono i farmaci e i materiali;
b.
assistono il medico durante le consultazioni, preparano la sala consultazione e istruiscono i pazienti; a tal fine dispongono di conoscenze adeguate nel campo della medicina e delle scienze naturali;
c.
eseguono analisi di laboratorio specifiche e valutano i risultati secondo i principi di gestione della qualità; analizzano e validano i risultati e li trasmettono al medico;
d.
eseguono esami di diagnostica per immagini e radiografie a basso dosaggio su torace ed estremità rispettando le prescrizioni in materia di radioprotezione. Valutano la qualità delle immagini e le inoltrano al medico.
e.
eseguono processi terapeutici secondo le prescrizioni e in base al paziente; istruiscono i pazienti sull’ulteriore modo di procedere, sulle misure di prevenzione e di monitoraggio e sull’uso dei farmaci;
f.
lavorano secondo le disposizioni legali, le raccomandazioni e gli standard operativi nel campo dell’igiene, della protezione dell’ambiente, della sicurezza sul lavoro e della protezione della salute;
g.
si contraddistinguono per un elevato orientamento al servizio, per le spiccate competenze sociali e personali quali empatia, autonomia, affidabilità e capacità di gestire i conflitti.
Art. 2 Durata e inizio

1 La formazione professionale di base dura tre anni.

2 L’inizio della formazione professionale di base segue il calendario della relativa scuola professionale.


  Sezione 2: Obiettivi ed esigenze

Art. 3 Principi

1 Gli obiettivi e le esigenze della formazione professionale di base sono espressi sotto forma di competenze operative raggruppate nei relativi campi.

2 Le competenze operative comprendono competenze professionali, metodologiche, sociali e personali.

3 Tutti i luoghi di formazione collaborano allo sviluppo delle competenze operative. Essi coordinano i contenuti della formazione e delle procedure di qualificazione.

Art. 4 Competenze operative

La formazione prevede, nei campi di competenze operative sotto indicati, le competenze operative seguenti:

a.
organizzazione e amministrazione dello studio medico:
1.
comunicare con i pazienti in modo adeguato ai destinatari e stabilire il modo di procedere,
2.
utilizzare un linguaggio medico semplice con i pazienti in una seconda lingua nazionale o in inglese,
3.
pianificare e definire i processi nello studio medico secondo le linee guida e in conformità con i principi di gestione della qualità,
4.
amministrare le prestazioni, i dati dei pazienti, dello studio e dei servizi esterni,
5.
gestire i farmaci e la farmacia dello studio medico secondo le direttive,
6.
gestire il materiale di consumo e i mezzi ausiliari;b. assistenza al medico durante la consultazione e svolgimento di processi diagnostici:
1.
preparare i pazienti e la sala consultazione per i processi diagnostici e terapeutici specifici svolti dal medico,
2.
istruire i pazienti in merito ai preparativi necessari e allo svolgimento previsto della consultazione,
3.
assistere il medico durante la consultazione e svolgere processi diagnostici,
4.
pianificare le consultazioni e i trattamenti con il paziente e i servizi esterni,
5.
rispettare le prescrizioni, le raccomandazioni e il regolamento interno in materia d’igiene, sicurezza e protezione dell’ambiente;
c.
svolgimento di analisi di laboratorio e valutazione dei risultati:
1.
controllare, utilizzare, pulire e garantire la manutenzione degli apparecchi per le analisi di laboratorio,
2.
prelevare i campioni d’analisi, conservarli o inoltrarli secondo le prescrizioni,
3.
eseguire le analisi di laboratorio specifiche rispettando le direttive in materia di gestione della qualità e valutare i risultati,
4.
validare i risultati delle analisi, confrontarli con i valori di riferimento, interpretarli, valutarne la plausibilità e trasmetterli al medico;
d.
svolgimento di esami di diagnostica per immagini e valutazione della qualità delle immagini:
1.
controllare, utilizzare, pulire e garantire il buon funzionamento delle apparecchiature di diagnostica per immagini,
2.
eseguire esami di diagnostica per immagini a basso dosaggio in formato analogico e digitale su torace ed estremità rispettando le prescrizioni in materia di radioprotezione,
3.
valutare la qualità delle immagini e trasmetterle al medico;
e.
svolgimento di processi terapeutici:
1.
controllare, utilizzare, pulire e garantire la manutenzione degli apparecchi per i processi terapeutici,
2.
eseguire i processi terapeutici secondo le prescrizioni e in base al paziente,
3.
istruire i pazienti e i familiari riguardo all’uso dei farmaci e a trattamenti terapeutici specifici, secondo le prescrizioni,
4.
pianificare e svolgere secondo le prescrizioni i trattamenti successivi e la prevenzione di complicazioni.

  Sezione 3: Sicurezza sul lavoro, protezione della salute e dell’ambiente

Art. 5

1 All’inizio e durante la formazione gli operatori forniscono e spiegano alle persone in formazione le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente, in particolare quelle relative alla comunicazione dei pericoli (simboli di pericolo e di obbligo, pittogrammi).

2 Dette prescrizioni e raccomandazioni sono fornite in tutti i luoghi di formazione e considerate nelle procedure di qualificazione.

3 Tutti i luoghi di formazione sensibilizzano le persone in formazione allo sviluppo sostenibile, con particolare attenzione all’equilibrio tra interessi sociali, ecologici ed economici.

4 In deroga all’articolo 4 capoverso 1 OLL 5 e secondo le prescrizioni dell’articolo 4 capoverso 4 OLL 5 è ammesso l’impiego di persone in formazione in conformità con il loro stato di formazione per le attività elencate in allegato al piano di formazione.

5 L’impiego di persone in formazione secondo il capoverso 4 presuppone che dette persone siano formate, istruite e sorvegliate in maniera adeguata al più elevato pericolo d’infortunio; tali precauzioni particolari sono fissate in allegato al piano di formazione sotto forma di misure di accompagnamento riguardanti la sicurezza sul lavoro e la protezione della salute.


  Sezione 4: Durata della formazione in ciascun luogo di formazione e lingua d’insegnamento

Art. 6 Formazione professionale pratica in azienda e in luoghi di formazione equivalenti

La formazione professionale pratica in azienda comprende in media 3½ giornate alla settimana per tutta la durata della formazione professionale di base.

Art. 7 Scuola professionale

1 L’insegnamento obbligatorio presso la scuola professionale comprende 1620 lezioni. Dette lezioni sono suddivise secondo la tabella seguente:

Insegnamento

1° anno

2° anno

3° anno

Totale

a.
Conoscenze professionali
organizzazione e amministrazione dello studio medico

160

120

60

340

assistenza al medico durante la consultazione e svolgimento dei processi diagnostici

200

80

40

320

svolgimento di analisi di laboratorio e valutazione dei risultati

120

40

20

180

svolgimento degli esami di diagnostica per immagini e valutazione della qualità delle immagini

40

40

20

100

svolgimento di processi terapeutici

0

100

60

160

Totale conoscenze professionali

520

380

200

1100

b.
Cultura generale

120

120

120

360

c. Educazione fisica

80

40

40

160

Totale lezioni

720

540

360

1620

2 D’intesa con le autorità cantonali e le organizzazioni del mondo del lavoro competenti sono ammessi spostamenti minimi di lezioni da un anno di formazione all’altro in un campo di competenze operative. Deve essere comunque garantito il raggiungimento degli obiettivi di formazione prestabiliti.

3 Per gli insegnamenti di cultura generale fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

4 La lingua d’insegnamento è la lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola professionale. Oltre a questa lingua, i Cantoni possono autorizzare altre lingue d’insegnamento.

5 È raccomandato l’insegnamento bilingue, ovvero nella lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola e in un’altra lingua nazionale o in inglese.


Art. 8 Corsi interaziendali

1 I corsi interaziendali comprendono 38 giornate di otto ore.

2 Le giornate e i contenuti sono ripartiti in 12 corsi come segue:

Anno

Corso

Competenza operativa

Durata

1.

Corso 1

Rispettare le prescrizioni, le raccomandazioni e il regolamento interno in materia di igiene, sicurezza e protezione dell’ambiente

  3 giorni

1.

Corso 2

Controllare, utilizzare, pulire ed effettuare la manutenzione degli apparecchi per le analisi di laboratorio

Prelevare campioni, conservarli o inoltrarli secondo le prescrizioni

Eseguire analisi di laboratorio specifiche rispettando le direttive in materia di gestione della qualità e valutare i risultati

Validare i risultati delle analisi, confrontarli con i valori di riferimento, interpretarli, valutarne la plausibilità e trasmetterli al medico

  6 giorni

1.

Corso 3

Eseguire esami di diagnostica per immagini a basso dosaggio in formato analogico e digitale su torace ed estremità rispettando le prescrizioni in materia di radioprotezione

Valutare la qualità delle immagini e trasmetterle al medico

  6 giorni

1.

Corso 4

Controllare, utilizzare e pulire gli apparecchi per i processi terapeutici, effettuandone anche la manutenzione

Eseguire i processi terapeutici secondo le prescrizioni e in base al paziente

Istruire i pazienti e i familiari riguardo all’uso dei farmaci e a trattamenti terapeutici specifici, secondo le prescrizioni

  5 giorni

2.

Corso 5

Assistere il medico durante la consultazione ed eseguire processi diagnostici

Pianificare le consultazioni e i trattamenti con il paziente e i servizi esterni

  1 giorno

2.

Corso 6

Controllare, utilizzare, pulire ed effettuare la manutenzione degli apparecchi per le analisi di laboratorio

Eseguire analisi di laboratorio specifiche rispettando le direttive in materia di gestione della qualità e valutare i risultati

Validare i risultati delle analisi, confrontarli con i valori di riferimento, interpretarli, valutarne la plausibilità e trasmetterli al medico

  4 giorni

2.

Corso 7

Eseguire esami di diagnostica per immagini a basso dosaggio in formato analogico e digitale su torace ed estremità rispettando le prescrizioni in materia di radioprotezione

Valutare la qualità delle immagini e trasmetterle al medico

  6 giorni

2.

Corso 8

Eseguire i processi terapeutici secondo le prescrizioni e in base al paziente

  1 giorno

3.

Corso 91

Preparare i pazienti e la sala consultazione per i processi diagnostici e terapeutici specifici da parte del medico

Istruire i pazienti in merito ai preparativi necessari e allo svolgimento previsto della consultazione

Assistere il medico durante la consultazione ed eseguire processi diagnostici

  1 giorno

3.

Corso 10

Controllare, utilizzare, pulire ed effettuare la manutenzione degli apparecchi per le analisi di laboratorio

Eseguire analisi di laboratorio specifiche rispettando le direttive in materia di gestione della qualità e valutare i risultati

Validare i risultati delle analisi, confrontarli con i valori di riferimento, interpretarli, valutarne la plausibilità e trasmetterli al medico

  2 giorni

3.

Corso 11

Eseguire esami di diagnostica per immagini a basso dosaggio in formato analogico e digitale su torace ed estremità rispettando le prescrizioni in materia di radioprotezione

Valutare la qualità delle immagini e trasmetterle al medico

  1 giorno

3.

Corso 12

Eseguire i processi terapeutici secondo le prescrizioni e in base al paziente

Pianificare e svolgere secondo le prescrizioni i trattamenti successivi e la prevenzione di complicazioni.

  2 giorni

Totale

38 giorni

3 Nell’ultimo semestre della formazione professionale di base non si possono svolgere corsi interaziendali.


1 La correzione del 28 ago. 2018 concerne soltanto il testo francese (RU 2018 3077).


  Sezione 5: Piano di formazione

Art. 9

1 All’entrata in vigore della presente ordinanza è disponibile un piano di formazione1, della competente organizzazione del mondo del lavoro.

2 Il piano di formazione:

a.
contiene il profilo di qualificazione, che comprende:
1.
il profilo professionale,
2.
la tabella delle competenze operative e dei relativi campi,
3.
il livello richiesto per la professione;
b.
precisa i contenuti della formazione di base e le disposizioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente; precisa anche, in caso di utilizzo di radiazioni ionizzanti, i requisiti relativi alla formazione in radioprotezione che devono soddisfare le persone nel settore della medicina di cui all’articolo 182 capoverso 1 lettera i dell’ordinanza del 26 aprile 20172 sulla radioprotezione nonché i contenuti formativi secondo l’allegato 2 tabelle 1−4 dell’ordinanza del 26 aprile 20173 sulla formazione in radioprotezione;
c.
determina quali competenze operative sono trasmesse e apprese in ciascun luogo di formazione.

3 Al piano di formazione è allegato l’elenco degli strumenti volti a garantire e attuare la formazione professionale di base nonché a promuovere la qualità, con indicazione delle fonti.


1 Il piano del 15 marzo 2018 è disponibile sul sito SEFRI nell’elenco delle professioni: www.bvz.admin.ch > Professioni A–Z.
2 RS 814.501
3 RS 814.501.261


  Sezione 6: Requisiti per i formatori e numero massimo di persone in formazione in azienda

Art. 10 Requisiti professionali richiesti ai formatori

Il formatore soddisfa i requisiti professionali se possiede una delle qualifiche seguenti:

a.
attestato federale di capacità di assistente di studio medico AFC e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
b.
attestato federale di capacità di assistente di studio medico qualificato e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
c.
diploma di aiuto medico della Federazione dei medici svizzeri FMH (DFMS) con autorizzazione a effettuare radiografie e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
d.
attestato federale di capacità di una professione affine con le necessarie conoscenze professionali nel campo dell’assistente di studio medico AFC, con certificato di radioprotezione e almeno tre anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
e.
titolo della formazione professionale superiore in ambito pertinente, con certificato di radioprotezione e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
f.
diploma di scuola universitaria in ambito pertinente, con certificato di radioprotezione e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento.
Art. 11 Numero massimo di persone in formazione in azienda

1 Nell’azienda di tirocinio, oltre al medico, deve essere impiegato un formatore secondo l’articolo 10.

2 Nelle aziende che impiegano un formatore al 100 per cento o due formatori ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione.

3 Per ogni altro specialista impiegato al 100 per cento o per ogni due specialisti in più impiegati ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione in più.

4 È considerato specialista il titolare di un attestato federale di capacità o di una qualifica equivalente nel campo della persona in formazione.

5 Nelle aziende che possono impiegare soltanto una persona in formazione una seconda persona può iniziare il tirocinio quando la prima inizia l’ultimo anno della formazione professionale di base.

6 In casi particolari l’autorità cantonale può autorizzare un numero maggiore di persone in formazione nelle aziende che da più anni svolgono la loro funzione di formazione con risultati particolarmente positivi.


  Sezione 7: Documentazione dell’apprendimento, rapporto di formazione e documentazione delle prestazioni

Art. 12 Documentazione dell’apprendimento

1 Nel corso della formazione professionale pratica la persona in formazione tiene una documentazione dell’apprendimento in cui annota regolarmente i principali lavori eseguiti in relazione alle competenze operative da acquisire.

2 Almeno una volta al semestre il formatore controlla e firma la documentazione dell’apprendimento e la discute con la persona in formazione.

Art. 13 Rapporto di formazione

1 Alla fine di ogni semestre, il formatore rileva in un rapporto il livello raggiunto dalla persona in formazione. A tal fine si basa sulle prestazioni nella formazione professionale pratica e sui resoconti delle prestazioni nella scuola professionale e nei corsi interaziendali. Discute il rapporto con la persona in formazione.

2 Se necessario, il formatore e la persona in formazione concordano misure per il raggiungimento degli obiettivi di formazione e fissano apposite scadenze. Le decisioni prese e le misure concordate sono annotate per iscritto.

3 Dopo la scadenza prefissata il formatore verifica l’efficacia delle misure concordate e ne riporta l’esito nel successivo rapporto di formazione.

4 Se nonostante le misure concordate gli obiettivi non sono raggiunti o se è a rischio il buon esito della formazione, il formatore lo comunica per iscritto alle parti contraenti e all’autorità cantonale.

Art. 14 Documentazione delle prestazioni nella scuola professionale

La scuola professionale documenta le prestazioni della persona in formazione nei campi di competenze operative in cui è svolto l’insegnamento e nella cultura generale e le consegna una pagella alla fine di ogni semestre.

Art. 15 Documentazione delle prestazioni nei corsi interaziendali

Gli operatori dei corsi interaziendali documentano le prestazioni delle persone in formazione mediante controlli delle competenze dei corsi 1−8.


  Sezione 8: Procedure di qualificazione

Art. 16 Ammissione

È ammesso alle procedure di qualificazione chi ha concluso la formazione professionale di base:

a.
secondo le disposizioni della presente ordinanza;
b.
in un istituto di formazione riconosciuto dal Cantone; o
c.
al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato, se:
1.
ha maturato l’esperienza professionale di cui all’articolo 32 OFPr,
2.
ha svolto almeno tre anni di tale esperienza professionale nel campo dell’assistente di studio medico AFC, e
3.
rende verosimile il possesso dei requisiti per la rispettiva procedura di qualificazione.
Art. 17 Oggetto

Nelle procedure di qualificazione occorre dimostrare di aver acquisito le competenze operative di cui all’articolo 4.

Art. 18 Durata e svolgimento della procedura di qualificazione con esame finale

1 Nella procedura di qualificazione con esame finale sono esaminate, nel modo sotto indicato, le competenze operative nei campi di qualificazione seguenti:

a.
«lavoro pratico», sotto forma di lavoro pratico prestabilito della durata di tre ore. Vale quanto segue:
1.
l’esame per questo campo di qualificazione ha luogo verso la fine della formazione professionale di base,
2.
la persona in formazione deve dimostrare di essere in grado di svolgere le attività richieste in modo professionalmente corretto e adeguato alle necessità e alla situazione,
3.
è ammessa la consultazione della documentazione dell’apprendimento e dei corsi interaziendali,
4.
il campo di qualificazione comprende i campi di competenze operative sottoelencati con i tipi di esame e la durata seguenti nonché con le ponderazioni seguenti:

Voce

Campi di competenze operative

Tipo di esame e durata

Ponderazione

esame pratico

orale

11

Organizzazione e amministrazione dello studio medico

Assistenza al medico durante la consultazione e svolgimento di processi diagnostici

20 min.

10 min.

15 %

2

Svolgimento di analisi di laboratorio e valutazione dei risultati

60 min.

30 %

3

Svolgimento degli esami di diagnostica per immagini a basso dosaggio e valutazione della qualità delle immagini

30 min.

15 min.

40 %

4

Svolgimento di processi terapeutici

45 min.

15 %

b.
«conoscenze professionali», della durata di tre ore e 3¾. Vale quanto segue:
1.
l’esame per questo campo di qualificazione ha luogo verso la fine della formazione professionale di base,
2.
il campo di qualificazione è valutato con esame scritto e comprende i campi di competenze operative sottoelencati con la durata e le ponderazioni seguenti:

Voce

Campi di competenze operative

Durata

Ponderazione

1

Organizzazione e amministrazione dello studio medico

60 min.

20 %

2

Assistenza al medico durante la consultazione e svolgimento di processi diagnostici

60 min.

15 %

3

Svolgimento di analisi di laboratorio e valutazione dei risultati

45 min.

20 %

4

Svolgimento degli esami di diagnostica per immagini a basso dosaggio e valutazione della qualità delle immagini

30 min.

30 %

5

Svolgimento di processi terapeutici

30 min.

15 %

c.
«cultura generale». A questo campo di qualificazione si applica l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20062 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

2 Per ogni campo di qualificazione la valutazione è effettuata da almeno due periti d’esame.


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 21 mag. 2019, in vigore dal 1° lug. 2019 (RU 2019 1655).
2 RS 412.101.241

Art. 19 Superamento della procedura di qualificazione, calcolo e ponderazione delle note

1 La procedura di qualificazione con esame finale è superata se:

a.
per il campo di qualificazione «lavoro pratico» è attribuito almeno il 4;
b.
per il campo di qualificazione «conoscenze professionali» è attribuito almeno il 4; e
c.
la nota complessiva raggiunge almeno il 4.

2 La nota complessiva è data dalla media, arrotondata a un decimale, della somma delle note ponderate dei singoli campi di qualificazione dell’esame finale e della nota ponderata relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali. Vale la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 30 per cento;
b.
conoscenze professionali: 30 per cento;
c.
cultura generale: 20 per cento;
d.
nota relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali: 20 per cento.

3 Per nota relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto della somma delle sei note delle pagelle semestrali.

Art. 20 Ripetizioni

1 La ripetizione della procedura di qualificazione è disciplinata dall’articolo 33 OFPr.

2 Qualora si debba ripetere un campo di qualificazione, esso va ripetuto interamente.

3 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente l’insegnamento delle conoscenze professionali, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono almeno due semestri di insegnamento delle conoscenze professionali, per il calcolo della nota fanno stato soltanto le nuove note.

Art. 21 Qualifiche acquisite al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato (caso particolare)

1 Per i candidati che hanno acquisito le competenze operative necessarie al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato e che hanno sostenuto l’esame finale secondo la presente ordinanza viene meno la nota relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali.

2 In questo caso, per il calcolo della nota complessiva valgono le note sottoelencate con la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 40 per cento;
b.
conoscenze professionali: 40 per cento;
c.
cultura generale: 20 per cento.

  Sezione 9: Attestazioni e titolo

Art. 22

1 Chi ha superato la procedura di qualificazione consegue l’attestato federale di capacità (AFC).

2 L’attestato federale di capacità conferisce il diritto di avvalersi del titolo legalmente protetto di «assistente di studio medico AFC».

3 Se l’attestato federale di capacità è stato conseguito mediante procedura di qualificazione con esame finale, nel certificato delle note sono riportate:

a.
la nota complessiva;
b.
le note di ogni campo di qualificazione dell’esame finale e, fatto salvo l’articolo 21 capoverso 1, la nota relativa all’insegnamento delle conoscenze professionali.

  Sezione 10: Sviluppo della qualità e organizzazione

Art. 23 Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità della formazione per gli assistenti di studio medico AFC

1 La Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità della formazione degli assistenti di studio medico AFC è composta da:

a.
da tre a quattro rappresentanti della Federazione dei medici svizzeri (FMH);
b.
da due a tre rappresentanti delle due seguenti organizzazioni dei lavoratori, ognuna delle quali con obbligo di designare almeno un rappresentante:
1.
Schweizerischer Verband Medizinischer Praxis-Fachpersonen (SVA),
2.
Association Romande des Assistantes Médicales (ARAM),
c.
due rappresentanti dei docenti di materie professionali;
d.
un rappresentante dell’Ufficio federale della sanità pubblica, Divisione radioprotezione;
e.
almeno un rappresentante della Confederazione, oltre a quello di cui alla lettera d, e almeno uno dei Cantoni.

2 Per la composizione vale inoltre quanto segue:

a.
si cerca di raggiungere una rappresentanza paritetica di entrambi i sessi;
b.
le regioni linguistiche sono adeguatamente rappresentate.

3 La Commissione si autocostituisce.

4 Essa svolge in particolare i seguenti compiti:

a.
verifica almeno ogni cinque anni la presente ordinanza e il piano di formazione in relazione agli sviluppi economici, tecnologici, ecologici e didattici; nella verifica tiene conto di eventuali nuovi aspetti organizzativi della formazione professionale di base;
b.
se osserva sviluppi che richiedono una modifica della presente ordinanza, chiede all’organizzazione del mondo del lavoro competente di proporre alla SEFRI la corrispondente modifica;
c.
se osserva sviluppi che richiedono una modifica del piano di formazione, presenta all’organizzazione del mondo del lavoro competente una proposta di adeguamento del piano di formazione;
d.
esprime un parere riguardo agli strumenti volti a garantire e attuare la formazione professionale di base nonché a promuovere la qualità, in particolare sulle disposizioni esecutive per la procedura di qualificazione con esame finale.
Art. 24 Organizzazione e responsabili dei corsi interaziendali

1 Sono responsabili dei corsi interaziendali le società mediche cantonali sotto la supervisione della FMH.

2 In collaborazione con le società mediche cantonali competenti, i Cantoni possono delegare a un altro ente responsabile lo svolgimento dei corsi interaziendali, in particolare se non sono più garantiti la qualità o lo svolgimento degli stessi.

3 I Cantoni disciplinano con l’ente responsabile l’organizzazione e lo svolgimento dei corsi interaziendali.

4 Le autorità cantonali competenti hanno il diritto di accedere ai corsi in qualsiasi momento.


  Sezione 11: Disposizioni finali

Art. 25 Abrogazione di altri atti normativi

L’ordinanza della SEFRI dell’8 luglio 20091 sulla formazione professionale di base assistente di studio medico con attestato federale di capacità (AFC) è abrogata.


1 [RU 2009 4545, 2012 4577, 2017 7331]

Art. 26 Disposizioni transitorie e prima applicazione di singole disposizioni

1 Il diploma di aiuto medico DFMS con autorizzazione a effettuare radiografie conseguito da coloro che hanno terminato la formazione prima del 31 dicembre 1998 è equiparato all’attestato federale di capacità secondo il regolamento del 12 settembre 19941 concernente il tirocinio e l’esame finale di tirocinio per assistenti di studio medico.

2 Le persone che hanno iniziato la formazione di assistente di studio medico prima del 1° gennaio 2019 la portano a termine in base al diritto anteriore, al massimo però entro il 31 dicembre 2023.2

3 I candidati che ripetono la procedura di qualificazione con esame finale per assistente di studio medico entro il 31 dicembre 2023 sono valutati in base al diritto anteriore. I candidati che presentano un’apposita richiesta scritta sono valutati in base al nuovo diritto.

4 Le disposizioni concernenti le procedure di qualificazione, le attestazioni e il titolo (art. 16–22) si applicano dal 1° gennaio 2022.


1 FF 1995 III 314
2 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 21 mag. 2019, in vigore dal 1° lug. 2019 (RU 2019 1655).

Art. 27 Entrata in vigore

La presente ordinanza entra in vigore il 1° gennaio 2019.



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