Index

412.103.11

Verordnung des SBFI über die eidgenössische Berufsmaturitätsprüfung

(VEBMP)

vom 16. November 2016 (Stand am 1. Januar 2017)

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 4 Absatz 2 der Berufsmaturitätsverordnung vom 24. Juni 20091 (BMV),

verordnet:

  1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand

Diese Verordnung regelt die eidgenössische Berufsmaturitätsprüfung zur Erlangung der eidgenössischen Berufsmaturität (Prüfung) für Inhaberinnen und Inhaber eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses oder einer gleichwertigen beruflichen Qualifikation, welche die erforderlichen fachlichen und überfachlichen Kompetenzen der erweiterten Allgemeinbildung ausserhalb eines anerkannten Bildungsgangs nach Artikel 29 BMV erworben haben.

Art. 2 Zuständigkeiten

1 Die Prüfung wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) durchgeführt.

2 Das SBFI bestimmt für die Organisation und Durchführung der Prüfung eine Prüfungsleiterin oder einen Prüfungsleiter (Prüfungsleitung). Es kann eine externe Stelle damit beauftragen.

3 Der Prüfungsleitung obliegt die Aufsicht über die Einhaltung der Anforderungen und der Qualität der Prüfung. Insbesondere übernimmt sie folgende Aufgaben:

a.
Festsetzung der Orte und der Zeitpunkte der Prüfung;
b.
Festsetzung des Prüfungsprogramms;
c.
Ausschreibung der Prüfung;
d.
Festsetzung des Anmeldetermins;
e.
Definition des Themas für die interdisziplinäre Projektarbeit (IDPA);
f.
Ernennung der Prüfungsexaminatorinnen und -examinatoren (Examinatorinnen und Examinatoren) und der Prüfungsexpertinnen und -experten (Expertinnen und Experten);
g.
Kontrolle der Zulassungsgesuche;
h.
Durchführung der Prüfung und Aufsicht während der Prüfungssession;
i.
Erstellen der Notenblätter.

4 Das SBFI stellt der Prüfungsleitung ein Prüfungssekretariat zur Verfügung. Dieses ist für die administrative Leitung der Prüfung zuständig. Das SBFI kann eine externe Stelle mit der Führung des Sekretariats beauftragen.


  2. Abschnitt: Prüfungssessionen, Anmeldung, Zulassung und Rücktritt

Art. 3 Prüfungssessionen

1 Die Prüfung findet in der Regel einmal jährlich statt.

2 Ort und Zeit der Prüfungssessionen sowie die Anmeldefrist werden im Bundesblatt und auf der Website des SBFI1 publiziert.


1 www.sbfi.admin.ch

Art. 4 Zulassungskriterien

1 Zur Prüfung wird zugelassen, wer:

a.
Inhaberin oder Inhaber eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses oder einer gleichwertigen beruflichen Qualifikation ist;
b.
eine Depotgebühr in der Höhe von 500 Franken einbezahlt hat;
c.
die Anmeldung gemäss Artikel 5 form- und fristgerecht eingereicht hat.

2 Die Zulassung steht unter dem Vorbehalt der form- und fristgerechten Einreichung der IDPA.

Art. 5 Anmeldung

1 Die Kandidatinnen und Kandidaten melden sich innerhalb der publizierten Anmeldefrist beim Prüfungssekretariat zur Prüfung an.

2 Für die Anmeldung sind folgende Unterlagen einzureichen:

a.
das ausgefüllte Anmeldeformular;
b.
eine Kopie des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses oder eines gleichwertigen Ausweises;
c.
ein allfälliges Gesuch um Dispensation in der zweiten Landessprache und in der dritten Sprache gemäss Artikel 6, unter Beilage der Kopien der Fremdsprachendiplome;
d.
ein allfälliges Gesuch um Nachteilsausgleich nach Artikel 17 Absatz 5;
e.
der Beleg über die einbezahlte Depotgebühr.

3 Für die Angaben nach Absatz 2 Buchstaben a, c und d sind ausschliesslich die Formulare des Prüfungssekretariats zu verwenden.

4 Die Unterlagen zur Anmeldung sind vollständig ausgefüllt, lückenlos und fristgerecht einzureichen.

5 Nach Ablauf der Anmeldefrist ist ein Wechsel der Prüfungsart oder eine Anpassung der für die Teilprüfung gewählten Fächer nicht mehr möglich.

Art. 6 Teildispensation in der zweiten Landessprache und in der dritten Sprache

Kandidatinnen und Kandidaten können bei Vorliegen eines anerkannten Fremdsprachendiploms von der schriftlichen Prüfung in der zweiten Landessprache und in der dritten Sprache dispensiert werden. Die Anerkennung der Fremdsprachendiplome und die Voraussetzungen für die Teildispensation richten sich nach Artikel 23 BMV.

Art. 7 Zulassung

1 Das SBFI entscheidet über die Zulassung zur Prüfung gestützt auf den Antrag der Prüfungsleitung.

2 Die Nichtzulassung wird vom SBFI verfügt und der Kandidatin oder dem Kandidaten schriftlich spätestens 90 Tage vor Beginn der Prüfung eröffnet.

3 Die Zulassung wird der Kandidatin oder dem Kandidaten spätestens 60 Tage vor Beginn der Prüfung vom Prüfungssekretariat schriftlich mitgeteilt.

4 Gleichzeitig mit dem positiven Zulassungsentscheid gibt das Prüfungssekretariat Ort und Zeit der Prüfungssession sowie den Termin zur Einreichung der IDPA an. Es verweist auf die vorliegende Verordnung und deren Fundstelle sowie im Speziellen auf die Bestehensnormen gemäss Artikel 20 und auf die Sanktionen gemäss Artikel 21.

Art. 8 Rücktritt

1 Kandidatinnen und Kandidaten können ihre Anmeldung bis 30 Tage vor Beginn der ersten schriftlichen Prüfung ohne Begründung zurückziehen.

2 Später ist ein Rücktritt nur bei Vorliegen eines hinreichenden Grundes möglich. Als hinreichende Gründe gelten namentlich:

a.
Mutterschaft;
b.
Krankheit und Unfall;
c.
Todesfall im engeren Umfeld;
d.
unvorhergesehener Militär-, Zivilschutz- oder Zivildienst.

3 Der Rücktritt nach Absatz 2 muss der Prüfungsleitung unverzüglich schriftlich mitgeteilt und begründet werden.

4 Ein Rücktritt berechtigt nicht zu einer Nachprüfung ausserhalb der Prüfungssessionen.

5 Wer ohne hinreichende Gründe später als 30 Tage vor Beginn der ersten schriftlichen Prüfung von der Prüfung zurücktritt, verliert seinen Anspruch auf Rückerstattung der Depotgebühr (Art. 25).


  3. Abschnitt: Prüfung

Art. 9 Prüfungszweck

Mit der Prüfung soll festgestellt werden, ob die Kandidatin oder der Kandidat die Ziele gemäss Artikel 3 BMV erreicht hat und befähigt ist, ein Fachhochschulstudium aufzunehmen.

Art. 10 Ausrichtungen

1 Die Prüfung wird für folgende Ausrichtungen der eidgenössischen Berufsmaturität angeboten:

a.
Technik, Architektur, Life Sciences;
b.
Wirtschaft und Dienstleistungen;
c.
Gesundheit und Soziales.

2 Sie wird überdies für folgende Ausrichtungen angeboten, wenn bis zum 31. Juli des Jahres vor der Prüfung mindestens zehn entsprechende Anmeldungen nach Artikel 5 vorliegen:

a.
Natur, Landschaft und Lebensmittel;
b.
Gestaltung und Kunst.

3 Kommt in den Ausrichtungen Natur, Landschaft und Lebensmittel oder Gestaltung und Kunst wegen einer ungenügenden Anzahl Anmeldungen keine Prüfung zustande, so wird den Kandidatinnen und Kandidaten die einbezahlte Depotgebühr zurückerstattet.

Art. 11 Prüfungsziele und -inhalte

Die Kompetenzen, Lerngebiete und Anforderungen in den einzelnen Fächern und in der IDPA richten sich nach dem Rahmenlehrplan vom 18. Dezember 20121 für die Berufsmaturität (RLP-BM).


1 Zu finden auf der Website des SBFI (www.sbfi.admin.ch).

Art. 12 Richtlinien

1 Das SBFI erlässt in Ergänzung zu dieser Verordnung Richtlinien zur Prüfung.

2 Diese legen insbesondere fest:

a.
die Prüfungsaufteilung;
b.
den Prüfungsaufbau und die Bewertungskriterien;
c.
die Anforderungen an die Erstellung und die Präsentation der IDPA;
d.
die Liste der literarischen Werke (nach Epochen und Sprachen);
e.
die Liste der zugelassenen Hilfsmittel.

3 Die Listen nach Absatz 2 Buchstaben d und e werden jährlich aktualisiert.

4 Die Richtlinien werden auf der Website des SBFI1 publiziert.

5 Das SBFI erarbeitet die Richtlinien zusammen mit Fachlehrkräften der Sekundarstufe II und den Fachhochschulen und unter Rücksprache mit der eidgenössischen Berufsmaturitätskommission (EBMK).


1 www.sbfi.admin.ch

Art. 13 Prüfungsfächer und interdisziplinäre Projektarbeit

1 Die Prüfungsfächer in den einzelnen Ausrichtungen richten sich nach dem RLP—BM.

2 Prüfungsfächer im Grundlagenbereich sind für alle Ausrichtungen:

a.
erste Landessprache: Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch;
b.
zweite Landessprache: Deutsch, Französisch oder Italienisch;
c.
dritte Sprache: Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch;
d.
Mathematik.

3 Die Kandidatinnen und Kandidaten bezeichnen die Sprachen bei der Anmeldung. Kandidatinnen und Kandidaten, die Rätoromanisch als erste Landessprache wählen, bezeichnen die Sprache für die anderen Prüfungsfächer.

4 Die Kandidatinnen und Kandidaten, die von der schriftlichen Prüfung in der zweiten Landessprache oder in der dritten Sprache dispensiert sind, legen in dieser Sprache eine mündliche Prüfung ab.

5 Prüfungsfächer im Schwerpunktbereich sind:

a.
für die Ausrichtung Technik, Architektur, Life Sciences:
1.
Naturwissenschaften,
2.
Mathematik;
b.
für die Ausrichtung Wirtschaft und Dienstleistungen:
1.
Finanz- und Rechnungswesen,
2.
Wirtschaft und Recht;
c.
für die Ausrichtung Gesundheit und Soziales:
1.
Sozialwissenschaften,
2.
Naturwissenschaften im Hinblick auf den FH-Fachbereich Gesundheit sowie Wirtschaft und Recht im Hinblick auf den FH-Fachbereich soziale Arbeit;
d.
für die Ausrichtung Natur, Landschaft und Lebensmittel:
1.
Naturwissenschaften 1,
2.
Naturwissenschaften 2;
e.
für die Ausrichtung Gestaltung und Kunst:
1.
Gestaltung, Kunst, Kultur,
2.
Information und Kommunikation.

6 Prüfungsfächer im Ergänzungsbereich sind:

a.
für die Ausrichtung Technik, Architektur, Life Sciences:
1.
Geschichte und Politik,
2.
Wirtschaft und Recht;
b.
für die Ausrichtung Wirtschaft und Dienstleistungen:
1.
Geschichte und Politik,
2.
Technik und Umwelt im Typ Wirtschaft sowie Wirtschaft und Recht im Typ Dienstleistungen;
c.
für die Ausrichtung Gesundheit und Soziales:
1.
Geschichte und Politik,
2.
Wirtschaft und Recht im Hinblick auf den FH-Fachbereich Gesundheit sowie Technik und Umwelt im Hinblick auf den FH-Fachbereich soziale Arbeit;
d.
für die Ausrichtung Natur, Landschaft und Lebensmittel:
1.
Geschichte und Politik,
2.
Wirtschaft und Recht;
e.
für die Ausrichtung Gestaltung und Kunst:
1.
Geschichte und Politik,
2.
Technik und Umwelt.

7 Das interdisziplinäre Arbeiten wird im Rahmen einer IDPA geprüft. Die IDPA ist zu einem vorgegebenen Thema und unter Berücksichtigung von zwei vorgegebenen Fächern zu erstellen und zu präsentieren.

Art. 14 Prüfungsorgane und ihre Aufgaben

1 Prüfungsorgane sind:

a.
die Prüfungsleitung und das Prüfungssekretariat;
b.
die Examinatorinnen und Examinatoren;
c.
die Expertinnen und Experten.

2 Die Prüfungsleitung und das Prüfungssekretariat haben die Aufgaben nach Artikel 2 Absätze 3 und 4.

3 Die Examinatorinnen und Examinatoren erstellen die Aufgaben für die schriftlichen Prüfungen, korrigieren die schriftlichen Prüfungen, bereiten die mündlichen Prüfungen vor, nehmen sie ab und bewerten die erbrachten Leistungen.

4 Sie bestimmen für die IDPA das Thema und die beiden damit abzudeckenden Fächer, nehmen Stellung zu einem eingereichten IDPA-Konzept, beurteilen das Produkt der Projektarbeit, verfolgen deren Präsentation und bewerten die IDPA.

5 Die Expertinnen und Experten sind für die Zweitkorrektur der schriftlichen Prüfungen sowie für die Zweitbeurteilung der IDPA zuständig. Sie nehmen an den mündlichen Prüfungen teil und wirken mit an deren Bewertung.

6 Sie nehmen in Absprache mit den Examinatorinnen und Examinatoren die Gesamtbewertung für jedes Fach und für die IDPA vor.

Art. 15 Zutritt zu den Prüfungen

Aussenstehenden ist der Zutritt zu den Prüfungen nur mit vorgängiger Bewilligung der Prüfungsleitung gestattet.


  4. Abschnitt: Qualifikationsverfahren, Bewertung, Bestehensnormen

Art. 16 Prüfungsaufteilung

1 Die Kandidatin oder der Kandidat kann die Prüfung nach eigener Wahl in einer der beiden folgenden Formen ablegen:

a.
in Form einer Gesamtprüfung in einer einzigen Prüfungssession;
b.
in Form zweier Teilprüfungen in zwei Prüfungssessionen.

2 Wird die Prüfung in Form zweier Teilprüfungen abgelegt, so muss die zweite Teilprüfung spätestens im Verlauf des auf die erste Teilprüfung folgenden Kalenderjahres abgelegt werden. Auf Gesuch der Kandidatin oder des Kandidaten kann die Prüfungsleitung in begründeten Fällen Ausnahmen bewilligen.

Art. 17 Prüfungsform und -dauer

1 Für die Fächer im Grundlagen- und im Schwerpunktbereich gelten die Prüfungsformen und die Prüfungsdauer, wie sie in Ziffer 10 des RLP-BM je Ausrichtung festgelegt sind.

2 Die Prüfung in der zweiten Landessprache und in der dritten Sprache erfolgt schriftlich und mündlich. Die mündliche Prüfung in jeder Sprache dauert 20 Minuten.

3 Die Fächer im Ergänzungsbereich werden schriftlich oder mündlich geprüft. Eine schriftliche Prüfung dauert 90 Minuten, eine mündliche 20 Minuten. Die Prüfungsleitung legt jährlich die Prüfungsform fest.

4 Die Präsentation der IDPA einschliesslich Gespräch dazu dauert insgesamt 20 Minuten.

5 Benötigt eine Kandidatin oder ein Kandidat aufgrund einer Behinderung besondere Hilfsmittel oder mehr Zeit, so wird dies angemessen gewährt. Ein Gesuch um Nachteilsausgleich wird mit der Anmeldung eingereicht.

Art. 18 Leistungsbewertung

Die Leistungen in den Prüfungsfächern, in der schriftlichen und mündlichen Prüfung sowie in der IDPA werden in ganzen oder halben Noten ausgedrückt. 6 ist die höchste, 1 die tiefste Note. Noten unter 4 stehen für ungenügende Leistungen.

Art. 19 Notenberechnung und Notengewichtung

1 Noten, die sich aus dem Mittel der Summe mehrerer bewerteter Leistungen ergeben, werden auf die nächste halbe oder ganze Note gerundet. Ausgenommen ist die Gesamtnote.

2 Bei Kandidatinnen und Kandidaten, die von der schriftlichen Prüfung in der zweiten Landessprache oder der dritten Sprache dispensiert sind, entspricht die Note für die entsprechende Sprache dem Mittel aus der Summe des vom SBFI zu einer Note umgerechneten Prüfungsergebnisses aus dem Fremdsprachendiplom und der Note der mündlichen Prüfung; dabei gilt folgende Gewichtung:

a.
umgerechnetes Prüfungsergebnis aus dem Fremdsprachendiplom: 70 %;
b.
Note der mündlichen Prüfung: 30 %

3 Die Umrechnung des Prüfungsergebnisses aus dem Fremdsprachendiplom erfolgt analog der Umrechnung in anerkannten Bildungsgängen der Berufsmaturität.

4 Die Note für das interdisziplinäre Arbeiten entspricht der Note der IDPA. Die Note der IDPA ist das Mittel aus der Summe der Note des Produkts der Projektarbeit und der Note der Präsentation; dabei gilt folgende Gewichtung:

a.
Note des Produkts: doppelt;
b.
Note der Präsentation: einfach.

5 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der Noten aller Fächer im Grundlagenbereich, im Schwerpunktbereich und im Ergänzungsbereich sowie der Note für das interdisziplinäre Arbeiten.

Art. 20 Bestehensnormen

1 Die Prüfung ist bestanden, wenn:

a.
die Gesamtnote mindestens 4 beträgt;
b.
die Note für das interdisziplinäre Arbeiten mindestens 4 beträgt;
c.
die Differenz der ungenügenden Noten zur Note 4 gesamthaft den Wert 2 nicht übersteigt; und
d.
nicht mehr als zwei Noten unter 4 erteilt wurden.

2 Die Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn die Kandidatin oder der Kandidat:

a.
ohne rechtzeitige Angabe hinreichender Gründe von der Prüfung oder von Teilen davon fernbleibt;
b.
sich nach Ablegen der ersten Teilprüfung nicht innerhalb der in Artikel 16 Absatz 2 festgelegten Frist der zweiten Teilprüfung unterzieht;
c.
sich unerlaubter Hilfsmittel bedient oder sich andere Unredlichkeiten zu Schulden kommen lässt.
Art. 21 Sanktionen

1 In den Fällen nach Artikel 20 Absatz 2 gilt Folgendes:

a.
die bereits erzielten Noten werden annulliert;
b.
die Depotgebühr wird nicht zurückerstattet.

2 In den Fällen nach Artikel 20 Absatz 2 Buchstabe c gilt überdies Folgendes:

a.
Die Kandidatin oder der Kandidat wird von der Prüfungssession ausgeschlossen; der Ausschluss wird auf Antrag der Prüfungsleitung vom SBFI verfügt; bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids hat die Kandidatin oder der Kandidat Anspruch darauf, die Prüfung unter Vorbehalt abzuschliessen.
b.
In besonders schweren Fällen kann das SBFI den dauernden Ausschluss der fehlbaren Kandidatin oder des fehlbaren Kandidaten verfügen.
Art. 22 Prüfungsentscheid und Notenmitteilung

1 Die Examinatorin oder der Examinator und die Expertin oder der Experte bestätigen durch ihre Unterschrift die Richtigkeit der gesetzten Noten.

2 Im Anschluss an die Prüfung wird der Kandidatin oder dem Kandidaten der Prüfungsentscheid schriftlich mitgeteilt.

3 Steht nach der Absolvierung der ersten Teilprüfung fest, dass die Bestehensnormen nach Artikel 20 Absatz 1 nicht erfüllt werden können, werden der Kandidatin oder dem Kandidaten die erzielten Noten mitgeteilt.

4 Beim Nichtbestehen der Prüfung wird der Prüfungsentscheid vom SBFI verfügt. Die erzielten Noten werden mit der Verfügung mitgeteilt.

Art. 23 Eidgenössisches Berufsmaturitätszeugnis

Wer die Prüfung bestanden hat, erhält ein eidgenössisches Berufsmaturitätszeugnis und den zugehörigen Notenausweis. Im Notenausweis aufgeführt sind:

a.
Name, Vorname, Heimatort oder Herkunftsland und Geburtsdatum;
b.
der geschützte Titel laut dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis;
c.
die Noten der Prüfungsfächer;
d.
die Note für das interdisziplinäre Arbeiten und das Thema der IDPA;
e.
die Gesamtnote;
f.
die Ausrichtung der Berufsmaturität gemäss dem RLP-BM;
g.
das Datum und die Unterschrift der Prüfungsleitung und der stellvertretenden Direktorin oder des stellvertretenden Direktors des SBFI.
Art. 24 Wiederholung

1 Die Prüfung kann einmal wiederholt werden.

2 Bei einer Wiederholung innerhalb von zwei Jahren ab Eröffnung des Prüfungsentscheids sind nur jene Fächer oder die IDPA abzulegen, in denen eine ungenügende Leistung erbracht wurde. Bei einer späteren Wiederholung müssen alle Fächer und die IDPA abgelegt werden.

3 Für die Wiederholung der IDPA kann die Kandidatin oder der Kandidat wählen, ob sie oder er:

a.
die als ungenügend bewertete IDPA überarbeiten will; oder
b.
eine neue IDPA zum für die neue Prüfungssession vorgegebenen Thema erarbeiten will.

4 Die zu wiederholenden Fächer können in einer oder in zwei Prüfungssessionen abgelegt werden.

5 Im Falle einer ungenügenden ersten Teilprüfung, die das Bestehen der ganzen Prüfung verunmöglicht, können die ungenügend abgeschlossenen Fächer und die ungenügende IDPA bereits vor der zweiten Teilprüfung wiederholt werden.

Art. 25 Rückerstattung der Depotgebühr

Die einbezahlte Depotgebühr wird der Kandidatin oder dem Kandidaten nach Abschluss der Prüfungssession zurückerstattet. Ausgenommen sind die Fälle nach Artikel 20 Absatz 2.


  5. Abschnitt: Beschwerdeverfahren

Art. 26

Das Beschwerdeverfahren gegen Verfügungen nach dieser Verordnung richtet sich nach den allgemeinen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege.


  6 Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 27 Aufhebung eines anderen Erlasses

Das Reglement vom 22. September 20091 über die eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfungen wird aufgehoben.


1 Nicht in der AS publiziert

Art. 28 Übergangsbestimmungen

1 Kandidatinnen und Kandidaten, die vor dem 1. Oktober 2018 die erste Teilprüfung gemäss Reglement vom 22. September 2009 absolviert haben, beenden die Prüfung nach den Bestimmungen dieses Reglements.

2 Prüfungswiederholungen nach dem Reglement vom 22. September 2009 sind letztmals in der Session 2021 möglich.

3 Das erste Qualifikationsverfahren nach den Bestimmungen dieser Verordnung wird 2019 durchgeführt.

Art. 29 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2017 in Kraft.



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412.103.11

Ordinanza della SEFRI sull’esame federale di maturità professionale

(OEFMP)

del 16 novembre 2016 (Stato 1° gennaio 2017)

La Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e linnovazione (SEFRI),

visto l’articolo 4 capoverso 2 dell’ordinanza del 24 giugno 20091 sulla maturità professionale (OMPr),

ordina:

  Sezione 1: Disposizioni generali

Art. 1 Oggetto

La presente ordinanza disciplina l’esame federale di maturità professionale per il conseguimento della maturità professionale federale (esame) per i titolari di un attestato federale di capacità o di una qualifica professionale equivalente che hanno acquisito le competenze disciplinari ed extradisciplinari della formazione generale approfondita al di fuori di un ciclo di formazione riconosciuto ai sensi dell’articolo 29 OMPr.

Art. 2 Competenze

1 L’esame è svolto a cura della Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e l’innovazione (SEFRI).

2 Per l’organizzazione e lo svolgimento dell’esame la SEFRI designa un direttore d’esame (direzione d’esame). Essa può assegnare questo incarico a un ente esterno.

3 La direzione d’esame vigila sul rispetto dei requisiti e della qualità dell’esame. Essa svolge in particolare i seguenti compiti:

a.
stabilisce il luogo e la data dell’esame;
b.
definisce il programma d’esame;
c.
pubblica il bando d’esame;
d.
stabilisce il termine d’iscrizione;
e.
definisce il tema del progetto didattico interdisciplinare (PDI);
f.
nomina gli esaminatori e i periti;
g.
controlla le domande d’ammissione;
h.
cura lo svolgimento dell’esame e assicura la vigilanza durante le sessioni d’esame;
i.
compila il foglio delle note.

4 La SEFRI mette a disposizione della direzione d’esame una segreteria d’esame. Quest’ultima è responsabile della gestione amministrativa dell’esame. La SEFRI può assegnare la conduzione della segreteria a un ente esterno.


  Sezione 2: Sessioni d’esame, iscrizione, ammissione e ritiro

Art. 3 Sessioni d’esame

1 Di norma l’esame si svolge una volta all’anno.

2 Il luogo e la data delle sessioni d’esame, nonché il termine d’iscrizione, vengono pubblicati nel Foglio federale e sul sito Internet della SEFRI1.


1 www.sefri.admin.ch

Art. 4 Criteri d’ammissione

1 È ammesso all’esame chi:

a.
è titolare di un attestato federale di capacità o di una qualifica professionale equivalente;
b.
ha versato un deposito cauzionale di 500 franchi;
c.
ha inviato la domanda d’iscrizione di cui all’articolo 5 secondo i requisiti formali ed entro il termine previsto.

2 L’ammissione è subordinata alla consegna del PDI secondo i requisiti formali ed entro il termine previsto.

Art. 5 Iscrizione

1 La domanda d’iscrizione deve essere inviata alla segreteria d’esame entro il termine d’iscrizione pubblicato.

2 L’iscrizione deve essere corredata dei seguenti documenti:

a.
modulo d’iscrizione debitamente compilato;
b.
copia dell’attestato federale di capacità o di un attestato equivalente;
c.
eventuale domanda di esonero per la seconda lingua nazionale e la terza lingua conformemente all’articolo 6, corredata delle copie dei diplomi di lingue straniere;
d.
eventuale domanda di compensazione degli svantaggi secondo l’articolo 17 capoverso 5;
e.
ricevuta di pagamento del deposito cauzionale.

3 Per le indicazioni secondo il capoverso 2 lettere a, c e d devono essere utilizzati esclusivamente i moduli della segreteria d’esame.

4 L’iscrizione deve essere inviata entro il termine previsto, corredata di tutti i documenti interamente compilati.

5 Una volta scaduto il termine d’iscrizione non è più possibile cambiare il tipo di esame o modificare le materie scelte per l’esame parziale.

Art. 6 Esonero parziale nella seconda lingua nazionale e nella terza lingua

I candidati titolari di un diploma di lingue straniere riconosciuto possono essere esonerati dall’esame scritto nella seconda lingua nazionale e nella terza lingua. Il riconoscimento dei diplomi di lingue straniere e le condizioni per l’esonero parziale si basano sull’articolo 23 OMPr.

Art. 7 Ammissione

1 La SEFRI decide in merito all’ammissione all’esame su proposta della direzione d’esame.

2 La decisione di non ammissione è emanata dalla SEFRI e comunicata al candidato per iscritto al massimo 90 giorni prima dell’inizio dell’esame.

3 L’ammissione viene comunicata al candidato per iscritto al massimo 60 giorni prima dell’inizio dell’esame dalla segreteria d’esame.

4 Oltre alla decisione di ammissione positiva, la segreteria d’esame comunica la data e il luogo della sessione d’esame nonché il termine per la presentazione del PDI. Inoltre, rinvia alla presente ordinanza con l’indicazione della fonte nonché, specificamente, alle norme per il superamento dell’esame di cui all’articolo 20 e alle sanzioni di cui all’articolo 21.

Art. 8 Ritiro

1 I candidati possono ritirare la propria iscrizione fino a 30 giorni prima del primo esame scritto senza fornire motivazioni.

2 Trascorso questo termine, il ritiro è ammesso solo per motivi validi. Sono considerati motivi validi:

a.
maternità;
b.
malattia o infortunio;
c.
lutto nella cerchia ristretta;
d.
servizio militare, civile o di protezione civile imprevisto.

3 Il ritiro ai sensi del capoverso 2 deve essere comunicato immediatamente per iscritto alla direzione d’esame e opportunamente giustificato.

4 Il ritiro non dà diritto a sostenere l’esame successivamente al di fuori delle sessioni d’esame.

5 I candidati che si ritirano senza motivi validi oltre il termine di 30 giorni prima del primo esame scritto perdono il diritto al rimborso del deposito cauzionale (art. 25).


  Sezione 3: Esame

Art. 9 Scopo dell’esame

L’esame ha lo scopo di stabilire se i candidati hanno raggiunto gli obiettivi di cui all’articolo 3 OMPr e sono in grado di intraprendere gli studi presso una scuola universitaria professionale.

Art. 10 Indirizzi

1 L’esame viene offerto nei seguenti indirizzi della maturità professionale federale:

a.
«tecnica, architettura e scienze della vita»;
b.
«economia e servizi»;
c.
«sanità e socialità».

2 Inoltre, se entro il 31 luglio dell’anno che precede l’esame vi sono almeno dieci iscrizioni conformemente all’articolo 5, l’esame viene offerto anche nei seguenti indirizzi:

a.
«natura, paesaggio e alimentazione»;
b.
«creazione e arte».

3 Se, a causa di un numero di iscrizioni insufficiente, non viene svolto alcun esame negli indirizzi «natura, paesaggio e alimentazione», nonché «creazione e arte», ai candidati viene rimborsato il deposito cauzionale versato.

Art. 11 Obiettivi e contenuti dell’esame

Le competenze, gli ambiti di apprendimento e i requisiti per le singole materie e per il PDI si basano sul programma quadro d’insegnamento del 18 dicembre 20121 per la maturità professionale (PQ MP).


1 Consultabile sul sito Internet della SEFRI: HYPERLINK "http://www.sefri.admin.ch" .

Art. 12 Direttive

1 A complemento della presente ordinanza la SEFRI emana delle direttive d’esame.

2 Esse stabiliscono in particolare:

a.
la suddivisione dell’esame;
b.
la struttura dell’esame e i criteri di valutazione;
c.
i requisiti per l’elaborazione e la presentazione del PDI;
d.
la lista delle opere letterarie (suddivise per epoche e lingue);
e.
la lista degli strumenti ausiliari autorizzati.

3 Le liste di cui al capoverso 2 lettere d ed e sono aggiornate annualmente.

4 Le direttive sono pubblicate sul sito Internet della SEFRI1.

5 La SEFRI elabora le direttive insieme ai docenti del livello secondario II e alle scuole universitarie professionali d’intesa con la Commissione federale di maturità professionale (CFMP).


1 HYPERLINK "http://www.sefri.admin.ch"

Art. 13 Materie d’esame e PDI

1 Le materie d’esame di ciascun indirizzo si basano sul PQ MP.

2 Le materie d’esame dell’ambito fondamentale sono, per tutti gli indirizzi:

a.
prima lingua nazionale: tedesco, francese, italiano o romancio;
b.
seconda lingua nazionale: tedesco, francese o italiano;
c.
terza lingua: tedesco, francese, italiano o inglese;
d.
matematica.

3 I candidati indicano le lingue al momento dell’iscrizione. I candidati che scelgono il romancio come prima lingua nazionale devono indicare la lingua prescelta per le altre materie d’esame.

4 I candidati esonerati dall’esame scritto nella seconda lingua nazionale o nella terza lingua devono sostenere un esame orale in detta lingua.

5 Le materie d’esame dell’ambito specifico sono:

a.
per l’indirizzo «tecnica, architettura e scienze della vita»:
1.
scienze naturali,
2.
matematica;
b.
per l’indirizzo «economia e servizi»:
1.
contabilità finanziaria e analitica,
2.
economia e diritto;
c.
per l’indirizzo «sanità e socialità»:
1.
scienze sociali,
2.
scienze naturali in preparazione al settore di studio SUP «sanità» nonché economia e diritto in preparazione al settore di studio SUP «lavoro sociale»;
d.
per l’indirizzo «natura, paesaggio e alimentazione»:
1.
scienze naturali 1,
2.
scienze naturali 2;
e.
per l’indirizzo «creazione e arte»:
1.
creazione, cultura, arte,
2.
informazione e comunicazione.

6 Le materie d’esame dell’ambito complementare sono:

a.
per l’indirizzo «tecnica, architettura e scienze della vita»:
1.
storia e politica,
2.
economia e diritto;
b.
per l’indirizzo «economia e servizi»:
1.
storia e politica,
2.
tecnica e ambiente nel tipo «economia» nonché economia e diritto nel tipo «servizi»;
c.
per l’indirizzo «sanità e socialità»:
1.
storia e politica,
2.
economia e diritto in preparazione al settore di studio SUP «sanità» nonché tecnica e ambiente in preparazione al settore di studio SUP «lavoro sociale»;
d.
per l’indirizzo «natura, paesaggio e alimentazione»:
1.
storia e politica,
2.
economia e diritto;
e.
per l’indirizzo «creazione e arte»:
1.
storia e politica,
2.
tecnica e ambiente.

7 L’approccio interdisciplinare viene verificato nell’ambito di un PDI. Il PDI deve essere redatto e presentato scegliendo un tema prestabilito e includendo due materie prestabilite.

Art. 14 Organi d’esame e relativi compiti

1 Gli organi d’esame sono:

a.
la direzione d’esame e la segreteria d’esame;
b.
gli esaminatori;
c.
i periti.

2 La direzione d’esame e la segreteria d’esame adempiono i compiti stabiliti nell’articolo 2 capoversi 3 e 4.

3 Gli esaminatori redigono i compiti per gli esami scritti, correggono questi ultimi, nonché preparano, conducono e valutano gli esami orali.

4 Gli esaminatori stabiliscono il tema e le due materie da includere nel PDI, valutano il progetto di massima del PDI, valutano il prodotto del progetto, ne seguono la presentazione e valutano il PDI.

5 I periti sono responsabili della seconda correzione degli esami scritti e della seconda valutazione del PDI. Partecipano agli esami orali e alla loro valutazione.

6 Dopo aver consultato gli esaminatori, i periti effettuano la valutazione complessiva di ogni materia e del PDI.

Art. 15 Accesso agli esami

I terzi possono accedere agli esami solo previa autorizzazione della direzione d’esame.


  Sezione 4: Procedura di qualificazione, valutazione e norme per il superamento dell’esame

Art. 16 Suddivisione dell’esame

1 I candidati possono scegliere di sostenere l’esame secondo una delle seguenti modalità:

a.
un esame unico in una sola sessione;
b.
due esami parziali in due sessioni.

2 In caso di suddivisione in due esami parziali, il secondo esame parziale deve essere sostenuto al più tardi nel corso dell’anno civile successivo a quello in cui è stato sostenuto il primo esame parziale. Su richiesta del candidato, in casi motivati, la direzione d’esame può autorizzare eccezioni.

Art. 17 Forma e durata dell’esame

1 Per le materie dell’ambito fondamentale e dell’ambito specifico valgono la forma e la durata d’esame stabilite per ogni indirizzo nel numero 10 del PQ MP.

2 L’esame nella seconda lingua nazionale e nella terza lingua è sia scritto sia orale. L’esame orale in ogni lingua dura 20 minuti.

3 Le materie dell’ambito complementare vengono esaminate in forma scritta oppure orale. L’esame scritto dura 90 minuti, l’esame orale 20 minuti. La direzione d’esame stabilisce ogni anno la forma d’esame.

4 La presentazione del PDI dura complessivamente 20 minuti, compreso il colloquio.

5 Se, a causa di un handicap, un candidato necessita di strumenti ausiliari particolari o di più tempo, questi gli vengono adeguatamente concessi. La domanda di compensazione degli svantaggi è presentata insieme all’iscrizione.

Art. 18 Valutazione delle prestazioni

Le prestazioni delle materie d’esame, quelle dell’esame scritto e orale, nonché quelle del PDI sono valutate con note intere o mezze note. La nota più alta è il 6, quella più bassa è l’1. Le note inferiori al 4 indicano prestazioni insufficienti.

Art. 19 Calcolo e ponderazione delle note

1 Le note risultanti dalla media della somma delle valutazioni di diverse prestazioni sono arrotondate al punto o al mezzo punto successivo. Fa eccezione la nota complessiva.

2 Per i candidati esonerati dall’esame scritto nella seconda lingua nazionale o nella terza lingua la nota della relativa lingua corrisponde alla media della somma del risultato dell’esame del diploma di lingue straniere convertito in nota dalla SEFRI e della nota dell’esame orale; vale la seguente ponderazione:

a.
risultato del diploma di lingue straniere convertito in nota: 70 per cento;
b.
nota dell’esame orale: 30 per cento.

3 La conversione del risultato dell’esame del diploma di lingue straniere avviene analogamente alla conversione effettuata nei cicli di formazione per la maturità professionale riconosciuti.

4 La nota dell’approccio interdisciplinare corrisponde alla nota del PDI. La nota del PDI è data dalla media della somma della nota del prodotto del progetto e della nota della presentazione; si applica la seguente ponderazione:

a. nota del prodotto del progetto: conta doppio;

b. nota della presentazione: conta una sola volta.

5 La nota complessiva è data dalla media, arrotondata a un decimale, della somma delle note di tutte le materie dell’ambito fondamentale, dell’ambito specifico e dell’ambito complementare, nonché della nota dell’approccio interdisciplinare.

Art. 20 Norme per il superamento dell’esame

1 L’esame è superato se:

a.
la nota complessiva raggiunge almeno il 4;
b.
la nota dell’approccio interdisciplinare raggiunge almeno il 4;
c.
lo scarto tra le note insufficienti e il 4 non supera complessivamente 2 punti; e
d.
non sono state attribuite più di due note inferiori al 4.

2 L’esame non è considerato superato se il candidato:

a.
non si presenta all’esame o a parti d’esame senza fornire tempestivamente motivi validi;
b.
dopo aver sostenuto il primo esame parziale non si presenta al secondo esame parziale entro il termine stabilito nell’articolo 16 capoverso 2;
c.
si serve di ausili non autorizzati o si rende colpevole di altri comportamenti sleali.
Art. 21 Sanzioni

1 Nei casi di cui all’articolo 20 capoverso 2 si applicano le seguenti condizioni:

a.
le note già conseguite sono annullate;
b.
il deposito cauzionale non è rimborsato.

2 Nei casi di cui all’articolo 20 capoverso 2 lettera c valgono inoltre i seguenti criteri:

a.
il candidato è escluso dalla sessione d’esame; l’esclusione viene decisa dalla SEFRI su richiesta della direzione d’esame; il candidato ha il diritto di sostenere l’esame con riserva fino al momento in cui la decisione non è passata in giudicato;
b.
in casi particolarmente gravi la SEFRI può decidere l’esclusione permanente del candidato.
Art. 22 Decisione relativa all’esame e comunicazione delle note

1 L’esaminatore e il perito confermano con la loro firma la correttezza delle note assegnate.

2 La decisione relativa all’esame viene comunicata al candidato per iscritto al termine dell’esame.

3 Qualora, dopo il primo esame parziale, risulti che le norme per il superamento dell’esame di cui all’articolo 20 capoverso 1 non possono essere rispettate, al candidato vengono comunicate le note conseguite.

4 In caso di mancato superamento dell’esame la decisione è emanata dalla SEFRI. Le note conseguite vengono comunicate insieme alla decisione.

Art. 23 Attestato federale di maturità professionale

Chi ha superato l’esame consegue l’attestato federale di maturità professionale e il relativo certificato delle note. Nel certificato delle note sono riportati:

a.
cognome, nome, luogo di attinenza o Paese di origine e data di nascita;
b.
il titolo protetto riportato nell’attestato federale di capacità;
c.
le note delle materie d’esame;
d.
la nota dell’approccio interdisciplinare e il tema del PDI;
e.
la nota complessiva;
f.
l’indirizzo della maturità professionale secondo il PQ MP;
g.
la data e la firma della direzione d’esame e del direttore supplente della SEFRI.
Art. 24 Ripetizione

1 L’esame può essere ripetuto una volta.

2 In caso di ripetizione entro due anni dalla notifica della decisione relativa all’esame devono essere esaminati solo le materie o il PDI in cui è stata fornita una prestazione insufficiente. Se la ripetizione avviene successivamente devono essere esaminati tutte le materie e il PDI.

3 Per la ripetizione del PDI il candidato può scegliere se:

a.
rielaborare il PDI giudicato insufficiente; o
b.
elaborare un nuovo PDI concernente il tema prestabilito per la nuova sessione d’esame.

4 Le materie da ripetere possono essere sostenute in una o in due sessioni d’esame.

5 Nel caso in cui il risultato del primo esame parziale sia insufficiente e ciò pregiudichi il superamento dell’esame nel suo complesso, le materie e il PDI in cui è stata fornita una prestazione insufficiente possono essere ripetuti già prima del secondo esame parziale.

Art. 25 Rimborso del deposito cauzionale

Il deposito cauzionale versato viene rimborsato al candidato al termine della sessione d’esame. Sono esclusi i casi di cui all’articolo 20 capoverso 2.


  Sezione 5: Procedura di ricorso

Art. 26

La procedura di ricorso contro le decisioni secondo la presente ordinanza è retta dalle disposizioni generali concernenti l’amministrazione della giustizia federale.


  Sezione 6: Disposizioni finali

Art. 27 Abrogazione di un altro atto normativo

Il regolamento del 22 settembre 20091 degli esami federali di maturità professionale è abrogato.


1 Non pubblicato nella RU.

Art. 28 Disposizioni transitorie

1 I candidati che hanno sostenuto il primo esame parziale prima del 1° ottobre 2018 secondo il regolamento del 22 settembre 2009 portano a termine l’esame secondo le disposizioni di tale regolamento.

2 L’esame può essere ripetuto l’ultima volta in base al regolamento del 22 settembre 2009 nella sessione del 2021.

3 La prima procedura di qualificazione secondo le disposizioni della presente ordinanza si svolge nel 2019.

Art. 29 Entrata in vigore

La presente ordinanza entra in vigore il 1° gennaio 2017.



Dies ist keine amtliche Veröffentlichung. Massgebend ist allein die Veröffentlichung durch die Bundeskanzlei. Publikationsverordnung, PublV.
Il presente documento non è una pubblicazione ufficiale. Fa unicamente fede la pubblicazione della Cancelleria federale. Ordinanza sulle pubblicazioni ufficiali, OPubl.
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