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412.101.222.26

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung

der Berufe im Berufsfeld Gebäudehülle mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

vom 21. Oktober 2016 (Stand am 1. Januar 2020)

51914

Abdichterin EFZ / Abdichter EFZ

Etancheuse CFC / Etancheur CFC

Impermeabilizzatrice AFC / Impermeabilizzatore AFC

51915

Dachdeckerin EFZ / Dachdecker EFZ

Couvreuse CFC / Couvreur CFC

Copritetto AFC

51916

Fassadenbauerin EFZ / Fassadenbauer EFZ

Façadière CFC / Façadier CFC

Costruttrice di facciate AFC / Costruttore di facciate AFC

51917

Gerüstbauerin EFZ / Gerüstbauer EFZ

Echafaudeuse CFC / Echafaudeur CFC

Costruttrice di ponteggi AFC / Costruttore di ponteggi AFC

51918

Storenmonteurin EFZ / Storenmonteur EFZ

Storiste CFC

Montatrice di avvolgibili AFC / Montatore di avvolgibili AFC

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021, auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032 (BBV) und auf Artikel 4 Absatz 4 der Jugendarbeitsschutzverordnung vom 28. September 20073 (ArGV 5),

verordnet:4

  1. Abschnitt: Gegenstand und Dauer

Art. 1 Berufsbild

Fachleute des Berufsfeldes Gebäudehülle auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:

a.
Sie erstellen Gebäudehüllen; insbesondere dämmen und dichten sie Fassaden, Steil- und Flachdächer sowie Ingenieurbauwerke wie Brücken und Tunnels; sie montieren Gerüste, Notüberdachungen, Bauaufzüge und Storenanlagen.
b.
Sie verfügen über eine breite Palette fachlicher Grundlagenkompetenzen für den gesamten Bereich der Gebäudehülle wie auch über fundierte fachliche Spezialkompetenzen des entsprechenden Berufes.
c.
Sie verfügen über ein angemessenes Mass an Flexibilität und Selbstständigkeit und handeln team- und kundenorientiert; sie sind fähig, Probleme und Aufgaben ganzheitlich und handlungsorientiert zu lösen; dabei berücksichtigen sie mit geeigneten Massnahmen die Aspekte des Umweltschutzes, der Ressourcen- und Energieeffizienz, der Bauökologie sowie des Gesundheitsschutzes und der Arbeitssicherheit.
Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert drei Jahre.

2 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.


  2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Grundsätze

1 Die Ziele und die Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen, gruppiert nach Handlungskompetenzbereichen, festgelegt.

2 Die Handlungskompetenzen umfassen Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen.

3 Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte zusammen. Sie koordinieren die Inhalte der Ausbildung und der Qualifikationsverfahren.

Art. 4 Handlungskompetenzen

1 Die Ausbildung umfasst für alle Berufe in den folgenden Handlungskompetenzbereichen (HKB) die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Umsetzen der Vorschriften und Massnahmen zu Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (HKB 1):
1.
Gefahren am Arbeitsplatz beurteilen und Massnahmen ergreifen,
2.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sicherstellen,
3.
gefährliche Stoffe sicher und umweltgerecht einsetzen,
4.
Materialien, Geräte und Maschinen sicher laden, transportieren und lagern,
5.
Materialien umweltgerecht einsetzen und entsorgen;
b.
Einsetzen von Schichten und Systemen an der Gebäudehülle (HKB 2):
1.
Nutzen und Funktion der Gebäudehülle beurteilen,
2.
Schnittstellen der verschiedenen Systeme der Gebäudehülle berücksichtigen,
3.
energieeffiziente Bauweise realisieren,
4.
Anforderungen der Systeme zur Energiegewinnung berücksichtigen.

2 Für die Abdichterin und den Abdichter umfasst die Ausbildung zusätzlich in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Planen und Vorbereiten der Abdichtarbeiten (HKB 3):
1.
Normen, Richtlinien und Montageanleitungen anwenden,
2.
Formen und Flächen skizzieren, zeichnen und berechnen,
3.
Materialien gemäss ihren Eigenschaften und Funktionen einsetzen,
4.
benötigte Materialmengen für unterschiedliche Arbeiten festlegen,
5.
Baustellen einrichten und Arbeiten organisieren;
b.
Verlegen, Warten und Reparieren der Abdichtungssysteme (HKB 4):
1.
Eigenschaften des Untergrundes beurteilen sowie Verlege- und Befestigungsvarianten einsetzen,
2.
Abdichtarbeiten ausführen,
3.
Schutz- und Nutzschichten sowie Solaranlagen einbauen und für das Anschliessen vorbereiten,
4.
Arbeiten dokumentieren und rapportieren,
5.
Fehler und Schäden beurteilen, beheben und Unterhalt ausführen,
6.
Materialien lagern und Werkzeuge warten.

3 Für die Dachdeckerin und den Dachdecker umfasst die Ausbildung zusätzlich in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Planen und Vorbereiten der Dachdeckerarbeiten (HKB 3):
1.
Normen, Richtlinien und Montageanleitungen anwenden,
2.
Materialien gemäss ihren Eigenschaften und Funktionen einsetzen,
3.
Formen und Flächen skizzieren, zeichnen und berechnen,
4.
benötigte Materialmengen für unterschiedliche Arbeiten festlegen,
5.
Baustellen einrichten und Arbeiten organisieren;
b.
Verlegen, Montieren, Warten und Reparieren der Dachsysteme (HKB 4):
1.
Eigenschaften des Untergrundes beurteilen sowie Verlege- und Befestigungsvarianten einsetzen,
2.
Dachdeckerarbeiten ausführen,
3.
Einbauteile montieren und eindecken sowie Solarmodule montieren und für das Anschliessen vorbereiten,
4.
Arbeiten dokumentieren und rapportieren,
5.
Fehler und Schäden beurteilen, beheben und Unterhalt ausführen,
6.
Materialien lagern und Werkzeuge warten.

4 Für die Fassadenbauerin und den Fassadenbauer umfasst die Ausbildung zusätzlich in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Planen und Vorbereiten der Fassadenbauarbeiten (HKB 3):
1.
Normen, Richtlinien und Montageanleitungen anwenden,
2.
Materialien gemäss ihren Eigenschaften und Funktionen einsetzen,
3.
Formen und Flächen skizzieren, zeichnen und berechnen,
4.
benötigte Materialmengen für unterschiedliche Arbeiten festlegen,
5.
Baustellen einrichten und Arbeiten organisieren;
b.
Verlegen, Montieren, Warten und Reparieren der Fassadenbausysteme (HKB 4):
1.
Eigenschaften des Untergrundes beurteilen sowie Verlege- und Befestigungsvarianten einsetzen,
2.
Fassadenarbeiten ausführen,
3.
Ergänzungs- und Einbauteile montieren sowie Solaranlagen einbauen und für das Anschliessen vorbereiten,
4.
Arbeiten dokumentieren und rapportieren,
5.
Fehler und Schäden beurteilen, beheben und Unterhalt ausführen,
6.
Materialien lagern und Werkzeuge warten.

5 Für die Gerüstbauerin und den Gerüstbauer umfasst die Ausbildung zusätzlich in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Planen und Vorbereiten der Gerüstbauarbeiten (HKB 3):
1.
Normen, Richtlinien, Aufbau- und Verwendungsanleitungen anwenden,
2.
Gerüstsysteme gemäss ihren Eigenschaften und Funktionen einsetzen,
3.
Formen und Flächen skizzieren, zeichnen und berechnen,
4.
benötigte Materialmengen für unterschiedliche Arbeiten festlegen,
5.
Baustellen einrichten und Arbeiten organisieren;
b.
Montieren, Demontieren und Warten der Gerüstsysteme (HKB4):
1.
Eigenschaften des Untergrundes beurteilen sowie Aufstell- und Befestigungsvarianten einsetzen,
2.
Rahmen- und Modulgerüste montieren und demontieren,
3.
Sondergerüste und Bauaufzüge montieren und demontieren,
4.
Arbeiten dokumentieren und rapportieren,
5.
Fehler und Schäden beurteilen und beheben,
6.
Materialien lagern und Werkzeuge warten.

6 Für die Storenmonteurin und den Storenmonteur umfasst die Ausbildung zusätzlich in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Planen und Vorbereiten der Storenanlagen (HKB 3):
1.
Normen, Richtlinien und Montageanleitungen anwenden,
2.
Materialien gemäss ihren Eigenschaften und Funktionen einsetzen,
3.
Formen und Flächen skizzieren, zeichnen und berechnen,
4.
benötigte Materialmengen für unterschiedliche Arbeiten festlegen,
5.
Baustellen einrichten und Arbeiten organisieren,
6.
elektrische und elektronische Anlagenkomponenten planen;
b.
Montieren, Warten und Reparieren der Storenanlagen (HKB 4):
1.
Eigenschaften des Untergrundes beurteilen sowie Montage- und Befestigungsvarianten einsetzen,
2.
Storenanlagen montieren,
3.
elektrische Anlagekomponenten montieren und elektronische Steuerungen programmieren,
4.
Arbeiten dokumentieren und rapportieren,
5.
Fehler und Schäden beurteilen, beheben und Unterhalt ausführen,
6.
Materialien lagern und Werkzeuge warten.

  3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 51

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.

2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen, vermittelt.

4 In Abweichung von Artikel 4 Absatz 1 ArGV 5 und gemäss den Vorgaben nach Artikel 4 Absatz 4 ArGV 5 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden.

5 Voraussetzung für einen Einsatz nach Absatz 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Anhang zum Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.


1 Fassung gemäss Ziff. II 169 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


  4. Abschnitt: Umfang der Bildung an den einzelnen Lernorten und Unterrichtssprache

Art. 6 Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb und an vergleichbaren Lernorten

Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt vier Tage pro Woche.

Art. 7 Berufsfachschule

1 Der obligatorische Unterricht an der Berufsfachschule umfasst 1080 Lektionen. Diese teilen sich gemäss nachfolgender Tabelle auf:

Unterricht

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

Total

a.
Berufskenntnisse
berufsübergreifende Handlungskompetenzbereiche (HKB 1 und 2)

200

100

300

– berufsspezifische Handlungskompetenzbereiche (HKB 3 und 4)

100

200

300

Total

200

200

200

600

b.
Allgemeinbildung

120

120

120

360

c. Sport

40

40

40

120

Total Lektionen

360

360

360

1080

2 Geringfügige Abweichungen von der vorgegebenen Anzahl der Lektionen pro Lehrjahr innerhalb eines Handlungskompetenzbereichs sind in Absprache mit den zuständigen kantonalen Behörden und den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt möglich.

3 Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

4 Unterrichtssprache ist in der Regel die Landessprache des Schulortes.

5 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.

6 Die Kantone können andere Unterrichtssprachen zulassen.


Art. 8 Überbetriebliche Kurse

1 Die überbetrieblichen Kurse umfassen 30–37 Tage zu acht Stunden.

2 Die Tage und die Inhalte sind wie folgt auf 8–10 Kurse pro Beruf aufgeteilt:

Berufe

Abdichter/in

Dachdecker/in

Fassadenbauer/in

Gerüstbauer/in

Storenmonteur/in

LJ

Kurse

Handlungskompetenzbereiche (HKB)

Dauer

1

Kurs 1

HKB 1 berufsübergreifend

3

3

3

3

3

Kurs 2.1

HKB 2 berufsübergreifend

3

3

3

3

3

Kurs 2.2

HKB 2 berufsübergreifend

3

3

3

3

3

Kurs 3.1

HKB 3+4 berufsspezifisch

5

5

4

3

3

Kurs 3.2

HKB 3+4 berufsspezifisch

2

Anzahl Tage

14

14

13

12

14

2

Kurs 4

HKB 3+4 berufsspezifisch

3

3

3

Kurs 5

HKB 3+4 berufsspezifisch

5

5

4

4

3

Kurs 6

HKB 3+4 berufsspezifisch

5

5

Anzahl Tage

8

8

7

9

8

3

Kurs 7

HKB 3+4 berufsspezifisch

5

5

4

5

5

Kurs 8

HKB 3+4 berufsspezifisch

2

3

4

4

5

Kurs 9

HKB 3+4 berufsspezifisch

2

4

5

Kurs 10

HKB 3+4 berufsspezifisch

1

Anzahl Tage

10

8

12

9

15

Total

HKB 1+2 berufsübergreifend

9

9

9

9

9

Total

HKB 3+4 berufsspezifisch

23

21

23

21

31

Anzahl Tage

32

30

32

30

37

3 Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt.


  5. Abschnitt: Bildungsplan

Art. 9

1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan vor, der von der zuständigen Organisation der Arbeitswelt erlassen und vom SBFI genehmigt ist.

2 Der Bildungsplan hat folgenden Inhalt:

a.
Er enthält das Qualifikationsprofil; dieses besteht aus:
1.
dem Berufsbild,
2.
der Übersicht über die Handlungskompetenzbereiche und die Handlungskompetenzen,
3.
dem Anforderungsniveau des Berufs.
b.
Er führt die Inhalte der Grundbildung sowie die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz aus und bestimmt, an welchen Lernorten welche Handlungskompetenzen vermittelt und gelernt werden.

3 Dem Bildungsplan angefügt ist das Verzeichnis der Instrumente zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung mit Angabe der Bezugsquelle.1


1 Fassung gemäss Ziff. III 39 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


  6. Abschnitt: Mindestanforderungen an die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und Höchstzahl der Lernenden im Betrieb

Art. 10 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die fachlichen Mindestanforderungen im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben a und b BBV an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:

a.
eidgenössisches Fähigkeitszeugnis im Berufsfeld Gebäudehülle mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b.
Polybauerinnen oder Polybauer mit eidgenössischen Fähigkeitszeugnis und mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
c.
Bauisoleurinnen oder Bauisoleure, Dachdeckerinnen oder Dachdecker, Fassadenbauerinnen oder Fassadenbauer, Flachdachbauerinnen oder Flachdachbauer, Gerüstmonteurinnen oder Gerüstmonteure, Storenmonteurinnen oder Storenmonteure mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis und mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
d.
eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs mit den notwendigen Berufskenntnissen im Bereich des Berufsfeldes Gebäudehülle auf Stufe EFZ und mit mindestens drei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
e.
einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.
Art. 11 Höchstzahl der Lernenden

1 Betriebe, die eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner zu 100 Prozent oder zwei Berufsbildnerinnen oder Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigen, dürfen eine lernende Person ausbilden.

2 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von zwei Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.

3 Als Fachkraft gilt, wer im Fachbereich der lernenden Person über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, ein eidgenössisches Berufsattest oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.

4 In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite lernende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt.

5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.


  7. Abschnitt: Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentation

Art. 12 Lerndokumentation

1 Die lernende Person führt während der Bildung in beruflicher Praxis eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit den zu erwerbenden Handlungskompetenzen festhält.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner kontrolliert und unterzeichnet die Lerndokumentation mindestens einmal pro Semester. Sie oder er bespricht sie mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person.

Art. 13 Bildungsbericht

1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mit der lernenden Person.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner und die lernende Person vereinbaren wenn nötig Massnahmen zum Erreichen der Bildungsziele und setzen dafür Fristen. Sie halten die getroffenen Entscheide und Massnahmen schriftlich fest.

3 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner überprüft die Wirkung der vereinbarten Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält den Befund im nächsten Bildungsbericht fest.

4 Werden die Ziele der vereinbarten Massnahmen nicht erreicht oder ist der Ausbildungserfolg gefährdet, teilt die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und der kantonalen Behörde schriftlich mit.

Art. 14 Leistungsdokumentation in der Berufsfachschule

Die Berufsfachschulen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Handlungskompetenzbereichen und in der Allgemeinbildung und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.


  8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 15 Zulassung

Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung absolviert hat:

a.
nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b.
in einer vom Kanton dafür anerkannten Bildungsinstitution; oder
c.
ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und:
1.
die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,
2.
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens drei Jahre im Bereich des angestrebten Berufes erworben hat, und
3.
glaubhaft macht, den Anforderungen der jeweiligen Qualifikationsverfahren gewachsen zu sein.
Art. 16 Gegenstand

In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.

Art. 17 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung

1 Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die Handlungskompetenzen in den nachstehenden Qualifikationsbereichen wie folgt geprüft:

a.
Praktische Arbeit:
1.
Als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) für Abdichterin/Abdichter, Dachdeckerin/Dachdecker, Fassadenbauerin/Fassadenbauer, Storenmonteurin/Storenmonteur im Umfang von 12 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. Der Qualifikationsbereich umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Handlungskompetenzbereiche

Gewichtung

1

Handlungskompetenzbereich 1 (berufsübergreifend)

Handlungskompetenzbereich 2 (berufsübergreifend)

20 %

2

Handlungskompetenzbereich 3 (berufsspezifisch)

20 %

3

Handlungskompetenzbereich 4 (berufsspezifisch)

60 %

2.
Als individuelle praktische Arbeit (IPA) für Gerüstbauerin/Gerüstbauer im Umfang von 24–120 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. Der Qualifikationsbereich beinhaltet möglichst alle Handlungskompetenzbereiche und umfasst die folgenden Positionen mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Beschreibung

Gewichtung

1

Ausführung und Resultat der Arbeit

60 %

2

Dokumentation

10 %

3

Präsentation

10 %

4

Fachgespräch

20 %

b.
Berufskenntnisse, im Umfang von 3 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Der Qualifikationsbereich Berufskenntnisse umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche und Prüfungsformen mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Handlungskompetenzbereiche

Prüfungsform/Dauer

Gewichtung

schriftlich

1

Handlungskompetenzbereich 1 (berufsübergreifend)

Handlungskompetenzbereich 2 (berufsübergreifend)

45 Min.

25 %

2

Handlungskompetenzbereich 3 (berufsspezifisch)

90 Min.

50 %

3

Handlungskompetenzbereich 4 (berufsspezifisch)

45 Min.

25 %

c.
Allgemeinbildung. Der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen.


Art. 18 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a.
der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mindestens mit der Note 4 bewertet wird; und
b.
die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung und der gewichteten Erfahrungsnote.

3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der sechs Semesterzeugnisnoten für den Unterricht in den Berufskenntnissen.

4 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 50 %;
b.
Berufskenntnisse: 15 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %;
d.
Erfahrungsnote 15 %.
Art. 19 Wiederholungen

1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV.

2 Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufskenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

Art. 20 Spezialfall

1 Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote.

2 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 50 %;
b.
Berufskenntnisse: 30 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %.

  9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 21

1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ).

2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel im erlernten Beruf wie folgt zu führen:

a.
«Abdichterin EFZ» oder «Abdichter EFZ»;
b.
«Dachdeckerin EFZ» oder «Dachdecker EFZ»;
c.
«Fassadenbauerin EFZ» oder «Fassadenbauer EFZ»;
d.
«Gerüstbauerin EFZ» oder «Gerüstbauer EFZ»;
e.
«Storenmonteurin EFZ» oder «Storenmonteur EFZ».

3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt:

a.
die Gesamtnote;
b.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 20 Absatz 1, die Erfahrungsnote.

  10. Abschnitt: Qualitätsentwicklung und Organisation

Art. 22 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität der Berufe im Berufsfeld Gebäudehülle

1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für die Berufe der Gebäudehülle setzt sich zusammen aus:

a.
fünf bis sieben Vertreterinnen oder Vertretern des Vereins Polybau;
b.
einer Vertreterin oder einem Vertreter der Fachlehrerschaft;
c.
je mindestens einer Vertreterin oder einem Vertreter des Bundes und der Kantone.

2 Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein.

3 Alle Berufe des Berufsfeldes Gebäudehülle müssen vertreten sein.

4 Die Kommission konstituiert sich selbst.

5 Sie hat insbesondere folgende Aufgaben:

a.
Sie überprüft die Bildungsverordnung und den Bildungsplan laufend, mindestens aber alle fünf Jahre, auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen; dabei berücksichtigt sie allfällige neue organisatorische Aspekte der beruflichen Grundbildung.
b.
Sie ersucht die zuständige Organisation der Arbeitswelt, dem SBFI Änderungen der Verordnung zu beantragen, sofern die beobachteten Entwicklungen eine Änderung der Verordnung erfordern.
c.
Sie stellt der zuständigen Organisation der Arbeitswelt Antrag auf Anpassung des Bildungsplans, sofern die beobachteten Entwicklungen eine Anpassung des Bildungsplans erfordern.
d.
Sie nimmt Stellung zu den Instrumenten für die Validierung von Bildungsleistungen.
e.
Sie nimmt Stellung zu den Instrumenten zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung, insbesondere zu den Ausführungsbestimmungen über die Qualifikationsverfahren.
Art. 23 Trägerschaft und Organisation der überbetrieblichen Kurse

1 Träger für die überbetrieblichen Kurse ist der Verein Polybau.

2 Die Kantone können die Durchführung der überbetrieblichen Kurse unter Mitwirkung der zuständigen Organisationen der Arbeitswelt einer anderen Trägerschaft übertragen, namentlich wenn die Qualität oder die Durchführung der überbetrieblichen Kurse nicht mehr gewährleistet ist.

3 Die Kantone regeln mit der Trägerschaft die Organisation und Durchführung der überbetrieblichen Kurse.

4 Die zuständigen Behörden der Kantone haben jederzeit Zutritt zu den Kursen.


  11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 24 Aufhebung anderer Erlasse und Widerruf von Genehmigungen

1 Die Verordnung des SBFI vom 8. November 20071 über die berufliche Grundbildung Polybauerin/Polybauer mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird aufgehoben;

2 Die Genehmigung des Bildungsplans Polybauerin/Polybauer vom 8. November 2007 wird widerrufen.


Art. 25 Übergangsbestimmungen

1 Lernende, die ihre Bildung als Polybauerin oder Polybauer vor dem 1. Januar 2017 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab.

2 Wer das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung für Polybauerin oder Polybauer bis zum 31. Dezember 2021 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.

Art. 26 Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt von Absatz 2 am 1. Januar 2017 in Kraft.

2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 15–21) treten am 1. Januar 2020 in Kraft.


1 SR 412.102 SR 412.1013 SR 822.1154 Fassung gemäss Ziff. I 169 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


Index

412.101.222.26

Ordonnance du SEFRI sur la formation professionnelle initiale des professions du champ professionnel Enveloppe des édifices*1 avec certificat fédéral de capacité (CFC)

du 21 octobre 2016 (Etat le 1er janvier 2020)

51914

Étancheuse CFC / Étancheur CFC

Abdichterin EFZ / Abdichter EFZ

Impermeabilizzatrice AFC / Impermeabilizzatore AFC

51915

Couvreuse CFC / Couvreur CFC

Dachdeckerin EFZ / Dachdecker EFZ

Copritetto AFC

51916

Façadière CFC / Façadier CFC

Fassadenbauerin EFZ / Fassadenbauer EFZ

Costruttrice di facciate AFC / Costruttore di facciate AFC

51917

Échafaudeuse CFC / Échafaudeur CFC

Gerüstbauerin EFZ / Gerüstbauer EFZ

Costruttrice di ponteggi AFC / Costruttore di ponteggi AFC

51918

Storiste CFC

Storenmonteurin EFZ / Storenmonteur EFZ

Montatrice di avvolgibili AFC / Montatore di avvolgibili AFC

Le Secrétariat d’État à la formation, à la recherche et à l’innovation (SEFRI),

vu l’art. 19 de la loi fédérale du 13 décembre 2002 sur la formation professionnelle2, vu l’art. 12 de l’ordonnance du 19 novembre 2003 sur la formation professionnelle (OFPr)3, vu l’art. 4, al. 4, de l’ordonnance du 28 septembre 2007 sur la protection des jeunes travailleurs (OLT 5)4,

arrête:5

  Section 1 Objet et durée

Art. 1 Profil de la profession

Les spécialistes du champ professionnel Enveloppe des édifices de niveau CFC maîtrisent notamment les activités suivantes et se distinguent par les comportements ci-après:

a.
ils montent des enveloppes d’édifices, isolent et étanchéifient des façades, des toits pentus ou plats et des parties de travaux de génie civil comme des ponts et des tunnels; de même, ils montent des échafaudages, des couvertures provisoires, des monte-charges de chantier ainsi que des systèmes de stores;
b.
ils disposent d’une large palette de compétences professionnelles de base dans l’ensemble du domaine de l’enveloppe des édifices et de compétences professionnelles approfondies spécifiques à la profession concernée;
c.
ils font preuve de la flexibilité et de l’autonomie requises pour la profession ainsi que d’esprit d’équipe et s’emploient à satisfaire les attentes des clients; ils sont capables de résoudre des problèmes et des tâches par une approche globale axée sur la pratique; ils prennent en compte au moyen de mesures appropriées les aspects suivants: protection de l’environnement, efficacité en matière d’énergie et de ressources, écologie de la construction, protection de la santé et sécurité au travail.
Art. 2 Durée et début

1 La formation professionnelle initiale dure 3 ans.

2 Le début de la formation professionnelle initiale est coordonné avec le début de la formation dispensée par l’école professionnelle fréquentée.


  Section 2 Objectifs et exigences

Art. 3 Principes

1 Les objectifs et les exigences de la formation professionnelle initiale sont fixés en termes de compétences opérationnelles, regroupées en domaines de compétences opérationnelles.

2 Les compétences opérationnelles comprennent des compétences professionnelles, méthodologiques, sociales et personnelles.

3 Tous les lieux de formation contribuent à l’acquisition des compétences opérationnelles par les personnes en formation. Ils coordonnent les contenus de la formation et des procédures de qualification.

Art. 4 Compétences opérationnelles

1 La formation comprend pour toutes les professions les compétences opérationnelles ci-après dans les domaines de compétences opérationnelles (DCO) suivants:

a.
mise en oeuvre des prescriptions et des mesures de sécurité au travail, de protection de la santé et de l’environnement (DCO 1):
1.
évaluer les dangers sur le lieu de travail et prendre des mesures,
2.
veiller à la sécurité au travail et à la protection de la santé,
3.
utiliser des substances dangereuses en toute sécurité et de manière respectueuse de l’environnement,
4.
charger, transporter et entreposer des matériaux, des appareils et des machines en toute sécurité,
5.
utiliser et éliminer des matériaux de manière respectueuse de l’environnement;
b.
pose des couches et des systèmes sur l’enveloppe de l’édifice (DCO 2):
1.
évaluer l’utilité et la fonction de l’enveloppe de l’édifice,
2.
prendre en compte les interfaces des différents systèmes de l’enveloppe de l’édifice,
3.
mettre en oeuvre des modes de construction efficaces sur le plan énergétique,
4.
prendre en compte les exigences des systèmes de production d’énergie.

2 La formation comprend en outre pour les étancheurs les compétences opérationnelles ci-après dans les domaines de compétences opérationnelles suivants:

a.
planification et préparation des travaux d’étanchéité (DCO 3):
1.
appliquer les normes, les directives et les instructions de montage,
2.
recourir aux matériaux en fonction de leurs propriétés et de leurs fonctions,
3.
esquisser, dessiner et calculer des formes et des surfaces,
4.
déterminer les quantités de matériaux nécessaires pour les différents travaux,
5.
mettre en place des chantiers et organiser les travaux;
b.
pose, maintenance et réparation des systèmes d’étanchéité (DCO 4):
1.
évaluer les propriétés de la sous-couche ainsi que recourir à des variantes de pose et de fixation,
2.
exécuter des travaux d’étanchéité,
3.
poser des couches de protection et d’usure ainsi que monter des installations solaires et les préparer au raccordement,
4.
documenter des travaux et établir des rapports à ce propos,
5.
évaluer les erreurs et les dommages, les réparer et assurer l’entretien,
6.
entreposer des matériaux et assurer l’entretien des outils.

3 La formation comprend en outre pour les couvreurs les compétences opérationnelles ci-après dans les domaines de compétences opérationnelles suivants:

a.
planification et préparation des travaux de couverture (DCO 3):
1.
appliquer les normes, les directives et les instructions de montage,
2.
recourir aux matériaux en fonction de leurs propriétés et de leurs fonctions,
3.
esquisser, dessiner et calculer des formes et des surfaces,
4.
déterminer les quantités de matériaux nécessaires pour les différents travaux,
5.
mettre en place des chantiers et organiser les travaux;
b.
pose, montage, maintenance et réparation des systèmes de toiture (DCO 4):
1.
évaluer les propriétés de la sous-couche ainsi que recourir à des variantes de pose et de fixation,
2.
exécuter des travaux de couverture,
3.
monter et recouvrir des constructions accessoires ainsi que monter des modules solaires et préparer leur raccordement,
4.
documenter des travaux et établir des rapports à ce propos,
5.
évaluer les erreurs et les dommages, les réparer et assurer l’entretien,
6.
entreposer des matériaux et assurer l’entretien des outils.

4 La formation comprend en outre pour les façadiers les compétences opérationnelles ci-après dans les domaines de compétences opérationnelles suivants:

a.
planification et préparation des travaux de construction de façades (DCO 3):
1.
appliquer les normes, les directives et les instructions de montage,
2.
recourir aux matériaux en fonction de leurs propriétés et de leurs fonctions,
3.
esquisser, dessiner et calculer des formes et des surfaces,
4.
déterminer les quantités de matériaux nécessaires pour les différents travaux,
5.
mettre en place des chantiers et organiser les travaux;
b.
pose, montage, entretien et réparation des systèmes de construction de façades (DCO 4):
1.
évaluer les propriétés de la sous-couche ainsi que recourir à des variantes de pose et de fixation,
2.
exécuter des travaux de façades,
3.
monter des éléments de raccordement et des constructions accessoires ainsi que monter des installations solaires et préparer leur raccordement,
4.
documenter des travaux et établir des rapports à ce propos,
5.
évaluer les erreurs et les dommages, les réparer et assurer l’entretien,
6.
entreposer des matériaux et assurer l’entretien des outils.

5 La formation comprend en outre pour les échafaudeurs les compétences opérationnelles ci-après dans les domaines de compétences opérationnelles suivants:

a.
planification et préparation des travaux de construction d’échafaudages (DCO 3):
1.
appliquer les normes, les directives et les instructions de montage et d’utilisation,
2.
utiliser les systèmes d’échafaudages selon leurs propriétés et leurs fonctions,
3.
esquisser, dessiner et calculer des formes et des surfaces,
4.
déterminer les quantités de matériaux nécessaires pour les différents travaux,
5.
mettre en place des chantiers et organiser les travaux;
b.
montage, démontage et entretien des systèmes d’échafaudages (DCO 4):
1.
évaluer les propriétés de la sous-couche et recourir à des variantes de pose et de fixation,
2.
monter et démonter des échafaudages à cadre et des échafaudages modulaires,
3.
monter et démonter des échafaudages spéciaux et des ascenseurs de chantier,
4.
documenter des travaux et établir des rapports à ce propos,
5.
évaluer les erreurs et les dommages, les réparer,
6.
entreposer des matériaux et assurer l’entretien des outils.

6 La formation comprend en outre pour les storistes les compétences opérationnelles ci-après dans les domaines de compétences opérationnelles suivants:

a.
planification et préparation des systèmes de stores (DCO 3):
1.
appliquer les normes, les directives et les instructions de montage,
2.
recourir aux matériaux en fonction de leurs propriétés et de leurs fonctions,
3.
esquisser, dessiner et calculer des formes et des surfaces,
4.
déterminer les quantités de matériaux nécessaires pour les différents travaux,
5.
mettre en place des chantiers et organiser les travaux,
6.
planifier les composants d’installations électriques et électroniques;
b.
montage, maintenance et réparation des systèmes de stores (DCO 4):
1.
évaluer les propriétés de la sous-couche ainsi que recourir à des variantes de pose et de fixation,
2.
monter des systèmes de stores,
3.
monter des composants d’installations électriques et programmer les commandes électroniques,
4.
documenter des travaux et établir des rapports à ce propos,
5.
évaluer les erreurs et les dommages, les réparer et assurer l’entretien,
6.
entreposer des matériaux et assurer l’entretien des outils.

  Section 3 Sécurité au travail, protection de la santé et protection de l’environnement

Art. 51

1 Dès le début de la formation, les prestataires de la formation remettent et expliquent aux personnes en formation les directives et les recommandations en matière de sécurité au travail, de protection de la santé et de protection de l’environnement, en particulier celles relatives à la communication des dangers (symboles de danger, pictogrammes, signes d’interdiction) dans ces trois domaines.

2 Les directives et les recommandations précitées font partie intégrante de la formation dispensée dans tous les lieux de formation et elles sont prises en considération dans les procédures de qualification.

3 Il est fait en sorte que les personnes en formation acquièrent, sur tous les lieux de formation, des connaissances en matière de développement durable, notamment en ce qui concerne l’équilibre entre les intérêts sociétaux, écologiques et économiques.

4 En dérogation à l’art. 4, al. 1, OLT 5 et conformément aux prescriptions de l’art. 4, al. 4, OLT 5, il est permis d’occuper les personnes en formation, en fonction de leur niveau de connaissance, aux travaux mentionnés dans l’annexe du plan de formation.

5 La dérogation visée à l’al. 4 présuppose que les personnes en formation soient formées, encadrées et surveillées en fonction des risques accrus qu’elles courent; ces dispositions particulières sont définies dans l’annexe du plan de formation à titre de mesures d’accompagnement en matière de sécurité au travail et de protection de la santé.


1 Nouvelle teneur selon le ch. II 169 de l’O du SEFRI du 24 nov. 2017 concernant la mod. d’O sur la formation relative à l’interdiction d’effectuer des travaux dangereux, en vigueur depuis le 1er janv. 2018 (RO 2017 7331).


  Section 4 Étendue de la formation dans les différents lieux de formation et langue d’enseignement

Art. 6 Formation à la pratique professionnelle dans l’entreprise et dans d’autres lieux de formation comparables

La formation à la pratique professionnelle en entreprise s’étend sur toute la durée de la formation professionnelle initiale, en moyenne à raison de 4 jours par semaine.

Art. 7 École professionnelle

1 L’enseignement obligatoire dispensé à l’école professionnelle comprend 1080 périodes d’enseignement. Celles-ci sont réparties selon le tableau suivant:

Enseignement

1re année

2e année

3e année

Total

a.
Connaissances professionnelles
domaines de compétences opérationnelles pour toutes les professions (DCO 1 et 2)

200

100

300

– domaines de compétences opérationnelles spécifiques à chaque profession (DCO 3 et 4)

100

200

300

Total

200

200

200

600

b.
Culture générale

120

120

120

360

c. Éducation physique

40

40

40

120

Total des périodes d’enseignement

360

360

360

1080

2 De légères divergences par rapport au nombre prescrit de périodes d’enseignement par année d’apprentissage au sein d’un domaine de compétences opérationnelles sont possibles, en accord avec les autorités cantonales et les organisations du monde du travail compétentes.

3 L’enseignement de la culture générale est régi par l’ordonnance du SEFRI du 27 avril 2006 concernant les conditions minimales relatives à la culture générale dans la formation professionnelle initiale1.

4 La langue d’enseignement est en règle générale la langue nationale du lieu d’implantation de l’école.

5 L’enseignement bilingue est recommandé dans la langue nationale du lieu d’implantation de l’école et dans une autre langue nationale ou en anglais.

6 Les cantons peuvent admettre d’autres langues d’enseignement.


Art. 8 Cours interentreprises

1 Les cours interentreprises comprennent 30 à 37 jours de cours, à raison de 8 heures de cours par jour.

2 Les jours et les contenus sont répartis sur 8 à 10 cours par profession comme suit:

Professions

Étancheur

Couvreur

Façadier

Échafaudeur

Storiste

Année

Cours

Domaines de compétences opérationnelles (DCO)

Durée

1

Cours 1

DCO 1

pour toutes les professions

3

3

3

3

3

Cours 2.1

DCO 2

pour toutes les professions

3

3

3

3

3

Cours 2.2

DCO 2

pour toutes les professions

3

3

3

3

3

Cours 3.1

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

5

5

4

3

3

Cours 3.2

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

2

Nombre de jours

14

14

13

12

14

2

Cours 4

DCO 3+ 4

spécifiques à chaque profession

3

3

3

Cours 5

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

5

5

4

4

3

Cours 6

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

5

5

Nombre de jours

8

8

7

9

8

3

Cours 7

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

5

5

4

5

5

Cours 8

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

2

3

4

4

5

Cours 9

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

2

4

5

Cours 10

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

1

Nombre de jours

10

8

12

9

15

Total

DCO 1+2

pour toutes les professions

9

9

9

9

9

Total

DCO 3+4

spécifiques à chaque profession

23

21

23

21

31

Nombre de jours

32

30

32

30

37

3 Aucun cours interentreprises n’a lieu durant le dernier semestre de la formation professionnelle initiale.


  Section 5 Plan de formation

Art. 9

1 Un plan de formation, édicté par l’organisation du monde du travail compétente et approuvé par le SEFRI, est disponible au moment de l’entrée en vigueur de la présente ordonnance.

2 Le plan de formation:

a.
contient le profil de qualification; celui-ci comprend:
1.
le profil de la profession,
2.
la vue d’ensemble des domaines de compétences opérationnelles et des compétences opérationnelles, et
3.
le niveau d’exigences de la profession;
b.
détaille les contenus de la formation initiale et les dispositions en matière de sécurité au travail, de protection de la santé et de protection de l’environnement, et définit quelles compétences opérationnelles sont transmises et acquises dans chaque lieu de formation.

3 Le plan de formation est assorti de la liste des instruments servant à promouvoir la qualité de la formation professionnelle initiale avec indication des sources.1


1 Nouvelle teneur selon le ch. III 39 de l’O du SEFRI du 24 nov. 2017 concernant la mod. d’O sur la formation relative à l’interdiction d’effectuer des travaux dangereux, en vigueur depuis le 1er janv. 2018 (RO 2017 7331).


  Section 6 Exigences minimales posées aux formateurs et nombre maximal de personnes en formation dans l’entreprise

Art. 10 Exigences minimales posées aux formateurs

Les exigences minimales posées aux formateurs au sens de l’art. 44, al. 1, let. a et b, OFPr sont remplies par:

a.
les personnes titulaires d’un CFC dans le champ professionnel Enveloppe des édifices justifiant d’au moins 2 ans d’expérience professionnelle dans le domaine de la formation qu’elles dispensent;
b.
les polybâtisseurs CFC justifiant d’au moins 2 ans d’expérience professionnelle dans le domaine de la formation qu’ils dispensent;
c.
les étancheurs, les couvreurs, les constructeurs de façades, les constructeurs de toitures plates, les monteurs d’échafaudages et les storistes titulaires d’un CFC et justifiant d’au moins 2 ans d’expérience professionnelle dans le domaine de la formation qu’ils dispensent;
d.
les personnes titulaires d’un CFC dans une profession apparentée et justifiant des connaissances professionnelles requises dans le champ professionnel Enveloppe des édifices de niveau CFC et d’au moins 3 ans d’expérience professionnelle dans le domaine de la formation qu’elles dispensent;
e.
les personnes titulaires d’un titre correspondant de la formation professionnelle supérieure et justifiant d’au moins 2 ans d’expérience professionnelle dans le domaine de la formation qu’elles dispensent.
Art. 11 Nombre maximal de personnes en formation

1 Les entreprises qui disposent d’un formateur occupé à 100 % ou de deux formateurs occupés chacun au moins à 60 % peuvent former une personne.

2 Une autre personne peut être formée pour chaque professionnel supplémentaire occupé à 100 % ou pour chaque groupe supplémentaire de deux professionnels occupés chacun au moins à 60 %.

3 Sont réputés professionnels les titulaires d’un certificat fédéral de capacité, d’une attestation fédérale de formation professionnelle dans le domaine de la personne en formation ou d’une qualification équivalente.

4 Dans les entreprises qui ne sont autorisées à former qu’une seule personne, une seconde personne peut commencer sa formation si la première entame sa dernière année de formation professionnelle initiale.

5 Dans des cas particuliers, l’autorité cantonale peut autoriser une entreprise ayant formé depuis plusieurs années des personnes avec grand succès à dépasser le nombre maximal de personnes en formation.


  Section 7 Dossier de formation, rapport de formation et dossier des prestations

Art. 12 Dossier de formation

1 Pendant la formation à la pratique professionnelle, la personne en formation tient un dossier de formation dans lequel elle inscrit au fur et à mesure les travaux importants concernant les compétences opérationnelles à acquérir.

2 Au moins une fois par semestre, le formateur contrôle et signe le dossier de formation. Il en discute avec la personne en formation au moins une fois par semestre.

Art. 13 Rapport de formation

1 À la fin de chaque semestre, le formateur établit un rapport attestant le niveau atteint par la personne en formation. À cette fin, il se fonde sur les prestations de la personne en formation pendant la formation en entreprise et sur les remarques relatives aux prestations fournies à l’école professionnelle et dans les cours interentreprises. Il discute du rapport de formation avec la personne en formation.

2 Le formateur et la personne en formation conviennent si nécessaire de mesures permettant d’atteindre les objectifs de la formation et fixent des délais en conséquence. Ils consignent les décisions et les mesures prises par écrit.

3 À l’issue du délai fixé, le formateur vérifie l’efficacité des mesures prises et fait mention de ses conclusions dans le prochain rapport de formation.

4 Si les objectifs liés aux mesures fixées ne sont pas atteints ou si les chances de réussite de la personne en formation sont compromises, le formateur le signale par écrit aux parties contractantes et à l’autorité cantonale.

Art. 14 Dossier des prestations fournies à l’école professionnelle

Les écoles professionnelles documentent les prestations de la personne en formation relatives aux domaines de compétences opérationnelles enseignés et à la culture générale.


  Section 8 Procédures de qualification

Art. 15 Admission

Est admise aux procédures de qualification la personne qui a suivi la formation professionnelle initiale:

a.
conformément à la présente ordonnance;
b.
dans une institution de formation accréditée par le canton, ou
c.
dans un autre cadre que celui d’une filière de formation réglementée et qui:
1.
a acquis l’expérience professionnelle nécessaire visée à l’art. 32 OFPr,
2.
a effectué 3 ans au minimum de cette expérience dans le domaine de la profession visée, et
3.
démontre qu’elle satisfait aux exigences de la procédure de qualification.
Art. 16 Objet

Les procédures de qualification visent à démontrer que les compétences opérationnelles décrites à l’art. 4 ont été acquises.

Art. 17 Étendue et organisation de la procédure de qualification avec examen final

1 La procédure de qualification avec examen final porte sur les compétences opérationnelles dans les domaines de qualification ci-après selon les modalités suivantes:

a.
travail pratique:
1.
sous la forme d’un travail pratique prescrit (TPP), d’une durée de 12 heures, pour les étancheurs, les couvreurs, les façadiers et les storistes. Ce domaine de qualification est évalué vers la fin de la formation professionnelle initiale. La personne en formation doit montrer qu’elle est à même d’exécuter les tâches demandées dans les règles de l’art et en fonction des besoins et de la situation. Le dossier de formation et les documents relatifs aux cours interentreprises peuvent être utilisés comme aides. Ce domaine de qualification porte sur les domaines de compétences opérationnelles ci-après assortis des pondérations suivantes:

Point d’appréciation

Domaine de compétences opérationnelles

Pondération

1

Domaine de compétences opérationnelles 1 (pour toutes les professions)

Domaine de compétences opérationnelles 2 (pour toutes les professions)

20 %

2

Domaine de compétences opérationnelles 3 (spécifique à chaque profession)

20 %

3

Domaine de compétences opérationnelles 4 (spécifique à chaque profession)

60 %

2.
sous la forme d’un travail pratique individuel (TPI) d’une durée de 24 à 120 heures pour les échafaudeurs. Ce domaine de qualification est évalué vers la fin de la formation professionnelle initiale. La personne en formation doit montrer qu’elle est à même d’exécuter les tâches demandées dans les règles de l’art et en fonction des besoins et de la situation. Le dossier de formation et les documents relatifs aux cours interentreprises peuvent être utilisés comme aides. Ce domaine de qualification porte dans la mesure du possible sur tous les domaines de compétences opérationnelles et englobe les points d’appréciation ci-après assortis des pondérations suivantes:

Point d’appréciation

Description

Pondération

1

Exécution et résultat du travail

60 %

2

Documentation

10 %

3

Présentation

10 %

4

Entretien professionnel

20 %

b.
connaissances professionnelles d’une durée de 3 heures. Ce domaine de qualification est évalué vers la fin de la formation professionnelle initiale. Il porte sur les domaines de compétences opérationnelles ci-après assortis des pondérations suivantes selon les formes d’examen ci-dessous:

Point d’appréciation

Domaine de compétences opérationnelles

Forme et durée d’examen

Pondération

écrit

1

Domaine de compétences opérationnelles 1 (pour toutes les professions)

Domaine de compétences opérationnelles 2 (pour toutes les professions)

45 min

25 %

2

Domaine de compétences opérationnelles 3 (spécifique à chaque profession)

90 min

50 %

3

Domaine de compétences opérationnelles 4 (spécifique à chaque profession)

45 min

25 %

c.
culture générale. Ce domaine de qualification est régi par l’ordonnance du SEFRI du 27 avril 2006 concernant les conditions minimales relatives à la culture générale dans la formation professionnelle initiale1.

2 Dans chaque domaine de qualification, les prestations sont évaluées par au moins deux experts aux examens.


Art. 18 Conditions de réussite, calcul et pondération des notes

1 La procédure de qualification avec examen final est réussie si:

a.
la note du domaine de qualification «travail pratique» est supérieure ou égale à 4, et
b.
la note globale est supérieure ou égale à 4.

2 La note globale correspond à la moyenne, arrondie à la première décimale, des notes pondérées des domaines de qualification de l’examen final et de la note d’expérience pondérée.

3 La note d’expérience correspond à la moyenne, arrondie à une note entière ou à une demi-note, des 6 notes semestrielles de l’enseignement des connaissances professionnelles.

4 Pour le calcul de la note globale, les notes sont pondérées de la manière suivante:

a.
travail pratique: 50 %;
b.
connaissances professionnelles: 15 %;
c.
culture générale: 20 %;
d.
note d’expérience 15 %.
Art. 19 Répétitions

1 La répétition de la procédure de qualification est régie par l’art. 33 OFPr.

2 Si un domaine de qualification doit être répété, il doit l’être dans sa globalité.

3 Pour les personnes qui répètent l’examen final et qui ne suivent plus l’enseignement des connaissances professionnelles, l’ancienne note d’expérience est prise en compte. Pour les personnes qui suivent à nouveau l’enseignement des connaissances professionnelles pendant 2 semestres au minimum, seules les nouvelles notes sont prises en compte pour le calcul de la note d’expérience.

Art. 20 Cas particulier

1 Pour les personnes qui ont suivi la formation préalable hors du cadre de la formation professionnelle initiale réglementée et subi l’examen final régi par la présente ordonnance, il n’y a pas de note d’expérience.

2 Pour le calcul de la note globale, les notes sont pondérées de la manière suivante:

a.
travail pratique: 50 %;
b.
connaissances professionnelles: 30 %;
c.
culture générale: 20 %.

  Section 9 Certificat et titre

Art. 21

1 La personne qui a réussi une procédure de qualification reçoit le certificat fédéral de capacité (CFC).

2 Le CFC autorise ses titulaires à porter le titre légalement protégé de:

a.
«étancheuse CFC» / «étancheur CFC»;
b.
«couvreuse CFC» / «couvreur CFC»;
c.
«façadière CFC» / «façadier CFC»;
d.
«échafaudeuse CFC» / «échafaudeur CFC»;
e.
«storiste CFC».

3 Si le CFC a été obtenu par le biais de la procédure de qualification avec examen final, le bulletin de notes mentionne:

a.
la note globale;
b.
les notes de chaque domaine de qualification de l’examen final et, sous réserve de l’art. 20, al. 1, la note d’expérience.

  Section 10 Développement de la qualité et organisation

Art. 22 Commission suisse pour le développement de la profession et la qualité de la formation dans le champ professionnel Enveloppe des édifices

1 La Commission suisse pour le développement de la profession et la qualité de la formation dans le champ professionnel Enveloppe des édifices comprend:

a.
cinq à sept représentants de l’Association Polybat;
b.
un représentant du corps des enseignants spécialisés;
c.
au moins un représentant de la Confédération et au moins un représentant des cantons.

2 Les régions linguistiques sont représentées équitablement.

3 Toutes les professions du champ professionnel Enveloppe des édifices doivent être représentées.

4 La commission s’auto-constitue.

5 Elle est notamment chargée des tâches suivantes:

a.
examiner régulièrement, au moins tous les 5 ans, l’ordonnance et le plan de formation en fonction des développements économiques, technologiques, écologiques et didactiques; intégrer, le cas échéant, de nouveaux aspects organisationnels de la formation professionnelle initiale;
b.
demander à l’organisation du monde du travail compétente de proposer au SEFRI des modifications de l’ordonnance, pour autant que les développements constatés requièrent une adaptation de cette dernière;
c.
proposer à l’organisation du monde du travail compétente de modifier le plan de formation, pour autant que les développements constatés requièrent une adaptation de ce dernier;
d.
prendre position sur les instruments de validation des acquis;
e.
prendre position sur les instruments servant à promouvoir la qualité de la formation professionnelle initiale, en particulier sur les dispositions d’exécution relatives aux procédures de qualification.
Art. 23 Organe responsable et organisation des cours interentreprises

1 L’organe responsable des cours interentreprises est l’Association Polybat.

2 Le canton peut, en concertation avec les organisations du monde du travail compétentes, confier l’organisation des cours interentreprises à une autre institution, notamment si la qualité ou l’organisation de ces cours ne peuvent plus être assurées.

3 Les cantons déterminent l’organisation et le déroulement des cours interentreprises avec l’organe responsable.

4 Les autorités cantonales compétentes ont accès aux cours en tout temps.


  Section 11 Dispositions finales

Art. 24 Abrogation d’autres actes et révocation d’approbations

1 L’ordonnance du SEFRI du 8 novembre 2007 sur la formation professionnelle initiale de polybâtisseur avec certificat fédéral de capacité (CFC)1 est abrogée.

2 L’approbation du plan de formation polybâtisseur CFC du 8 novembre 2007 est révoquée.


Art. 25 Dispositions transitoires

1 Les personnes qui ont commencé leur formation de polybâtisseur avant le 1er janvier 2017 l’achèvent selon l’ancien droit.

2 Si elles en font la demande, les personnes qui répètent jusqu’au 31 décembre 2021 la procédure de qualification avec examen final de polybâtisseur verront leurs prestations appréciées selon l’ancien droit.

Art. 26 Entrée en vigueur

1 La présente ordonnance entre en vigueur le 1er janvier 2017, les dispositions de l’al. 2 étant réservées.

2 Les dispositions relatives aux procédures de qualification, au certificat et au titre (art. 15 à 21) entrent en vigueur le 1er janvier 2020.


1* Les termes désignant des personnes s’appliquent également aux femmes et aux hommes.2 RS 412.103 RS 412.1014 RS 822.1155 Nouvelle teneur selon le ch. I 169 de l’O du SEFRI du 24 nov. 2017 concernant la mod. d’O sur la formation relative à l’interdiction d’effectuer des travaux dangereux, en vigueur depuis le 1er janv. 2018 (RO 2017 7331).


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