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412.101.222.13

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Fachfrau/Fachmann öffentlicher Verkehr mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

vom 10. September 2014 (Stand am 1. Januar 2018)

74114

Fachfrau/Fachmann öffentlicher Verkehr EFZ

Agente/agent de transports publics CFC

Agente dei trasporti pubblici AFC

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021, auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032 (BBV) und auf Artikel 4 Absatz 4 der Jugendarbeitsschutzverordnung vom 28. September 20073 (ArGV 5),

verordnet:4

  1. Abschnitt: Gegenstand, Schwerpunkte und Dauer

Art. 1 Berufsbild und Schwerpunkte

1 Fachleute öffentlicher Verkehr auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:

a.
Sie üben Assistenztätigkeiten im Bereich der monatlichen Personalplanung und der Planung der Fahrzeuge bei Zusatzangeboten aus.
b.
Sie stellen im Rahmen der Kurzfristplanung den Personaleinsatz bei Ereignissen oder Störungen sicher.
c.
Sie betreuen als Reisebegleiterinnen und Reisebegleiter oder als Kontrollpersonal die Kundschaft am Bahnhof oder im Zug, Tram oder Bus und stellen dabei sicher, dass der Zug-, Tram- oder Busverkehr reibungslos funktioniert.
d.
Sie stellen im Ereignis- und Störungsfall die Information und Betreuung der Kundinnen und Kunden vor Ort sicher.
e.
Sie sichern das Fahrzeug bei Defekten oder Störungen und Notsituationen und unterstützen falls notwendig das Wegstellen des Fahrzeugs.
f.
Sie erfüllen ihnen aufgetragene Arbeiten zuverlässig und genau.
g.
Sie gehen offen auf Menschen zu und bewahren auch in schwierigen Situationen Ruhe.

2 Innerhalb des Berufs der Fachleute öffentlicher Verkehr auf Stufe EFZ gibt es die folgenden Schwerpunkte:

a.
Planung;
b.
Zugbegleitung.

3 Der Schwerpunkt wird vor Beginn der beruflichen Grundbildung vom Lehrbetrieb bestimmt. Er wird im Lehrvertrag festgehalten.

Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert 3 Jahre.

2 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.


  2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Grundsätze

1 Die Ziele und die Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen, gruppiert nach Handlungskompetenzbereichen, festgelegt.

2 Die Handlungskompetenzen umfassen Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen.

3 Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte zusammen. Sie koordinieren die Inhalte der Ausbildung und der Qualifikationsverfahren.

Art. 4 Handlungskompetenzen

1 Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Planen des Einsatzes von Personal und Fahrzeugen:
1.
Einsatzplanung des Personals für eine bestimmte Periode selbstständig erstellen,
2.
Einsatzplanung der Fahrzeuge für eine bestimmte Periode selbstständig erstellen,
3.
planbare Personalausfälle ersetzen,
4.
planbare Fahrzeugausfälle ersetzen,
5.
bei einem geplanten Ereignis die Koordination des Personaleinsatzes auf dem Bahnhof oder der Haltestelle vornehmen,
6.
Planung von einfachen Dienstplan- und Fahrzeugumlaufänderungen vornehmen,
7.
Zusatzangebote planen,
8.
Kundeninformationen im Normalbetrieb oder bei Zusatzangeboten planen und erstellen,
9.
Angebotsplanung, Fahrplangestaltung, Fahrplankommunikation und Qualitätssteuerung sicherstellen,
10.
umfassendes Angebot bei voraussehbaren Betriebsänderungen planen,
11.
mittel- bis langfristige Bedarfsermittlung von Ressourcen vornehmen, Bedarfsrechnung, Ferienpläne und Turnusmodelle erarbeiten;
b.
Bewältigen unvorhergesehener Abweichungen vom Regelbetrieb:
1.
den öffentlichen Verkehr auf Störungen überwachen,
2.
Störungen melden,
3.
Umdisposition des Personals vornehmen,
4.
Umdisposition von Fahrzeugen und übrigen Ressourcen vornehmen,
5.
den Einsatz des Personals während einer Störung vor Ort koordinieren,
6.
Ersatzlösungen organisieren,
7.
bei Ereignissen oder Störungen die Kundinnen und Kunden informieren und betreuen;
c.
Sicherstellen des Betriebs des Fahrzeugverkehrs, der Sicherheit und der Qualität der Fahrzeuge:
1.
betriebliche Informationen erstellen und verwalten, und den Dienst vorbereiten,
2.
Feststellen von Abweichungen und Defekten am Fahrzeug und der Infrastruktur vor Ort sowie von nicht unmittelbar sicherheitsrelevanten Einrichtungen,
3.
das Fahrzeug evakuieren und sichern,
4.
Fahrzeuge auf ihre Sicherheit überprüfen, Fahrbereitschaft erstellen,
5.
Abfahrtserlaubnis erteilen,
6.
Fahrzeuge im Not- und Störungsfall sichern,
7.
Arbeiten bei Dienstschluss im Rahmen der Zugbegleitung ausführen;
d.
Begleiten und Betreuen der Kundinnen und Kunden vor Ort:
1.
Kundinnen und Kunden vor und während der Fahrt Auskunft erteilen,
2.
Kundinnen und Kunden vor und während der Fahrt betreuen,
3.
Kundenbetreuung während eines Ereignisses oder bei betrieblichen Abweichungen sicherstellen,
4.
für Kundinnen und Kunden Transportalternativen suchen und anbieten,
5.
Kundinnen und Kunden in einer zweiten Landessprache informieren und beraten,
6.
Kundinnen und Kunden in Englisch informieren und beraten.

2 Für alle Lernenden verbindlich ist der Aufbau der Handlungskompetenzen nach Absatz 1 Buchstaben a Ziffern 1–8, b (Ziffern 1–7 ), c Ziffern 1–3 und d.

3 Je nach Schwerpunkt ist überdies der Aufbau der nachstehenden Handlungskompetenzen verbindlich:

a.
Schwerpunkt Planung: Handlungskompetenzen nach Absatz 1 Buchstabe a Ziffern 9–11;
b.
Schwerpunkt Zugbegleitung: Handlungskompetenzen nach Absatz 1 Buchstabe c Ziffern 4–7.

  3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 51

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.

2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen, vermittelt.

4 In Abweichung von Artikel 4 Absatz 1 ArGV 5 und gemäss den Vorgaben nach Artikel 4 Absatz 4 ArGV 5 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden.

5 Voraussetzung für einen Einsatz nach Absatz 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Anhang zum Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.


1 Fassung gemäss Ziff. II 159 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


  4. Abschnitt: Umfang der Bildung an den einzelnen Lernorten und Unterrichtssprache

Art. 6 Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb und an vergleichbaren Lernorten

Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt 4 Tag pro Woche.

Art. 7 Berufsfachschule

1 Der obligatorische Unterricht an der Berufsfachschule umfasst 1080 Lektionen. Diese teilen sich gemäss nachfolgender Tabelle auf:

Unterricht

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

Total

a.
Berufskenntnisse
1.
Planen des Einsatzes von Personal und Fahrzeugen

120

40

40

200

2.
Bewältigen unvorhergesehener Abweichungen vom Regelbetrieb

0

0

80

80

3.
Sicherstellen des Betriebs des Fahrzeugverkehrs, der Sicherheit
und Qualität der Fahrzeuge

0

40

0

40

4.
Begleiten und Betreuen der Kundinnen
und Kunden vor Ort
wovon:

80

120

80

280

– Zweite Landessprache

(Handlungskompetenz d.5)

40

40

40

– Englisch (Handlungskompetenz d.6)

40

40

40

Total

200

200

200

600

b.
Allgemeinbildung

120

120

120

360

c. Sport

40

40

40

120

Total Lektionen

360

360

360

1080

2 Geringfügige Abweichungen der vorgegebenen Anzahl der Lektionen pro Lehrjahr innerhalb eines Handlungskompetenzbereichs sind in Absprache mit den zuständigen kantonalen Behörden und den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt möglich.

3 Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

4 Unterrichtssprache ist in der Regel die Landessprache des Schulortes.

5 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.

6 Die Kantone können andere Unterrichtssprachen zulassen.


Art. 8 Überbetriebliche Kurse

1 Die überbetrieblichen Kurse umfassen 16 Tage zu 8 Stunden im Schwerpunkt Planung und 20 Tage zu 8 Stunden im Schwerpunkt Zugbegleitung.

2 Die Tage und die Inhalte sind wie folgt auf 4 Kurse aufgeteilt:

Schwerpunkt

Planung

Zugbegleitung

Lehr-jahr

Kurse

Handlungskompetenzbereich

Dauer

1

Kurs 1

Bewältigen unvorhergesehener Abweichungen

vom Regelbetrieb

4 Tage

X

X

Sicherstellen des Betriebs des Fahrzeugverkehrs,

der Sicherheit und der Qualität der Fahrzeuge (Handlungskompetenzen c.1 bis c.3)

Begleiten und Betreuen der Kundinnen

und Kunden vor Ort

1

Kurs 2

Planen des Einsatzes von Personal und Fahrzeugen (Handlungskompetenzen a.1 bis a.8)

4 Tage

X

X

Bewältigen unvorhergesehener Abweichungen vom Regelbetrieb

Begleiten und Betreuen der Kundinnen

und Kunden vor Ort

2

Kurs 3

Planen des Einsatzes von Personal und Fahrzeugen (Handlungskompetenzen a.1 bis a.8)

4 Tage

X

X

Bewältigen unvorhergesehener Abweichungen vom Regelbetrieb

Begleiten und Betreuen der Kundinnen

und Kunden vor Ort

3

Kurs 4a

Planen des Einsatzes von Personal und Fahrzeugen (Handlungskompetenzen a.9 bis a.11)

4 Tage

X

3

Kurs 4b

Sicherstellen des Betriebs des Fahrzeugverkehrs,

der Sicherheit und der Qualität der Fahrzeuge

(Handlungskompetenzen c.4 bis c.7)

8 Tage

X

[…]

3 Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt.


  5. Abschnitt: Bildungsplan

Art. 9

1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan vor, der von der zuständigen Organisation der Arbeitswelt erlassen und vom SBFI genehmigt wird.

2 Der Bildungsplan hat folgenden Inhalt:

a.
Er enthält das Qualifikationsprofil; dieses besteht aus:
1.
dem Berufsbild,
2.
der Übersicht der Handlungskompetenzbereiche und der Handlungskompetenzen, und
3.
dem Anforderungsniveau des Berufes.
b.
Er führt die Inhalte der Grundbildung sowie die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz aus und bestimmt, an welchen Lernorten welche Handlungskompetenzen vermittelt und gelernt werden.

3 Dem Bildungsplan angefügt ist das Verzeichnis der Instrumente zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung mit Angabe der Bezugsquelle.1


1 Fassung gemäss Ziff. III 30 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


  6. Abschnitt: Mindestanforderungen an die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und Höchstzahl der Lernenden im Betrieb

Art. 10 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die fachlichen Mindestanforderungen im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben a und b BBV an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:

a.
Fachfrau öffentlicher Verkehr EFZ oder Fachmann öffentlicher Verkehr EFZ mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b.
eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs mit den notwendigen Berufskenntnissen im Bereich der Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ und mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
c.
einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung;
d.
einschlägiger Hochschulabschluss mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.
Art. 11 Höchstzahl der Lernenden im Betrieb

1 Betriebe, die eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner zu 100 Prozent oder zwei Berufsbildnerinnen oder Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigen, dürfen eine lernende Person ausbilden.

2 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von zwei Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.

3 Als Fachkraft gilt, wer im Fachbereich der lernenden Person über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.

4 In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite lernende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt.

5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.


  7. Abschnitt: Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentation

Art. 12 Lerndokumentation

1 Die lernende Person führt während der Bildung in beruflicher Praxis eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit den zu erwerbenden Handlungskompetenzen festhält.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner kontrolliert und unterzeichnet die Lerndokumentation mindestens einmal pro Semester. Sie oder er bespricht sie mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person.

Art. 13 Bildungsbericht

1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mit der lernenden Person.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner und die lernende Person vereinbaren wenn nötig Massnahmen zum Erreichen der Bildungsziele und setzen dafür Fristen. Sie halten die getroffenen Entscheide und Massnahmen schriftlich fest.

3 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner überprüft die Wirkung der vereinbarten Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält den Befund im nächsten Bildungsbericht fest.

4 Werden die Ziele der vereinbarten Massnahmen nicht erreicht oder ist der Ausbildungserfolg gefährdet, so teilt die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und der kantonalen Behörde schriftlich mit.

Art. 14 Leistungsdokumentation in der Berufsfachschule

1 Die Berufsfachschulen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Handlungskompetenzbereichen und in der Allgemeinbildung und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.

2 Die Note des Handlungskompetenzbereichs «Begleiten und Betreuen der Kundinnen und Kunden vor Ort» ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der Semesternoten in diesem Handlungskompetenzbereich. Das Semesterzeugnis gibt zudem die Noten für die zweite Landessprache und für Englisch an.

Art. 15 Leistungsdokumentation in den überbetrieblichen Kursen

1 Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren die Leistungen der Lernenden in Form eines Kompetenznachweises für jeden überbetrieblichen Kurs.

2 Die Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt. Diese fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote.


  8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 16 Zulassung

Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung absolviert hat:

a.
nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b.
in einer vom Kanton dafür anerkannten Bildungsinstitution; oder
c.
ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und:
1.
die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,
2.
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens 2 Jahre im Bereich der Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ erworben hat, und
3.
glaubhaft macht, den Anforderungen der jeweiligen Qualifikationsverfahren gewachsen zu sein.
Art. 17 Gegenstand

In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.

Art. 18 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung

1 Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die Handlungskompetenzen in den nachstehenden Qualifikationsbereichen wie folgt geprüft:

a.
Praktische Arbeit als individuelle praktische Arbeit (IPA) im Umfang von 24–40 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. Der Qualifikationsbereich beinhaltet möglichst alle Handlungskompetenzbereiche und umfasst die folgenden Positionen mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position

Beschreibung

Gewichtung

1.

Arbeitsprozess

50 %

2.

Dokumentation

20 %

3.

Präsentation

15 %

4.

Fachgespräch

15 %

b.
Berufskenntnisse, im Umfang von 3 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Im Qualifikationsbereich Berufskenntnisse werden die folgenden Handlungskompetenzbereiche schriftlich im nachstehenden Umfang und mit der nachstehenden Gewichtung geprüft:

Position

Handlungskompetenzbereiche

Dauer

Gewichtung

1.

Planen des Einsatzes von Personal und Fahrzeugen

60 Min.

30 %

2.

Bewältigen unvorhergesehener Abweichungen

vom Regelbetrieb

60 Min.

30 %

3.

Sicherstellen des Betriebs des Fahrzeugverkehrs,

der Sicherheit und der Qualität der Fahrzeuge

30 Min.

20 %

4.

Begleiten und Betreuen der Kundinnen und Kunden

vor Ort (Handlungskompetenzen d.1 bis d.4)

30 Min.

20 %

c.
Allgemeinbildung. Der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen.


Art. 19 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a.
der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mindestens mit der Note 4 bewertet wird; und
b.
die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung und der gewichteten Erfahrungsnote.

3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der Noten für:

a.
den Unterricht in den Berufskenntnissen;
b.
die überbetrieblichen Kurse.

4 Die Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 6 Semesterzeugnisnoten.

5 Die Note für die überbetrieblichen Kurse ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 4 Kompetenznachweise.

6 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 40 %;
b.
Berufskenntnisse: 20 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %;
d.
Erfahrungsnote: 20 %.
Art. 20 Wiederholungen

1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV.

2 Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufskenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen während mindestens 2 Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

4 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch von überbetrieblichen Kursen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Werden die letzten zwei bewerteten überbetrieblichen Kurse wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

Art. 21 Spezialfall

1 Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote.

2 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 50 %;
b.
Berufskenntnisse: 30 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %.

  9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 22

1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ).

2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Fachfrau öffentlicher Verkehr EFZ » oder «Fachmann öffentlicher Verkehr EFZ» zu führen.

3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt:

a.
die Gesamtnote;
b.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 21 Absatz 1, die Erfahrungsnote.

  10. Abschnitt: Qualitätsentwicklung und Organisation

Art. 23 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ

1 Die schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ setzt sich zusammen aus:

a.
5–7 Vertreterinnen oder Vertreter des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV);
b.
1–2 Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft;
c.
1–2 Vertreterinnen oder Vertretern der Arbeitnehmerschaft;
d.
je mindestens einer Vertreterin oder einem Vertreter des Bundes und der Kantone.

2 Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein.

3 Die Schwerpunkte müssen vertreten sein.

4 Die Kommission konstituiert sich selbst.

5 Sie hat insbesondere folgende Aufgaben:

a.
Sie überprüft die Bildungsverordnung und den Bildungsplan laufend, mindestens aber alle fünf Jahre, auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen. Dabei berücksichtigt sie allfällige neue organisatorische Aspekte der beruflichen Grundbildung.
b.
Sie ersucht die zuständige Organisation der Arbeitswelt, dem SBFI Änderungen der Verordnung zu beantragen, sofern die beobachteten Entwicklungen eine Änderung der Verordnung erfordern.
c.
Sie stellt der zuständigen Organisation der Arbeitswelt Antrag auf Anpassung des Bildungsplans, sofern die beobachteten Entwicklungen eine Anpassung des Bildungsplans erfordern.
d.
Sie nimmt Stellung zu den Instrumenten für die Validierung von Bildungsleistungen.
e.
Sie nimmt Stellung zu Instrumenten zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung, insbesondere zu den Ausführungsbestimmungen über die Qualifikationsverfahren.
Art. 24 Trägerschaft und Organisation der überbetrieblichen Kurse

1 Träger für die überbetrieblichen Kurse ist der Verband öffentlicher Verkehr (VöV).

2 Die Kantone können die Durchführung der überbetrieblichen Kurse unter Mitwirkung der zuständigen Organisationen der Arbeitswelt einer anderen Trägerschaft übertragen, namentlich wenn die Qualität oder die Durchführung der überbetrieblichen Kurse nicht mehr gewährleistet ist.

3 Die Kantone regeln mit der Trägerschaft die Organisation und Durchführung der überbetrieblichen Kurse.

4 Die zuständigen Behörden der Kantone haben jederzeit Zutritt zu den Kursen.


  11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 25 Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt von Absatz 2 am 1. Januar 2015 in Kraft.

2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 16–22) treten am 1. Januar 2018 in Kraft.


1 SR 412.102 SR 412.1013 SR 822.1154 Fassung gemäss Ziff. I 159 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


Index

412.101.222.13

Ordinanza della SEFRI sulla formazione professionale di base Agente dei trasporti pubblici con attestato federale di capacità (AFC)

del 10 settembre 2014 (Stato 1° gennaio 2018)

74114

Agente dei trasporti pubblici AFC

Fachfrau/Fachmann öffentlicher Verkehr EFZ

Agente/agent de transports publics CFC

La Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e l’innovazione (SEFRI),

visto l’articolo 19 della legge del 13 dicembre 20021 sulla formazione professionale; visto l’articolo 12 dell’ordinanza del 19 novembre 20032 sulla formazione professionale (OFPr); visto l’articolo 4 capoverso 4 dell’ordinanza del 28 settembre 20073 sulla protezione dei giovani lavoratori (OLL 5),

ordina:4

  Sezione 1: Oggetto, orientamenti e durata

Art. 1 Profilo professionale e orientamenti

1 Gli agenti dei trasporti pubblici di livello AFC svolgono, in particolare, le seguenti attività e si contraddistinguono per le seguenti conoscenze, capacità e comportamenti:

a.
svolgono mansioni di assistenza nell’ambito della pianificazione mensile del personale e della pianificazione dei veicoli in caso di offerte supplementari;
b.
nell’ambito della pianificazione a breve termine garantiscono l’impiego del personale in caso di eventi o perturbazioni;
c.
assistono i clienti in stazione o a bordo di treni, tram o autobus in qualità di agenti di accompagnamento o di addetti al controllo e garantiscono il corretto funzionamento del trasporto via treno, tram o autobus;
d.
garantiscono l’assistenza e l’informazione dei clienti sul posto in caso di eventi e di perturbazioni;
e.
mettono in sicurezza il veicolo in caso di guasti, perturbazioni e situazioni d’emergenza e collaborano se necessario alla rimozione del veicolo;
f.
svolgono i compiti affidati con precisione e affidabilità;
g.
mostrano disponibilità nei confronti delle persone e mantengono la calma anche nelle situazioni difficili.

2 La formazione di agente dei trasporti pubblici di livello AFC prevede i seguenti orientamenti:

a.
Pianificazione;
b.
Scorta dei treni.

3 L’orientamento viene definito dall’azienda di tirocinio prima dell’inizio della formazione professionale di base. Viene riportato nel contratto di tirocinio.

Art. 2 Durata e inizio

1 La formazione professionale di base dura tre anni.

2 L’inizio della formazione professionale di base segue il calendario della relativa scuola professionale.


  Sezione 2: Obiettivi ed esigenze

Art. 3 Principi

1 Gli obiettivi e le esigenze della formazione professionale di base sono espressi sotto forma di competenze operative raggruppate nei relativi campi.

2 Le competenze operative comprendono competenze professionali, metodologiche, sociali e personali.

3 Tutti i luoghi di formazione collaborano allo sviluppo delle competenze operative. Essi coordinano i contenuti della formazione e delle procedure di qualificazione.

Art. 4 Competenze operative

La formazione prevede, nei seguenti campi di competenze operative, le competenze operative qui elencate:

a.
pianificazione dell’impiego del personale e dei veicoli:
1.
redigere autonomamente la pianificazione dell’impiego del personale per un determinato periodo;
2.
redigere autonomamente la pianificazione dell’impiego dei veicoli per un determinato periodo;
3.
garantire le sostituzioni pianificabili del personale,
4.
garantire le sostituzioni pianificabili dei veicoli,
5.
garantire il coordinamento del personale in stazione o alla fermata in caso di eventi programmati,
6.
pianificare semplici modifiche delle tabelle di servizio o delle rotazioni dei veicoli,
7.
pianificare offerte supplementari,
8.
pianificare e redigere le informazioni per i clienti in esercizio regolare o in caso di offerte supplementari,
9.
garantire la pianificazione delle offerte, la definizione e la comunicazione degli orari nonché il controllo della qualità,
10.
pianificare un’offerta diversificata in caso di modifiche prevedibili dell’esercizio,
11.
analizzare il fabbisogno di risorse a medio e lungo termine, elaborare calcoli del fabbisogno, piani delle vacanze e modelli di rotazione dei turni;
b.
gestione di scostamenti imprevisti dall’esercizio ordinario:
1.
vigilare sulle perturbazioni nel trasporto pubblico,
2.
segnalare le perturbazioni,
3.
organizzare la ridisposizione del personale,
4.
organizzare la ridisposizione dei veicoli e delle risorse disponibili,
5.
coordinare l’impiego del personale in loco durante una perturbazione,
6.
organizzare soluzioni alternative,
7.
assistere e informare i clienti in caso di eventi o di perturbazioni;
c.
garanzia dell’esercizio, della sicurezza e della qualità dei veicoli:
1.
redigere e gestire informazioni sull’esercizio e organizzare il servizio,
2.
individuare scostamenti e guasti ai veicoli e alle infrastrutture in loco e nelle installazioni non direttamente rilevanti per la sicurezza,
3.
evacuare e mettere in sicurezza il veicolo,
4.
verificare la sicurezza dei veicoli e certificare la prontezza di corsa,
5.
impartire il permesso di partenza,
6.
assicurare i veicoli in caso di emergenza e di perturbazione,
7.
eseguire i lavori nell’ambito della scorta dei treni alla fine del servizio;
d.
accompagnamento e assistenza dei clienti in loco:
1.
fornire informazioni ai clienti prima o durante il viaggio,
2.
assistere i clienti prima e durante il viaggio,
3.
garantire l’assistenza ai clienti in caso di eventi o di scostamenti dall’esercizio,
4.
cercare e proporre ai clienti soluzioni di trasporto alternative,
5.
fornire informazioni e consulenza ai clienti in una seconda lingua nazionale,
6.
fornire informazioni e consulenza ai clienti in inglese.

2 Lo sviluppo delle competenze operative di cui al capoverso 1 lettere a numeri 1–8, b numeri 1–7, c numeri 1–3 e d è obbligatorio per tutte le persone in formazione.

3 Inoltre, in base all’orientamento scelto, è obbligatorio lo sviluppo delle seguenti competenze operative:

a. orientamento «Pianificazione»: competenze operative secondo il capoverso 1 lettera a numeri 9–11;

b. orientamento «Scorta dei treni»: competenze operative secondo il capoverso 1 lettera c numeri 4–7.


  Sezione 3: Sicurezza sul lavoro, protezione della salute e dell’ambiente

Art. 51

1 All’inizio e durante la formazione gli operatori forniscono e spiegano alle persone in formazione le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente, in particolare quelle relative alla comunicazione dei pericoli (simboli di pericolo e di obbligo, pittogrammi).

2 Dette prescrizioni e raccomandazioni sono fornite in tutti i luoghi di formazione e considerate nelle procedure di qualificazione.

3 Tutti i luoghi di formazione sensibilizzano le persone in formazione allo sviluppo sostenibile, con particolare attenzione all’equilibrio tra interessi sociali, ecologici ed economici.

4 In deroga all’articolo 4 capoverso 1 OLL 5 e secondo le prescrizioni dell’articolo 4 capoverso 4 OLL 5 è ammesso l’impiego di persone in formazione in conformità con il loro stato di formazione per le attività elencate in allegato al piano di formazione.

5 L’impiego di persone in formazione secondo il capoverso 4 presuppone che dette persone siano formate, istruite e sorvegliate in maniera adeguata al più elevato pericolo d’infortunio; tali precauzioni particolari sono fissate in allegato al piano di formazione sotto forma di misure di accompagnamento riguardanti la sicurezza sul lavoro e la protezione della salute.


1 Nuovo testo giusta il n. II 159 dell’O della SEFRI del 24 nov. 2017 concernente la modifica delle ordinanze sulla formazione professionale in merito al divieto di svolgere lavori pericolosi, in vigore dal 1° gen. 2018 (RU 2017 7331).


  Sezione 4: Durata della formazione in ciascun luogo di formazione e lingua d’insegnamento

Art. 6 Formazione professionale pratica in azienda e in luoghi di formazione equivalenti

La formazione professionale pratica in azienda comprende in media quattro giornate alla settimana per tutta la durata della formazione professionale di base.

Art. 7 Scuola professionale

1 L’insegnamento obbligatorio presso la scuola professionale comprende 1080 lezioni. Dette lezioni sono suddivise secondo la tabella seguente:

Insegnamento

1° anno

2° anno

3° anno

Totale

a.
Conoscenze professionali
1.
Pianificazione dell’impiego del personale
e dei veicoli

120

40

40

200

2.
Gestione di scostamenti imprevisti dall’esercizio ordinario

0

0

80

80

3.
Garanzia dell’esercizio, della sicurezza
e della qualità dei veicoli

0

40

0

40

4.
Accompagnamento e assistenza dei
clienti in loco
di cui:

80

120

80

280

Seconda lingua nazionale

(competenza operativa d.5)

40

40

40

Inglese (competenza operativa d.6)

40

40

40

Totale

200

200

200

600

b.
Cultura generale

120

120

120

360

c. Sport

40

40

40

120

Totale delle lezioni

360

360

360

1080

2 D’intesa con le autorità cantonali e le organizzazioni del mondo del lavoro competenti sono ammesse deroghe minime al numero di lezioni prescritte per anno di formazione in un campo di competenze operative.

3 Per gli insegnamenti di cultura generale fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

4 La lingua d’insegnamento è di norma la lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola professionale.

5 È raccomandato l’insegnamento bilingue nella lingua nazionale locale e in un’altra lingua nazionale o in inglese.

6 I Cantoni possono autorizzare altre lingue d’insegnamento.


Art. 8 Corsi interaziendali

1 I corsi interaziendali comprendono sedici giornate di otto ore per l’orientamento «Pianificazione» e venti giornate di otto ore per l’orientamento «Scorta dei treni».

2 Le giornate e i contenuti sono ripartiti su quattro corsi:

Orientamento

Pianificazione

Scorta dei treni

Anno

Corsi

Campo di competenze operative

Durata

1

Corso 1

Gestione di scostamenti imprevisti

dall’esercizio ordinario

4 giorni

X

X

Garanzia dell’esercizio, della sicurezza e della

qualità dei veicoli (competenze operative c.1 – c.3)

Accompagnamento e assistenza dei clienti in loco

1

Corso 2

Pianificazione dell’impiego del personale e dei veicoli (competenze operative a.1 – a.8)

4 giorni

X

X

Gestione di scostamenti imprevisti

dall’esercizio ordinario

Accompagnamento e assistenza dei clienti in loco

2

Corso 3

Pianificazione dell’impiego del personale e dei veicoli (competenze operative a.1 – a.8)

4 giorni

X

X

Gestione di scostamenti imprevisti

dall’esercizio ordinario

Accompagnamento e assistenza dei clienti in loco

3

Corso 4a

Pianificazione dell’impiego del personale e dei veicoli (competenze operative a.9 – a.11)

4 giorni

X

3

Corso 4b

Garanzia dell’esercizio, della sicurezza e della

qualità dei veicoli (competenze operative c.4 – c.7)

8 giorni

X

3 Nell’ultimo semestre della formazione professionale di base non si svolgono corsi interaziendali.


  Sezione 5: Piano di formazione

Art. 9

1 Al momento dell’entrata in vigore della presente ordinanza è disponibile un piano di formazione emanato dalla competente organizzazione del mondo del lavoro e approvato dalla SEFRI.

2 Il piano di formazione:

a.
contiene il profilo di qualificazione, che comprende:
1.
il profilo professionale,
2.
la tabella delle competenze operative e dei relativi campi,
3.
il livello richiesto per la professione;
b.
riporta i contenuti della formazione di base e le disposizioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente e determina quali competenze operative vengono trasmesse e apprese in ciascun luogo di formazione.

3 Al piano di formazione è allegato l’elenco degli strumenti per la promozione della qualità della formazione professionale di base con indicazione del centro di distribuzione.1


1 Nuovo testo giusta il n. III 30 dell’O della SEFRI del 24 nov. 2017 concernente la modifica delle ordinanze sulla formazione professionale in merito al divieto di svolgere lavori pericolosi, in vigore dal 1° gen. 2018 (RU 2017 7331).


  Sezione 6: Requisiti minimi per i formatori e numero massimo di persone in formazione in azienda

Art. 10 Requisiti professionali minimi richiesti ai formatori

I requisiti professionali minimi ai sensi dell’articolo 44 capoverso 1 lettere a e b OFPr sono soddisfatti se il formatore possiede una delle seguenti qualifiche:

a.
attestato federale di capacità di agente dei trasporti pubblici AFC con almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
b.
attestato federale di capacità di una professione affine con le necessarie conoscenze professionali nel campo di attività dell’agente dei trasporti pubblici AFC e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
c.
titolo della formazione professionale superiore in ambito pertinente;
d.
diploma di scuola universitaria in ambito pertinente e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento.
Art. 11 Numero massimo di persone in formazione in azienda

1 Nelle aziende che impiegano un formatore al 100 per cento o due formatori ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione.

2 Per ogni altro specialista occupato al 100 per cento o per ogni due specialisti in più occupati ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione in più.

3 È considerato specialista il titolare di un attestato federale di capacità o di una qualifica equivalente nel campo della persona in formazione.

4 Nelle aziende che possono impiegare solo una persona in formazione una seconda persona può iniziare il tirocinio quando la prima arriva all’ultimo anno della formazione professionale di base.

5 In casi particolari l’autorità cantonale può autorizzare il superamento del numero massimo di persone in formazione nelle aziende di tirocinio che da più anni svolgono la loro funzione di formazione con risultati particolarmente positivi.


  Sezione 7: Documentazione dell’apprendimento, rapporto di formazione e documentazione delle prestazioni

Art. 12 Documentazione dell’apprendimento

1 Nel corso della formazione professionale pratica la persona in formazione tiene una documentazione dell’apprendimento in cui annota regolarmente i principali lavori eseguiti in relazione alle competenze operative da acquisire.

2 Il formatore controlla e firma la documentazione dell’apprendimento almeno una volta al semestre. La discute con la persona in formazione almeno una volta al semestre.

Art. 13 Rapporto di formazione

1 Alla fine di ogni semestre, il formatore rileva in un rapporto il livello raggiunto dalla persona in formazione. Per farlo si basa sulle prestazioni nella formazione professionale pratica e sui resoconti delle prestazioni nella scuola professionale e nei corsi interaziendali. Discute il rapporto con la persona in formazione.

2 Se necessario, il formatore e la persona in formazione concordano misure per il raggiungimento degli obiettivi di formazione e fissano apposite scadenze. Le misure e le decisioni adottate vengono messe per iscritto.

3 Dopo la scadenza prefissata il formatore verifica l’efficacia delle misure concordate e riporta l’esito nel successivo rapporto di formazione.

4 Se gli obiettivi non sono stati raggiunti o se è a rischio il buon esito della formazione, il formatore lo comunica per iscritto alle parti contraenti e all’autorità cantonale.

Art. 14 Documentazione delle prestazioni nella scuola professionale

1 Le scuole professionali documentano le prestazioni delle persone in formazione nei campi di competenze operative in cui è svolto l’insegnamento e nella cultura generale e consegnano alle persone in formazione una pagella alla fine di ogni semestre.

2 La nota del campo di competenze operative «accompagnamento e assistenza dei clienti in loco» è data dalla media arrotondata al punto o al mezzo punto della somma delle note delle pagelle semestrali relative a questo campo di competenze operative. Inoltre, la pagella semestrale riporta le note relative alla seconda lingua nazionale e all’inglese.

Art. 15 Documentazione delle prestazioni nei corsi interaziendali

1 Gli operatori dei corsi interaziendali documentano le prestazioni delle persone in formazione mediante controlli delle competenze per ogni corso interaziendale.

2 I controlli delle competenze vengono espressi in note. Queste confluiscono nel calcolo della nota dei luoghi di formazione.


  Sezione 8: Procedure di qualificazione

Art. 16 Ammissione

È ammesso alle procedure di qualificazione chi ha assolto la formazione professionale di base:

a.
secondo le disposizioni della presente ordinanza;
b.
in un istituto di formazione riconosciuto dal Cantone; o
c.
al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato, se
1.
ha maturato l’esperienza professionale di cui all’articolo 32 OFPr;
2.
di tale esperienza professionale ha svolto almeno due anni nel campo dell’agente dei trasporti pubblici AFC, e
3.
rende verosimile il possesso dei requisiti per la rispettiva procedura di qualificazione.
Art. 17 Oggetto

Nelle procedure di qualificazione occorre dimostrare di aver acquisito le competenze operative di cui all’articolo 4.

Art. 18 Durata e svolgimento della procedura di qualificazione con esame finale

1 Nella procedura di qualificazione con esame finale vengono esaminate, nel modo indicato, le competenze operative dei seguenti campi di qualificazione:

a.
«lavoro pratico» sotto forma di lavoro pratico individuale, della durata di 24–40 ore. L’esame per questo campo di qualificazione ha luogo verso la fine della formazione professionale di base. La persona in formazione deve dimostrare di essere in grado di svolgere le attività richieste in modo professionalmente corretto e adeguato alle necessità e alla situazione. È ammessa come ausilio la consultazione della documentazione dell’apprendimento e dei corsi interaziendali. Di norma, il campo di qualificazione comprende tutti i campi di competenze operative e riporta le seguenti voci e ponderazioni:

Voce

Descrizione

Ponderazione

1.

Processo di lavoro

50 %

2.

Documentazione

20 %

3.

Presentazione

15 %

4.

Colloquio professionale

15 %

b.
«conoscenze professionali», della durata di 3 ore. L’esame per questo campo di qualificazione ha luogo verso la fine della formazione professionale di base. Nel campo di qualificazione «conoscenze professionali» vengono esaminati in forma scritta e per la durata stabilita i campi di competenze operative sottoelencati con le seguenti ponderazioni:

Voce

Campi di competenze operative

Durata

Ponderazione

1.

Pianificazione dell’impiego del personale e dei veicoli

60 min.

30 %

2.

Gestione di scostamenti imprevisti dall’esercizio ordinario

60 min.

30 %

3.

Garanzia dell’esercizio, della sicurezza e della

qualità dei veicoli

30 min.

20 %

4.

Accompagnamento e assistenza dei clienti in loco

(competenze operative d.1 - d.4)

30 min.

20 %

c.
«cultura generale». Per questo campo di qualificazione fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

2 Per ogni campo di qualificazione la valutazione è effettuata da almeno due periti d’esame.


Art. 19 Superamento, calcolo e ponderazione delle note

1 La procedura di qualificazione con esame finale è superata se:

a.
per il campo di qualificazione «lavoro pratico» viene attribuito almeno il 4; e
b.
la nota complessiva raggiunge almeno il 4.

2 La nota complessiva è data dalla media, arrotondata a un decimale, della somma delle note ponderate dei singoli campi di qualificazione dell’esame finale e della nota ponderata dei luoghi di formazione.

3 Per nota dei luoghi di formazione si intende la media arrotondata a un decimale delle note relative a:

a.
insegnamento professionale;
b.
corsi interaziendali.

4 Per nota relativa all’insegnamento professionale si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto della somma delle sei note delle pagelle semestrali.

5 Per nota relativa ai corsi interaziendali si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto delle note conseguite nei quattro controlli delle competenze.

6 Per il calcolo della nota complessiva valgono le note sottoelencate con la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 40 per cento;
b.
conoscenze professionali: 20 per cento;
c.
cultura generale: 20 per cento;
d.
nota dei luoghi di formazione: 20 per cento.
Art. 20 Ripetizioni

1 La ripetizione della procedura di qualificazione è disciplinata dall’articolo 33 OFPr.

2 Qualora si debba ripetere un campo di qualificazione, esso va ripetuto interamente.

3 Qualora si ripeta l’esame finale senza seguire nuovamente l’insegnamento professionale, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono almeno due semestri di insegnamento professionale, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato solo le nuove note.

4 Qualora si ripeta l’esame finale senza seguire nuovamente i corsi interaziendali, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono gli ultimi due corsi interaziendali valutati, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato solo le nuove note.

Art. 21 Caso particolare

1 Per le persone che hanno assolto la formazione al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato e che hanno sostenuto l’esame finale secondo la presente ordinanza viene meno la nota dei luoghi di formazione.

2 Per il calcolo della nota complessiva valgono le note sottoelencate con la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 50 per cento;
b.
conoscenze professionali: 30 per cento;
c.
cultura generale: 20 per cento.

  Sezione 9: Attestazioni e titolo

Art. 22

1 Chi ha superato la procedura di qualificazione consegue l’attestato federale di capacità (AFC).

2 L’attestato federale di capacità conferisce il diritto di avvalersi del titolo legalmente protetto di «agente dei trasporti pubblici AFC».

3 Se l’attestato federale di capacità è stato conseguito mediante procedura di qualificazione con esame finale, nel certificato delle note sono riportate:

a.
la nota complessiva;
b.
le note di ogni campo di qualificazione dell’esame finale e, fatto salvo l’articolo 21 capoverso 1, la nota dei luoghi di formazione.

  Sezione 10: Sviluppo della qualità e organizzazione

Art. 23 Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità della formazione degli agenti dei trasporti pubblici AFC

1 La Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità della formazione degli agenti dei trasporti pubblici AFC è composta da:

a.
5–7 rappresentanti dell’Unione dei trasporti pubblici (UTP);
b.
1–2 rappresentanti dei docenti di materie professionali;
c.
1–2 rappresentanti dei lavoratori;
d.
almeno un rappresentante della Confederazione e uno dei Cantoni.

2 Le regioni linguistiche sono adeguatamente rappresentate.

3 Gli orientamenti sono rappresentati.

4 La Commissione si autocostituisce.

5 Essa svolge in particolare i seguenti compiti:

a.
verifica costantemente, ma almeno ogni cinque anni, l’ordinanza sulla formazione professionale di base e il piano di formazione in relazione agli sviluppi economici, tecnologici, ecologici e didattici. Nella verifica tiene conto di eventuali nuovi aspetti organizzativi della formazione professionale di base;
b.
chiede alla competente organizzazione del mondo del lavoro di presentare alla SEFRI una domanda di modifica dell’ordinanza sulla formazione professionale di base, qualora gli sviluppi osservati lo rendano necessario;
c.
chiede all’organizzazione del mondo del lavoro l’adeguamento del piano di formazione, qualora gli sviluppi osservati lo rendano necessario;
d.
esprime un parere riguardo agli strumenti per la validazione degli apprendimenti acquisiti;
e.
esprime un parere riguardo agli strumenti per la promozione della qualità della formazione professionale di base, in particolare sulle disposizioni esecutive concernenti le procedure di qualificazione.
Art. 24 Organizzazione e responsabili dei corsi interaziendali

1 È responsabile dei corsi interaziendali l’Unione dei trasporti pubblici (UTP).

2 In collaborazione con le organizzazioni del mondo del lavoro competenti, i Cantoni possono delegare a un altro ente responsabile lo svolgimento dei corsi interaziendali, in particolare se non sono più garantiti la qualità o lo svolgimento degli stessi.

3 I Cantoni disciplinano con l’ente responsabile l’organizzazione e lo svolgimento dei corsi interaziendali.

4 Le autorità cantonali competenti hanno il diritto di accedere ai corsi in qualsiasi momento.


  Sezione 11: Disposizioni finali

Art. 25 Entrata in vigore

1 Fatto salvo il capoverso 2, la presente ordinanza entra il vigore il 1° gennaio 2015.

2 Le disposizioni concernenti le procedure di qualificazione, le attestazioni e il titolo (art. 16–22) entrano in vigore il 1° gennaio 2018.


 2014 3627


1 RS 412.102 RS 412.1013 RS 822.1154 Nuovo testo giusta il n. I 159 dell’O della SEFRI del 24 nov. 2017 concernente la modifica delle ordinanze sulla formazione professionale in merito al divieto di svolgere lavori pericolosi, in vigore dal 1° gen. 2018 (RU 2017 7331).


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