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412.101.221.69

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Motorradmechanikerin/Motorradmechaniker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

vom 5. September 2011 (Stand am 1. Januar 2018)

46204

Motorradmechanikerin EFZ/

Motorradmechaniker EFZ

Mécanicienne en motocycles CFC/

Mécanicien en motocycles CFC

Meccanica di motoveicoli AFC/

Meccanico di motoveicoli AFC

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021, auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032 (BBV) und auf Artikel 4 Absatz 4 der Jugendarbeitsschutzverordnung vom 28. September 20073 (ArGV 5),

verordnet:4

  1. Abschnitt: Gegenstand und Dauer

Art. 1 Berufsbild

Motorradmechanikerinnen und Motorradmechaniker auf Stufe EFZ beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:

a.
Sie verrichten Wartungs-, Reparatur- und Änderungsarbeiten an Systemen und Bauteilen von Motorrädern aller Art, Seitenwagen, Dreirädern und Quads. Sie beachten branchenübliche Vorgaben und sind sich der Wichtigkeit zur professionellen Ausübung ihrer Arbeit bewusst.
b.
Sie sind bereit, mit internen und externen Personen anspruchsvolle Fachgespräche zu führen, können technische und technologische Zusammenhänge erklären und zeigen ökologisches Engagement.
c.
Sie befragen, informieren und beraten Kunden, setzen geeignete Kommunikationsmittel ein, beachten Vorschriften und sind gewillt, Kundenwünsche in technisch und wirtschaftlich angepasste Arbeitsergebnisse umzusetzen. Sie beheben Pannen an Kundenfahrzeugen, bereiten Fahrzeuge für die Verkehrszulassung vor und führen Probefahrten aus.
d.
Sie verwenden branchenspezifische Werkstatteinrichtungen, Maschinen und Geräte sorgfältig und sind bereit für betriebliche Arbeitsabläufe Datenkommunikationssysteme anzuwenden.
e.
Sie sind geschickt bei organisatorischen und planerischen Aufgaben, sind belastbar, qualitätsorientiert und handeln mit grosser Eigenverantwortung. Sie sind offen, laufend neue Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben und pflegen einen korrekten Umgang mit Kunden, Vorgesetzten und Mitarbeitenden.
Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert 4 Jahre.

2 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.


  2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Bildungsinhalte

1 Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen nach Artikel 4 beschrieben.

2 Die Handlungskompetenzen beinhalten Fachkompetenzen, Methodenkompetenzen, Sozial- und Selbstkompetenzen.

Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte eng zusammen und koordinieren ihre Beiträge.

Art. 4 Handlungskompetenzen
Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzenbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:
a.
Warten, reparieren, umbauen und ändern von Rahmen und Fahrwerksteilen:
1.
Rahmen ausmessen, ersetzen und instand setzen,
2.
Räder und Bereifungen prüfen, montieren und gemäss Kundenbedürfnis umrüsten. Felgen und Radlager ersetzen,
3.
Radaufhängungen und Lenkungen instand halten, prüfen, ausmessen und instand setzen,
4.
Federungen und Dämpfungen prüfen, instand halten, instand setzen und umrüsten,
5.
Bremsanlagen prüfen, warten, reparieren und umrüsten;
b.
Warten, reparieren und ändern von Kupplungen, Getrieben und Antriebssträngen:
1.
Kupplungen prüfen, einstellen, Fehler lokalisieren, instand setzen, ersetzen,
2.
Getriebe prüfen und instand halten. Fehler lokalisieren und beheben,
3.
Antriebsstränge kontrollieren und instand halten. Fehler lokalisieren und beheben. Bauteile gemäss Kundenbedürfnis umrüsten,
4.
Stufenlose Antriebe kontrollieren und instand halten. Fehler lokalisieren und beheben. Bauteile gemäss Kundenbedürfnis umrüsten;
c.
Warten, reparieren und ändern von Motorkomponenten und elektronischen Motormanagementsystemen:
1.
Zylinder, Zylinderköpfe und Kurbeltriebe prüfen, diagnostizieren und ersetzen,
2.
Motorsteuerungsbauteile prüfen, einstellen, instand setzen und ersetzen,
3.
Abgaszusammensetzung messen, diagnostizieren, abgasrelevante Bauteile kontrollieren, instand halten und aktualisieren,
4.
Treibstoffanlagen prüfen, instand halten, diagnostizieren und Fehler beheben,
5.
Auspuff- und Frischgassteuerungsanlagen prüfen, einstellen, ersetzen und Bauteile gemäss Kundenbedürfnis umrüsten,
6.
Schmier- und Kühlsysteme prüfen und instand halten. Fehler lokalisieren und beheben;
d
Warten, reparieren und ändern von elektrischen und elektronischen Fahrzeugmanagementsystemen:
1.
Starterbatterien prüfen und instand halten, diagnostizieren und die dafür benötigten Grundlagen anwenden,
2.
Ladeanlagen prüfen. Fehler lokalisieren und beheben. Bauteile ersetzen,
3.
Starteranlagen prüfen. Fehler lokalisieren und beheben. Bauteile ersetzen,
4.
Zündanlagen prüfen. Fehler lokalisieren und beheben. Bauteile ersetzen,
5.
Beleuchtungs- und Signalanlagen prüfen, einstellen, Fehler lokalisieren und beheben. Bauteile umrüsten und nachrüsten,
6.
Komfort-, Sicherheitseinrichtungen und Datenübertragung prüfen, diagnostizieren und Störungen beheben, programmieren und Anlagen nachrüsten,
7.
Antriebsmanagement von elektrisch angetriebenen Zweiradfahrzeugen instand halten, diagnostizieren und reparieren;
e.
Sicherstellen der internen Kommunikation und verwenden der korrekten Fachsprache:
1.
Technische Begriffe im internen Kommunikationsprozess anwenden, Zusammenhänge erklären und Fachgespräche führen,
2.
Elektrische Elemente und Messgrössen bestimmen, Bauteile ausmessen, diagnostizieren und die dafür benötigten Grundlagen anwenden,
3.
Fertigungsverfahren unter Berücksichtigung der Werkstoff-, Betriebs- und Hilfsstoffeigenschaften durchführen,
4.
Technische Informationen suchen, interpretieren, ergänzen und im internen Informationsaustausch anwenden;
f.
Umsetzen und gestalten von Kundenwünschen, betriebsinternen Arbeitsabläufen und Massnahmen zum Umweltschutz:
1.
Kommunikationsmittel für den Kundenkontakt sowie für externe und interne Kommunikationsprozesse einsetzen,
2.
Wartungs- und Reparaturinformationen auf Deutsch und Englisch suchen, interpretieren, ergänzen und einsetzen,
3.
Kundenwünsche und Informationen entgegennehmen. Kunden befragen, informieren, beraten, Fahrzeuge übergeben und Auftrag mit Kunden auswerten,
4.
Arbeitsaufträge planen und vorbereiten. Betriebliches Qualitätsmanagementsystem anwenden. Arbeitsergebnisse kontrollieren, bewerten und dokumentieren,
5.
Ersatzteile auftragsbezogen anfordern, bereitstellen und dokumentieren, Ersatzteillager bewirtschaften,
6.
Kundenfahrzeuge beurteilen und Pannen beheben. Neue und gebrauchte Fahrzeuge für die Verkehrszulassung vorbereiten. Fahrzeuge Probe fahren,
7.
Vorschriften zur Arbeitssicherheit, zum Unfall- und Umweltschutz sowie technische Verordnungen nachschlagen, interpretieren und anwenden;
g.
Bedienen, unterhalten und aktualisieren von Geräten und Einrichtungen:
1.
Einrichtungen, Maschinen und Geräte ordnen, instand halten und einsetzen,
2.
Werkzeuge der Werkstatt und eigene Werkzeuge anwenden, instand halten und ordnen,
3.
Datenkommunikationssysteme zum Erstellen von Dokumenten, zum Verwalten und austauschen von Daten sowie zum Suchen von Informationen einsetzen,
4.
Testgeräte der Werkstatt und eigene Testgeräte instand halten und einsetzen.
Art. 5 Führerprüfung

Lernende im Beruf Motorradmechanikerin/Motorradmechaniker müssen während der Lehrzeit die Führerprüfung der höchsten Motorradkategorie bestehen. Der Lehrbetrieb sorgt dafür, dass die Lernende/der Lernende sich rechtzeitig um den Lernfahrausweis bewirbt, überträgt die Erteilung des Fahrunterrichts einem konzessionierten Fahrlehrer seiner Wahl und übernimmt die Kosten für den Grundkurs und für die erste Führerprüfung.


  3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 61

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.

2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen, vermittelt.

4 In Abweichung von Artikel 4 Absatz 1 ArGV 5 und gemäss den Vorgaben nach Artikel 4 Absatz 4 ArGV 5 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden.

5 Voraussetzung für einen Einsatz nach Absatz 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Anhang zum Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.


1 Fassung gemäss Ziff. II 121 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


  4. Abschnitt: Anteile der Lernorte und Unterrichtssprache

Art. 7 Anteile der Lernorte

1 Die Bildung in beruflicher Praxis erfolgt über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt an 3 3/4 Tagen pro Woche.

2 Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht erfolgt in 1620 Lektionen. Davon entfallen auf den Sportunterricht 180 Lektionen.

3 Die überbetrieblichen Kurse umfassen insgesamt mindestens 40 und höchstens 44 Tage zu 8 Stunden. Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt.

Art. 8 Unterrichtssprache

1 Unterrichtssprache ist in der Regel die Landessprache des Schulortes.

2 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.

3 Die Kantone können andere Unterrichtssprachen zulassen.


  5. Abschnitt: Bildungsplan und Allgemeinbildung

Art. 9 Bildungsplan

1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan vor, der von der verantwortlichen Organisation der Arbeitswelt erarbeitet und vom SBFI genehmigt ist.

2 Der Bildungsplan führt die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 wie folgt näher aus:

a.
Er begründet sie in ihrer Wichtigkeit für die berufliche Grundbildung.
b.
Er bestimmt, welches Verhalten in bestimmten Handlungssituationen am Arbeitsplatz erwartet wird.
c.
Er differenziert sie in konkrete Leistungsziele aus.
d.
Er bezieht sie konsistent auf die Qualifikationsverfahren und beschreibt deren System.

3 Der Bildungsplan legt überdies fest:

a.
die curriculare Gliederung der beruflichen Grundbildung;
b.
die Aufteilung der überbetrieblichen Kurse über die Dauer der Grundbildung und ihre Organisation;
c.
die Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz.

4 Dem Bildungsplan angefügt ist die Liste der Unterlagen zur Umsetzung der beruflichen Grundbildung mit Titel, Datum und Bezugsquelle.

Art. 10 Allgemeinbildung

Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.



  6. Abschnitt: Anforderungen an die Anbieter der betrieblich organisierten Grundbildung

Art. 11 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die fachlichen Mindestanforderungen im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben a und b BBV an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:

a.
Motorradmechanikerin EFZ/Motorradmechaniker EFZ mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b.
Gelernte Motorradmechanikerin/gelernter Motorradmechaniker mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
c.
einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung.
Art. 12 Höchstzahl der Lernenden

1 In einem Betrieb darf eine lernende Person ausgebildet werden, wenn:

a.
eine entsprechend qualifizierte Berufsbildnerin oder ein entsprechend qualifizierter Berufsbildner zu 100 Prozent beschäftigt wird; oder
b.
zwei entsprechend qualifizierte Berufsbildnerinnen oder entsprechend qualifizierte Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigt werden.

2 Tritt eine lernende Person in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung ein, so kann eine weitere lernende Person ihre Bildung beginnen.

3 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von 2 Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.

4 Als Fachkraft gilt, wer über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis im Fachbereich der lernenden Person oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.

5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.


  7. Abschnitt: Lern- und Leistungsdokumentation

Art. 13 Im Betrieb

1 Die lernende Person führt eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten, die erworbenen Fähigkeiten und ihre Erfahrungen im Betrieb festhält.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner kontrolliert und unterzeichnet die Lerndokumentation einmal pro Semester. Sie oder er bespricht sie mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person.

3 Sie oder er hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest.

Art. 14 In der schulischen Bildung und in der schulisch organisierten Grundbildung

Die Anbieter der schulischen Bildung und die Anbieter schulisch organisierter Grundbildungen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Bereichen und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.

Art. 15 Im überbetrieblichen Kurs

1 Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren nach jedem überbetrieblichen Kurs die Leistungen der Lernenden in der Form von Kompetenznachweisen nach den Ausführungen des Bildungsplans.

2 Diese Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt und fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote nach Artikel 19 Absatz 4.


  8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 16 Zulassung

Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung erworben hat:

a.
nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b.
in einer vom Kanton dafür zugelassenen Bildungsinstitution; oder
c.
ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und:
1.
die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,
2.
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens 3 Jahre im Bereich der Motorradmechanikerin EFZ/des Motorradmechanikers EFZ erworben hat,
3.
glaubhaft macht, den Anforderungen der Abschlussprüfung (Artikel 18) gewachsen zu sein.
Art. 17 Gegenstand der Qualifikationsverfahren

In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.

Art. 18 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung

1 Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die nachstehenden Qualifikationsbereiche wie folgt geprüft:

a.
Praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 16 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.
b.
Berufskenntnisse, im Umfang von 4 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person wird schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchgeführt, so dauert diese höchstens 1 Stunde.
c.
Allgemeinbildung. Der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen.


Art. 19 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a.
der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mit der Note 4 oder höher bewertet wird; und
b.
die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird.

2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der gewichteten Erfahrungsnote.

3 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 40 %;
b.
Berufskenntnisse: 20 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %;
d.
Erfahrungsnote: 20 %.

4 Die Erfahrungsnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der Noten für:

a.
den berufskundlichen Unterricht;
b.
die überbetrieblichen Kurse.

5 Die Note für den berufskundlichen Unterricht ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe aller Semesterzeugnisnoten des berufskundlichen Unterrichts.

6 Die Note für die überbetrieblichen Kurse ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der benoteten Kompetenznachweise.

Art. 20 Wiederholungen

1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV. Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

2 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird der berufskundliche Unterricht während mindestens 2 Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch von überbetrieblichen Kursen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Werden die letzten zwei bewerteten überbetrieblichen Kurse wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

Art. 21 Spezialfall

1 Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote.

2 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 50 %;
b.
Berufskenntnisse: 30 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %.

  9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 22

1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ.

2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Motorradmechanikerin EFZ» oder «Motorradmechaniker EFZ» zu führen.

3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so wird im Notenausweis aufgeführt:

a.
die Gesamtnote;
b.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 21 Absatz 1, die Erfahrungsnote.

  10. Abschnitt: Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität

Art. 23

1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität setzt sich zusammen aus:

a.
5–7 Vertreterinnen oder Vertretern des Verbandes «2rad Schweiz»;
b.
1–2 Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft aus der Schweizerischen Vereinigung der Berufsschullehrer für Automobiltechnik (SVBA-ASETA-ASITA);
c.
je mindestens 1 Vertreterin oder 1 Vertreter des Bundes und der Kantone.

2 Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein.

3 Die Kommission konstituiert sich selbst.

4 Die Kommission hat folgende Aufgaben:

a.
Sie passt den Bildungsplan nach Artikel 9 den wirtschaftlichen, technologischen, ökologischen und didaktischen Entwicklungen laufend, mindestens aber alle 5 Jahre an. Dabei trägt sie allfälligen neuen organisatorischen Aspekten der beruflichen Grundbildung Rechnung. Die Anpassungen bedürfen der Zustimmung der Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Kantone sowie der Genehmigung durch das SBFI.
b.
Sie beantragt dem SBFI Änderungen dieser Verordnung, sofern die beobachteten Entwicklungen die Regelungen dieser Verordnung, namentlich die Handlungskompetenzen nach Artikel 4, betreffen.

  11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 24 Aufhebung bisherigen Rechts

1 Es werden aufgehoben:

a.
das Reglement vom 31. Januar 20021 über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung der Motorradmechanikerin/des Motorradmechanikers;
b.
der Lehrplan vom 31. Januar 20022 für den beruflichen Unterricht der Motorradmechanikerin/des Motorradmechanikers.

2 Die Genehmigung des Reglements vom 9. Oktober 2002 über die Einführungskurse für Motorradmechanikerin/Motorradmechaniker, Zweiradmechanikerin/Zweiradmechaniker (Fahrräder) und Zweiradmechanikerin/Zweiradmechaniker (Kleinmotorräder) wird widerrufen.


Art. 25 Übergangsbestimmungen

1 Lernende, die ihre Bildung als Motorradmechanikerin/Motorradmechaniker vor dem 1. Januar 2012 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab.

2 Wer die Lehrabschlussprüfung für Motorradmechanikerin/Motorradmechaniker bis zum 31. Dezember 2017 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.

Art. 26 Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2012 in Kraft.

2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 16–22) treten am 1. Januar 2016 in Kraft.


1 SR 412.102 SR 412.1013 SR 822.1154 Fassung gemäss Ziff. I 121 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


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412.101.221.69

Ordinanza della SEFRI sulla formazione professionale di base Meccanica di motoveicoli/Meccanico di motoveicoli con attestato federale di capacità (AFC)

del 5 settembre 2011 (Stato 1° gennaio 2018)

46204

Meccanica di motoveicoli AFC/

Meccanico di motoveicoli AFC

Motorradmechanikerin EFZ/

Motorradmechaniker EFZ

Mécanicienne en motocycles CFC/

Mécanicien en motocycles CFC

La Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e l’innovazione (SEFRI),

visto l’articolo 19 della legge del 13 dicembre 20021 sulla formazione professionale; visto l’articolo 12 dell’ordinanza del 19 novembre 20032 sulla formazione professionale (OFPr); visto l’articolo 4 capoverso 4 dell’ordinanza del 28 settembre 20073 sulla protezione dei giovani lavoratori (OLL 5),

ordina:4

  Sezione 1: Oggetto e durata

Art. 1 Profilo professionale

I meccanici di motoveicoli di livello AFC svolgono, in particolare, le seguenti attività e si contraddistinguono per i seguenti comportamenti:

a.
eseguono lavori di manutenzione, riparazione e modifica di sistemi e componenti di motoveicoli di tutti i tipi, motoveicoli con carrozzino laterale, veicoli a tre ruote e quadricicli (quad). Rispettano le direttive consuete del ramo e sono consapevoli di quanto sia importante la professionalità nell’esercizio del loro lavoro;
b.
sono pronti a svolgere colloqui professionali complessi con persone interne ed esterne all’azienda, sanno spiegare aspetti tecnici e tecnologici e dimostrano sensibilità per l’ecologia;
c.
chiedono e forniscono informazioni ai clienti, offrono consulenza, si avvalgono dei mezzi di comunicazione adeguati, rispettano le prescrizioni e sono disposti a realizzare i desideri dei clienti eseguendo i lavori con i debiti adeguamenti tecnici ed economici. aggiustano guasti su veicoli di clienti, preparano veicoli ad essere ammessi alla circolazione ed effettuano corse di prova;
d.
utilizzano con cura attrezzature d’officina, macchinari e attrezzi specifici del ramo e sono pronti a impiegare sistemi per la trasmissione di dati per eseguire processi di lavoro aziendali;
e.
eseguono con abilità compiti organizzativi e di pianificazione, sanno lavorare sotto pressione in maniera improntata alla qualità e dimostrano grande senso di responsabilità. Sono pronti ad acquisire costantemente nuove conoscenze e capacità e hanno un comportamento corretto nei rapporti con i clienti, con i superiori e con i collaboratori.
Art. 2 Durata e inizio

1 La formazione professionale di base dura quattro anni.

2 L’inizio della formazione professionale di base segue il calendario scolastico della relativa scuola professionale.


  Sezione 2: Obiettivi ed esigenze

Art. 3 Contenuti formativi

1 Gli obiettivi e le esigenze della formazione professionale di base sono espressi sotto forma di competenze operative all’articolo 4.

2 Le competenze operative comprendono competenze professionali, metodologiche, sociali e personali.

3 Allo sviluppo delle competenze operative partecipano in stretta collaborazione tutti i luoghi di formazione coordinando i loro apporti.

Art. 4 Competenze operative

La formazione prevede, nei seguenti campi di competenze operative, le competenze operative qui elencate:

a.
manutenzione, riparazione, trasformazione e modifica di telai e relative componenti:
1.
misurare, sostituire e riparare telai,
2.
esaminare, montare e modificare secondo le esigenze dei clienti ruote e pneumatici; sostituire cerchioni e cuscinetti,
3.
tenere in buono stato, esaminare, misurare e riparare sospensioni delle ruote e sterzi,
4.
esaminare, tenere in buono stato, riparare e modificare sospensioni e ammortizzatori,
5.
esaminare, tenere in buono stato, riparare e modificare freni;
b.
manutenzione, riparazione e modifica di frizioni, cambi e catene cinematiche:
1.
esaminare, regolare, individuare guasti, riparare e sostituire frizioni,
2.
esaminare e tenere in buono stato sistemi di cambio; individuare ed eliminare guasti,
3.
controllare e tenere in buono stato catene cinematiche; individuare ed eliminare guasti; modificare componenti secondo le esigenze dei clienti,
4.
controllare e tenere in buono stato meccanismi a trasmissione continua; individuare ed eliminare guasti; modificare componenti secondo le esigenze dei clienti;
c.
manutenzione, riparazione e modifica di componenti del motore e di impianti elettronici di comando del motore:
1.
esaminare, diagnosticare e sostituire cilindri, teste di cilindro e manovellismi,
2.
esaminare, regolare, riparare e sostituire componenti di comando del motore,
3.
misurare e diagnosticare la composizione dei gas di scarico, controllare, tenere in buono stato e aggiornare le relative componenti,
4.
esaminare, tenere in buono stato, diagnosticare ed eliminare eventuali guasti in impianti a combustibile,
5.
esaminare, regolare, sostituire e modificare componenti secondo le esigenze dei clienti in sistemi di scarico e impianti di regolazione del flusso di gas fresco,
6.
esaminare e tenere in buono stato sistemi di lubrificazione e raffreddamento; individuare ed eliminare guasti;
d.
manutenzione, riparazione e modifica di sistemi elettrici ed elettronici di comando del veicolo:
1.
esaminare e tenere in buono stato batterie d’avviamento, diagnosticare eventuali guasti e applicare le basi appropriate,
2.
esaminare impianti di ricarica; individuare ed eliminare guasti; sostituire componenti;
3.
esaminare sistemi d’avviamento; individuare ed eliminare guasti; sostituire componenti,
4.
esaminare impianti di accensione. individuare ed eliminare guasti; sostituire componenti,
5.
esaminare e regolare impianti di illuminazione e di segnalazione, individuare ed eliminare guasti; modificare componenti e dotarle di nuovi elementi,
6.
esaminare impianti comfort e di sicurezza e la trasmissione dei dati, diagnosticare ed eliminare guasti, programmare e dotare gli impianti di nuovi elementi,
7.
tenere in buono stato il sistema di controllo del motore di veicoli a due ruote a propulsione elettrica, diagnosticare ed eliminare guasti;
e.
cura della comunicazione interna e utilizzo del linguaggio specifico del ramo:
1.
utilizzare termini tecnici nel processo di comunicazione interna, spiegare le interrelazioni e svolgere colloqui professionali,
2.
definire elementi elettrici e unità di misura, misurare componenti, diagnosticare guasti ed applicare le basi appropriate,
3.
svolgere processi di lavorazione tenendo conto delle caratteristiche dei materiali, del funzionamento e delle sostanze ausiliarie,
4.
ricercare dati tecnici, interpretarli, integrarli e utilizzarli nell’ambito dello scambio di informazioni interno;
f.
realizzazione dei desideri dei clienti, gestione dei processi aziendali e delle misure di protezione dell’ambiente:
1.
usare i mezzi di comunicazione per il contatto con i clienti nonché per i processi di comunicazione interni ed esterni,
2.
ricercare, interpretare, completare e integrare le informazioni in tedesco e in inglese per la manutenzione e la riparazione,
3.
accogliere i desideri dei clienti e le informazioni; consultare, informare e assistere i clienti, consegnare i veicoli e valutare gli incarichi insieme ai clienti,
4.
pianificare e preparare gli incarichi di lavoro; applicare il sistema aziendale di gestione della qualità; controllare, valutare e documentare i risultati dei lavori,
5.
richiedere, preparare e documentare i pezzi di ricambio per ogni incarico e gestire il relativo magazzino,
6.
valutare i veicoli dei clienti e riparare eventuali guasti; preparare veicoli sia nuovi sia usati per l’ammissione alla circolazione. effettuare corse di prova,
7.
consultare, interpretare e applicare le prescrizioni relative alla sicurezza sul lavoro, alla protezione contro gli infortuni e alla tutela dell’ambiente nonché le ordinanze tecniche;
g.
impiego e manutenzione di apparecchiature e impianti:
1.
riordinare, tenere in buono stato e impiegare apparecchiature, macchine e impianti,
2.
impiegare, tenere in buono stato e riordinare gli attrezzi dell’officina e personali,
3.
impiegare sistemi di comunicazione per la redazione di documenti, per la gestione e lo scambio di dati nonché per la ricerca di informazioni,
4.
tenere in buono stato e impiegare gli apparecchi di prova aziendali e personali.
Art. 5 Esame di guida

Le persone che seguono la formazione di meccanico di motoveicoli devono superare, durante il tirocinio, l’esame di guida nella categoria di motoveicoli superiore. L’azienda di tirocinio provvede affinché la persona in formazione richieda per tempo la licenza di allievo conducente, affida a un maestro di guida autorizzato di sua scelta l’incarico di impartire lezioni e si fa carico delle spese del corso di base e del primo esame di guida.


  Sezione 3: Sicurezza sul lavoro, protezione della salute e dell’ambiente

Art. 61

1 All’inizio e durante la formazione gli operatori forniscono e spiegano alle persone in formazione le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente, in particolare quelle relative alla comunicazione dei pericoli (simboli di pericolo e di obbligo, pittogrammi).

2 Dette prescrizioni e raccomandazioni sono fornite in tutti i luoghi di formazione e considerate nelle procedure di qualificazione.

3 Tutti i luoghi di formazione sensibilizzano le persone in formazione allo sviluppo sostenibile, con particolare attenzione all’equilibrio tra interessi sociali, ecologici ed economici.

4 In deroga all’articolo 4 capoverso 1 OLL 5 e secondo le prescrizioni dell’articolo 4 capoverso 4 OLL 5 è ammesso l’impiego di persone in formazione in conformità con il loro stato di formazione per le attività elencate in allegato al piano di formazione.

5 L’impiego di persone in formazione secondo il capoverso 4 presuppone che dette persone siano formate, istruite e sorvegliate in maniera adeguata al più elevato pericolo d’infortunio; tali precauzioni particolari sono fissate in allegato al piano di formazione sotto forma di misure di accompagnamento riguardanti la sicurezza sul lavoro e la protezione della salute.


1 Nuovo testo giusta il n. II 121 dell’O della SEFRI del 24 nov. 2017 concernente la modifica delle ordinanze sulla formazione professionale in merito al divieto di svolgere lavori pericolosi, in vigore dal 1° gen. 2018 (RU 2017 7331).


  Sezione 4: Parti svolte dai luoghi di formazione e lingua d’insegnamento

Art. 7 Parti svolte dai luoghi di formazione

1 La formazione professionale pratica si svolge in media su 3 3/4 giorni alla settimana per tutta la durata della formazione professionale di base.

2 L’insegnamento scolastico obbligatorio comprende 1620 lezioni. Di queste, 180 sono dedicate all’insegnamento dello sport.

3 I corsi interaziendali hanno una durata complessiva minima di 40 e massima di 44 giornate di otto ore. Nell’ultimo semestre della formazione professionale di base non si svolgono corsi interaziendali.

Art. 8 Lingua d’insegnamento

1 La lingua d’insegnamento è di norma la lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola professionale.

2 È raccomandato l’insegnamento bilingue nella lingua nazionale locale e in un’altra lingua nazionale o in inglese.

3 I Cantoni possono autorizzare altre lingue d’insegnamento.


  Sezione 5: Piano di formazione e cultura generale

Art. 9 Piano di formazione

1 Al momento dell’entrata in vigore della presente ordinanza è disponibile un piano di formazione redatto dalla competente organizzazione del mondo del lavoro e approvato dalla SEFRI.

2 Il piano di formazione specifica le competenze operative di cui all’articolo 4 come segue:

a.
spiega la loro rilevanza per la formazione professionale di base;
b.
definisce il tipo di comportamento atteso in determinate situazioni operative sul posto di lavoro;
c.
precisa le competenze operative mediante obiettivi di valutazione concreti;
d.
rapporta coerentemente le competenze operative alle procedure di qualificazione, di cui precisa le modalità.

3 Il piano di formazione stabilisce inoltre:

a.
la struttura curricolare della formazione professionale di base;
b.
l’organizzazione dei corsi interaziendali e la loro ripartizione sulla durata della formazione di base;
c.
le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente.

4 Al piano di formazione è allegato l’elenco della documentazione concernente l’attuazione della formazione professionale di base con indicazione di titolo, data e centro di distribuzione.

Art. 10 Cultura generale

Per gli insegnamenti di cultura generale fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.



  Sezione 6: Requisiti per gli operatori della formazione di base organizzata dall’azienda

Art. 11 Requisiti professionali minimi richiesti ai formatori

I requisiti professionali minimi ai sensi dell’articolo 44 capoverso 1 lettere a e b OFPr sono soddisfatti se il formatore possiede una delle seguenti qualifiche:

a.
attestato federale di capacità di meccanico di motoveicoli con almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
b.
attestato federale di capacità di meccanico di motocicli qualificato con almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
c.
titolo della formazione professionale superiore in ambito pertinente.
Art. 12 Numero massimo di persone in formazione

1 Una persona in formazione può svolgere il tirocinio in un’azienda se:

a.
vi è occupato al 100 per cento un formatore qualificato; oppure
b.
vi operano due formatori qualificati, ciascuno almeno al 60 per cento.

2 Quando una persona arriva all’ultimo anno della formazione professionale di base, un’altra persona in formazione può iniziare il tirocinio.

3 Per ogni altro specialista occupato al 100 per cento o per ogni due specialisti in più occupati ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione in più.

4 È considerato specialista il titolare di un attestato federale di capacità nel campo della persona in formazione o chi dispone di una qualifica equivalente.

5 In casi particolari l’autorità cantonale può autorizzare il superamento del numero massimo di persone in formazione nelle aziende di tirocinio che da più anni svolgono la loro funzione di formazione con un successo superiore alla media.


  Sezione 7: Documentazione dell’apprendimento e delle prestazioni

Art. 13 Formazione in azienda

1 La persona in formazione tiene una documentazione dell’apprendimento in cui annota regolarmente i principali lavori eseguiti, le capacità acquisite e le esperienze fatte in azienda.

2 Il formatore controlla e firma tale documentazione una volta al semestre. La discute con la persona in formazione almeno una volta al semestre.

3 Alla fine di ogni semestre, il formatore rileva in un rapporto il livello raggiunto dalla persona in formazione.

Art. 14 Formazione scolastica e formazione di base organizzata dalla scuola

Gli operatori della formazione scolastica e della formazione di base organizzata dalla scuola documentano le prestazioni delle persone in formazione nelle materie insegnate e consegnano loro una pagella alla fine di ogni semestre.

Art. 15 Formazione nei corsi interaziendali

1 Gli operatori dei corsi interaziendali documentano le prestazioni delle persone in formazione mediante controlli delle competenze al termine di ogni corso interaziendale secondo le disposizioni del piano di formazione.

2 I controlli delle competenze vengono espressi in note e confluiscono nel calcolo della nota dei luoghi di formazione di cui all’articolo 19 capoverso 4.


  Sezione 8: Procedure di qualificazione

Art. 16 Ammissione

È ammesso alle procedure di qualificazione chi ha assolto la formazione professionale di base:

a.
secondo le disposizioni della presente ordinanza;
b.
in un istituto di formazione autorizzato dal Cantone; o
c.
al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato, se
1.
ha maturato l’esperienza di cui all’articolo 32 OFPr;
2.
di tale esperienza professionale ha svolto almeno tre anni nel campo del meccanico di motoveicoli AFC;
3.
rende verosimile il possesso dei requisiti per l’esame finale (art. 18).
Art. 17 Oggetto

Nelle procedure di qualificazione si deve dimostrare di aver acquisito le competenze operative di cui all’articolo 4.

Art. 18 Durata e svolgimento della procedura di qualificazione con esame finale

1 Nella procedura di qualificazione con esame finale vengono esaminati i campi di qualificazione sotto elencati nel modo seguente:

a.
«lavoro pratico», sotto forma di lavoro pratico prestabilito della durata di 16 ore. L’esame ha luogo verso la fine della formazione professionale di base. La persona in formazione deve dimostrare di essere in grado di svolgere le attività richieste in modo professionalmente corretto e adeguato alle necessità e alla situazione. È ammessa come ausilio la consultazione della documentazione dei corsi interaziendali;
b.
«conoscenze professionali», della durata di quattro ore. L’esame ha luogo verso la fine della formazione professionale di base. L’esame è scritto oppure sia scritto sia orale. Se si svolge un esame orale, la durata massima è di un’ora;
c.
«cultura generale». Per questo campo di qualificazione fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.2 Per ogni campo di qualificazione la valutazione è effettuata da almeno due periti d’esame.

Art. 19 Superamento dell’esame finale, calcolo e ponderazione delle note

1 La procedura di qualificazione con esame finale è superata se:

a.
per il campo di qualificazione «lavoro pratico» viene attribuito il 4 o una nota superiore; e
b.
la nota complessiva raggiunge o supera il 4.

2 La nota complessiva è data dalla media, arrotondata a un decimale, delle note ponderate dei singoli campi di qualificazione dell’esame finale e della nota ponderata dei luoghi di formazione.

3 Per il calcolo della nota complessiva valgono le note sotto elencate con la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 40 per cento;
b.
conoscenze professionali: 20 per cento;
c.
cultura generale: 20 per cento;
d.
nota dei luoghi di formazione: 20 per cento.

4 Per nota dei luoghi di formazione si intende la media arrotondata a un decimale delle note relative a:

a.
insegnamento professionale;
b.
i corsi interaziendali.

5 Per nota relativa all’insegnamento professionale si intende la media, arrotondata al punto o al mezzo punto, di tutte le note semestrali relative all’insegnamento professionale.

6 Per nota relativa ai corsi interaziendali si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto delle note conseguite nei controlli delle competenze.

Art. 20 Ripetizioni

1 La ripetizione della procedura di qualificazione è disciplinata dall’articolo 33 OFPr. Qualora debba essere ripetuto un campo di qualificazione, esso va ripetuto interamente.

2 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente la scuola professionale, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono almeno due semestri di insegnamento professionale, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato solo le nuove note.

3 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente i corsi interaziendali, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono gli ultimi due corsi interaziendali valutati, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato solo le nuove note.

Art. 21 Caso particolare

1 Per le persone che hanno assolto la formazione al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato e che hanno sostenuto l’esame finale secondo la presente ordinanza, viene meno la nota dei luoghi di formazione.

2 Per il calcolo della nota complessiva valgono le note sotto elencate con la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 50 per cento;
b.
conoscenze professionali: 30 per cento;
c.
cultura generale: 20 per cento.

  Sezione 9: Attestazioni e titolo

Art. 22

1 Chi ha superato una procedura di qualificazione consegue l’attestato federale di capacità (AFC).

2 L’attestato federale di capacità conferisce al titolare il diritto di avvalersi del titolo legalmente protetto di «meccanica di motoveicoli AFC» o di «meccanico di motoveicoli AFC».

3 Se l’attestato federale di capacità è stato conseguito mediante procedura di qualificazione con esame finale, nel certificato delle note sono riportate:

a.
la nota complessiva;
b.
le note di ogni campo di qualificazione dell’esame finale e, fatto salvo l’articolo 21 capoverso 1, la nota dei luoghi di formazione.

  Sezione 10: Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità

Art. 23

1 La Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità ha la seguente composizione:

a.
da cinque a sette rappresentanti dell’associazione 2ruote Svizzera;
b.
da uno a due rappresentanti dei docenti di materie professionali dell’Associazione svizzera insegnanti della tecnica automobilistica (ASITA);
c.
almeno un rappresentante, rispettivamente, della Confederazione e dei Cantoni.

2 Le regioni linguistiche devono essere adeguatamente rappresentate.

3 La Commissione si autocostituisce.

4 La Commissione ha i seguenti compiti:

a.
adegua costantemente, ma almeno ogni cinque anni, il piano di formazione di cui all’articolo 9 agli sviluppi economici, tecnologici, ecologici e didattici. A tal fine tiene conto di eventuali nuovi aspetti organizzativi della formazione professionale di base. Gli adeguamenti devono essere approvati dai rappresentanti della Confederazione e dei Cantoni e convalidati dalla SEFRI;
b.
richiede alla SEFRI modifiche della presente ordinanza, qualora gli sviluppi osservati interessino disposizioni della stessa, segnatamente le competenze operative di cui all’articolo 4.

  Sezione 11: Disposizioni finali

Art. 24 Diritto previgente: abrogazione

1 Sono abrogati:

a.
il regolamento del 31 gennaio 20021 concernente il tirocinio e l’esame finale di tirocinio – Meccanico di motocicli/Meccanica di motocicli;
b.
il programma del 31 gennaio 20022 d’insegnamento professionale – Meccanico di motocicli/Meccanica di motocicli.

2 È revocata l’approvazione del regolamento del 9 ottobre 2002 concernente i corsi d’introduzione per meccanici di motocicli e per meccanici di cicli (biciclette) e meccanici di cicli (motoleggere) qualificati.


1 FF 2002 V 4174
2 FF 2002 V 4174

Art. 25 Disposizioni transitorie

1 Le persone che hanno iniziato la formazione di meccanico di motoveicoli prima del 1o gennaio 2012 la portano a termine in base al diritto anteriore.

2 Chi ripete l’esame finale di tirocinio per meccanico di motoveicoli entro il 31 dicembre 2017 viene valutato, su richiesta, in base al diritto anteriore.

Art. 26 Entrata in vigore

1 La presente ordinanza entra in vigore il 1° gennaio 2012.

2 Le disposizioni concernenti le procedure di qualificazione, le attestazioni e il titolo (art. 16–22) entrano in vigore il 1° gennaio 2016.


1 RS 412.102 RS 412.1013 RS 822.1154 Nuovo testo giusta il n. I 121 dell’O della SEFRI del 24 nov. 2017 concernente la modifica delle ordinanze sulla formazione professionale in merito al divieto di svolgere lavori pericolosi, in vigore dal 1° gen. 2018 (RU 2017 7331).


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