Index

412.101.220.83

Verordnung des SBFI1 über die berufliche Grundbildung Berufsfeld «Landwirtschaft und deren Berufe»

vom 8. Mai 2008 (Stand am 1. Januar 2020)

17011

Gemüsegärtnerin EFZ / Gemüsegärtner EFZ

Maraîchère CFC / Maraîcher CFC

Orticoltrice AFC / Orticoltore AFC

16403

Geflügelfachfrau EFZ / Geflügelfachmann EFZ

Avicultrice CFC / Aviculteur CFC

Avicoltrice AFC / Avicoltore AFC

15005

Landwirtin EFZ / Landwirt EFZ

Agricultrice CFC / Agriculteur CFC

Agricoltrice AFC / Agricoltore AFC

16003

Obstfachfrau EFZ / Obstfachmann EFZ

Arboricultrice CFC / Arboriculteur CFC

Frutticoltrice AFC / Frutticoltore AFC

22603

Weintechnologin EFZ / Weintechnologe EFZ

Caviste CFC

Cantiniera AFC / Cantiniere AFC

16103

Winzerin EFZ / Winzer EFZ

Viticultrice CFC / Viticulteur CFC

Viticoltrice AFC / Viticoltore AFC

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20022 (BBG) und auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20033 (BBV),

verordnet:

  1. Abschnitt: Gegenstand, Schwerpunkt und Dauer

Art. 1 Berufsbezeichnung und Berufsbild

1 Die Berufsbezeichnungen sind:

Gemüsegärtnerin EFZ / Gemüsegärtner EFZ,
Geflügelfachfrau EFZ / Geflügelfachmann EFZ,
Landwirtin EFZ / Landwirt EFZ,
Obstfachfrau EFZ / Obstfachmann EFZ,
Weintechnologin EFZ / Weintechnologe EFZ,
Winzerin EFZ / Winzer EFZ.

2 Die Berufsleute des Berufsfeldes Landwirtschaft und deren Berufe beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:

a.
Sie erfüllen die multifunktionellen Aufgaben der Landwirtschaft und der Veredelung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen fachgerecht und selbstständig;
b.
Sie arbeiten auf Produktions- und Verarbeitungsbetrieben von landwirtschaftlichen Produkten;
c.
Sie befassen sich mit wirtschaftlichen, gesetzlichen, technischen, sozialen und ökologischen Zusammenhängen;
d.
Sie kennen die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und Vermarktung;
e.
Sie verhalten sich fachlich, sozial und methodisch kompetent;
f.
Sie verfügen über die notwendigen Grundkenntnisse der Betriebswirtschaft und interessieren sich für das gesellschaftliche, politische und kulturelle Leben;
g.
Sie fördern ihre Persönlichkeit sowie das Verantwortungsbewusstsein durch die permanente Weiterbildung.

3 Innerhalb des Berufsfeldes Landwirtschaft und deren Berufe gibt es den Schwerpunkt Biolandbau für folgende Berufe:

Gemüsegärtnerin EFZ / Gemüsegärtner EFZ,
Geflügelfachfrau EFZ / Geflügelfachmann EFZ,
Landwirtin EFZ / Landwirt EFZ,
Obstfachfrau EFZ / Obstfachmann EFZ,
Winzerin EFZ / Winzer EFZ.

4 Der Schwerpunkt wird vor Beginn der beruflichen Grundbildung im Lehrvertrag festgehalten.

Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert 3 Jahre.

2 Für Lernende, die bereits Inhaberin oder Inhaber eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnises (EFZ) einer anderen Berufsrichtung im Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe sind, dauert die berufliche Grundbildung in der Regel 1 Jahr.

Für Lernende, die bereits Inhaberin oder Inhaber eines Berufsattests (EBA) aus dem Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe sind, dauert sie 2 Jahre.

3 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.


  2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Kompetenzen

1 Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen nach den Artikeln 4–6 beschrieben.

2 Sie gelten für alle Lernorte.

Art. 4 Fachkompetenz

Die Fachkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen:

Bereich

Beruf

Landwirt/

Landwirtin

Gemüsegärtner/

Gemüsegärtnerin

Geflügelfachmann/

Geflügelfachfrau

Obstfachmann/

Obstfachfrau

Winzer/

Winzerin

Weintechnologe/

Weintechnologin

Bereich A: Pflanzenbau

A1
Boden bearbeiten

X

X

X

X

X

A2
Obst- bzw. Rebkulturen pflanzen

X

X

A3
Gemüsekulturen säen und pflanzen

X

A4
Kulturen im Ackerbau säen und pflanzen1

X

X

A5
Pflanzen ernähren

X

X

X

X

X

A6
Obst- bzw. Rebkulturen pflegen

X

X

A7
Acker- bzw. Gemüsekulturen pflegen

X

X

X

A8
Grünland pflegen und nutzen

X

X

A9
Obst, Beeren bzw. Trauben ernten

X

X

A10
Acker- bzw. Gemüsekulturen ernten

X

X

X

A11
Futter konservieren

X

A12
Trauben veredeln

X

A13
Produkte lagern und verarbeiten

X

X

X

X

X

A14
In Bio-Pflanzenbau vertiefen (für Schwerpunkt Biolandbau)

X

X

X

X

X

A15
Lebensmittelqualität sichern und Produkte verkaufen

X

X

X

X

X

Bereich B: Tierhaltung

B1
Nutztiere halten und pflegen

X

X

B2
Nutztiere füttern

X

X

B3
Nutztiere züchten und vermehren

X

X

B4
Nutztiere gesund erhalten

X

X

B5
Tierische Lebensmittel gewinnen und Qualität sichern

X

X

B6
In Milch-, Rindfleisch- oder Schweineproduktion vertiefen

X

B7
Eier und Geflügel produzieren und vermarkten

X

B8
In Bio-Tierhaltung vertiefen (für Schwerpunkt Biolandbau)

X

X

Bereich C: Weinbereitung

C1
Trauben produzieren

X

C2
Trauben keltern

X

C3
Weine pflegen und ausbauen

X

C4
Weine abfüllen

X

C5
Produkte verkaufen

X

C6
Qualität sichern

X

Bereich D: Mechanisierung und technische Anlagen

D1
Werkstoffe fachgerecht einsetzen

X

X

X

X

X

X

D2
Maschinen und Geräte einstellen und warten

X

X

X

X

X

X

D3
Gebäude und Einrichtungen nutzen und unterhalten

X

X

X

X

X

X

D4
Arbeitssicherheit und Gesundheits-schutz gewährleisten

X

X

X

X

X

X

Bereich E: Arbeitsumfeld

E1
Zusammenhänge der Betriebswirtschaft, der Politik, des Rechts und der Natur im Berufsumfeld verstehen

X

X

X

X

X

X

Bereich F: Wahlbereich

F1
In regionale Spezifitäten vertiefen

X

X

X

X

X

X

Für den Schwerpunkt Biolandbau werden die detaillierten Spezialkompetenzen im Bildungsplan definiert.


1 Bezeichnung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).

Art. 5 Methodenkompetenz

Die Methodenkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen:

a.
Arbeitstechniken und Zeitmanagement;
b.
Prozessorientiertes, vernetztes Denken und Handeln;
c.
Informations- und Kommunikationsstrategien;
d.
Systemisches Denken;
e.
Lernstrategien;
f.
Kreativitätstechniken;
g.
Problemlösen.
Art. 6 Sozial- und Selbstkompetenz

Die Sozial- und Selbstkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen:

a.
Eigenverantwortliches Handeln;
b.
Lebenslanges Lernen;
c.
Kommunikationsfähigkeit;
d.
Konfliktfähigkeit;
e.
Teamfähigkeit;
f.
Umgangsformen;
g.
Belastbarkeit;
h.
Flexibilität;
i.
Selbständigkeit;
j.
Neugierde, Eigeninitiative.

  3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 71

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.

2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen vermittelt.

4 Die Lernenden dürfen entsprechend ihrem Ausbildungsstand für gefährliche Arbeiten herangezogen werden. Voraussetzung ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).


  4. Abschnitt: Anteile der Lernorte und Unterrichtssprache

Art. 8 Anteile der Lernorte

1 Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt 4 Tage pro Woche.1

2 Die Bildung in beruflicher Praxis im Schwerpunkt Bio-Landbau erfolgt in der Regel zur Hälfte, mindestens jedoch während eines Jahres, in einem anerkannten Bio-Lehrbetrieb.2

3 Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht umfasst 1500–1600 Lektionen. Davon entfallen 120–160 Lektionen auf den Sportunterricht3.4

4 Die überbetrieblichen Kurse umfassen insgesamt mindestens 8 und höchstens 10 Tage zu 8 Stunden. Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt.

5 Die Kantone ermöglichen den Lehrstellenwechsel auch überkantonal.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).
3 Art. 52 Abs. 1 der V vom 23. Mai 2012 über die Förderung von Sport und Bewegung (SR 415.01).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).

Art. 9 Unterrichtssprache

1 Unterrichtssprache ist in der Regel die Landessprache des Schulortes.

2 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.

3 Die Kantone können andere Unterrichtssprachen zulassen.


  5. Abschnitt: Bildungsplan und Allgemeinbildung

Art. 10 Bildungsplan

1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan vor, der von der verantwortlichen Organisation der Arbeitswelt erlassen und vom SBFI genehmigt ist.1

2 Der Bildungsplan führt die Handlungskompetenzen jedes Berufs des Berufsfeldes Landwirtschaft und deren Berufe nach den Artikeln 4–6 wie folgt näher aus:

a.
Er begründet sie in ihrer Wichtigkeit für die berufliche Grundbildung.
b.
Er bestimmt, welches Verhalten in bestimmten Handlungssituationen am Arbeitsplatz erwartet wird.
c.
Er differenziert sie in konkrete Leistungsziele aus.
d.
Er bezieht sie konsistent auf die Qualifikationsverfahren und beschreibt deren System.

3 Der Bildungsplan legt überdies in Anbetracht der Besonderheiten jedes Berufs des Berufsfeldes Landwirtschaft und deren Berufe fest:

a.
die curriculare Gliederung der beruflichen Grundbildung;
b.
die Aufteilung der überbetrieblichen Kurse über die Dauer der Grundbildung und ihre Organisation;
c.
die Qualifikationsbereiche und die Erfahrungsnote, die im Notenausweis nach Artikel 21 Absatz 3 genannt werden und für die Wiederholungen nach Artikel 19 zählen;
d.
die Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz;
e.
die formalisierten Verkürzungen der Grundbildung;
f.
die Themen der Wahlbereiche.

4 Dem Bildungsplan angefügt sind:

a.
das Verzeichnis der Instrumente zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung mit Angabe der Bezugsquelle;
b.
die begleitenden Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes.2

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).

Art. 11 Allgemeinbildung

Für den allgemein bildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.



  6. Abschnitt: Anforderungen an die Anbieter der betrieblich organisierten Grundbildung

Art. 12 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die fachlichen Mindestanforderungen im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben a und b BBV an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:

a.
einschlägiger Abschluss auf Stufe Berufsprüfung, höhere Fachprüfung oder höhere Fachschule;
b.
einschlägiger Abschluss auf der Hochschul- oder Fachhochschulstufe und mindestens 2 Jahre Berufspraxis in den entsprechenden Tätigkeitsbereichen.
Art. 13 Höchstzahl der Lernenden

1 In einem Betrieb darf eine lernende Person ausgebildet werden, wenn:

a.
eine entsprechend qualifizierte Berufsbildnerin oder ein entsprechend qualifizierter Berufsbildner zu 100 Prozent beschäftigt wird; oder
b.
zwei entsprechend qualifizierte Berufsbildnerinnen oder entsprechend qualifizierte Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigt werden.

2 In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite lernende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt.1

3 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von 2 Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.

4 Als Fachkraft gilt, wer über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder ein eidgenössisches Berufsattest im Fachbereich der lernenden Person oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.

5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).


  7. Abschnitt: Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentation4 

Art. 141Lerndokumentation

1 Die lernende Person führt während der Bildung in beruflicher Praxis eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit den zu erwerbenden Handlungskompetenzen festhält.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner kontrolliert und unterzeichnet die Lerndokumentation mindestens einmal pro Semester. Sie oder er bespricht sie mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).

Art. 14a1Bildungsbericht

1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mit der lernenden Person.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner und die lernende Person vereinbaren wenn nötig Massnahmen zum Erreichen der Bildungsziele und setzen dafür Fristen. Sie halten die getroffenen Entscheide und Massnahmen schriftlich fest.

3 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner überprüft die Wirkung der vereinbarten Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält den Befund im nächsten Bildungsbericht fest.

4 Werden trotz der vereinbarten Massnahmen die Ziele nicht erreicht oder ist der Ausbildungserfolg gefährdet, so teilt die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und der kantonalen Behörde schriftlich mit.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).

Art. 15 In der schulischen Bildung und in der schulisch organisierten Grundbildung

Die Anbieter der schulischen Bildung und die Anbieter schulisch organisierter Grundbildungen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Bereichen und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.


  8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 16 Zulassung zum Qualifikationsverfahren

1 Zum Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung erworben hat:

a.
nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b.
in einer vom Kanton dafür zugelassenen Bildungsinstitution; oder
c.
ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und glaubhaft macht, den Anforderungen der Abschlussprüfung gewachsen zu sein.

2 Von der beruflichen Praxis, die nach Artikel 32 BBV für die Zulassung zu einem Qualifikationsverfahren verlangt ist, müssen mindestens 3 Jahre im Bereich der Landwirtschaft und deren Berufe erworben worden sein.

Art. 17 Gegenstand, Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens

1 Im Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach den Artikeln 4–6 erworben worden sind.

2 Die Lernenden werden über die Kompetenzen ihres gewählten Berufsabschlusses geprüft.

3 In der Abschlussprüfung werden die nachstehenden Qualifikationsbereiche wie folgt geprüft:

a.
Praktische Arbeit im Umfang von 6 Stunden. Die lernende Person muss im Rahmen einer vorgegebenen Arbeit oder in gestellten Situationen zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.
b.1
Berufskenntnisse im Umfang von 4 Stunden. Die lernende Person wird schriftlich und mündlich geprüft. Die mündliche Prüfung dauert höchstens 1,5 Stunden.
c.
Allgemeinbildung. Die Abschlussprüfung richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 20062 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3 647).
2 SR 412.101.241

Art. 18 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a.
der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mit der Note 4 oder höher bewertet wird; und
b.
das Mittel aus der Summe der Note des Qualifikationsbereichs «Berufskenntnisse» und der Erfahrungsnote mindestens die Note 4 beträgt; und
c.
die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird.

2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der gewichteten Erfahrungsnote.

3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe aller gewichteten Semesterzeugnisnoten des berufskundlichen Unterrichts.

4 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
praktische Arbeit: 40 %;
b.
Berufskenntnisse: 20 %;
c.
Allgemeinbildung: 20 %;
d.
Erfahrungsnote: 20 %.
Art. 19 Wiederholungen

1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV. Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

2 Wird das Qualifikationsverfahren ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der berufliche Unterricht während mindestens 2 Semestern wiederholt, so zählt nur die neue Erfahrungsnote.

Art. 20 Spezialfall

Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung nach dieser Verordnung erworben, so werden statt der Erfahrungsnote der Berufsfachschule im berufskundlichen Unterricht der Qualifikationsbereich Berufskenntnisse doppelt gewichtet.


  9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 21

1 Wer das Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ.

2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel im erlernten Beruf zu führen:

a.
«Gemüsegärtnerin EFZ / Gemüsegärtner EFZ»; oder
b.
«Geflügelfachfrau EFZ / Geflügelfachmann EFZ»; oder
c.
«Landwirtin EFZ / Landwirt EFZ»; oder
d.
«Obstfachfrau EFZ / Obstfachmann EFZ»; oder
e.
«Weintechnologin EFZ / Weintechnologe EFZ»; oder
f.
«Winzerin EFZ / Winzer EFZ».

Im Fähigkeitszeugnis wird der Schwerpunkt aufgeführt.

3 Im Notenausweis werden aufgeführt:

a.
die Gesamtnote;
b.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie die Erfahrungsnote;
c.
der Schwerpunkt.

  10. Abschnitt: Qualitätsentwicklung und Organisation5 

Art. 22

1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für das Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe (EFZ und EBA) setzt sich zusammen aus:

a.
9 Vertreterinnen oder Vertretern der Organisation der Arbeitswelt AgriAliForm;
b.
2 Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft;
c.
je mindestens 1 Vertreterin oder 1 Vertreter des Bundes und der Kantone.

2 Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein.

3 Die Kommission fällt nicht in den Geltungsbereich der Kommissionenverordnung vom 3. Juni 19961. Sie konstituiert sich selbst.

4 Die Kommission hat folgende Aufgaben:

a.
Sie überprüft die Bildungsverordnung und den Bildungsplan laufend, mindestens aber alle fünf Jahre, auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen; dabei berücksichtigt sie allfällige neue organisatorische Aspekte der beruflichen Grundbildung.
b.
Sie ersucht die zuständige Organisation der Arbeitswelt, dem SBFI Änderungen der Verordnung zu beantragen, sofern die beobachteten Entwicklungen eine Änderung der Verordnung erfordern.
c.
Sie stellt der zuständigen Organisation der Arbeitswelt Antrag auf Anpassung des Bildungsplans, sofern die beobachteten Entwicklungen eine Anpassung des Bildungsplans erfordern.
d.
Sie nimmt Stellung zu den Instrumenten für die Validierung von Bildungsleistungen.
e.
Sie nimmt Stellung zu Instrumenten zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung, insbesondere zu den Ausführungsbestimmungen über die Qualifikationsverfahren.2

1 SR 172.31
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).


  11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 23 Aufhebung bisherigen Rechts

Die Reglemente und Lehrpläne, die das Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe betreffen, werden vom SBFI widerrufen.

Art. 24 Übergangsbestimmungen

1 Lernende, die ihre Bildung als Gemüsegärtnerin oder Gemüsegärtner, Geflügelzüchterin oder Geflügelzüchter, Landwirtin oder Landwirt, Obstbäuerin oder Obstbauer, Weintechnologin oder Weintechnologe, Winzerin oder Winzer vor dem 1. Januar 2009 begonnen haben, schliessen sie nach dem bisherigen Recht ab.

2 Wer die Lehrabschlussprüfung für Gemüsegärtnerin oder Gemüsegärtner, Geflügelzüchterin oder Geflügelzüchter, Landwirtin oder Landwirt, Obstbäuerin oder Obstbauer, Weintechnologin oder Weintechnologe, Winzerin oder Winzer bis zum 31. Dezember 2014 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.

Art. 24a1Übergangsbestimmung zur Änderung vom 6. Dezember 2016

1 Lernende, die ihre Bildung vor dem 1. März 2017 begonnen haben und die Lehrabschlussprüfung bis zum 31. Dezember 2021 wiederholen, können verlangen, nach bisherigem Recht2 beurteilt zu werden.

2 Artikel 17 Absatz 3 Buchstabe b kommt erstmalig ab dem 1. Januar 2020 zur Anwendung.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3 647).
2AS 2008 4027

Art. 25 Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2009 in Kraft.

2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 16–21) treten am 1. Januar 2012 in Kraft.


1 Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 der Publikationsverordnung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) auf den 1. Jan. 2013 angepasst.2 SR 412.103 SR 412.1014 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).5 Fassung gemäss Ziff. I der V des SBFI vom 6. Dez. 2016, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 3).


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412.101.220.83

Ordinanza della SEFRI1 sulla formazione professionale di base Campo professionale «agricoltura e professioni agricole»

dell’8 maggio 2008 (Stato 1° gennaio 2020)

17011

Orticoltrice AFC / Orticoltore AFC

Gemüsegärtnerin EFZ / Gemüsegärtner EFZ

Maraîchère CFC / Maraîcher CFC

16403

Avicoltrice AFC / Avicoltore AFC

Geflügelfachfrau EFZ / Geflügelfachmann EFZ

Avicultrice CFC / Aviculteur CFC

15005

Agricoltrice AFC / Agricoltore AFC

Landwirtin EFZ / Landwirt EFZ

Agricultrice CFC / Agriculteur CFC

16003

Frutticoltrice AFC / Frutticoltore AFC

Obstfachfrau EFZ / Obstfachmann EFZ

Arboricultrice CFC / Arboriculteur CFC

22603

Cantiniera AFC / Cantiniere AFC

Weintechnologin EFZ / Weintechnologe EFZ

Caviste CFC

16103

Viticoltrice AFC / Viticoltore AFC

Winzerin EFZ / Winzer EFZ

Viticultrice CFC / Viticulteur CFC

La Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e l’innovazione (SEFRI),

visto l’articolo 19 della legge del 13 dicembre 20022 sulla formazione professionale (LFPr); visto l’articolo 12 dell’ordinanza del 19 novembre 20033 sulla formazione professionale (OFPr),

ordina:

  Sezione 1: Oggetto, orientamento e durata

Art. 1 Denominazione e profilo professionale

1 Le denominazioni professionali sono:

orticoltrice AFC / orticoltore AFC,
avicoltrice AFC / avicoltore AFC,
agricoltrice AFC / agricoltore AFC,
frutticoltrice AFC / frutticoltore AFC,
cantiniera AFC / cantiniere AFC,
viticoltrice AFC / viticoltore AFC.

2 Il profilo professionale degli specialisti nel campo professionale agricoltura e professioni agricole implica in particolare i seguenti comportamenti e attività:

a.
svolgimento corretto e autonomo di mansioni multifunzionali legate all’agricoltura e alla lavorazione di prodotti agricoli;
b.
impiego in aziende agricole di produzione e lavorazione;
c.
interesse per le realtà economiche, giuridiche, tecniche, sociali ed ecologiche;
d.
conoscenza dei processi della catena del valore aggiunto, dalla produzione alla lavorazione, fino alla commercializzazione;
e.
comportamento competente sul piano professionale, sociale e metodologico;
f.
conoscenze di base in economia aziendale e interesse per le tematiche sociali, politiche e culturali;
g.
sviluppo della propria personalità e del proprio senso di responsabilità con la formazione continua.

3 Il campo professionale agricoltura e professioni agricole prevede l’orientamento in agricoltura biologica per le seguenti professioni:

orticoltrice AFC / orticoltore AFC,
avicoltrice AFC / avicoltore AFC,
agricoltrice AFC / agricoltore AFC,
frutticoltrice AFC / frutticoltore AFC,
viticoltrice AFC / viticoltore AFC.

4 L’orientamento viene riportato nel contratto di tirocinio prima dell’inizio della formazione professionale di base.

Art. 2 Durata e inizio

1 La formazione professionale di base dura tre anni.

2 Per coloro che sono già in possesso di un attestato federale di capacità (AFC) per una professione del campo professionale agricoltura e professioni agricole, la formazione professionale di base dura di norma un anno.

Per coloro che sono già in possesso di un certificato di formazione pratica (CFP) del campo professionale agricoltura e professioni agricole, la formazione professionale di base dura di norma due anni.

3 L’inizio della formazione professionale di base segue il calendario scolastico della relativa scuola professionale.


  Sezione 2: Obiettivi ed esigenze

Art. 3 Competenze

1 Gli obiettivi e le esigenze della formazione professionale di base sono espressi sotto forma di competenze operative secondo gli articoli 4–6.

2 Essi valgono per tutti i luoghi di formazione.

Art. 4 Competenza professionale

La competenza professionale comprende conoscenze e capacità nei seguenti ambiti:

Ambito

Professione

Agricoltrice/

agricoltore

Orticoltrice/

orticoltore

Avicoltrice/

avicoltore

Frutticoltrice/

frutticoltore

Viticoltrice/

viticoltore

Cantiniera/

cantiniere

Ambito A: Produzione vegetale

A1
lavorazione del suolo

X

X

X

X

X

A2
piantagione di alberi da frutta e vite

X

X

A3
piantagione e semina di verdura

X

A4
piantagione e semina di colture campicole1

X

X

A5
nutrizione di piante

X

X

X

X

X

A6
coltivazione di alberi da frutta e vite

X

X

A7
coltivazione di verdura e colture campicole

X

X

X

A8
cura e sfruttamento di erbai

X

X

A9
raccolta di frutta, bacche e uva

X

X

A10
raccolta di verdura e colture campicole

X

X

X

A11
conservazione del foraggio

X

A12
innesto dell’uva

X

A13
stoccaggio e lavorazione dei prodotti

X

X

X

X

X

A14
approfondimento della produzione vegetale biologica (per l’orientamento agricoltura biologica)

X

X

X

X

X

A15
garanzia della qualità delle derrate alimentari e vendita dei prodotti

X

X

X

X

X

Ambito B: Allevamento di animali

B1
detenzione e cura di animali da reddito

X

X

B2
foraggiamento di animali da reddito

X

X

B3
allevamento e accoppiamento di animali da reddito

X

X

B4
cura della salute degli animali da reddito

X

X

B5
ottenimento di derrate alimentari animali e garanzia della qualità

X

X

B6
approfondimento della produzione di latte e di carne bovina o suina2

X

B7
produzione e commercio di uova e volatili

X

B8
approfondimento dell’allevamento biologico (per l’orientamento agricoltura biologica)

X

X

Ambito C:Vinificazione

C1
produzione di uva

X

C2
torchiatura dell’uva

X

C3
cura del processo di maturazione dei vini

X

C4
imbottigliamento del vino

X

C5
vendita di prodotti

X

C6
garanzia della qualità

X

Ambito D:

Meccanizzazione e impianti tecnici

D1
impiego corretto dei materiali

X

X

X

X

X

X

D2
impostazione e manutenzione di macchine e apparecchi

X

X

X

X

X

X

D3
utilizzo e manutenzione di edifici e impianti

X

X

X

X

X

X

D4
garanzia della sicurezza sul lavoro e della protezione della salute

X

X

X

X

X

X

Ambito E:Ambiente di lavoro

E1
comprensione delle interrelazioni tra economia aziendale, politica, diritto e natura nel contesto professionale

X

X

X

X

X

X

Ambito F: Ambito a scelta

F1
approfondimento delle caratteristiche regionali

X

X

X

X

X

X

Le competenze specialistiche relative all’orientamento «agricoltura biologica» sono definite nel piano di formazione.


1 Nuova denominazione giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).
2 Nuova denominazione giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).

Art. 5 Competenza metodologica

La competenza metodologica comprende conoscenze e capacità nei seguenti ambiti:

a.
tecniche di lavoro e gestione del tempo;
b.
approccio reticolare, orientato al processo, a livello teorico e operativo;
c.
strategie d’informazione e di comunicazione;
d.
pensiero sistemico;
e.
strategie d’apprendimento;
f.
tecniche creative;
g.
risoluzione di problemi.
Art. 6 Competenza sociale e personale

La competenza sociale e personale comprende conoscenze e capacità nei seguenti campi:

a.
senso di responsabilità;
b.
apprendimento continuo;
c.
capacità di comunicazione;
d.
capacità di gestire i conflitti;
e.
capacità di lavorare in gruppo;
f.
forme comportamentali;
g.
capacità di lavorare sotto pressione;
h.
flessibilità;
i.
autonomia;
j.
curiosità, spirito d’iniziativa.

  Sezione 3: Sicurezza sul lavoro, protezione della salute e dell’ambiente

Art. 71

1 All’inizio e durante la formazione gli operatori forniscono e spiegano alle persone in formazione le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente, in particolare quelle relative alla comunicazione dei pericoli (simboli di pericolo e di obbligo, pittogrammi) in questi tre settori.

2 Dette prescrizioni e raccomandazioni vengono fornite in tutti i luoghi di formazione e considerate nelle procedure di qualificazione.

3 Tutti i luoghi di formazione sensibilizzano le persone in formazione allo sviluppo sostenibile, con particolare attenzione all’equilibrio tra interessi sociali, ecologici ed economici.

4 È ammesso l’impiego di persone in formazione, in conformità con il loro stato di formazione, per attività che presentano pericoli. L’impiego presuppone che dette persone vengano formate, istruite e sorvegliate in maniera adeguata al più elevato pericolo d’infortunio; tali precauzioni particolari sono fissate nel piano di formazione sotto forma di misure di accompagnamento riguardanti la sicurezza sul lavoro e la protezione della salute.


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).


  Sezione 4: Parti svolte dai luoghi di formazione e lingua d’insegnamento

Art. 8 Parti svolte dai luoghi di formazione

1 La formazione professionale pratica in azienda comprende in media 4 giornate alla settimana per tutta la durata della formazione professionale di base.1

2 La formazione professionale pratica per l’orientamento «agricoltura biologica» si svolge di norma per metà, ma al minimo sull’arco di un anno, presso un’azienda di formazione biologica riconosciuta.2

3 L’insegnamento scolastico obbligatorio comprende 1500–1600 lezioni. Esso include 120–160 lezioni per l’insegnamento dello sport3.4

4 I corsi interaziendali hanno una durata complessiva minima di 8 e massima di 10 giornate di otto ore. Nell’ultimo semestre della formazione professionale di base non si svolgono corsi interaziendali.

5 I Cantoni consentono il cambiamento del posto di tirocinio anche a livello intercantonale.


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).
2 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).
3 Art. 52 cpv. 1 dell’O del 23 maggio 2012 sulla promozione dello sport (RS 415.01).
4 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).

Art. 9 Lingua d’insegnamento

1 La lingua d’insegnamento è di norma la lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola professionale.

2 È raccomandato l’insegnamento bilingue nella lingua nazionale locale e in un’altra lingua nazionale o in inglese.

3 I Cantoni possono autorizzare altre lingue d’insegnamento.


  Sezione 5: Piano di formazione e cultura generale

Art. 10 Piano di formazione

1 Al momento dell’entrata in vigore della presente ordinanza è disponibile un piano di formazione, emanato dalla competente organizzazione del mondo del lavoro e approvato dalla SEFRI.1

2 Il piano di formazione specifica le competenze operative di ogni professione del campo professionale agricoltura e professioni agricole di cui agli articoli 4–6 come segue:

a.
spiega la loro rilevanza per la formazione professionale di base;
b.
definisce il tipo di comportamento atteso in determinate situazioni di lavoro;
c.
precisa le competenze operative mediante obiettivi di valutazione concreti;
d.
rapporta coerentemente le competenze alle procedure di qualificazione, di cui precisa le modalità.

3 Il piano di formazione, tenuto conto delle caratteristiche di ogni professione del campo professionale dell’agricoltura e delle professioni agricole, stabilisce inoltre:

a.
la struttura curricolare della formazione professionale di base;
b.
l’organizzazione dei corsi interaziendali e la loro ripartizione sulla durata della formazione professionale di base;
c.
i campi di qualificazione e la nota relativa all’insegnamento professionale menzionati nel certificato delle note di cui all’articolo 21 capoverso 3 e rilevanti per le ripetizioni di cui all’articolo 19;
d.
le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente;
e.
le riduzioni formalizzate della formazione di base;
f.
i temi degli ambiti a scelta.

4 Al piano di formazione sono allegati:

a.
l’elenco degli strumenti per la promozione della qualità della formazione professionale di base con indicazione del centro di distribuzione;
b.
le misure di accompagnamento riguardanti la sicurezza sul lavoro e la protezione della salute.2

1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).
2 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).

Art. 11 Cultura generale

Per gli insegnamenti di cultura generale fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.



  Sezione 6: Requisiti per gli operatori della formazione di base organizzata dall’azienda

Art. 12 Requisiti professionali minimi richiesti ai formatori

I requisiti professionali minimi ai sensi dell’articolo 44 capoverso 1 lettere a e b OFPr sono soddisfatti se il formatore possiede una delle seguenti qualifiche:

a.
attestato professionale oppure diploma di esame professionale superiore o di scuola specializzata superiore in ambito pertinente;
b.
diploma universitario o di scuola universitaria professionale in ambito pertinente e almeno due anni di pratica professionale nei relativi campi d’attività.
Art. 13 Numero massimo di persone in formazione

1 In un’azienda può svolgere il tirocinio una persona in formazione se:

a.
è occupato al 100 per cento un formatore qualificato; oppure
b.
sono occupati due formatori qualificati, ciascuno almeno al 60 per cento.

2 Nelle aziende che possono impiegare solo una persona in formazione una seconda persona può iniziare il tirocinio quando la prima arriva all’ultimo anno della formazione professionale di base.1

3 Per ogni altro specialista occupato al 100 per cento o per ogni due specialisti occupati ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione più.

4 È considerato specialista il titolare di un attestato federale di capacità o di un certificato federale di formazione pratica nel campo della persona in formazione o chi dispone di una qualifica equivalente.

5 In casi particolari l’autorità cantonale può autorizzare il superamento del numero massimo di persone in formazione per le aziende di tirocinio che da più anni svolgono la loro funzione di formazione con un successo superiore alla media.


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).


  Sezione 7: Documentazione dell’apprendimento, rapporto di formazione e documentazione delle prestazioni4 

Art. 141Documentazione dell’apprendimento

1 Nel corso della formazione professionale pratica la persona in formazione tiene una documentazione dell’apprendimento in cui annota regolarmente i principali lavori eseguiti in relazione alle competenze operative da acquisire.

2 Il formatore controlla e firma la documentazione dell’apprendimento almeno una volta al semestre. La discute con la persona in formazione almeno una volta al semestre.


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).

Art. 14a1Rapporto di formazione

1 Alla fine di ogni semestre, il formatore rileva in un rapporto il livello raggiunto dalla persona in formazione. Per farlo si basa sulle prestazioni nella formazione professionale pratica e sui resoconti delle prestazioni nella scuola professionale e nei corsi interaziendali. Discute il rapporto con la persona in formazione.

2 Se necessario, il formatore e la persona in formazione concordano misure per il raggiungimento degli obiettivi di formazione e fissano apposite scadenze. Le misure e le decisioni adottate vengono messe per iscritto.

3 Dopo la scadenza prefissata il formatore verifica l’efficacia delle misure concordate e ne riporta l’esito nel successivo rapporto di formazione.

4 Se nonostante le misure concordate gli obiettivi non sono stati raggiunti o se è a rischio il buon esito della formazione, il formatore lo comunica per iscritto alle parti contraenti e all’autorità cantonale.


1 Introdotto dal n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).

Art. 15 Formazione scolastica e formazione di base organizzata dalla scuola

Gli operatori della formazione scolastica e della formazione di base organizzata dalla scuola documentano le prestazioni delle persone in formazione nelle materie insegnate e consegnano loro una pagella alla fine di ogni semestre.


  Sezione 8: Procedura di qualificazione

Art. 16 Ammissione

1 È ammesso alla procedura di qualificazione chi ha assolto la formazione professionale di base:

a.
secondo le disposizioni della presente ordinanza;
b.
in un istituto di formazione autorizzato dal Cantone; o
c.
al di fuori di un ciclo di formazione regolare e dimostra di soddisfare i requisiti per l’esame finale.

2 Dell’esperienza professionale richiesta secondo l’articolo 32 OFPr per l’ammissione a una procedura di qualificazione devono essere stati svolti almeno tre anni nel campo professionale «agricoltura e professioni agricole».1


1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).

Art. 17 Oggetto, durata e svolgimento della procedura di qualificazione

1 Nella procedura di qualificazione si deve dimostrare di aver acquisito le competenze di cui agli articoli 4–6.

2 Le persone in formazione vengono esaminate sulle competenze per la professione da loro scelta.

3 Nell’esame finale vengono esaminati i campi di qualificazione sotto elencati nel modo seguente:

a.
«lavoro pratico», della durata di sei ore. La persona in formazione deve dimostrare di essere in grado di eseguire in modo professionalmente corretto e adeguato alle necessità e alla situazione le attività richieste nell’ambito di un lavoro prestabilito o in situazioni date. È ammessa come ausilio la consultazione della documentazione dell’apprendimento e dei corsi interaziendali;
b.1
«conoscenze professionali», della durata di quattro ore. La persona in formazione dovrà svolgere un esame scritto e un esame orale. L’esame orale dura al massimo 1,5 ore;
c.
«cultura generale». Per l’esame finale nel campo di qualificazione «cultura generale» fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20062 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

1 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3 647).
2 RS 412.101.241

Art. 18 Superamento, calcolo e ponderazione delle note

1 L’esame finale è superato se:

a.
per il campo di qualificazione «lavoro pratico» viene attribuito il 4 o una nota superiore; e
b.
la media delle note del campo di qualificazione «conoscenze professionali» e della nota relativa all’insegnamento professionale raggiunge o supera il 4; e
c.
la nota complessiva raggiunge o supera il 4.

2 La nota complessiva è data dalla media, arrotondata a un decimale, delle note ponderate dei singoli campi di qualificazione dell’esame finale e della nota relativa all’insegnamento professionale ponderata.

3 Per nota relativa all’insegnamento professionale si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto di tutte le note semestrali ponderate relative all’insegnamento professionale.

4 Per il calcolo della nota complessiva valgono le note sotto elencate con la seguente ponderazione:

a.
lavoro pratico: 40 per cento;
b.
conoscenze professionali: 20 per cento;
c.
cultura generale: 20 per cento;
d.
nota relativa all’insegnamento professionale: 20 per cento.
Art. 19 Ripetizioni

1 La ripetizione della procedura di qualificazione è disciplinata dall’articolo 33 OFPr. Qualora debba essere ripetuto un campo di qualificazione, esso va ripetuto interamente.

2 Qualora si ripeta la procedura di qualificazione senza frequentare nuovamente la scuola professionale, resta valida la nota relativa all’insegnamento professionale conseguita in precedenza. Se si ripetono almeno due semestri di insegnamento professionale, fa stato la nuova nota relativa all’insegnamento professionale.

Art. 20 Caso particolare

Per le persone che hanno assolto la formazione diversamente da quanto disciplinato dalla presente ordinanza, invece della nota relativa all’insegnamento professionale si terrà in considerazione quella del campo di qualificazione «conoscenze professionali» raddoppiata.


  Sezione 9: Attestazioni e titoli

Art. 21

1 Chi ha superato la procedura di qualificazione, riceve l’attestato federale di capacità (AFC).

2 L’attestato federale di capacità conferisce al titolare il diritto di avvalersi della designazione legalmente protetta della professione scelta:

a.
«Orticoltrice AFC / Orticoltore AFC»; oppure
b.
«Avicoltrice AFC / Avicoltore AFC»; oppure
c.
«Agricoltrice AFC / Agricoltore AFC»; oppure
d.
«Frutticoltrice AFC / Frutticoltore AFC»; oppure
e.
«Cantiniera AFC / Cantiniere AFC»; oppure
f.
«Viticoltrice AFC / Viticoltore AFC».

Nell’attestato di capacità è riportato l’orientamento della formazione.

3 Nel certificato delle note figurano:

a.
la nota complessiva;
b.
le note di ogni campo di qualificazione dell’esame finale e la nota relativa all’insegnamento professionale;
c.
l’orientamento.

  Sezione 10: Sviluppo della qualità e organizzazione5 

Art. 22

1 La Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità del campo professionale agricoltura e professioni agricole (AFC e CFP) si compone di:

a.
nove rappresentanti dell’organizzazione del mondo del lavoro AgriAliForm;
b.
due rappresentanti dei docenti di materie professionali;
c.
almeno un rappresentante, rispettivamente, della Confederazione e dei Cantoni.

2 Le regioni linguistiche devono essere adeguatamente rappresentate.

3 La Commissione non rientra nel campo d’applicazione dell’ordinanza del 3 giugno 1996 sulle commissioni1. Essa si autocostituisce.

4 La Commissione ha i seguenti compiti:

a.
verifica costantemente, ma almeno ogni cinque anni, l’ordinanza sulla formazione professionale di base e il piano di formazione in relazione agli sviluppi economici, tecnologici, ecologici e didattici; nella verifica tiene conto di eventuali nuovi aspetti organizzativi della formazione professionale di base;
b.
chiede alla competente organizzazione del mondo del lavoro di presentare alla SEFRI una domanda di modifica dell’ordinanza sulla formazione professionale di base, qualora gli sviluppi osservati lo rendano necessario;
c.
chiede all’organizzazione del mondo del lavoro l’adeguamento del piano di formazione, qualora gli sviluppi osservati lo rendano necessario;
d.
esprime un parere riguardo agli strumenti per la validazione degli apprendimenti acquisiti;
e.
esprime un parere riguardo agli strumenti per la promozione della qualità della formazione professionale di base, in particolare sulle disposizioni esecutive concernenti le procedure di qualificazione.2

1 RS 172.31
2 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).


  Sezione 11: Disposizioni finali

Art. 23 Diritto previgente: abrogazione

La SEFRI revoca i regolamenti concernenti il tirocinio e l’esame finale di tirocinio del campo professionale agricoltura e professioni agricole.

Art. 24 Disposizioni transitorie

1 Le persone che hanno iniziato la formazione di orticoltore, avicoltore, agricoltore, frutticoltore, viticoltore o cantiniere prima del 1° gennaio 2009, la portano a termine in base al diritto previgente.

2 Fino al 31 dicembre 2014, chi ripete l’esame finale di orticoltore, avicoltore, agricoltore, frutticoltore, viticoltore o cantiniere viene valutato, su richiesta, in base al diritto previgente.

Art. 24a1Disposizione transitoria della modifica del 6 dicembre 2016

1 Le persone che hanno iniziato la formazione prima del 1° marzo 2017 e che ripetono l’esame finale di tirocinio entro il 31 dicembre 2020 vengono valutate, su richiesta, in base al diritto anteriore2.

2 L’articolo 17 capoverso 3 lettera b si applica per la prima volta a partire dal 1° gennaio 2020.


1 Introdotto dal n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016 , in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3 647).
2RU 2008 4027

Art. 25 Entrata in vigore

1 La presente ordinanza entra in vigore il 1° gennaio 2009.

2 Le disposizioni concernenti la procedura di qualificazione, le attestazioni e il titolo (art. 16–21) entrano in vigore il 1° gennaio 2012.


1 La designazione dell’unità amministrativa è stata adattata in applicazione dell’art. 16 cpv. 3 dell’O del 17 nov. 2004 sulle pubblicazioni ufficiali (RU 2004 4937), in vigore dal 1° gen. 2013.2 RS 412.103 RS 412.1014 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).5 Nuovo testo giusta il n. I dell’O della SEFRI del 6 dic. 2016, in vigore dal 1° mar. 2017 (RU 2017 3).


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