Index

0.742.140.313.69

Originaltext

Vereinbarung

zwischen dem Vorsteher des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements1 und dem Bundesminister für Verkehr der Bundesrepublik Deutschland zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Zulaufes zur neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) in der Schweiz

Abgeschlossen am 6. September 1996

Von der Bundesversammlung genehmigt am 3. März 19982

In Kraft getreten durch Notenaustausch am 2. Juni 1998

(Stand am 18. Juli 2000)

Der Vorsteher des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements3 und der Bundesminister für Verkehr der Bundesrepublik Deutschland,

in der Absicht, die Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Eisenbahnverkehr zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland insbesondere im Hinblick auf die NEAT zu schaffen,

in dem Anliegen, ausreichende Kapazitäten für den Transitverkehr zur Verfügung zu stellen,

in dem Wunsch, den Belangen des Umweltschutzes und der Raumordnung, der besseren Erreichbarkeit wichtiger Zentren und der Entlastung der Strassen Rechnung zu tragen,

in der Erkenntnis, dass der Oberrheinkorridor aus Richtung Karlsruhe–Freiburg im Breisgau–Basel die nördliche Haupt-Zulaufstrecke zur NEAT bildet sowie der Tatsache, dass diese Achse Bestandteil des transeuropäischen Netzes der Europäischen Union ist,

im Bewusstsein des engen sachlichen Zusammenhangs dieser Vereinbarung mit dem Abkommen zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über den Güterverkehr auf Strasse und Schiene (Transitabkommen) vom 2. Mai 19924 sowie mit der Vereinbarung zwischen dem Bundesminister für Verkehr der Bundesrepublik Deutschland, dem Vorsteher des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements5 der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Verkehrsminister der Italienischen Republik über die Verbesserung des kombinierten alpenquerenden Güterverkehrs Schiene/Strasse durch die Schweiz vom 3. Dezember 19916,

in Anerkennung der Bedeutung, die dem Zusammenwirken von Eisenbahngesellschaften der beiden Seiten zukommt,

sind im Rahmen ihrer Zuständigkeiten wie folgt übereingekommen:

Art. 1

Die Vertragsparteien streben an, den grenzüberschreitenden Eisenbahnpersonen- und -güterverkehr zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere auf der Haupt-Zulaufstrecke zur NEAT Karlsruhe–Freiburg im Breisgau–Basel, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten durch aufeinander abgestimmte Massnahmen der Schieneninfrastruktur in seiner Leistungsfähigkeit zu sichern.

Art. 2

(1) Zur Erreichung des in Artikel 1 dargelegten Ziels sind die folgenden Massnahmen entsprechend der gemeinsamen Zielsetzung für den alpenquerenden Verkehr durch die Schweiz unter dem Vorbehalt der Durchführung der nach jeweiligem nationalen Recht erforderlichen Verfahren vorgesehen.

(2) Die Kapazitäten des nördlichen Zulaufs zur NEAT, Karlsruhe–Freiburg im Breisgau–Basel, auf schweizerischem und deutschem Gebiet werden schritthaltend mit der Verkehrsnachfrage und aufeinander abgestimmt erhöht:

a)
auf deutscher Seite:
Erhöhung der Leistungsfähigkeit der vorhandenen zweigleisigen Strecke durch Einbau moderner Betriebsleit-Signaltechnik (CIR-ELKE),
Erhöhung der Leistungsfähigkeit der vorhandenen zweigleisigen Strecke durch abschnittsweisen viergleisigen Ausbau zur Beseitigung kapazitiver Engpässe,
Durchgehender viergleisiger Ausbau zwischen Karlsruhe und Basel im Hinblick auf die Vollauslastung der NEAT;
b)
auf schweizerischer Seite:
Bau einer neuen Linie zwischen den Räumen Olten und Bern (Konzept BAHN 2000),
Bau einer neuen Linie aus dem Raum Basel durch den Jura,
Bau einer weiteren zweigleisigen Rheinbrücke im Zuge der Verbindungsbahn zwischen Basel Badischer Bahnhof und Basel SBB.
c)
Ein darüber hinausgehender langfristiger Ausbau der zweigleisigen Hochrheinstrecke mit neuem Rheinübergang bei Bad Säckingen bleibt einer späteren Vereinbarung vorbehalten.

(3) Bei dieser Konzeption behalten die Achsen

Stuttgart–Zürich und
München–Zürich

im Güterverkehr die Funktion regionaler Entlastungsstrecken zur NEAT mit Erschliessungsfunktion für die Ostschweiz und Süddeutschland.

Art. 3

Die Vertragsparteien wirken im Rahmen ihrer Zuständigkeiten darauf hin, dass Eisenbahngesellschaften aus beiden Staaten Massnahmen zum Zusammenwachsen ihrer benachbarten Netze, insbesondere zur Stärkung der beiden Korridore Stuttgart–Zürich und München–Lindau–Zürich vollziehen.1 Die Reisezeit soll auf diesen Achsen durch Einsatz von Fahrzeugen mit Neigetechnik und gleichzeitigen punktförmigen Linienverbesserungen zwischen Stuttgart und Zürich auf 2¼ Stunden und zwischen München und Zürich auf 3¼ Stunden verkürzt werden, bei angemessener Frequenz der Züge. Eine denkbare Bündelung von Zügen zwischen Stuttgart bzw. München und Zürich über Ulm bleibt späteren Überlegungen vorbehalten.


1 Siehe auch Art. 1 Abs. 2 des BB vom 3. März 1998 (AS 2000 1830)

Art. 4

(1) Die Vertragsparteien verpflichten sich,

a)
die Zusammenarbeit zur Harmonisierung der technischen Parameter im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr zwischen den beiden Staaten zu verstärken,
b)
Massnahmen zu ergreifen, welche die abgestimmte betriebliche Nutzung der in Artikel 2 genannten Strecken begünstigen, sowie
c)
sich dafür einzusetzen, dass im Einklang mit den Rechtsvorschriften ihrer Staaten Erleichterungen für den Grenzübertritt im durchgehenden Eisenbahnverkehr geschaffen werden.

(2) Die Vertragsparteien setzen sich dafür ein, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Eisenbahngesellschaften zu fördern.

Art. 5

(1) Zur Behandlung von Fragen der Umsetzung dieser Vereinbarung wird ein Lenkungsausschuss eingesetzt.

(2) Er setzt sich aus Vertretern des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements1 und des Bundesministeriums für Verkehr der Bundesrepublik Deutschland zusammen. Die von Artikel 3 erfassten Eisenbahngesellschaften werden bei Bedarf hinzugezogen.

(3) Der Lenkungsausschuss wird mindestens einmal im Jahr einberufen. Er erarbeitet ausserdem ein Ausführungsprogramm der erwähnten Massnahmen.

(4) Jede Vertragspartei kann die Einberufung dieses Lenkungsausschusses verlangen, wenn eine besondere Notwendigkeit dies erforderlich macht.


1 Heute: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Art. 6

(1) Diese Vereinbarung tritt in Kraft, sobald die Vertragsparteien einander den Abschluss der erforderlichen Verfahren notifiziert haben.

(2) Diese Vereinbarung gilt bis zum 31. Dezember 2020 und verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens drei Monate vor Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres durch eine der Vertragsparteien schriftlich gekündigt wird.

Geschehen zu Lugano am 6. September 1996 in zwei Urschriften jeweils in deutscher Sprache.

Der Vorsteher des

Eidgenössischen Verkehrs- und

Energiewirtschaftsdepartements

Der Bundesminister für Verkehr

der Bundesrepublik Deutschland:

Moritz Leuenberger


 AS 2000 1831; BBl 1996 III 404


1 Heute: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation2 Art. 1 Abs. 1 des BB vom 3. März 1998 (AS 2000 1830)3 Heute: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation4 SR 0.740.715 Heute: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation6 SR 0.740.79


Matthias Wissmann

Index

0.742.140.313.69

Traduction1

Convention

entre le chef du Département fédéral des transports, des communications et de l’énergie2 et le ministre des transports de la République fédérale d’Allemagne relative à la garantie de la capacité de l’accès à la nouvelle ligne ferroviaire suisse à travers les Alpes (NLFA)

Conclue le 6 septembre 1996
Approuvée par l’Assemblée fédérale le 3 mars 19983
Entrée en vigueur par échange de notes le 2 juin 1998

(Etat le 18 juillet 2000)

Le chef du Département fédéral des transports, des communications et de l’énergie4 et le ministre des transports de la République fédérale d’Allemagne,

désireux de créer les conditions permettant un trafic ferroviaire performant entre la Suisse et la République fédérale d’Allemagne, notamment afin d’assurer la liaison à la NLFA,

soucieux de mettre des capacités suffisantes à la disposition du trafic de transit,

souhaitant tenir compte des impératifs de la protection de l’environnement et de l’aménagement du territoire, améliorer l’accessibilité des centres importants et délester les routes,

conscients que le corridor du Rhin supérieur en direction de Karlsruhe–Fribourg-en-Brisgau–Bâle constitue la principale ligne d’accès à la NLFA et que cet axe fait partie du réseau transeuropéen de l’Union Européenne,

sachant qu’il existe un lien matériel étroit entre la présente Convention, l’accord conclu le 2 mai 1992 entre la Communauté économique européenne et la Confédération suisse au sujet du trafic routier et ferroviaire des marchandises5 (accord sur le transit) et l’accord du 3 décembre 1991 entre le ministre des transports de la République fédérale d’Allemagne, le chef du Département fédéral des transports, des communications et de l’énergie6 de la Confédération suisse et le ministre des transports de la République italienne, relatif à l’amélioration du trafic combiné rail/route des marchandises à travers les Alpes suisses7,

reconnaissant l’importance que revêt la coopération des compagnies ferroviaires des deux Parties contractantes,

sont convenus de ce qui suit dans le cadre de leurs compétences:

Art. 1

Les Parties contractantes visent à garantir la capacité du trafic ferroviaire international des voyageurs et des marchandises entre la Suisse et la République fédérale d’Allemagne, notamment sur la principale ligne d’accès à la NLFA, à savoir Karlsruhe–Fribourg-en-Brisgau–Bâle, dans le cadre de leurs compétences et en coordonnant les mesures applicables à l’infrastructure ferroviaire.

Art. 2

(1) Pour atteindre l’objectif mentionné à l’art. 1, les mesures suivantes sont prévues en fonction du but comme relatif au trafic transalpin sous réserve de l’application des procédures requises par le droit national de chaque partie.

(2) Sur les territoires de la Suisse et de l’Allemagne, les capacités de l’accès nord à la NLFA, à savoir l’itinéraire Karlsruhe–Fribourg-en-Brisgau–Bâle, seront augmentées progressivement en fonction de la demande de transport et seront coordonnées entre elles:

a)
pour l’Allemagne:
augmentation de la capacité de la ligne actuelle à double voie par la pose d’une signalisation moderne pour la régulation des trains (CIR-ELKE),
augmentation de la capacité de la ligne actuelle à double voie par la construction progressive d’une autre double voie destinée à éliminer les goulets d’étranglement,
quatre voies sur tout le parcours entre Karlsruhe et Bâle, eu égard à l’utilisation intégrale de la NLFA.
b)
pour la Suisse:
construction d’une nouvelle ligne entre les régions d’Olten et de Berne (projet RAIL 2000),
construction d’une nouvelle ligne traversant le Jura à partir de la région de Bâle,
construction d’un nouveau pont à double voie sur le Rhin pour compléter le chemin de fer de jonction entre la gare badoise de Bâle et Bâle CFF.
c)
A long terme, une convention ultérieure pourra prévoir d’améliorer encore la ligne du Rhin supérieur à double voie en établissant un nouveau passage sur le Rhin à Bad Säckingen.

(3) Avec la présente conception, les axes

Stuttgart–Zurich et Munich–Zurich

continuent de décharger le trafic régional de marchandises vers la NLFA et de desservir la Suisse orientale et le sud de l’Allemagne.

Art. 3

Les Parties contractantes oeuvrent dans le cadre de leurs compétences pour que les compagnies ferroviaires des deux Etats réalisent des mesures propres à intégrer leurs réseaux limitrophes, notamment en vue du renforcement des corridors Stuttgart–Zurich et Munich–Lindau–Zurich.1 Grâce à des véhicules à caisses inclinables et à des améliorations ponctuelles des lignes, les temps de parcours seront réduits à 2 h. ¼ entre Stuttgart et Zurich et à 3 h. ¼ entre Munich et Zurich, la fréquence des trains étant appropriée. La concentration des parcours ferroviaires entre Stuttgart respectivement Munich et Zurich via Ulm pourra être envisagée ultérieurement.


1 Voir aussi l'art. 1 al. 2 de l'AF du 3 mars 1998 (RO 2000 1830).

Art. 4

(1) Les Parties contractantes s’engagent à

a)
renforcer la collaboration en vue d’harmoniser les paramètres techniques du trafic ferroviaire entre les deux Etats,
b)
prendre des mesures favorisant l’utilisation coordonnée des lignes mentionnées à l’art. 2, et à
c)
oeuvrer pour que le passage de la frontière dans le trafic ferroviaire direct soit facilité conformément aux prescriptions légales de chaque Etat.

(2) Les Parties contractantes s’engagent à encourager la collaboration internationale des compagnies ferroviaires.

Art. 5

(1) Un comité directeur est institué pour traiter les questions relatives à l’application de la présente Convention.

(2) Il se compose des représentants du Département fédéral des transports, des communications et de l’énergie1 et du Ministère des transports de la République fédérale d’Allemagne. Les compagnies ferroviaires indiquées à l’art. 3 sont consultées en cas de besoin.

(3) Le comité directeur se réunit au moins une fois par année. Il élabore en outre le programme d’exécution des mesures précitées.

(4) Chaque Partie contractante peut demander la convocation du comité directeur si des circonstances particulières l’exigent.


1 Actuellement "Département fédéral de l'environnement, des transports, de l'énergie et de la communication".

Art. 6

(1) La présente Convention entre en vigueur dès que les Parties contractantes se seront notifié l’accomplissement de leurs procédures constitutionnelles requises à cet effet.

(2) La présente Convention est valable jusqu’au 31 décembre 2020 et sera prorogée d’année en année à moins qu’elle ne soit dénoncée par écrit par l’une des Parties contractantes au plus tard trois mois avant l’expiration de chaque année civile.

Fait à Lugano, le 6 septembre 1996 en deux exemplaires originaux en langue allemande.

Le chef du Département fédéral des transports,

des communications et de l’énergie

Le ministre des transports de la

République fédérale d’Allemagne:

Moritz Leuenberger


 RO 2000 1831; FF 1996 III 392


1 Le texte original est publié, sous le même chiffre, dans l'édition allemande du présent recueil.2 Actuellement "Département fédéral de l'environnement, des transports, de l'énergie et de la communication".3 Art. 1 al. 1 de l'AF du 3 mars 1998 (RO 2000 1830)4 Actuellement "Département fédéral de l'environnement, des transports, de l'énergie et de la communication".5 RS 0.740.716 Actuellement "Département fédéral de l'environnement, des transports, de l'énergie et de la communication".7 RS 0.740.79


Matthias Wissmann

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