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414.154

Verordnung über die Stipendien und Darlehen an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen

(ETH-Stipendienverordnung)

vom 14. September 1995 (Stand am 1. Oktober 1995)

Der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen,

gestützt auf Artikel 14 der ETH-Verordnung vom 13. Januar 19931 und auf Artikel 6 Absatz 2 Buchstabe c der Verordnung ETH-Bereich vom 13. Januar 19932,

verordnet:

  1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand

Diese Verordnung regelt die Gewährung von Stipendien und Darlehen aus veranschlagten Kreditmitteln des ETH-Bereichs an Minderbemittelte.

Art. 2 Grundsätze

1 Auf die Ausrichtung eines Stipendiums oder Darlehens besteht kein Rechtsanspruch.

2 Stipendien aus veranschlagten Kreditmitteln des ETH-Bereichs werden in der Regel subsidiär als Ergänzung zu anderen externen Finanzierungsquellen ausgerichtet.

3 Stipendien werden in der Regel während der reglementarischen Dauer des betreffenden Studiums ausbezahlt. Verlängerungen der Ausbildungsdauer wegen ausserordentlicher Umstände werden gebührend berücksichtigt.

Art. 3 Begriff; Arten von Stipendien

1 Stipendien im Sinne dieser Verordnung sind einmalige oder wiederkehrende Geldleistungen, zu deren Rückzahlung keine Verpflichtung besteht.

2 Es bestehen folgende Arten von Stipendien:

a.
Stipendien für Studierende: Sie werden im Hinblick auf den Erwerb eines ETH-Diploms oder eines Eidgenössischen Diploms an einer ETH gewährt;
b.
Doktoratsstipendien: Sie werden ausnahmsweise und in der Regel vorübergehend gewährt, wenn ein Doktorand oder eine Doktorandin über keine Anstellung verfügt;
c.
Nachdiplomstipendien: Sie werden in der Regel nur schweizerischen und in der Schweiz niedergelassenen ausländischen Nachdiplomstudierenden gewährt, die ihr Studium als Vollpensum absolvieren.
Art. 4 Zuständigkeit

Über die Gewährung von Stipendien und Darlehen entscheidet:

a.
der Rektor der ETHZ bei Gesuchen von Studierenden, Doktoranden und Doktorandinnen sowie Nachdiplomstudierenden, die an der ETHZ zugelassen und eingeschrieben sind;
b.
der akademische Direktor der ETHL bei Gesuchen von Studierenden, Doktoranden und Doktorandinnen sowie Nachdiplomstudierenden, die an der ETHL zugelassen und eingeschrieben sind.

  2. Abschnitt: Stipendien

Art. 5 Gesuch

1 Ein Stipendiengesuch kann stellen, wer endgültig für eine bestimmte Ausbildung an einer ETH zugelassen wurde. Die ETH können überdies verlangen, dass die gesuchstellende Person ein Studienjahr an der betreffenden ETH erfolgreich absolviert hat.

2 Die ETH legen die Fristen für die Einreichung fest und bestimmen, welche Unterlagen dem Gesuch beizulegen sind.

Art. 6 Angabe der finanziellen Verhältnisse

1 Wer ein Gesuch stellt, muss seine finanziellen Verhältnisse und die finanziellen Verhältnisse allfälliger Unterstützungspflichtiger offenlegen.

2 Von ausländischen Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen mit einer Aufenthaltsbewilligung als Studierende einer ETH kann überdies der Nachweis verlangt werden, dass die Person, die für ihren Unterhalt in der Schweiz einsteht, sie wegen einer deutlichen Verschlechterung der finanziellen Verhältnisse nicht mehr unterstützen kann.

Art. 7 Allgemeine Kriterien für die Gewährung

1 Massgebende Kriterien für die Gewährung eines Stipendiums sind, nebst den finanziellen Verhältnissen, namentlich:

a.
die fachliche Qualifikation der gesuchstellenden Person;
b.
die Ergebnisse der Vordiplom- und Promotionsprüfungen;
c.
eine befürwortende Stellungnahme des Leiters der Doktorarbeit;
d.
eine befürwortende Stellungnahme der für das betreffende Nachdiplomstudium verantwortlichen Person, wenn das Nachdiplomstudium nach zwölf Monaten nicht abgeschlossen wurde.

2 Wer bereits ein Hochschuldiplom besitzt, erhält in der Regel kein Stipendium für Studierende.

Art. 8 Dauer der Unterstützung

1 Stipendien werden jeweils für ein Studienjahr oder bei kürzeren Studien für die entsprechende Dauer gewährt.

2 Sie können auf Gesuch hin erneuert werden, wenn die Kriterien für die Gewährung noch erfüllt sind.

Art. 9 Höhe

1 Für die einzelnen Stipendienarten gelten, einschliesslich anderer Finanzierungsquellen, folgende monatliche Höchstbeträge:

Franken

a.

Stipendium für Studierende

1450

b.

Doktoratsstipendium

1900

c.

Nachdiplomstipendium

1900

2 Die ETH bestimmen den Betrag des zugesprochenen Stipendiums in jedem Einzelfall mit einer Verfügung.

3 Die Stipendien können monatlich, semesterweise oder jährlich ausgerichtet werden.

4 Auf Gesuch hin können die ETH eine monatliche Kinderzulage gewähren, deren Höhe sich nach Artikel 53 Absatz 3 der Angestelltenordnung vom 10. November 19591 richtet, sofern diese Zulage nicht von anderer Seite ausbezahlt wird. Die Kinderzulage kann semesterweise ausgerichtet werden.


Art. 10 Einstellung und Rückerstattung

1 Ein Stipendium wird nicht mehr ausgerichtet, wenn die in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht mehr erfüllt sind.

2 Die ETH können die Rückerstattung bereits ausbezahlter Beträge verlangen, wenn das Stipendium gestützt auf unzutreffende oder unvollständige Angaben gewährt worden ist. Sie weisen auf diese Rechtsfolge ausdrücklich hin.


  3. Abschnitt: Darlehen

Art. 11

1 Den Personen, welche die Voraussetzungen für die Gewährung eines Stipendiums nicht erfüllen, kann in besonderen Fällen ein zinsloses Darlehen gewährt werden.

2 In Härtefällen kann das Darlehen zusätzlich zu einem ETH-Stipendium gewährt werden.

3 Die ETH bestimmen die Höhe und die Rückzahlungsmodalitäten in jedem Einzelfall mit einer Verfügung.

4 Die Artikel 5–7 und 10 gelten sinngemäss.


  4. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 12 Übergangsbestimmungen

Diese Verordnung gilt nicht für Gesuche, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens bereits hängig waren.

Art. 13 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Oktober 1995 in Kraft.


AS 1995 4884



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Ordinanza sulle borse di studio e sui mutui accordati dai Politecnici federali

(Ordinanza sulle borse di studio dei PF)

del 14 settembre 1995 (Stato 1° ottobre 1995)

Il Consiglio dei Politecnici federali,

visti l’articolo 14 dell’ordinanza del 13 gennaio 19931 sui PF e l’articolo 6 capoverso 2 lettera c dell’ordinanza del 13 gennaio 19932 sul settore dei PF,

ordina:

  Sezione 1: Disposizioni generali

Art. 1 Ambito di applicazione

La presente ordinanza regola l’attribuzione a persone indigenti delle borse di studio e dei mutui finanziati con crediti iscritti nel preventivo del settore dei PF.

Art. 2 Principi

1 Non sussiste un diritto a ricevere una borsa di studio o un mutuo.

2 Le borse di studio finanziate con crediti iscritti nel preventivo del settore dei PF sono, di regola, sussidiarie rispetto ad altre fonti di finanziamento esterne.

3 Le borse di studio sono, di regola, versate per la durata regolamentare degli studi considerati. È tenuto conto in modo adeguato dei prolungamenti della durata della formazione dovuti a circostanze eccezionali.

Art. 3 Nozione e generi di borse di studio

1 Sono borse di studio ai sensi della presente ordinanza le prestazioni in denaro, uniche o periodiche, il cui rimborso non sia obbligatorio.

2 I tipi di borse di studio accordate sono:

a.
borse per studenti: sono accordate a studenti che intendono ottenere un diploma PF o un diploma federale in un PF;
b.
borse versate durante il dottorato: sono corrisposte a titolo eccezionale e, di regola, transitorio, ove il candidato al dottorato non sia vincolato da un rapporto di lavoro;
c.
borse di studio per la postformazione: sono attribuite, di regola, solo alle persone svizzere o straniere al beneficio di un permesso di domicilio in Svizzera che compiano i loro studi di postformazione a tempo pieno.
Art. 4 Competenza

Sono competenti per l’attribuzione delle borse di studio e dei mutui:

a.
il rettore del PFZ per quanto concerne le domande di studenti, candidati al dottorato e studenti della postformazione ammessi e iscritti nel PFZ;
b.
il direttore degli affari accademici del PFL per quanto concerne le domande di studenti, candidati al dottorato e studenti della postformazione ammessi e iscritti nel PFL.

  Sezione 2: Borse di studio

Art. 5 Domanda

1 Può presentare una domanda di borsa di studio chi sia stato ammesso definitivamente a seguire una determinata formazione in un PF. I PF possono inoltre esigere che il richiedente abbia compiuto con successo un anno di studi presso il rispettivo PF.

2 I PF fissano i termini per la presentazione della domanda e determinano i documenti che devono esserle acclusi.

Art. 6 Indicazione della situazione finanziaria

1 Il richiedente deve dimostrare la propria situazione finanziaria e quella di eventuali persone obbligate ad assisterlo.

2 Il richiedente straniero al beneficio di un permesso di dimora quale studente di un PF può essere inoltre tenuto a dimostrare che la situazione finanziaria della persona garante del suo mantenimento in Svizzera è peggiorata in modo tale da non permetterle più di sostenere economicamente il richiedente.

Art. 7 Criteri generali per l’attribuzione delle borse di studio

1 Oltre la situazione finanziaria, i criteri determinanti per l’attribuzione di una borsa di studio sono, in particolare, i seguenti:

a.
la qualificazione del richiedente;
b.
i risultati ottenuti negli esami propedeutici e negli esami di promozione;
c.
il preavviso favorevole del direttore di tesi;
d.
il preavviso favorevole del responsabile della postformazione considerata, quando questa non sia stata conclusa in un termine di 12 mesi.

2 Di regola, non sono attribuite borse per studenti a titolari di diplomi universitari.

Art. 8 Durata del sostegno finanziario

1 Le borse di studio sono accordate, di volta in volta, per un anno di studi o per un periodo più corto se gli studi considerati abbiano una durata minore.

2 Le borse di studio possono essere, su domanda, rinnovate qualora siano ancora adempiute le condizioni di attribuzione.

Art. 9 Importi

1 Comprese le altre fonti di finanziamento, ogni tipo di borsa di studio accordata dai PF non può eccedere gli importi mensili seguenti:

Fr.

a.
borse per studenti:
1450
b.
borse versate durante il dottorato:
1900
c.
borse per gli studi di postformazione:
1900

2 I PF determinano in ogni singolo caso, con una decisione, l’ammontare della borsa accordata.

3 Le borse di studio possono essere versate mensilmente, semestralmente o annualmente.

4 I PF possono, su domanda, accordare un assegno mensile per i figli, il cui ammontare corrisponda a quello fissato dall’articolo 53 capoverso 3 del regolamento degli impiegati del 10 novembre 19591, a condizione che tale assegno non sia già pagato da altri. L’assegno per i figli può essere versato semestralmente.


Art. 10 Sospensione e restituzione

1 Una borsa di studio non è più versata se i criteri fissati nella presente ordinanza non sono più adempiuti.

2 Se una borsa di studio è stata attribuita in base a informazioni inesatte o incomplete, i PF possono pretendere la restituzione degli importi versati. I beneficiari di una borsa sono resi attenti su tale conseguenza.


  Sezione 3: Mutui

Art. 11

1 Ove non siano adempiute le condizioni per l’attribuzione di una borsa di studio, in casi particolari può essere accordato un mutuo senza interessi.

2 In casi di rigore, un mutuo può essere accordato cumulativamente con una borsa di studio attribuita da un PF.

3 I PF determinano in ogni singolo caso, con una decisione, l’ammontare del mutuo e le modalità del rimborso.

4 Gli articoli 5-7 e 10 si applicano per analogia.


  Sezione 4: Disposizioni finali

Art. 12 Disposizione transitoria

La presente ordinanza non si applica a domande pendenti al momento della sua entrata in vigore.

Art. 13 Entrata in vigore

La presente ordinanza entra in vigore il 1° ottobre 1995.


RU 1995 4884



Dies ist keine amtliche Veröffentlichung. Massgebend ist allein die Veröffentlichung durch die Bundeskanzlei. Publikationsverordnung, PublV.
Il presente documento non è una pubblicazione ufficiale. Fa unicamente fede la pubblicazione della Cancelleria federale. Ordinanza sulle pubblicazioni ufficiali, OPubl.
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