Index

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Originaltext

Vereinbarung über den Austausch von Stagiaires zwischen der Schweiz und Neuseeland

Abgeschlossen am 28. Juni 1984
In Kraft getreten mit Wirkung ab 1. Mai 1984

(Stand am 1. Mai 1984)

Die Schweiz und Neuseeland haben,

in der Absicht, die berufliche Weiterbildung von neuseeländischen und schweizerischen Stagiaires (trainees) zu fördern,

mit Rücksicht darauf, dass Austauschvereinbarungen für Stagiaires zwischen den beiden Ländern auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet förderlich sind,

wie folgt vereinbart:

Art. 1

Diese Vereinbarung findet Anwendung auf Stagiaires (trainees), das heisst neuseeländische oder schweizerische Staatsangehörige, die, ungeachtet der Arbeitsmarktlage, während einer begrenzten Zeit im anderen Land einer unselbständigen Tätigkeit nachgehen, um sich mit den Handels- und Berufsgebräuchen vertraut zu machen und die Sprachkenntnisse zu vervollkommnen.

Art. 2

Stagiaires erhalten aufgrund der in den betreffenden Staaten für Ausländer geltenden gesetzlichen Einreise-, Aufenthalts- und Ausreisebestimmungen eine Bewilligung zum Stellenantritt für eine zwischen den beiden Ländern vereinbarte Zeitdauer. Diese Bewilligung ermöglicht dem Stagiaire den Stellenantritt im Gastland in seinem erlernten Beruf.

Art. 3

Die Stagiaires können beiderlei Geschlechts sein. Sie sollten in der Regel nicht unter 18 Jahre alt sein und das 30. Altersjahr nicht überschritten haben.

Art. 4

Stagiaires sollten wo nötig über Grundkenntnisse der Sprache im Gastland verfügen, d. h. Englisch für schweizerische Stagiaires in Neuseeland, Deutsch, Französisch oder Italienisch für neuseeländische Stagiaires in der Schweiz. Die Stagiaires werden durch die in Artikel 11 erwähnten Behörden des Heimatstaates ausgewählt, wobei beachtet wird, dass die Stagiaires ihre vorhandenen Sprachkenntnisse verbessern werden.

Art. 5

Die Ausführungen in Artikel 7 vorbehalten, wird die Bewilligung zum Stellenantritt normalerweise für die Dauer eines Jahres erteilt. Sie kann vor Ablauf dieser Frist aufgrund der zwischen den in Artikel 11 erwähnten Behörden getroffenen Vereinbarung auf 18 Monate verlängert werden.

Art. 6

Stagiaires dürfen ihre Stelle erst dann antreten, wenn die in Artikel 11 erwähnten Behörden des Gastlandes Gewissheit haben, dass die Anstellung in bezug auf Entlöhnung und Arbeitsbedingungen

a)
den betreffenden Gesamtarbeitsverträgen und arbeitsrechtlichen Bestimmungen im Gastlande entsprechen und
b)
jedem Stagiaire angemessen sind.
Art. 7

Sollten Konflikte am Arbeitsplatz eines Stagiaire entstehen und wird dadurch der Zweck der Anstellung in Frage gestellt, gewähren die in Artikel 11 erwähnten Behörden angemessene Unterstützung, um die Schlichtung des Konfliktes zu erleichtern. Gelingt es nicht, den Streit auf diese Weise zu schlichten, können die Behörden nach Anhörung der betroffenen Parteien und unter Berücksichtigung der Bestimmungen der Kollektivverträge und des Arbeitsrechts im Gastland versuchen, dem Stagiaire einen geeigneten neuen Arbeitsplatz zu verschaffen. Wenn dies nicht möglich ist, wird der Stagiaire zur Heimreise aufgefordert, nachdem seine Heimatbehörden zuvor entsprechend unterrichtet worden sind.

Art. 8

Stagiaires sollen sich beim Arbeitgeber und bei den in Artikel 11 erwähnten Behörden erkundigen, ob sie genügend gegen Krankheit und Unfall versichert sind. Wo nötig, muss der Stagiaire eine private Versicherung abschliessen.

Art. 9
a)
Die Zahl der Stagiaires, die in jedem der beiden Staaten im ersten Kalenderjahr nach Inkrafttreten der Vereinbarung zugelassen werden kann, wird aufgrund einer gegenseitigen Vereinbarung bestimmt. Für das zweite und jedes folgende Kalenderjahr sollen die zugelassenen Kontingente für jedes Land die Zahl 20 nicht übersteigen. Stagiaires, die sich am 1. Januar eines jeden Jahres bereits im Gastland aufhalten, werden an die Quote des fraglichen Jahres nicht angerechnet.
b)
Die jährliche Quote kann ohne Rücksicht auf die Dauer der im Vorjahr erteilten Bewilligungen voll in Anspruch genommen werden. Wird das vorgesehene Kontingent im Laufe eines Jahres durch die Stagiaires eines der beiden Staaten nicht erreicht, so darf der betreffende Staat weder die Zahl der Bewilligungen an die Stagiaires des andern Staates herabsetzen, noch den nicht benützten Rest seines Kontingentes auf das folgende Jahr übertragen.
c)
Die Quote kann zwecks Angleichung der Anzahl bewilligter Stagiaires-Gesuche in den beiden Ländern auf Verlangen des einen der beiden Staaten reduziert werden, sofern ein entsprechender Antrag vor dem 1. Juli eines jeden Jahres erfolgt. Die reduzierte Quote findet in einem solchen Fall ab dem folgenden Jahr Anwendung. Die beiden Staaten können eine Änderung der Quote auch aus anderen Gründen vereinbaren, sofern einer solchen Änderung jeweils vor dem 1. Juli beidseitig zugestimmt worden ist. Die neu festgesetzte Quote findet ab dem nächsten Jahr Anwendung.
Art. 10
a)
Personen, die eine Stagiaire-Bewilligung erhalten möchten, müssen zu diesem Zweck ein Gesuch bei den in Artikel 11 erwähnten Behörden im Heimatstaat einreichen. Gleichzeitig müssen sie alle verlangten Unterlagen beibringen und insbesondere Name und Adresse des Arbeitgebers im Gastland (falls bekannt) angeben und Angaben über die geplante Tätigkeit machen.
b)
Die Behörden im Heimatstaat entscheiden, ob das Gesuch an die entsprechenden Behörden des anderen Staates weitergeleitet werden soll, unter Berücksichtigung der jährlichen Quote, der Aufteilung der Bewilligungen auf verschiedene Berufskategorien sowie weiterer Kriterien, wie insbesondere Sprachkenntnisse, die für die Teilnahme am Austausch von Wichtigkeit sein können.
c)
Falls es dem Stagiaire nicht gelungen ist, aus eigener Initiative im Vertragsland einen Arbeitgeber zu finden, werden die Behörden im Gastland auf Verlangen der Behörden des Heimatstaates versuchen, ihm bei der Vermittlung eines Arbeitsplatzes behilflich zu sein.
Art. 11

Das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit1, CH-3003 Bern/Schweiz, und das Department of Labour, Wellington/New Zealand, werden Gesuche von Personen, die sie als qualifiziert für einen Platz im Rahmen der Stagiaire-Vereinbarung betrachten, direkt übermitteln.


1 Heute: Staatssekretariat für Migration (SEM) (siehe AS 2014 4451).

Art. 12

Die zuständigen Behörden beider Staaten werden sich bemühen, die Gesuche in der kürzest möglichen Frist zu behandeln. Sie sind ebenfalls bestrebt, allfällige Schwierigkeiten, die bei der Einreise oder anlässlich des Aufenthaltes entstehen könnten, so rasch als möglich zu beheben.

Art. 13

Die Bestimmungen dieser Vereinbarung sind auch gültig für die Cook Islands, Niue und Tokelau nach Ablauf eines Monates ab Datum der Bekanntmachung durch die neuseeländische Regierung an die schweizerischen Behörden, wonach sich die Vereinbarung auch auf diese Gebiete erstrecken soll.

Art. 14
a)
Diese Vereinbarung tritt auf den 1. Mai 1984 in Kraft und gilt für ein Jahr. Sie wird alsdann stillschweigend um ein weiteres Jahr verlängert, sofern nicht eine der Vertragsparteien wenigstens sechs Monate vor Ablauf des Kalenderjahres die Kündigung verlangt.
b)
Im Falle der Kündigung der Vereinbarung bleiben bereits erteilte Bewilligungen für die Zeitdauer, wofür sie erteilt worden sind, in Kraft.

Unterzeichnet in Wellington am 28. Juni 1984, in zwei Originalen, in englischer und deutscher Sprache, beide Texte sind gleichermassen gültig.

Für die Schweiz:

Für Neuseeland:

Im Namen des Bundesamtes

für Industrie, Gewerbe und Arbeit

M. Booker


AS 1985 1642


G. L. Jackson

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0.142.116.147

Traduction1

Arrangement réglant l’échange de stagiaires entre la Suisse et la Nouvelle—Zélande

Conclu le 28 juin 1984

Entré en vigueur avec effet le 1er mai 1984

(Etat le 1er mai 1984)

La Suisse et la Nouvelle—Zélande,

désirant encourager le perfectionnement professionnel de stagiaires (trainees) néo—zélandais et suisses,

considérant qu’un arrangement concernant l’échange de stagiaires entre les deux pays favorisera les relations économiques, sociales et culturelles, sont convenues de l’arrangement suivant:

Art. 1

Cet arrangement s’applique aux stagiaires (trainees), c’est—à—dire aux ressortissants néo—zélandais ou suisses qui, sans égard à la situation du marché du travail, désirent se rendre dans l’autre pays durant une période limitée, afin d’exercer une activité salariée pour parfaire leurs connaissances commerciales et professionnelles, ainsi que leurs connaissances linguistiques.

Art. 2

En vertu des prescriptions légales applicables en matière d’entrée, de séjour et de sortie dans les pays concernés, les stagiaires recevront une autorisation leur permettant de prendre un emploi pour une période à convenir entre les deux pays. Cette autorisation permet au stagiaire de travailler dans le pays—hôte et dans sa profession.

Art. 3

Les stagiaires peuvent être de l’un ou de l’autre sexe. Ils devraient en principe être âgés d’au moins 18 ans et ne pas dépasser 30 ans.

Art. 4

Les stagiaires devraient au besoin posséder des connaissances de base de la langue du pays—hôte, c’est—à—dire l’anglais pour les stagiaires suisses en Nouvelle—Zélande, et le français, l’allemand ou l’italien pour les stagiaires néo—zélandais en Suisse. Les stagiaires seront choisis par les autorités du pays d’origine citées à l’art. 11 et on veillera à ce qu’ils puissent améliorer leurs connaissances linguistiques.

Art. 5

Sous réserve des considérations de l’art. 7, l’autorisation de travail n’est normalement délivrée que pour une année. Elle pourra cependant être prolongée de 6 mois, avant l’échéance de la première année, en vertu de l’arrangement conclu entre les autorités citées à l’art. 11.

Art. 6

Les stagiaires ne pourront prendre leur emploi que lorsque les autorités du pays—hôte citées à l’art. 11 auront la certitude que l’engagement répondra, en ce qui concerne la rémunération et les conditions de travail,

a)
aux contrats collectifs de travail et aux prescriptions du droit du travail du pays—hôte et
b)
sera approprié à chaque stagiaire.
Art. 7

Si des conflits devaient intervenir dans le travail du stagiaire et mettre ainsi en question le but de l’engagement, les autorités mentionnées à l’art. 11 aideront, dans une mesure adéquate, à régler ces conflits. Si le différend ne peut être aplani de cette manière, les autorités pourront trouver un nouvel emploi appropié au stagiaire, après avoir entendu les parties concernées et en tenant compte des dispositions des contrats collectifs de travail et du droit du travail du pays—hôte. Faute de quoi, le stagiaire sera prié de rentrer chez lui, après que les autorités de son pays en auront été informées.

Art. 8

Les stagiaires devront se renseigner auprès de l’employeur et auprès des autorités citées à l’art. 11 pour savoir s’ils sont suffisamment assurés contre la maladie et les accidents. Au besoin, le stagiaire devra conclure une assurance privée.

Art. 9
a)
Le nombre des stagiaires pouvant être admis dans chacun des deux Etats durant la première année civile qui suit l’entrée en vigueur de l’arrangement sera fixé d’un commun accord. Pour la deuxième année et pour celles qui suivent, le contingent accordé pour chaque pays ne doit pas dépasser le nombre de 20. Les stagiaires qui se trouvent déjà le 1er janvier dans le pays—hôte ne seront pas imputés sur le contingent de l’année en question.
b)
Le contingent annuel pourra être pleinement utilisé, sans tenir compte de la durée des autorisations accordées durant l’année précédente. Si le contingent prévu n’est pas épuisé au cours d’une année par les stagiaires de l’un des deux Etats, l’Etat concerné ne peut pas réduire le nombre des autorisations réservées aux stagiaires de l’autre Etat, ni reporter sur l’année suivante le solde inutilisé de son propre contingent.
c)
Le contingent pourra être réduit afin d’équilibrer le nombre des demandes de stagiaires accordées dans chacun des deux pays, pour autant que la proposition soit faite avant le 1er juillet. Le contingent ainsi réduit sera applicable à partir de l’année suivante. Les deux Etats pourront modifier le contingent pour d’autres raisons, à condition toutefois qu’une telle modification soit acceptée par les deux parties avant le 1er juillet. Le contingent nouvellement fixé sera applicable dès la nouvelle année.
Art. 10
a)
Les personnes désirant recevoir une autorisation pour stagiaire devront en faire la demande auprès des autorités de leur pays d’origine citées à l’art. 11. De surcroît, elles devront joindre à leur demande tous les documents requis, indiquer en particulier le nom et l’adresse de l’employeur du pays—hôte (pour autant qu’elles le sachent) et donner des précisions au sujet de l’activité prévue.
b)
Les autorités du pays d’origine décideront si la demande peut être transmise aux autorités compétentes de l’autre pays. Pour ce faire, elles devront tenir compte du contingent annuel, de la répartition des autorisations dans les différentes catégories de professions, ainsi que d’autres critères importants pour participer à l’échange, telles les connaissances linguistiques.
c)
Si le stagiaire n’est pas parvenu, par ses propres moyens, à trouver un employeur dans le pays—hôte, les autorités du pays d’origine demanderont aux autorités du pays—hôte d’aider à trouver un emploi.
Art. 11

L’Office fédéral de l’industrie, des arts et métiers et du travail1, CH—3003 Berne, et le Department of labour, Wellington/New Zealand, se transmettront directement les demandes de personnes qu’elles considèrent comme qualifiées pour occuper un emploi dans le cadre de l’arrangement pour stagiaires.


1 Actuellement: Secrétariat d’Etat aux migrations (SEM) (voir RO 2014 4451).

Art. 12

Les autorités compétentes des deux Etats mettront tout en oeuvre pour traiter les demandes le plus rapidement possible. Elles s’efforceront également d’aplanir avec la plus grande diligence les difficultés qui pourraient survenir à propos de l’entrée et du séjour des stagiaires.

Art. 13

Les dispositions de cet arrangement sont également valables pour les îles de Cook, Niue et Tokelau, dès qu’un mois se sera écoulé depuis la date à laquelle le gouvernement néo—zélandais aura informé les autorités suisses que l’arrangement s’étend aussi à ces territoires.

Art. 14
a)
Cet arrangement entre en vigueur le 1er mai 1984 et est valable une année. Il est reconduit tacitement d’année en année, à moins qu’il ne soit dénoncé par l’une des deux parties contractantes 6 mois avant la fin de l’année civile.
b)
En cas de dénonciation de l’arrangement, les autorisations déjà accordées restent en vigueur pour la durée pour laquelle elles ont été délivrées.

Fait à Wellington le 28 juin 1984, en deux exemplaires originaux, en anglais et en allemand; les deux textes font foi.

Pour la Suisse:

Pour la Nouvelle—Zélande:

Au nom de l’Office fédéral

de l’industrie, des arts et métiers et du travail

M. Booker


 RO 1985 1642


1 Texte original allemand.


G. L. Jackson

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