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Originaltext

Vereinbarung über den Austausch von Gastarbeitnehmern (Stagiaires) zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich

Abgeschlossen durch Notenaustausch am 19. März 1956
In Kraft getreten am 1. Mai 1956

Der Schweizerische Bundesrat und die Regierung der Republik Österreich haben folgende Vereinbarung getroffen:

Art. 1

1 Diese Vereinbarung findet Anwendung auf Gastarbeitnehmer, das heisst auf Angehörige eines der beiden Staaten, die im andern Staat für eine begrenzte Zeit ein Arbeitsverhältnis eingehen, um ihre sprachlichen und beruflichen Kenntnisse zu vervollkommnen.

2 Die Gastarbeitnehmer sollen eine abgeschlossene berufliche Ausbildung besitzen, das 18. Lebensjahr vollendet und das 30. Lebensjahr nicht überschritten haben.

Art. 2

1 Jeder der beiden Staaten lässt im Kalenderjahr bis zu 1501 Gastarbeitnehmer ohne Rücksicht auf den Arbeitsmarkt zu. Weitere Gesuche werden mit Wohlwollen behandelt, wenn die Arbeitsmarktlage es gestattet.

2 Massgebend für die Anrechnung auf das jährliche Kontingent ist das Datum der Zulassungsbewilligung. Eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung als Gastarbeitnehmer gemäss Artikel 4, Absatz 1, gilt nicht als Neuzulassung und wird auf das Kontingent nicht angerechnet.

3 Wird das einem Staat zustehende Kontingent nicht ausgenützt,so darf dieser weder das Kontingent des andern Staates herabsetzen noch den nichtbenützten Rest seines Kontingentes auf das folgende Jahr übertragen.

4 Das Kontingent kann auf Vorschlag eines der beiden Staaten durch eine Vereinbarung abgeändert werden, die spätestens am 1. Dezember für das folgende Jahr zu treffen ist.


1 Jahreskontingent gemäss Notenaustausch vom 1. Dez. 1978 (AS 1979156).

Art. 3

1 Die Gastarbeitnehmer können nur zugelassen werden, wenn sich die Arbeitgeber, die sie zu beschäftigen wünschen, den zuständigen Behörden gegenüber verpflichten, sie, sofern sie normale Arbeit leisten, nach den in den Gesamtarbeitsverträgen festgelegten Tarifen oder in Ermangelung von solchen nach den sonst geltenden Vorschriften oder nach den berufs- und ortsüblichen Ansätzen zu entlöhnen.

2 In allen andern Fällen haben sich die Arbeitgeber zu verpflichten, den Gastarbeitnehmern einen Lohn zu zahlen, der ihren Arbeitsleistungen entspricht und ihnen gestattet, mindestens für ihren Unterhalt aufzukommen.

3 In der Überweisung von Ersparnissen sind die Gastarbeitnehmer den andern Arbeitnehmern aus ihrem Lande gleichgestellt.

Art. 4

1 Die Bewilligung für Gastarbeitnehmer wird für eine ein Jahr nicht überschreitende Dauer erteilt. Ausnahmsweise kann sie um sechs Monate verlängert werden.

2 Der Gastarbeitnehmer darf nur die ihm bewilligte Tätigkeit ausüben.

3 Die Gastarbeitnehmer dürfen nach Ablauf ihrer Fortbildungszeit grundsätzlich nicht in dem Gebiete des Staates, in dem die Fortbildung stattgefunden hat, in der Absicht verbleiben, dort ein anderes Arbeitsverhältnis einzugehen.

Art. 5

1 Auf die Gastarbeitnehmer finden die Vorschriften des Arbeitsrechtes und des Arbeitnehmerschutzes in gleicher Weise wie auf Inländer Anwendung.

2 Für die Behandlung der Gastarbeitnehmer auf dem Gebiete der Sozialversicherung gelten die Vorschriften des Beschäftigungslandes nach Massgabe der Bestimmungen des zwischen der Schweiz und Österreich abgeschlossenen Abkommens über Sozialversicherung samt Schlussprotokoll vom 15. Juli 19501.


1 [AS 1951 787, 1966 623. SR 0.831.109.163.1 Art. 39]. Heute gilt das zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich abgeschlossene Abk. vom 15. Nov. 1967 über Soziale Sicherheit (SR 0.831.109.163.1).

Art. 6

1 Schweizerische Bewerber haben das Gesuch um Zulassung als Gastarbeitnehmer beim Bundesrat für Industrie, Gewerbe und Arbeit in Bern, österreichische Bewerber beim Bundesministerium für soziale Verwaltung in Wien einzureichen. Die Bewerber haben alle für die Prüfung ihres Gesuches notwendigen Angaben zu machen und insbesondere den Namen und die Adresse des künftigen Arbeitgebers sowie die Art der vorgesehenen Beschäftigung anzugeben.

2 Die gemäss Absatz 1 zuständige Behörde des Heimatstaates übermittelt das Gesuch, sofern sie es befürworten kann, der entsprechenden Behörde des Beschäftigungslandes.

3 Die zuständige Behörde des Beschäftigungslandes entscheidet über die Zulassung nach Artikel 2, Absatz 1, im Rahmen des jährlichen Kontingentes oder, falls dieses überschritten ist, nach wohlwollendem Ermessen.

4 Im übrigen finden die in jedem der beiden Vertragsstaaten geltenden Rechtsvorschriften über die Einreise, den Aufenthalt und die Ausreise von Ausländern auch auf die Gastarbeitnehmer Anwendung.

Art. 7

1 Die zuständigen Behörden beider Staaten erleichtern den Bewerbern die Suche nach einer geeigneten Gastarbeitnehmerstelle. Dies gilt auch, wenn vor Ablauf der Zulassungszeit das Arbeitsverhältnis eines Gastarbeitnehmers ohne sein Verschulden wegen eines Arbeitskonfliktes im Betrieb die Beschäftigung aufgibt.

2 In der Schweiz steht den österreichischen Bewerbern die Schweizerische Kommission für den Austausch von Stagiaires mit dem Ausland in Baden und in Österreich den schweizerischen Bewerbern das Bundesministerium für soziale Verwaltung in Wien für die Vermittlung von Gastarbeitnehmerstellen zur Verfügung.

Art. 8

Die zuständigen Behörden sorgen für eine möglichst rasche Behandlung der Gesuche. Sie sind bestrebt, allfällige Schwierigkeiten bei der Einreise oder während des Aufenthaltes in kürzester Frist zu beheben.

Art. 9

1 Die zuständigen Behörden der beiden Staaten treffen in beiderseitigem Einverständnis die nötigen Massnahmen für die Durchführung der Vereinbarung.

2 Sie unterrichten sich gegenseitig über Änderungen innerstaatlicher Vorschriften auf den diese Vereinbarung betreffenden Gebieten.

Art. 10

1 Diese Vereinbarung wird durch Notenaustausch abgeschlossen; sie tritt mit Beginn des zweiten auf den Notenaustausch folgenden Monats in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 1956.

2 Die Vereinbarung gilt stillschweigend jeweils für ein weiteres Kalenderjahr verlängert, sofern sie nicht von einem der beiden vertragschliessenden Staaten vor dem 1. Juli zum Jahresende schriftlich gekündigt wird.

3 Im Falle der Kündigung bleiben die auf Grund der vorliegenden Vereinbarung ausgesprochenen Zulassungs- und Aufenthaltsbewilligungen für die vorgesehene Dauer gültig.

Max Petitpierre


AS 1956 615


Johannes Coreth

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0.142.111.637

Traduction1

Accord entre la Confédération suisse et la République d’Autriche sur l’échange de stagiaires

Conclu par échange de notes le 19 mars 1956

Entré en vigueur le 1er mai 1956

(Etat le 1er janvier 1979)

Le Conseil fédéral suisse et le gouvernement de la République d’Autriche

sont convenus des dispositions suivantes:

Art. 1

1 Le présent accord s’applique aux stagiaires, c’est-à-dire aux ressortissants de l’un des deux Etats, qui se rendent de leur pays dans l’autre pour y occuper un emploi durant un temps limité, afin de parfaire leurs connaissances linguistiques et professionnelles.

2 Les stagiaires doivent avoir achevé leur formation professionnelle, avoir 18 ans révolus, mais ne pas être âgés de plus de 30 ans.

Art. 2

1 Chacun des deux Etats admet un nombre de stagiaires pouvant s’élever annuellement à 1501 au plus, sans que la situation du marché du travail puisse être invoquée. Les demandes supplémentaires seront traitées avec bienveillance si la situation du marché du travail le permet.

2 L’autorisation est imputée sur le contingent de l’année durant laquelle elle a été accordée. Une prolongation de l’autorisation de stage, accordée conformément à l’art. 4, al. 1, n’est pas considérée comme une nouvelle admission, ni comprise dans le contingent.

3 Si le contingent attribué à l’un des deux Etats n’est pas complètement utilisé, cet Etat ne peut ni réduire le contingent de l’autre ni reporter le reliquat inutilisé sur l’année suivante.

4 Le contingent peut être modifié sur la proposition de l’un des deux Etats par un accord qui doit intervenir au plus tard le 1er décembre pour l’année suivante.


1 Nouveau contingent annuel selon l’échange de notes du 1er déc. 1978, en vigueur depuis le 1er janv. 1979 (RO 1979 156).

Art. 3

1 Les stagiaires ne peuvent être admis que si les employeurs qui désirent les occuper s’engagent envers les autorités compétentes à les rétribuer, dans la mesure où ils remplissent normalement leur emploi, selon les tarifs fixés par les contrats collectifs de travail ou, à défaut de pareils contrats, d’après les autres prescriptions sur la matière ou selon les taux en usage dans la profession et la région.

2 Dans tous les cas, les employeurs doivent s’engager à verser au stagiaire un salaire qui corresponde au travail qu’il fournit et lui permette au moins d’assurer son entretien.

3 En matière de transfert d’économies, les stagiaires sont placés sur le même pied que les autres salariés venant de leur pays.

Art. 4

1 L’autorisation de stage est délivrée pour une durée ne dépassant pas une année. Exceptionnellement, elle peut être prolongée de six mois.

2 Le stagiaire ne doit exercer que l’activité pour laquelle il a reçu l’autorisation.

3 En principe, les stagiaires ne doivent pas, après avoir achevé leur période de perfectionnement, rester dans le pays où ils ont fait leur stage, dans l’intention d’y prendre un autre emploi.

Art. 5

1 Les prescriptions relatives au droit du travail et à la protection des travailleurs s’appliquent aux stagiaires dans la même mesure qu’aux nationaux.

2 Dans le domaine des assurances sociales, les prescriptions en vigueur dans le pays où le stagiaire prend emploi sont applicables conformément aux dispositions de la convention entre la Suisse et l’Autriche relative aux assurances sociales (avec protocole final), conclue le 15 juillet 19501.


1 [RO 1951 787, 1966 645. RS 0.831.109.163.1 art. 39]. Est actuellement en vigueur la Conv. de sécurité sociale du 15 nov. 1967 entre la Suisse et l’Autriche (RS 0.831.109.163.1).

Art. 6

1 Les candidats suisses qui désirent être admis comme stagiaires doivent présenter leur demande à l’Office fédéral de l’industrie, des arts et métiers et du travail, à Berne; les candidats autrichiens au Ministère fédéral des affaires sociales, à Vienne. Les candidats ont à fournir toutes les indications nécessaires à l’examen de leur demande et préciser notamment le nom et l’adresse de leur futur employeur, ainsi que la nature de l’emploi prévu.

2 L’autorité compétente du pays d’origine, mentionnée à l’al. 1, transmet les demandes qu’elle peut approuver à l’autorité correspondante du pays où le stage doit avoir lieu.

3 L’autorité compétente du pays où le stage doit avoir lieu statue conformément à l’art. 2, al. 1, dans les limites du contingent annuel ou, si ce contingent est dépassé, examine la demande avec bienveillance.

4 Au demeurant, les prescriptions légales sur l’entrée, le séjour et la sortie des étrangers, qui sont en vigueur dans chacun des Etats signataires, s’appliquent également aux stagiaires.

Art. 7

1 Les autorités compétentes des deux Etats faciliteront les démarches que les candidats entreprendront en vue de trouver un emploi approprié. Cette aide sera également prêtée au stagiaire qui, sans qu’il y ait faute de sa part, perd son emploi avant la fin du stage ou le quitte ensuite d’un conflit de travail.

2 Pour la recherche d’un emploi de stagiaire, les candidats autrichiens bénéficieront en Suisse de l’aide de la Commission suisse pour l’échange de stagiaires avec l’étranger, à Baden; le Ministère fédéral des affaires sociales, à Vienne, prêtera une aide semblable aux candidats suisses en Autriche.

Art. 8

Les autorités compétentes veilleront à ce que les demandes soient traitées aussi rapidement que possible. Elles s’efforceront d’aplanir dans le plus bref délai les difficultés qui pourraient surgir à propos de l’entrée et du séjour des stagiaires.

Art. 9

1 Les autorités compétentes des deux Etats prendront de concert les mesures nécessaires à l’application du présent accord.

2 Elles s’informeront réciproquement des changements apportés à des prescriptions du droit national qui régissent des domaines touchant la présente convention.

Art. 10

1 Le présent accord est conclu par échange de notes; il entrera en vigueur au début du second mois suivant l’échange de notes et aura effet jusqu’au 31 décembre 1956.

2 Il sera prorogé par tacite reconduction et chaque fois pour une nouvelle année, à moins que l’un des deux Etats ne le dénonce par écrit avant le 1er juillet pour la fin de l’année.

3 En cas de dénonciation, les admissions et les autorisations de séjour reposant sur le présent accord gardent leur effet pour la durée prévue.

Max Petitpierre

Johannes Coreth


 RO 1956 663


1 Texte original allemand


Dies ist keine amtliche Veröffentlichung. Massgebend ist allein die Veröffentlichung durch die Bundeskanzlei. Publikationsverordnung, PublV.
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