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0.742.140.334.91

Übersetzung1

Übereinkunft

zwischen der Schweiz und Frankreich betreffend die Festsetzung der Bau— und Betriebsbedingungen einer Eisenbahn zwischen Martigny (Kanton Wallis) und Chamonix (Departement Hoch—Savoyen)

Abgeschlossen am 16. Dezember 1908
Von der Bundesversammlung genehmigt am 18. Juni 19092
Ratifikationsurkunden ausgetauscht am 12. November 1909
In Kraft getreten am 12. November 1909

Der Schweizerische Bundesrat und der Präsident der Französischen Republik,

von dem nämlichen Wunsche beseelt, die Verbindungen zwischen den beiden Staaten zu erleichtern, haben beschlossen, eine Übereinkunft abzuschliessen, um die Bau- und Betriebsbedingungen einer Eisenbahn zwischen Martigny (Kanton Wallis) und Chamonix (Departement Hoch-Savoyen) festzustellen; sie haben zu diesem Zwecke zu ihren Bevollmächtigten ernannt:

(Es folgen die Namen der Bevollmächtigten)

welche, nach gegenseitiger Mitteilung ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten, folgende Bestimmungen vereinbart haben:

Art. 1

Die beiden Regierungen verpflichten sich, den Betrieb der schmalspurigen Eisenbahn von Martigny (Schweiz) nach Chamonix (Frankreich) auf Grund der zwischen ihnen bereits erfolgten Verständigungen sowie auf Grund der in der Schweiz der Gesellschaft der Martigny–Châtelard-Bahn für die Strecke von Martigny bis zur französischen Grenze und in Frankreich der Gesellschaft der Paris–Lyon-Mittelmeerbahnen1 für die Strecke von Chamonix bis zur schweizerischen Grenze erteilten Konzessionen zu sichern.


1 Im folgenden PLM

Art. 2

Der Anschluss des schweizerischen und des französischen Teilstücks der Linie erfolgt an der Grenze der beiden Staaten, der Anschlusspunkt ist mit Merkzeichen zu versehen.

Art. 3

Der Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Châtelard–Trient und Vallorcine wird durch Artikel 4 des Sitzungsprotokolls der zur Festsetzung der technischen Bedingungen des Anschlusses am 7. April 1903 in Martigny zusammengetretenen internationalen Kommission geregelt.

Art. 4

Der von der französischen Gesellschaft der PLM betriebene Bahnhof Vallorcine wird internationaler Betriebsanschluss-Bahnhof der Linie von Chamonix, für welche die Konzession der PLM erteilt worden ist, sowie der Linie Martigny–Vallorcine, welche durch eine schweizerische Eisenbahn betrieben wird.

Art. 5

Die französische Gesellschaft wird im Einverständnis mit der schweizerischen Eisenbahn dafür besorgt sein, dass der internationale Bahnhof Vallorcine mit allen für einen guten Betrieb notwendigen Einrichtungen versehen ist.

Art. 6

Der internationale Bahnhof Vallorcine wird von der französischen Gesellschaft verwaltet, welche sich mit der schweizerischen Eisenbahn über die Bedingungen der Mitbenutzung des Bahnhofes direkt verständigen wird.

Art. 7

Die Einzelheiten des Bahnhofsbetriebsdienstes werden zwischen der französischen Gesellschaft und der schweizerischen Eisenbahn direkt geregelt.

Es ist von vornherein festgestellt, dass solche Personen, die in dem einen oder dem andern Lande wegen gemeinrechtlicher Verbrechen oder Vergehen und wegen Zuwiderhandlung gegen die Gesetze und Reglemente über das Zollwesen rechtsgültig verurteilt worden sind, im Bahnhofe nicht verwendet werden dürfen.

Art. 8

Die im Dienste der schweizerischen Verwaltungen auf dem Bahnhofe Vallorcine zu verwendenden Angestellten schweizerischer Nationalität dürfen, mit Rücksicht auf die von ihnen daselbst auszuübenden Funktionen, in Frankreich keiner persönlichen Steuer unterworfen werden.

Desgleichen sind diese Angestellten in Frankreich von jedem Militärdienst, welcher Art er auch sei, befreit.

Art. 9

Der Bahnhof Vallorcine soll beiden Ländern zur Beförderung von Personen und nicht verbotenen Gütern offen sein.

Art. 10

Die Verrichtungen der schweizerischen Zollverwaltung finden auf schweizerischem Gebiet statt, solange nichts anderes bestimmt wird.

Art. 11

Die französische Eisenbahnstrecke zwischen Vallorcine und der schweizerischen Grenze wird von der schweizerischen Eisenbahn betrieben, in deren Besitz oder Betrieb sich die Linie Martigny–Châtelard befindet.

Die sich aus diesem Betriebe ergebenden finanziellen Fragen werden durch Verständigung zwischen der französischen Gesellschaft und der schweizerischen Eisenbahn geregelt.

Art. 12

Auf die französische Strecke Vallorcine–Schweizer Grenze sollen die für die Linie von Chamonix massgebenden Tarife Anwendung finden.

Die schweizerische Eisenbahn hat die auf Sendungen in Eil– und gewöhnlicher Fracht zugunsten des französischen Staates erhobenen Steuern direkt zu entrichten.

Art. 13

Für den Betrieb der Strecke Vallorcine–Schweizer Grenze gelten die französischen Gesetze und Reglemente über die Bahnpolizei. Die Polizei in den Zügen wird jedoch von den Angestellten der schweizerischen Bahn ausgeübt, deren Protokolle in Frankreich Rechtskraft haben sollen.

Art. 14

Die auf der Strecke Vallorcine–Schweizer Grenze oder im internationalen Bahnhof Vallorcine bediensteten schweizerischen Angestellten geniessen keinerlei Vorrechte in Ansehung des französischen Strafgesetzes.

Art. 15

Die beiden Regierungen werden in gemeinsamem Einverständnis dahin wirken, dass die auf dem internationalen Bahnhof Vallorcine nach oder von Martigny und Chamonix abgehenden oder ankommenden Züge soweit als möglich Anschlüsse haben.

Art. 16

Die schweizerische Eisenbahn ist auf der von ihr betriebenen französischen Strecke in gleicher Weise zur Besorgung des Postdienstes verpflichtet wie auf der schweizerischen Strecke.

Die Postverwaltungen der beiden Staaten sollen im Einvernehmen mit den Eisenbahnverwaltungen den Briefpost— und Poststückdienst zwischen den Grenzstationen regeln.

Die Übergabe der Fahrpoststücke wird den Gegenstand einer besondern Verständigung zwischen der Gesellschaft der PLM und der schweizerischen Postverwaltung bilden.

Art. 17

Für den Eisenbahndienst werden elektro-magnetische Verbindungen (Telegraf, Telefon) erstellt.

Ferner sollen die Bahnhöfe von Martigny, Vallorcine und Chamonix ein Aufgabetelegrafenbüro und eine mit der Zentralstation des Ortes verbundene Telefonzelle erhalten, sobald die beteiligten Verwaltungen der beiden Staaten es für notwendig erachten und sich in dieser Beziehung mit den betriebsführenden Verwaltungen der beiden Linien verständigt haben.

Art. 18

In bezug auf die gemäss den Artikeln 5, 6, 7 und 11 dieser Übereinkunft von der französischen Gesellschaft und der schweizerischen Eisenbahn direkt zu treffenden Vereinbarungen wird für den Fall, dass die innere Gesetzgebung dies verlangt, die Genehmigung der beteiligten Regierungen vorbehalten.

Art. 19

Die vorliegende Übereinkunft ist zu ratifizieren, und die Ratifikationen sind sobald als möglich in Paris auszuwechseln.

Sie tritt am Tage des Austausches der Ratifikationsurkunden in Kraft.

So geschehen zu Paris, in doppelter Ausfertigung, am 16. Dezember 1908.

Lardy


BS 13 225; BBl 1909 I 885


1 Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.2 Ziff. 1 in Verbindung mit Bst. b des BB vom 18. Juni 1909 (AS 25 767)


S. Pichon

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0.742.140.334.91

Texte original

Convention

entre la Suisse et la France pour déterminer les conditions d’établissement et d’exploitation d’un chemin de fer entre Martigny (canton du Valais) et Chamonix (département de la Haute—Savoie)

Conclue le 16 décembre 1908
Approuvée par l’Assemblée fédérale le 18 juin 19091
Instruments de ratification échangés le 12 novembre 1909
Entrée en vigueur le 12 novembre 1909

Le Conseil fédéral suisse et le Président de la République française,

également animés du désir de faciliter les communications entre les deux Etats, ont résolu de conclure une convention pour déterminer les conditions d’établissement et d’exploitation d’un chemin de fer entre Martigny (canton du Valais) et Chamonix (département de la Haute—Savoie); ils ont nommé à cet effet pour leurs plénipotentiaires:

(Suivent les noms des plénipotentiaires)

lesquels, après s’être communiqué leurs pleins pouvoirs respectifs trouvés en bonne et due forme, sont convenus des dispositions suivantes:

Art. 1

Les deux gouvernements s’engagent à faire assurer l’exploitation du chemin de fer à voie étroite de Martigny (Suisse) à Chamonix (France) sur la base des ententes déjà intervenues entre eux et sur la base des concessions accordées en Suisse à la compagnie du Martigny—Châtelard pour le tronçon de Martigny à la frontière française, et en France à la compagnie Paris—Lyon—Méditerranée1 pour le tronçon de Chamonix à la frontière suisse.


1 Ci-après «P.L.M.».

Art. 2

Le raccordement des sections suisse et française de la ligne est effectué à la frontière des deux Etats et sera repéré.

Art. 3

L’établissement de la section du chemin de fer comprise entre le Châtelard—Trient et Vallorcine est réglé par l’art. 4 du procès—verbal de la séance tenue par la commission internationale réunie à Martigny, le 7 avril 1903, pour arrêter les conditions techniques du raccordement.

Art. 4

La gare de Vallorcine exploitée par la compagnie française du P.L.M. devient gare internationale de jonction d’exploitation de la ligne de Chamonix, concédée au P. L. M., et de la ligne Martigny–Vallorcine, qui sera exploitée par un chemin de fer suisse.

Art. 5

La compagnie française pourvoira, d’entente avec le chemin de fer suisse, à ce que la gare internationale de Vallorcine soit munie de toutes les installations nécessaires à son bon fonctionnement.

Art. 6

La gare internationale de Vallorcine sera gérée par la compagnie française, laquelle conviendra directement avec le chemin de fer suisse des conditions de la cojouissance de la gare.

Art. 7

Les détails du service d’exploitation de la gare seront concertés directement entre la compagnie française et le chemin de fer suisse.

Il est d’ores et déjà entendu que les individus légalement condamnés dans l’un ou l’autre pays pour crimes et délits de droit commun et pour contraventions aux lois et règlements en matière de douane ne pourront être employés dans la gare.

Art. 8

Les employés de nationalité suisse qui seraient attachés au service des administrations suisses dans la gare de Vallorcine ne seront assujettis, en raison des fonctions qu’ils y exerceront, à aucun impôt personnel en France.

Ces mêmes employés seront exemptés en France de tout service militaire de quelque nature qu’il soit.

Art. 9

La gare de Vallorcine sera ouverte pour les deux pays au transport des voyageurs et des marchandises non prohibées.

Art. 10

Les opérations de la douane suisse se feront sur territoire suisse jusqu’à ce qu’il en soit décidé autrement.

Art. 11

La section française du chemin de fer comprise entre Vallorcine et la frontière suisse sera exploitée par le chemin de fer suisse qui possède ou exploite la ligne de Martigny au Châtelard.

Les questions financières qui naissent de cette exploitation seront réglées de concert entre la compagnie française et le chemin de fer suisse.

Art. 12

Les tarifs appliqués à la section française Vallorcine–frontière suisse seront ceux faisant règle pour la ligne de Chamonix.

Le chemin de fer suisse sera tenu d’acquitter directement les impôts perçus sur les transports à grande et à petite vitesse au profit de l’Etat français.

Art. 13

Les lois et règlements sur la police des chemins de fer en France feront règle pour l’exploitation de la section Vallorcine–frontière suisse. La police des trains sera toutefois exercée par les agents du chemin de fer suisse, dont les procès—verbaux feront foi en France.

Art. 14

Les agents suisses en service sur la section Vallorcine–frontière suisse ou à la gare internationale de Vallorcine ne jouiront d’aucun privilège au regard de la loi pénale française.

Art. 15

Les deux gouvernements feront d’un commun accord en sorte qu’à la gare internationale de Vallorcine il y ait, dans la mesure du possible, correspondance entre les départs et les arrivées des trains en provenance ou à destination de Martigny et de Chamonix.

Art. 16

Le chemin de fer suisse sera tenu d’assurer le service postal sur la section française qu’il exploite dans les mêmes conditions que sur la section suisse.

Les administrations des postes des deux Etats régleront d’entente avec les administrations de chemins de fer le service de la poste aux lettres et des colis postaux entre les stations—frontière,

La remise des articles de messagerie fera l’objet d’une entente entre la compagnie P.L.M. et l’administration des postes suisses.

Art. 17

Il sera établi des communications électro—magnétiques (télégraphe, téléphone) pour le service du chemin de fer.

De plus, les gares de Martigny, de Vallorcine et de Chamonix seront pourvues d’un bureau télégraphique de consignation au départ et d’une cabine téléphonique reliée à la station centrale de la localité, aussitôt que les administrations intéressées des deux Etats en auront reconnu la nécessité et se seront entendues à ce sujet avec les exploitants des deux lignes.

Art. 18

Est réservée, au cas où elle est exigée par la législation interne, la ratification des gouvernements intéressés à l’égard des accords à intervenir directement entre la compagnie française et le chemin de fer suisse à teneur des art. 5, 6, 7 et 11 de la présente convention.

Art. 19

La présente convention sera ratifiée et les ratifications en seront échangées à Paris dans le plus bref délai possible.

Elle entrera en vigueur le jour de l’échange des ratifications.

Fait en double expédition a Paris, le 16 décembre 1908.

Lardy


 RS 13 225; FF 1919 I 729


1 RO 25 821


S. Pichon

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