Index

0.142.113.141

Übersetzung

Freundschafts—, Handels- und Niederlassungsvertrag zwischen der Schweiz und Dänemark1

Abgeschlossen am 10. Februar 1875
Von der Bundesversammlung genehmigt am 18. März 18752
Ratifikationsurkunden ausgetauscht am 10. Juli 1875
In Kraft getreten am 10. Juli 1875

Der Bundesrat der Schweizerischen Eidgenossenschaft und S. M. der König von Dänemark,

von dem Wunsche beseelt, die Freundschaftsbande und die Handelsbeziehungen, welche die beiden Länder verbinden, enger zu knüpfen, sind übereingekommen, zu diesem Zwecke einen besondern Vertrag abzuschliessen, und haben zu ihren Bevollmächtigten ernannt:

(Es folgen die Namen der Bevollmächtigten)

welche, nach gegenseitiger Mitteilung ihrer, in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten, die folgenden Artikel vereinbart haben:

Art. I1

Die Schweizer Bürger, welche sich im Königreich Dänemark niederlassen oder daselbst kürzern oder längern Aufenthalt nehmen, sollen den dänischen Untertanen gleichgehalten werden in allem, was auf die Wahl ihres Wohnortes, das Recht, Eigentum durch Kauf oder Erbschaft zu erwerben und bewegliches wie unbewegliches Eigentum zu veräussern, den freien Zutritt zu den Gerichten, die Entrichtung der Abgaben und Steuern2 usw. Bezug hat. Diese Gleichbehandlung kommt ihnen auch zu in den Kolonien, mit Ausnahme von Grönland, wo gemäss bestehenden Vorschriften kein Schweizer Bürger ohne eine besondere Bewilligung der dänischen Regierung sich niederlassen oder Handel treiben darf.


1 Siehe auch den Briefwechsel vom 6. Sept. 1962 über die fremdenpolizeiliche Behandlung der beiderseitigen Staatsangehörigen (SR 0.142.113.141.1).
2 Siehe auch die Abk. vom 23. Nov. 1973 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich Dänemark zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (SR 0.672.931.41) und auf dem Gebiete der Nachlass- und Erbschaftssteuern (SR 0.672.931.42).

Art. II1

Ebenso sind die dänischen Untertanen, welche im Gebiete der Eidgenossenschaft wohnen, in bezug auf alle Rechte, von denen im vorhergehenden Artikel die Rede ist, den Schweizer Bürgern gleichgestellt.


1 Siehe auch den Briefwechsel vom 6. Sept. 1962 über die fremdenpolizeiliche Behandlung der beiderseitigen Staatsangehörigen (SR 0.142.113.141.1).

Art. III

Jeder Bürger des einen der beiden Staaten, welcher sich im andern niederlassen will, hat gehörige, durch die zuständige Behörde ausgestellte Heimatschriften beizubringen.

Art. IV

Die Bürger des einen der beiden Staaten, welche im andern sich aufhalten oder niedergelassen sind, sollen, wenn sie in ihre Heimat zurückkehren wollen, oder wenn sie infolge eines gerichtlichen Urteils oder gemäss Verordnungen über Sittenpolizei und Bettel heimgeschickt werden, jederzeit und unter allen Umständen mit ihren Frauen und ihren Kindern im Heimatlande, wo sie den Gesetzen gemäss ihre Rechte behalten haben, aufgenommen werden.

Art. V–VII1

1 Aufgehoben durch Ziff. 1 des Zusatzprot. vom 28. Aug. 1991 (SR 0.946.293.141).

Art. VIII

Die Bürger jeder der hohen Vertragsparteien sind auf dem Gebiete der andern Partei (ausgenommen sind die dänischen Kolonien Westindiens)1 vom Militärdienste aller Art, in der Armee, in der Marine, der Nationalgarde und Miliz, und ebenso von allen als Militärdienstersatz festgesetzten Geld- oder Naturalleistungen befreit. Jedoch sind sie in bezug auf die Einquartierung der Truppen und die andern Naturalleistungen für die Armee den Landesbewohnern gleichgestellt.


1 Diese Kolonien wurden im Jahre 1917 an die Vereinigten Staaten von Amerika abgetreten.

Art. IX1

Die Vertragsparteien räumen sich gegenseitig das Recht ein, in den bedeutenderen Städten und Handelsplätzen ihrer respektiven Staaten Konsuln oder Vizekonsuln zu halten, welche in der Ausübung ihrer Funktionen die gleichen Immunitäten und Vorrechte geniessen sollen, wie diejenigen der meistbegünstigten Nationen. Bevor jedoch ein Konsul oder Vizekonsul in dieser Eigenschaft funktionieren darf, muss er von der Regierung, bei welcher er beglaubigt ist, in üblicher Form anerkannt worden sein. Für ihre Privat- und Handelsangelegenheiten unterliegen die Konsuln und Vizekonsuln den nämlichen Gesetzen und Gebräuchen wie die Privatpersonen, welche Bürger des Landes sind, wo sie sich aufhalten. Es ist im weitern vereinbart, dass, wenn ein Konsul oder Vizekonsul sich einer Gesetzesübertretung schuldig macht, die Regierung, bei welcher er beglaubigt ist, oder der Gouverneur, wenn jener die Kolonien bewohnt, berechtigt ist, je nach den Umständen ihm das Exequatur zu entziehen, ihn aus dem Lande zu verweisen oder ihn den Gesetzen gemäss zu bestrafen, wobei jedoch die betreffende Regierung die Gründe ihrer Massnahme der andern zur Kenntnis zu bringen hat.

Das Archiv und die Papiere der Konsulate sind als unverletzlich anzusehen. Kein Magistrat oder sonstiger Beamter darf unter irgendeinem Vorwande dieselben durchsuchen, mit Beschlag belegen oder sich irgendwie in dieselben mischen.


1 Siehe auch das Wiener Übereink. vom 24. April 1963 über konsularische Beziehungen (SR 0.191.02).

Art. X1

Gegenwärtiger Vertrag wird auf zehn Jahre, vom Tage der Auswechslung der Ratifikationen an gerechnet, abgeschlossen, und verbleibt weiterhin so lange in Kraft, als nicht die eine der Mächte der andern ein Jahr zum voraus ihre Absicht, von demselben zurückzutreten, anzeigt.


1 Siehe auch das Wiener Übereink. vom 24. April 1963 über konsularische Beziehungen (SR 0.191.02).

Art. XI

Die Ratifikationen gegenwärtigen Vertrags sind binnen sechs Monaten, oder wenn tunlich früher, in Paris auszuwechseln.

Zu Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevollmächtigten denselben in doppeltem Original unterzeichnet und ihn mit ihrem Siegel versehen, zu Paris, den zehnten Februar eintausendachthundertfünfundsiebenzig (10. Februar 1875).


Kern

  Zusatzartikel

Um jeden Zweifel über die Tragweite der Artikel I und II des unterm 10. Februar abhin zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Seiner Majestät dem König von Dänemark zu Paris abgeschlossenen und unterzeichneten Freundschafts-, Handels- und Niederlassungsvertrages zu beseitigen, haben die unterzeichneten Bevollmächtigten der beiden Mächte kraft Ermächtigung ihrer Regierungen durch gegenwärtigen Zusatzartikel eine Verständigung dahin getroffen:

Dass die durch die genannten Artikel den Schweizer Bürgern in Dänemark sowie den dänischen Untertanen in der Schweiz zugesicherte vollständige Gleichstellung in allem, was die Ausübung der Zivilrechte betrifft, sich auch auf die freie Ausübung jedes erlaubten Berufes erstreckt.

Gegenwärtiger Zusatzartikel soll die gleiche Kraft haben, wie wenn er wörtlich in dem Vertrage vom 10. Februar abhin stünde.

Er ist von den beiden Vertragsparteien zu ratifizieren, und die Ratifikationen sind in Paris am gleichen Tage und zu gleicher Zeit wie diejenigen des Hauptvertrages auszuwechseln.

Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten den gegenwärtigen Zusatzartikel in doppeltem Original unterzeichnet und ihr Wappensiegel beigedrückt, zu Paris, am 22. Mai 1875 (eintausendachthundertfünfundsiebenzig).

de Moltke-Hvitfeldt

Kern


BS 11 607; BBl 1875 I 1338


1 Dieser Vertrag ist auch anwendbar auf Island (SR 0.142.114.451).
2 AS 1 667


de Moltke-Hvitfeldt

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0.142.113.141

Texte original

Traité d’amitié, de commerce et d’établissement entre la Suisse et le Danemark1

Conclu le 10 février 1875

Approuvé par l’Assemblée fédérale le 18 mars 18752

Instruments de ratification échangés le 10 juillet 1875

Entré en vigueur le 10 juillet 1875

(Etat le 28 août 1991)

Le Conseil fédéral de la Confédération suisse, et S. M. le Roi de Danemark,

Animés du désir de resserrer les liens d’amitié et les rapports de commerce qui unissent les deux pays, ont décidé d’un commun accord de conclure à cet effet un traité spécial, et ont nommé pour leurs Plénipotentiaires, savoir:

(Suivent les noms des plénipotentiaires)

lesquels, après s’être communiqué leurs pleins pouvoirs, trouvés en bonne et due forme,

sont convenus des articles suivants:

Art. I1

Les citoyens suisses qui s’établissent dans le Royaume de Danemark ou qui y séjournent pendant un temps plus ou moins long seront traités sur le même pied que les sujets danois en tout ce qui concerne le choix de leur résidence, la faculté d’acquérir des propriétés par voie d’achat ou d’héritage, d’aliéner leurs biens meubles et immeubles, le libre accès devant les tribunaux, lé paiement des droits et impôts2, etc. Ils seront également traités sur le même pied dans les colonies, excepté au Groenland, où, conformément aux règles existantes, aucun citoyen suisse ne pourra s’établir ni faire du commerce sans une autorisation spéciale du Gouvernement danois.


1 Voir aussi l’échange de lettres du 6 sept. 1962 relatif au traitement en matière de police des étrangers des ressortissants d’un pays dans l’autre (RS 0.142.113.141.1).
2 Voir en outre les conv. du 23 nov. 1973 entre la Confédération suisse et le Royaume du Danemark en vue d’éviter les doubles impositions en matière d’impôts sur le revenu et sur la fortune (RS 0.672.931.41) et en matière d’impôts sur les successions (RS 0.672.931.42).

Art. II1

De même, les sujets danois qui habitent le territoire de la Confédération seront, pour tous les droits dont il est question dans l’article précédent, assimilés aux citoyens suisses.


1 Voir aussi l’échange de lettres du 6 sept. 1962 relatif au traitement en matière de police des étrangers des ressortissants d’un pays dans l’autre (RS 0.142.113.141.1).

Art. III

Tout citoyen de l’un des deux Etats qui voudra s’établir dans l’autre devra être porteur de certificats de nationalité en bonne et due forme, délivrés par l’autorité compétente.

Art. IV

Les citoyens de l’un des deux Etats, résidant ou établis dans l’autre, qui voudront retourner dans leur pays, ou qui y seront renvoyés en vertu d’une sentence judiciaire ou des règlements de police sur les moeurs et la mendicité, seront reçus en tout temps et en toute circonstance, avec leurs femmes et leurs enfants, dans le pays d’où ils sont originaires et où, conformément aux lois, ils ont conservé leurs droits.

Art. V à VII1

1 Abrogés par le ch. 1 du Prot. add. du 28 août 1991 (RS 0.946.293.141).

Art. VIII

Les citoyens de chacune des hautes Parties contractantes seront, sur le territoire de l’autre, affranchis (excepté dans les colonies danoises des Indes occidentales)1 de toute espèce de service militaire, soit dans l’armée, la marine, la garde nationale ou la milice. Ils seront également exempts de toutes impositions en argent ou en nature, établies en remplacement du service militaire. Toutefois, pour ce qui concerne le logement des troupes et les autres prestations en nature pour l’armée, ils seront assimilés aux habitants du pays.


1 Ces colonies ont été cédées aux Etats-Unis en 1917.

Art. IX1

Les Parties contractantes s’accordent mutuellement le droit d’établir dans les principales villes et places de commerce de leurs Etats respectifs des Consuls ou Vice-Consuls, qui jouiront, dans l’exercice de leurs fonctions, des mêmes immunités et privilèges que ceux des nations les plus favorisées. Mais avant qu’un Consul ou Vice-Consul puisse agir en cette qualité, il devra être reconnu, dans les formes usitées, par le Gouvernement auprès duquel il est accrédité. Pour ce qui regarde leurs affaires privées et commerciales, les Consuls et Vice-Consuls seront soumis aux mêmes lois et aux mêmes usages que les simples particuliers qui sont citoyens du pays où ils résident. Il est, en outre, entendu que, si un Consul ou Vice-Consul se rend coupable d’une infraction aux lois, le Gouvernement auprès duquel il est accrédité, ou le Gouverneur, s’il habite les colonies, pourra, suivant les circonstances, lui retirer l’exequatur, le faire sortir du pays ou le punir conformément à la loi, en faisant toutefois connaître à l’autre Gouvernement les motifs de sa démarche.

Les archives et les papiers des Consulats seront regardés comme inviolables. Aucun magistrat ni autre fonctionnaire ne pourra, sous quelque prétexte que ce soit, y faire une perquisition, les saisir ou s’y immiscer d’une manière quelconque.


1 Voir aussi la Conv. de Vienne du 24 avr. 1963 sur les relations consulaires (RS 0.191.02).

Art. X1

Le présent traité restera en vigueur pendant dix années à compter du jour de l’échange des ratifications et continuera à être en vigueur aussi longtemps que l’une des Puissances n’aura pas notifié à l’autre, douze mois à l’avance, son intention d’en faire cesser l’effet.


1 Voir aussi la Conv. de Vienne du 24 avr. 1963 sur les relations consulaires (RS 0.191.02).

Art. XI

Les ratifications du présent traité seront échangées à Paris, dans l’espace de six mois, ou plus tôt si faire se peut.

En foi de quoi, les Plénipotentiaires respectifs l’ont signé en double original et l’ont revêtu du cachet de leurs armes, à Paris, le dix février mil huit cent soixante-quinze (10 février 1875).

Kern

de Moltke-Hvitfeldt


  Article additionnel

Afin d’écarter tout doute sur la portée des art. I et II du Traité d’amitié, de commerce et d’établissement entre la Confédération suisse et Sa Majesté le Roi de Danemark, conclu et signé à Paris, le 10 février dernier, les soussignés plénipotentiaires des deux puissances en vertu des autorisations de leurs Gouvernements sont convenus par le présent article additionnel:

Que l’assimilation complète assurée par lesdits articles aux citoyens suisses en Danemark et aux sujets danois en Suisse pour tout ce qui concerne l’exercice des droits civils s’étend également au libre exercice de toute profession autorisée.

Le présent article additionnel aura la même force de valeur que s’il était textuellement inséré dans le traité signé le 10 février dernier.

Il sera ratifié par les deux parties contractantes et les ratifications en seront échangées à Paris, le même jour et en même temps que celles du traité principal.

En foi de quoi, les Plénipotentiaires respectifs ont signé le présent article additionnel en double original et l’ont revêtu du cachet de leurs armes, à Paris, le 22 mai 1875 (mil huit cent soixante-quinze).

Kern

de Moltke-Hvitfeldt


 RS 11 589; FF 1875 I 284


1 Ce traité est également applicable à l’Islande (RS 0.142.114.451).
2 RO 1 611


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