Index

412.101.221.95

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Schreinerin/Schreiner mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

vom 14. August 2013 (Stand am 1. Januar 2018)

30513

Schreinerin EFZ/Schreiner EFZ

Ebéniste CFC/Menuisière/Menuisier CFC

Falegname AFC

30514

Möbel/Innenausbau

30515

Bau/Fenster

30516

Wagner

30517

Skibau

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),

gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021, auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032 (BBV) und auf Artikel 4 Absatz 4 der Jugendarbeitsschutzverordnung vom 28. September 20073 (ArGV 5),

verordnet:4

  1. Abschnitt: Gegenstand, Fachrichtungen und Dauer

Art. 1 Berufsbild und Fachrichtungen

1 Schreinerinnen und Schreiner auf Stufe EFZ beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:

a.
Sie erstellen auf Grund von Planungsunterlagen je nach Fachrichtung verschiedene Produkte und arbeiten mit andern Handwerkerinnen und Handwerkern zusammen;
b.
Sie haben ein sehr gutes Vorstellungsvermögen, handwerkliches Geschick und arbeiten exakt mit modernsten Maschinen und andern Produktionsmitteln;
c.
Sie arbeiten nach ökonomischen und ökologischen Grundsätzen und berücksichtigen die jeweiligen Vorschriften und Normen;
d.
Sie beraten Kundinnen und Kunden zu Servicearbeiten und Reparaturen;
e.
Sie sind kreativ und arbeiten eigenverantwortlich;
f.
Sie respektieren ihr Arbeitsumfeld, pflegen einen anständigen und entgegenkommenden Kontakt zu Arbeitskolleginnen und –kollegen, zu den Vorgesetzten und zur Kundschaft.

2 Innerhalb des Berufs der Schreinerin oder des Schreiners auf Stufe EFZ gibt es folgende Fachrichtungen:

a.
Möbel/Innenausbau;
b.
Bau/Fenster;
c.
Wagner;
d.
Skibau.

3 Die Fachrichtung wird vor Beginn der beruflichen Grundbildung im Lehrvertrag festgehalten.

Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert 4 Jahre.

2 Inhaberinnen und Inhabern eines eidgenössischen Berufsattest Schreinerpraktikerin/Schreinerpraktiker EBA kann das erste Jahr der beruflichen Grundbildung angerechnet werden.

3 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.


  2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Bildungsinhalte

1 Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen nach Artikel 4 beschrieben.

2 Die Handlungskompetenzen beinhalten Fachkompetenzen, Methodenkompetenzen sowie Sozial- und Selbstkompetenzen.

3 Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte eng zusammen und koordinieren ihre Beiträge.

Art. 4 Handlungskompetenzen

Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen:

a.
Vorbereiten und Planen:
1.
Masse aufnehmen,
2.
Pläne erstellen und lesen,
3.
Materiallisten erstellen,
4.
interne Arbeitsdokumente erstellen,
5.
Produktionsmittel wählen und vorbereiten,
6.
Produktionsmittel warten,
7.
Materialeingang kontrollieren und Lieferungen vorbereiten,
b.
Herstellen von Produkten:
1.
Massivholz bearbeiten,
2.
andere Werkstoffe einsetzen,
3.
Materialien belegen,
4.
Werkteile zusammenbauen,
5.
Beschläge anbringen,
6.
Oberflächen behandeln,
c.
Herstellen von Produkten spezifisch für den Innenbereich:
1.
andere Werkstoffe einsetzen,
2.
Materialien belegen,
3.
Oberflächen behandeln,
d.
Herstellen von Produkten spezifisch für den Aussenbereich:
1.
andere Werkstoffe einsetzen,
2.
Materialien belegen,
3.
Werkteile zusammenbauen,
4.
Beschläge anbringen,
5.
Oberflächen behandeln,
6.
Skirohlinge paaren und richten,
e.
Ausführen von Montagearbeiten:
1.
Montagearbeiten ausführen,
2.
Montagearbeiten im Innenraum ausführen,
3.
Montagearbeiten an der Gebäudehülle ausführen,
4.
Servicearbeiten und Reparaturen ausführen und Verkauf tätigen.

  3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 51

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen.

2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung, insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen, vermittelt.

4 In Abweichung von Artikel 4 Absatz 1 ArGV 5 und gemäss den Vorgaben nach Artikel 4 Absatz 4 ArGV 5 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden.

5 Voraussetzung für einen Einsatz nach Absatz 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Anhang zum Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.


1 Fassung gemäss Ziff. II 143 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


  4. Abschnitt: Anteile der Lernorte und Unterrichtssprache

Art. 6 Anteile der Lernorte

1 Die Bildung in beruflicher Praxis erfolgt über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt an 4 Tagen pro Woche.

2 Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht erfolgt in 1440 Lektionen. Davon entfallen auf den Sportunterricht 160 Lektionen.

3 Die überbetrieblichen Kurse umfassen die folgenden Tage zu 8 Stunden:

a.
für die Fachrichtungen Möbel/Innenausbau und Bau/Fenster: 44–48 Tage
b.
für die Fachrichtung Wagner: 48–52 Tage
c.
für die Fachrichtung Skibau: 44–48 Tage
Art. 7 Unterrichtssprache

1 Unterrichtssprache ist in der Regel die Landessprache des Schulortes.

2 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weiteren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.

3 Die Kantone können andere Unterrichtssprachen zulassen.


  5. Abschnitt: Bildungsplan und Allgemeinbildung

Art. 8 Bildungsplan

1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan vor, der von den verantwortlichen Organisationen der Arbeitswelt erarbeitet und vom SBFI genehmigt ist.

2 Der Bildungsplan führt die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 wie folgt näher aus:

a.
Er begründet sie in ihrer Wichtigkeit für die berufliche Grundbildung.
b.
Er bestimmt, welches Verhalten in bestimmten Handlungssituationen am Arbeitsplatz erwartet wird.
c.
Er differenziert sie in konkrete Leistungsziele aus.
d.
Er bezieht sie konsistent auf die Qualifikationsverfahren und beschreibt deren System.

3 Der Bildungsplan legt überdies fest:

a.
die curriculare (leistungszielorientierte) Gliederung der beruflichen Grundbildung;
b.
die Aufteilung der überbetrieblichen Kurse über die Dauer der Grundbildung und ihre Organisation;
c.
die Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz.

4 Dem Bildungsplan angefügt ist die Liste der Unterlagen zur Umsetzung der beruflichen Grundbildung mit Titel, Datum und Bezugsquelle.

Art. 9 Allgemeinbildung

Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.



  6. Abschnitt: Anforderungen an die Anbieter der betrieblich organisierten Grundbildung

Art. 10 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die fachlichen Mindestanforderungen im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben a und b BBV an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:

a.
Schreinerin EFZ oder Schreiner EFZ mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b.
gelernte Schreinerin (Möbel/Innenausbau) oder gelernter Schreiner (Möbel/ Innenausbau), gelernte Schreinerin (Bau/Fenster) oder gelernter Schreiner (Bau/Fenster) mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
c.
eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs wie z.B. Wagnerin oder Wagner, Skibauerin oder Skibauer, Zimmerin oder Zimmermann mit den notwendigen Berufskenntnissen im Bereich der Schreinerin EFZ oder des Schreiners EFZ und mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
d.
einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung;
e.
einschlägiger Abschluss einer Fachhochschule mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.
Art. 11 Höchstzahl der Lernenden

1 In einem Betrieb darf eine lernende Person ausgebildet werden, wenn:

a.
eine entsprechend qualifizierte Berufsbildnerin oder ein entsprechend qualifizierter Berufsbildner zu 100 Prozent beschäftigt wird; oder
b.
zwei entsprechend qualifizierte Berufsbildnerinnen oder entsprechend qualifizierte Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigt werden.

2 Tritt eine lernende Person in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung ein, so kann eine weitere lernende Person ihre Bildung beginnen.

3 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von 2 Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden.

4 Als Fachkraft gilt, wer über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis im Fachbereich der lernenden Person oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.

5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.


  7. Abschnitt: Lern- und Leistungsdokumentation

Art. 12 Im Betrieb

1 Die lernende Person führt eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten, die erworbenen Fähigkeiten und ihre Erfahrungen im Betrieb festhält.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner kontrolliert und unterzeichnet die Lerndokumentation einmal pro Quartal. Sie oder er bespricht sie mindestens einmal pro Quartal mit der lernenden Person.

3 Sie oder er hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest.

Art. 13 In der schulischen Bildung und in der schulisch organisierten Grundbildung

Die Anbieter der schulischen Bildung und die Anbieter schulisch organisierter Grundbildungen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Bereichen und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.

Art. 14 Im überbetrieblichen Kurs

1 Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren die Leistungen der Lernenden in der Form von Kompetenznachweisen nach den Ausführungen des Bildungsplans.

2 Die Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt. Diese fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote nach Artikel 19 Absatz 3.

Art. 15 Standortbestimmung

1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner nimmt zusammen mit der lernenden Person gegen Ende des zweiten Semesters eine Standortbestimmung vor. Die Leistungen in den drei Lernorten Betrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse bilden die Grundlage.

2 Die Lehrvertragsparteien halten ihre Entscheide und möglichen Massnahmen im Bildungsbericht schriftlich fest und setzen eine Frist für die Überprüfung der Massnahmen.

3 Ist der Bildungsverlauf in Frage gestellt, so macht die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner eine schriftliche Mitteilung an die kantonale Behörde.

4 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner überprüft die Wirkung der Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält sie im Bildungsbericht fest.


  8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 16 Zulassung

Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung erworben hat:

a.
nach den Bestimmungen dieser Verordnung;
b.
in einer vom Kanton dafür zugelassenen Bildungsinstitution; oder
c.
ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und:
1.
die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,
2.
von dieser fünfjährigen beruflichen Erfahrung mindestens 3 Jahre im Bereich der Schreinerin EFZ oder des Schreiners EFZ erworben hat, und
3.
glaubhaft macht, den Anforderungen der Abschlussprüfung (Art. 18) gewachsen zu sein.
Art. 17 Gegenstand der Qualifikationsverfahren

In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.

Art. 18 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung

1 Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die nachstehenden Qualifikationsbereiche wie folgt geprüft:

a.
Teilprüfung, im Umfang von 8 bis 12 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende des dritten Bildungsjahres geprüft. Geprüft werden grundlegende Berufsarbeiten. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.
b.
Praktische Arbeit. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung wie folgt geprüft:
1.
Als individuelle praktische Arbeit (IPA) im Umfang von 40 bis 80 Stunden. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.
2.
Ausnahmsweise als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 12–16 Stunden. Die zuständige kantonale Behörde entscheidet im Einzelfall auf begründeten Antrag des Lehrbetriebs. Voraussetzung ist, dass die Prüfungsbehörde Aufgaben zur Verfügung stellt. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.
c.
Berufskenntnisse, im Umfang von 3 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person wird schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchgeführt, so dauert diese höchstens 1 Stunde.
d.
Produktionsunterlagen im Umfang von 3 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft.
e.
Allgemeinbildung. Dieser Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.

2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen.


Art. 19 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a.
der Qualifikationsbereich «Teilprüfung» mit der Note 4 oder höher bewertet wird,
b.
der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mit der Note 4 oder höher bewertet wird; und
c.
die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird.

2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der gewichteten Erfahrungsnote. Dabei gilt folgende Gewichtung:

a.
Teilprüfung: 20 %;
b.
praktische Arbeit: 20 %;
c.
Berufskenntnisse: 10 %;
d.
Produktionsunterlagen: 10 %;
e.
Allgemeinbildung: 20 %;
f.
Erfahrungsnote: 20 %.

3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der Noten für:

a.
den berufskundlichen Unterricht;
b.
die überbetrieblichen Kurse.

4 Die Note für den berufskundlichen Unterricht ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 8 Semesterzeugnisnoten des berufskundlichen Unterrichts.

5 Die Note für die überbetrieblichen Kurse ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der benoteten Kompetenznachweise.

Art. 20 Wiederholungen

1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV.

2 Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

3 Der Qualifikationsbereich Teilprüfung muss spätestens mit der Abschlussprüfung wiederholt werden.

4 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der berufskundliche Unterricht während mindestens 2 Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

5 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch von überbetrieblichen Kursen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Werden die letzten zwei bewerteten überbetrieblichen Kurse wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

Art. 21 Spezialfall

1 Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote.

2 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:

a.
Teilprüfung: 25 %;
b.
praktische Arbeit: 25 %;
c.
Berufskenntnisse: 15 %;
d.
Produktionsunterlagen: 15 %;
e.
Allgemeinbildung: 20 %.

  9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 22

1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ.

2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Schreinerin EFZ» oder «Schreiner EFZ» zu führen.

3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt:

a.
die Gesamtnote;
b.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 21 Absatz 1, die Erfahrungsnote;
c.
die Fachrichtung.

  10. Abschnitt: Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Schreinerinnen und Schreiner EFZ

Art. 23

1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Schreinerinnen und Schreiner EFZ setzt sich zusammen aus:

a.
3–5 Vertreterinnen oder Vertretern des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM);
b.
2–4 Vertreterinnen oder Vertretern der Fédération suisse romande des entreprises de menuiserie ébénisterie et charpenterie (FRM);
c.
1–2 Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft;
d.
1–2 Vertreterinnen oder Vertretern der überbetrieblichen Kurse;
e.
1 Vertreterin oder 1 Vertreter der Arbeitnehmerschaft;
f.
je mindestens 1 Vertreterin oder 1 Vertreter des Bundes und der Kantone.

2 Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein.

3 Die Kommission konstituiert sich selbst.

4 Die Kommission hat folgende Aufgaben:

a.
Sie passt den Bildungsplan nach Artikel 8 den wirtschaftlichen, technologischen, ökologischen und didaktischen Entwicklungen laufend, mindestens aber alle 5 Jahre an. Dabei trägt sie allfälligen neuen organisatorischen Aspekten der beruflichen Grundbildung Rechnung. Die Anpassungen bedürfen der Zustimmung der Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Kantone sowie der Genehmigung durch das SBFI.
b.
Sie beantragt dem SBFI Änderungen dieser Verordnung, sofern die beobachteten Entwicklungen die Regelungen dieser Verordnung, namentlich die Handlungskompetenzen nach Artikel 4, betreffen.

  11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 24 Aufhebung bisherigen Rechts

1 Es werden aufgehoben:

a.
das Reglement vom 20. Dezember 20011 über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung Schreinerin oder Schreiner (Möbel/Innenausbau) und Schreinerin oder Schreiner (Bau/Fenster);
b.
der Lehrplan vom 20. Dezember 20012 für den beruflichen Unterricht Schreinerin oder Schreiner (Möbel/Innenausbau) und Schreinerin oder Schreiner (Bau/Fenster);
c.
das Reglement vom 11. Juni 19813 über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung Wagner;
d.
der Lehrplan vom 28. Mai 19794 für den beruflichen Unterricht Schreiner;
e.
das Reglement des Erziehungsrats des Kantons Luzern vom 4. Februar 1994 über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung Skibauerin/Skibauer;
f.
der Lehrplan des Erziehungsrats des Kantons Luzern vom 4. Februar 1994 für den beruflichen Unterricht Skibauerin/Skibauer.

2 Die Genehmigung des Reglements vom 16. Dezember 2002 über die Einführungskurse für Schreinerin und Schreiner (Möbel/Innenausbau) sowie Schreinerin und Schreiner (Bau/Fenster) wird widerrufen.


1BBl 2002 4679
2BBl 2002 4679
3 BBl 1981 1114
4 BBl 1991 1115

Art. 25 Übergangsbestimmungen

1 Lernende, die ihre Bildung als Schreinerin oder Schreiner (Möbel/Innenausbau) oder Schreinerin oder Schreiner (Bau/Fenster) vor dem 1. Januar 2014 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab.

2 Wer die Lehrabschlussprüfung für Schreinerin oder Schreiner (Möbel/Innenausbau) oder Schreinerin oder Schreiner (Bau/Fenster) bis zum 31. Dezember 2019 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.

3 Lernende, die ihre Bildung als Wagnerin oder Wagner vor dem 1. Januar 2014 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab.

4 Wer die Lehrabschlussprüfung für Wagnerin oder Wagner bis zum 31. Dezember 2019 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.

5 Lernende, die ihre Bildung als Skibauerin oder Skibauer vor dem 1. Januar 2014 nach kantonalem Recht begonnen haben, schliessen sie nach den kantonalen Bestimmungen ab.

6 Wer die Lehrabschlussprüfung für Skibauerin oder Skibauer bis zum 31. Dezember 2019 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem kantonalen Recht beurteilt zu werden.

Art. 26 Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2014 in Kraft.

2 Die Bestimmungen über die Teilprüfung treten am 1. Januar 2017 in Kraft.

3 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 16–22) treten am 1. Januar 2018 in Kraft.


1 SR 412.102 SR 412.1013 SR 822.1154 Fassung gemäss Ziff. I 143 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).


Index

412.101.221.95

Ordinanza della SEFRI sulla formazione professionale di base Falegname con attestato federale di capacità (AFC)

del 14 agosto 2013 (Stato 1° gennaio 2018)

30513

Falegname AFC

Schreinerin EFZ/Schreiner EFZ

Ebéniste CFC/Menuisière/Menuisier CFC

30514

Mobili/arredamenti interni

30515

Costruzione/finestre

30516

Falegname da carri

30517

Costruzione di sci

La Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e l’innovazione (SEFRI),

visto l’articolo 19 della legge del 13 dicembre 20021 sulla formazione professionale; visto l’articolo 12 dell’ordinanza del 19 novembre 20032 sulla formazione professionale (OFPr); visto l’articolo 4 capoverso 4 dell’ordinanza del 28 settembre 20073 sulla protezione dei giovani lavoratori (OLL 5),

ordina:4

  Sezione 1: Oggetto, indirizzi professionali e durata

Art. 1 Profilo e indirizzi professionali

1 I falegnami di livello AFC svolgono, in particolare, le seguenti attività e si contraddistinguono per i seguenti comportamenti:

a.
fabbricano a seconda dell’indirizzo professionale diversi prodotti sulla base di documenti di pianificazione e collaborano con altri artigiani;
b.
hanno un’ottima capacità di rappresentazione spaziale, sono dotati di talento artigianale e lavorano accuratamente utilizzando i macchinari più moderni e altri mezzi di produzione;
c.
si attengono a principi economici ed ecologici e rispettano le relative norme e prescrizioni;
d.
forniscono consulenza ai clienti per lavori di assistenza e riparazione;
e.
sono creativi e lavorano autonomamente;
f.
rispettano il proprio ambiente di lavoro e intrattengono rapporti aperti e cordiali con clienti, superiori e colleghi.

2 La formazione di falegname di livello AFC prevede i seguenti indirizzi professionali:

a.
mobili/arredamenti interni;
b.
costruzione/finestre;
c.
falegname da carri;
d.
costruzione di sci.

3 L’indirizzo professionale viene riportato nel contratto di tirocinio prima dell’inizio della formazione professionale di base.

Art. 2 Durata e inizio

1 La formazione professionale di base dura quattro anni.

2 Ai titolari di un certificato federale di formazione pratica di falegname CFP può essere riconosciuto il primo anno della formazione professionale di base.

3 L’inizio della formazione professionale di base segue il calendario scolastico della relativa scuola professionale.


  Sezione 2: Obiettivi ed esigenze

Art. 3 Contenuti formativi

1 Gli obiettivi e le esigenze della formazione professionale di base sono espressi sotto forma di competenze operative all’articolo 4.

2 Le competenze operative comprendono competenze professionali, metodologiche, sociali e personali.

3 Allo sviluppo delle competenze operative partecipano in stretta collaborazione tutti i luoghi di formazione coordinando i loro apporti.

Art. 4 Competenze operative

La formazione prevede, nei seguenti campi di competenze operative, le competenze operative qui elencate:

a.
preparazione e pianificazione:
1.
effettuare misurazioni,
2.
redigere e leggere piani,
3.
redigere liste di materiali,
4.
redigere documenti di lavoro interni,
5.
scegliere e preparare mezzi di produzione,
6.
eseguire lavori di manutenzione su mezzi di produzione,
7.
verificare i materiali in arrivo e preparare le consegne;
b.
fabbricazione di prodotti:
1.
lavorare il legno massello,
2.
impiegare altri materiali,
3.
placcare materiali,
4.
assemblare componenti,
5.
montare elementi di raccordo,
6.
trattare superfici;
c.
fabbricazione di prodotti specifici per ambienti interni:
1.
impiegare altri materiali,
2.
placcare materiali,
3.
trattare superfici;
d.
fabbricazione di prodotti specifici per ambienti esterni:
1.
impiegare altri materiali,
2.
placcare materiali,
3.
assemblare componenti,
4.
montare elementi di raccordo,
5.
trattare superfici,
6.
accoppiare e rifinire gli sci grezzi;
e.
esecuzione dei lavori di montaggio:
1.
eseguire lavori di montaggio,
2.
eseguire lavori di montaggio in ambienti interni,
3.
eseguire lavori di montaggio sulle superfici di tamponamento,
4.
eseguire lavori di assistenza e riparazione, svolgere attività di vendita.

  Sezione 3: Sicurezza sul lavoro, protezione della salute e dell’ambiente

Art. 51

1 All’inizio e durante la formazione gli operatori forniscono e spiegano alle persone in formazione le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente, in particolare quelle relative alla comunicazione dei pericoli (simboli di pericolo e di obbligo, pittogrammi).

2 Dette prescrizioni e raccomandazioni sono fornite in tutti i luoghi di formazione e considerate nelle procedure di qualificazione.

3 Tutti i luoghi di formazione sensibilizzano le persone in formazione allo sviluppo sostenibile, con particolare attenzione all’equilibrio tra interessi sociali, ecologici ed economici.

4 In deroga all’articolo 4 capoverso 1 OLL 5 e secondo le prescrizioni dell’articolo 4 capoverso 4 OLL 5 è ammesso l’impiego di persone in formazione in conformità con il loro stato di formazione per le attività elencate in allegato al piano di formazione.

5 L’impiego di persone in formazione secondo il capoverso 4 presuppone che dette persone siano formate, istruite e sorvegliate in maniera adeguata al più elevato pericolo d’infortunio; tali precauzioni particolari sono fissate in allegato al piano di formazione sotto forma di misure di accompagnamento riguardanti la sicurezza sul lavoro e la protezione della salute.


1 Nuovo testo giusta il n. II 143 dell’O della SEFRI del 24 nov. 2017 concernente la modifica delle ordinanze sulla formazione professionale in merito al divieto di svolgere lavori pericolosi, in vigore dal 1° gen. 2018 (RU 2017 7331).


  Sezione 4: Parti svolte dai luoghi di formazione e lingua d’insegnamento

Art. 6 Parti svolte dai luoghi di formazione

1 La formazione professionale pratica si svolge in media su quattro giorni alla settimana per tutta la durata della formazione professionale di base.

2 L’insegnamento scolastico obbligatorio comprende 1440 lezioni. Di queste, 160 sono dedicate all’insegnamento dello sport.

3 I corsi interaziendali prevedono le seguenti giornate di otto ore:

a.
44–48 giornate per gli indirizzi professionali mobili/arredamenti interni e costruzione/finestre;
b.
48–52 giornate per l’indirizzo professionale falegname da carri;
c.
44–48 giornate per l’indirizzo professionale costruzione di sci.
Art. 7 Lingua d’insegnamento

1 La lingua d’insegnamento è di norma la lingua nazionale del luogo in cui si trova la scuola professionale.

2 È raccomandato l’insegnamento bilingue nella lingua nazionale locale e in un’altra lingua nazionale o in inglese.

3 I Cantoni possono autorizzare altre lingue d’insegnamento.


  Sezione 5: Piano di formazione e cultura generale

Art. 8 Piano di formazione

1 Al momento dell’entrata in vigore della presente ordinanza è disponibile un piano di formazione redatto dalle organizzazioni del mondo del lavoro competenti e approvato dalla SEFRI.

2 Il piano di formazione specifica le competenze operative di cui all’articolo 4 come segue:

a.
spiega la loro rilevanza per la formazione professionale di base;
b.
definisce il tipo di comportamento atteso in determinate situazioni operative sul posto di lavoro;
c.
precisa le competenze operative mediante obiettivi di valutazione concreti;
d.
rapporta coerentemente le competenze operative alle procedure di qualificazione, di cui precisa le modalità.

3 Il piano di formazione stabilisce inoltre:

a.
la struttura curricolare (orientata agli obiettivi di valutazione) della formazione professionale di base;
b.
l’organizzazione dei corsi interaziendali e la loro ripartizione sulla durata della formazione professionale di base;
c.
le prescrizioni e le raccomandazioni relative alla sicurezza sul lavoro e alla protezione della salute e dell’ambiente.

4 Al piano di formazione è allegato l’elenco della documentazione concernente l’attuazione della formazione professionale di base con indicazione di titolo, data e centro di distribuzione.

Art. 9 Cultura generale

Per gli insegnamenti di cultura generale fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.



  Sezione 6: Requisiti per gli operatori della formazione di base organizzata dall’azienda

Art. 10 Requisiti professionali minimi richiesti ai formatori

I requisiti professionali minimi ai sensi dell’articolo 44 capoverso 1 lettere a e b OFPr sono soddisfatti se il formatore possiede una delle seguenti qualifiche:

a.
attestato federale di capacità di falegname AFC con almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
b.
attestato federale di capacità di falegname qualificato (mobili/arredamenti interni) e falegname qualificato (costruzione/finestre) con almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
c.
attestato federale di capacità di una professione affine, come ad esempio falegname da carri, costruttore di sci, carpentiere con le necessarie conoscenze professionali nel campo del falegname AFC e almeno tre anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento;
d.
titolo della formazione professionale superiore in ambito pertinente;
e.
diploma di una scuola universitaria professionale in ambito pertinente e almeno due anni di esperienza professionale nel campo d’insegnamento.
Art. 11 Numero massimo di persone in formazione

1 Una persona in formazione può svolgere il tirocinio in un’azienda se:

a.
vi è occupato al 100 per cento un formatore adeguatamente qualificato; oppure
b.
vi operano due formatori qualificati, ciascuno almeno al 60 per cento.

2 Quando una persona arriva all’ultimo anno della formazione professionale di base, un’altra persona in formazione può iniziare il tirocinio.

3 Per ogni altro specialista occupato al 100 per cento o per ogni due specialisti in più occupati ciascuno almeno al 60 per cento può svolgere il tirocinio una persona in formazione in più.

4 È considerato specialista il titolare di un attestato federale di capacità nel campo della persona in formazione o chi dispone di una qualifica equivalente.

5 In casi particolari l’autorità cantonale può autorizzare il superamento del numero massimo di persone in formazione nelle aziende di tirocinio che da più anni svolgono la loro funzione di formazione con un successo superiore alla media.


  Sezione 7: Documentazione dell’apprendimento e delle prestazioni

Art. 12 Formazione in azienda

1 La persona in formazione tiene una documentazione dell’apprendimento, in cui annota regolarmente i principali lavori eseguiti, le capacità acquisite e le esperienze fatte in azienda.

2 Il formatore controlla e firma tale documentazione una volta al trimestre. La discute con la persona in formazione almeno una volta al trimestre.

3 Alla fine di ogni semestre, il formatore rileva in un rapporto il livello raggiunto dalla persona in formazione.

Art. 13 Formazione scolastica e formazione di base organizzata dalla scuola

Gli operatori della formazione scolastica e della formazione di base organizzata dalla scuola documentano le prestazioni delle persone in formazione nelle materie insegnate e consegnano loro una pagella alla fine di ogni semestre.

Art. 14 Formazione nei corsi interaziendali

1 Gli operatori dei corsi interaziendali documentano le prestazioni delle persone in formazione mediante controlli delle competenze secondo le disposizioni del piano di formazione.

2 I controlli delle competenze vengono espressi in note e confluiscono nel calcolo della nota dei luoghi di formazione di cui all’articolo 19 capoverso 3.

Art. 15 Bilancio della situazione

1 Il formatore effettua con la persona in formazione un bilancio della situazione verso la fine del secondo semestre. Quest’ultimo si basa sulle prestazioni nei tre luoghi di formazione: azienda, scuola professionale e corsi interaziendali.

2 Le parti del contratto di tirocinio mettono per iscritto nel rapporto di formazione le decisioni e gli eventuali provvedimenti e fissano un termine per la verifica di questi ultimi.

3 Se il percorso formativo viene messo in discussione il formatore informa per iscritto l’autorità cantonale.

4 Il formatore verifica l’efficacia dei provvedimenti alla scadenza del termine prestabilito e la riporta nel rapporto di formazione.


  Sezione 8: Procedure di qualificazione

Art. 16 Ammissione

È ammesso alle procedure di qualificazione chi ha assolto la formazione professionale di base:

a.
secondo le disposizioni della presente ordinanza;
b.
in un istituto di formazione autorizzato dal Cantone; o
c.
al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato, se:
1.
ha maturato l’esperienza di cui all’articolo 32 OFPr;
2.
di tale esperienza professionale quinquennale ha svolto almeno tre anni nel campo del falegname AFC;
3.
rende verosimile il possesso dei requisiti per l’esame finale (art. 18).
Art. 17 Oggetto

Nelle procedure di qualificazione si deve dimostrare di aver acquisito le competenze operative di cui all’articolo 4.

Art. 18 Durata e svolgimento della procedura di qualificazione con esame finale

1 Nella procedura di qualificazione con esame finale vengono esaminati i campi di qualificazione sotto elencati nel modo seguente:

a.
«esame parziale», della durata da otto a dodici ore. L’esame ha luogo verso la fine della formazione professionale di base. Sono oggetto d’esame lavori professionali di base. È ammessa come ausilio la consultazione della documentazione dell’apprendimento e dei corsi interaziendali;
b.
«lavoro pratico». L’esame ha luogo verso la fine della formazione professionale di base e si svolge nel modo seguente:
1.
sotto forma di lavoro pratico individuale della durata di 40 ore. La persona in formazione deve dimostrare di essere in grado di svolgere le attività richieste in modo professionalmente corretto e adeguato alle necessità e alla situazione. È ammessa come ausilio la consultazione della documentazione dell’apprendimento e dei corsi interaziendali;
2.
eccezionalmente sotto forma di lavoro pratico prestabilito (LPP) della durata di 12–16 ore. L’autorità cantonale competente decide nei singoli casi su esplicita richiesta dell’azienda di tirocinio. Ciò presuppone che l’autorità d’esame metta dei compiti a disposizione. La persona in formazione deve dimostrare di essere in grado di svolgere le attività richieste in modo professionalmente corretto e adeguato alle necessità e alla situazione. È ammessa come ausilio la consultazione della documentazione dell’apprendimento e dei corsi interaziendali;
c.
«conoscenze professionali», della durata di tre ore. L’esame ha luogo verso la fine della formazione professionale di base. L’esame è scritto oppure sia scritto sia orale. Se si svolge un esame orale, la durata massima è di un’ora;
d.
«conoscenze professionali», della durata di tre ore. L’esame ha luogo verso la fine della formazione professionale di base.
e.
«cultura generale». Per questo campo di qualificazione fa stato l’ordinanza della SEFRI del 27 aprile 20061 sulle prescrizioni minime in materia di cultura generale nella formazione professionale di base.

2 Per ogni campo di qualificazione la valutazione è effettuata da almeno due periti d’esame.


Art. 19 Superamento dell’esame finale, calcolo e ponderazione delle note

1 La procedura di qualificazione con esame finale è superata se:

a.
per il campo di qualificazione «esame parziale» viene attribuito il 4 o una nota superiore; e
b.
per il campo di qualificazione «lavoro pratico» viene attribuito il 4 o una nota superiore; e
c.
la nota complessiva raggiunge o supera il 4.

2 La nota complessiva è data dalla media arrotondata a un decimale delle note ponderate dei singoli campi di qualificazione dell’esame finale e della nota ponderata dei luoghi di formazione. Vale la seguente ponderazione:

a.
esame parziale: 20 per cento;
a.
lavoro pratico: 20 per cento;
c.
conoscenze professionali: 10 per cento;
d.
documenti di pianificazione: 10 per cento;
e.
cultura generale: 20 per cento;
f.
nota dei luoghi di formazione: 20 per cento.

3 Per nota dei luoghi di formazione si intende la media arrotondata a un decimale delle note relative a:

a.
insegnamento professionale;
b.
corsi interaziendali.

4 Per nota relativa all’insegnamento professionale si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto delle otto note semestrali ottenute per l’insegnamento professionale.

5 Per nota relativa ai corsi interaziendali si intende la media arrotondata al punto o al mezzo punto delle note conseguite nei controlli delle competenze.

Art. 20 Ripetizioni

1 La ripetizione della procedura di qualificazione è disciplinata dall’articolo 33 OFPr.

2 Qualora debba essere ripetuto un campo di qualificazione, esso va ripetuto interamente.

3 Il campo di qualificazione dell’esame parziale deve essere ripetuto al più tardi insieme all’esame finale.

4 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente la scuola professionale, resta valida la nota dei luoghi di formazione conseguita in precedenza. Se si ripetono almeno due semestri di insegnamento professionale, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato solo le nuove note.

5 Qualora si ripeta l’esame finale senza frequentare nuovamente i corsi interaziendali, resta valida la nota conseguita in precedenza. Se si ripetono gli ultimi due corsi interaziendali valutati, per il calcolo della nota dei luoghi di formazione fanno stato solo le nuove note.

Art. 21 Caso particolare

1 Per le persone che hanno assolto la formazione al di fuori di un ciclo di formazione regolamentato e che hanno sostenuto l’esame finale secondo la presente ordinanza, viene meno la nota dei luoghi di formazione.

2 Per il calcolo della nota complessiva valgono le note sotto elencate con la seguente ponderazione:

a.
esame parziale: 25 per cento;
b.
lavoro pratico: 25 per cento;
c.
conoscenze professionali: 15 per cento;
d.
documenti di pianificazione: 15 per cento;
e.
cultura generale: 20 per cento.

  Sezione 9: Attestazioni e titolo

Art. 22

1 Chi ha superato una procedura di qualificazione consegue l’attestato federale di capacità (AFC).

2 L’attestato federale di capacità conferisce al titolare il diritto di avvalersi del titolo legalmente protetto di «falegname AFC».

3 Se l’attestato federale di capacità è stato conseguito mediante procedura di qualificazione con esame finale, nel certificato delle note sono riportate:

a.
la nota complessiva;
b.
le note di ogni campo di qualificazione dell’esame finale e, fatto salvo l’articolo 21 capoverso 1, la nota dei luoghi di formazione;
c.
l’indirizzo professionale.

  Sezione 10: Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità per falegnami AFC

Art. 23

1 La Commissione svizzera per lo sviluppo professionale e la qualità per falegnami AFC ha la seguente composizione:

a.
da tre a cinque rappresentanti dell’associazione Schweizerischer Schreinermeisterund Möbelfabrikanten(VSSM);
b.
da due a quattro rappresentanti dell’associazione Fédération suisse romande des entreprises de menuiserie ébénisterie et charpenterie(FRM);
c.
da uno a due rappresentanti dei docenti di materie professionali;
d.
da uno a due rappresentanti dei corsi interaziendali;
e.
un rappresentante dei lavoratori;
f.
almeno un rappresentante, rispettivamente, della Confederazione e dei Cantoni.

2 Le regioni linguistiche devono essere adeguatamente rappresentate.

3 La Commissione si autocostituisce.

4 La Commissione ha i seguenti compiti:

a.
adegua costantemente, ma almeno ogni cinque anni, il piano di formazione di cui all’articolo 8 agli sviluppi economici, tecnologici, ecologici e didattici. A tal fine tiene conto di eventuali nuovi aspetti organizzativi della formazione professionale di base. Gli adeguamenti devono essere approvati dai rappresentanti della Confederazione e dei Cantoni e convalidati dalla SEFRI;
b.
richiede alla SEFRI modifiche della presente ordinanza, qualora gli sviluppi osservati interessino disposizioni della stessa, segnatamente le competenze operative di cui all’articolo 4.

  Sezione 11: Disposizioni finali

Art. 24 Diritto previgente: abrogazione

1 Sono abrogati:

a.
il regolamento del 20 dicembre 20011 concernente il tirocinio e l’esame finale di tirocinio per falegname (mobili/arredamenti interni) e falegname (costruzione/finestre);
b.
il programma del 20 dicembre 20012 per l’insegnamento professionale dei falegnami (mobili/arredamenti interni) e dei falegnami (costruzione/ finestre);
c.
il regolamento dell’11 giugno 19813 concernente il tirocinio e l’esame finale di tirocinio per falegnami da carri;
d.
il programma del 28 maggio 19794 per l’insegnamento professionale dei falegnami;
e.
il regolamento del Consiglio dell’educazione del Cantone Lucerna del 4 febbraio 1994 concernente il tirocinio e l’esame finale di tirocinio per costruttori di sci;
f.
il programma del Consiglio dell’educazione del Cantone Lucerna 4 febbraio 1994 per l’insegnamento professionale dei costruttori di sci.

2 È revocata l’approvazione del regolamento del 16 dicembre 2002 concernente i corsi d’introduzione per falegnami (mobili/arredamenti interni) e falegnami (costruzione/finestre) in formazione.


1FF 2002 4169
2FF 2002 4169
3 FF 1981 1050
4 FF 1991 1115

Art. 25 Disposizioni transitorie

1 Le persone che hanno iniziato la formazione di falegname (mobili/arredamenti interni) e falegname (costruzione/finestre) prima del 1° gennaio 2012 la portano a termine in base al diritto anteriore

2 Chi ripete l’esame finale di tirocinio per falegnami (mobili/arredamenti interni) e falegname (costruzione/finestre) entro il 31 dicembre 2019 viene valutato, su richiesta, in base al diritto anteriore.

3 Le persone che hanno iniziato la formazione di falegnami da carri prima del 1o gennaio 2014 la portano a termine in base al diritto anteriore.

4 Chi ripete l’esame finale di tirocinio per falegnami da carri entro il 31 dicembre 2019 viene valutato, su richiesta, in base al diritto anteriore.

5 Le persone che hanno iniziato la formazione di costruttore/costruttrice di sci secondo il diritto cantonale prima del 1o gennaio 2014 la portano a termine in base al diritto anteriore.

6 Chi ripete l’esame finale di tirocinio per costruttore/costruttrice di sci entro il 31 dicembre 2019 viene valutato, su richiesta, in base al diritto cantonale anteriore.

Art. 26 Entrata in vigore

1 La presente ordinanza entra in vigore il 1° gennaio 2014.

2 Le disposizioni concernenti l’esame parziale entrano in vigore il 1° gennaio 2017.

3 Le disposizioni concernenti le procedure di qualificazione, le attestazioni e il titolo (art. 16–22) entrano in vigore il 1° gennaio 2018.


1 RS 412.102 RS 412.1013 RS 822.1154 Nuovo testo giusta il n. I 143 dell’O della SEFRI del 24 nov. 2017 concernente la modifica delle ordinanze sulla formazione professionale in merito al divieto di svolgere lavori pericolosi, in vigore dal 1° gen. 2018 (RU 2017 7331).


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