Index

0.822.711.6

Übersetzung1

Übereinkommen betreffend die gewerbliche Nachtarbeit der Jugendlichen

Angenommen in Washington am 28. November 19192
Von der Bundesversammlung genehmigt am 3. Februar 19223
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 9. Oktober 1922
In Kraft getreten für die Schweiz am 1. Oktober 1923
Geändert durch die Übereinkommen Nr. 804 und 1165

(Stand am 26. März 2012)

Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation,

einberufen von der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika auf den 29. Oktober 1919 nach Washington,

gestützt auf ihren Beschluss über die Annahme verschiedener Anträge betreffend «die Beschäftigung der Jugendlichen: Nachtarbeit», eine Frage, die einen Teil des vierten Verhandlungsgegenstandes der Konferenz von Washington bildete,

gestützt ferner auf ihren Beschluss, diese Anträge in die Form eines internationalen Übereinkommens zu fassen,

nimmt das nachstehende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über Nachtarbeit der Jugendlichen (Gewerbe) von 1919 bezeichnet wird und den Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation nach den Bestimmungen der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation6 zur Ratifizierung vorzulegen ist:

Art. 1

1. Als «gewerbliche Betriebe» im Sinne dieses Übereinkommens gelten insbesondere:

a)
Bergwerke, Steinbrüche und andere Anlagen zur Gewinnung von Bodenschätzen;
b)
Gewerbe, in denen Gegenstände hergestellt, umgeändert, gereinigt, ausgebessert, verziert, fertiggestellt, verkaufsbereit gemacht oder in denen Stoffe umgearbeitet werden, mit Einschluss des Schiffbaues, der Abbruchunternehmungen, der Erzeugung, Umformung und Übertragung von motorischer Kraft irgendwelcher Art und von Elektrizität;
c)
der Bau, der Wiederaufbau, die Instandhaltung, die Ausbesserung, der Umbau oder der Abbruch von Bauwerken, Eisenbahnen, Strassenbahnen, Häfen, Docks, Dämmen, Kanälen, Anlagen für die Binnenschifffahrt, Strassen, Tunnels, Brücken, Strassenüberführungen, Abwasserkanälen, Brunnenschächten, Telegraf— und Telefonanlagen, elektrischen Anlagen, Gas— und Wasserwerken und andern Bauarbeiten sowie die dazu nötigen Vor- und Grundarbeiten;
d)
die Beförderung von Personen oder Gütern auf Strassen und Eisenbahnen, inbegriffen der Verkehr mit Gütern in Docks, auf Ausladeplätzen, Werften und in Lagerhäusern, mit Ausnahme der Handbeförderung.

2. In jedem Land bestimmt die zuständige Behörde die Grenze zwischen Gewerbe einerseits, Handel und Landwirtschaft anderseits.

Art. 2

1. Jugendliche unter achtzehn Jahren dürfen während der Nacht in öffentlichen oder privaten gewerblichen Betrieben oder deren Nebenbetrieben nicht beschäftigt werden. Dies gilt nicht für Betriebe, in denen lediglich Mitglieder einer und derselben Familie beschäftigt sind. Ferner gilt folgende Ausnahme:

2. Jugendliche über sechzehn Jahren dürfen während der Nacht in den nachstehenden Betrieben beschäftigt werden mit Arbeiten, die ihrer Natur nach nicht unterbrochen werden können:

a)
Eisen— und Stahlwerke; Arbeiten, zu denen Reverberier— und Regenerativöfen benützt werden, und Verzinkung von Eisenblech und Eisendraht (mit Ausnahme der Glühräume),
b)
Glashütten,
c)
Papierfabriken,
d)
Rohzuckerfabriken,
e)
Reduktion des Golderzes.
Art. 3

1. Als «Nacht» im Sinne dieses Übereinkommens gilt ein Zeitraum von mindestens elf aufeinanderfolgenden Stunden, der die Zeit von zehn Uhr abends bis fünf Uhr morgens in sich schliesst.

2. In Stein— und Braunkohlengruben dürfen Jugendliche zwischen zehn Uhr abends und fünf Uhr morgens arbeiten, wenn ihnen zwischen zwei Arbeitsschichten in der Regel fünfzehn Stunden, keinesfalls jedoch weniger als dreizehn Stunden Ruhe gewährt werden.

3. In Ländern, in denen die Nachtarbeit im Bäckergewerbe für alle Arbeiter gesetzlich verboten ist, kann statt der nächtlichen Arbeitsruhe von zehn Uhr abends bis fünf Uhr morgens eine Arbeitsruhe von neun Uhr abends bis vier Uhr morgens festgesetzt werden.

4. In denjenigen tropischen Ländern, in denen die Arbeit um die Tagesmitte unterbrochen wird, kann die Dauer der Nacht weniger als elf Stunden betragen, wenn am Tag als Ersatz eine entsprechende Ruhezeit gewährt wird.

Art. 4

Die Bestimmungen der Art. 2 und 3 finden keine Anwendung auf die Nachtarbeit Jugendlicher von sechzehn bis achtzehn Jahren im Fall einer nicht vorherzusehenden oder zu verhindernden, sich nicht periodisch wiederholenden Betriebsstörung, die auf höhere Gewalt zurückzuführen ist.

Art. 5

Bei der Durchführung dieses Übereinkommens in Japan findet Art. 2 bis zum 1. Juli 1925 nur auf Jugendliche unter fünfzehn Jahren, und von da ab nur auf Jugendliche unter sechzehn Jahren Anwendung.

Art. 6

Bei der Durchführung dieses Übereinkommens in Indien bedeutet der Ausdruck «gewerbliche Betriebe» lediglich «Fabriken» im Sinne des indischen Fabrikgesetzes; ferner findet Art. 2 keine Anwendung auf männliche Jugendliche über vierzehn Jahren.

Art. 7

Das Verbot der Nachtarbeit kann für Jugendliche von sechzehn bis achtzehn Jahren von der Behörde ausser Kraft gesetzt werden, wenn es das öffentliche Interesse infolge besonders zwingender Gründe erfordert.

Art. 8

Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind gemäss den Bestimmungen der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen.

Art. 9

1. Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, es für diejenigen seiner Kolonien, Besitzungen oder Protektorate, die keine völlige Selbstregierung haben, in Kraft zu setzen, jedoch unter den folgenden Vorbehalten:

a)
die Anwendbarkeit des Übereinkommens darf nicht durch die örtlichen Verhältnisse ausgeschlossen sein;
b)
die für die Anpassung des Übereinkommens an die örtlichen Verhältnisse erforderlichen Abänderungen dürfen ihm eingefügt werden.

2. Jedes Mitglied hat dem Internationalen Arbeitsamt seine Entschliessung hinsichtlich seiner einzelnen Kolonien, Besitzungen oder Protektorate, die keine völlige Selbstregierung haben, mitzuteilen.

Art. 10

Sobald die Ratifikation durch zwei Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation beim Internationalen Arbeitsamt eingetragen ist, teilt der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes dies sämtlichen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation mit.

Art. 11

Dieses Übereinkommen tritt mit dem Tage in Kraft, an dem die Mitteilung durch den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes stattgefunden hat. Es bindet nur diejenigen Mitglieder, die ihre Ratifikation beim Internationalen Arbeitsamt haben eintragen lassen. In der Folge tritt für jedes andere Mitglied dieses Übereinkommen mit dem Tage in Kraft, an dem seine Ratifikation beim Internationalen Arbeitsamt eingetragen worden ist.

Art. 12

Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, seine Bestimmungen spätestens am 1. Juli 1922 zur Anwendung zu bringen und die zu ihrer Durchführung nötigen Massnahmen zu treffen.

Art. 13

Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum ersten Mal in Kraft tritt, durch eine an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zu richtende und von ihm einzutragende Anzeige kündigen. Die Wirkung der Kündigung tritt erst ein Jahr nach ihrer Eintragung beim Internationalen Arbeitsamt ein.

Art. 141

Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll.


1 Fassung gemäss Art. 1 des Übereink. Nr. 116 vom 26. Juni 1961, von der BVers genehmigt am 2. Okt. 1962 (AS 1962 1359).

Art. 15 Geltungsbereich am 26. März 2012

Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend.

(Es folgen die Unterschriften)


  Geltungsbereich am 26. März 20127 

Vertragsstaaten

Ratifikation Nachfolgeerklärung (N)

Inkrafttreten

Albanien

17. März

1932

17. März

1932

Algerien

19. Oktober

1962

19. Oktober

1962

Angola

  4. Juni

1976 N

  4. Juni

1976

Argentinien

30. November

1933

30. November

1933

Bangladesch

22. Juni

1972 N

22. Juni

1972

Belgien

12. Juli

1924

12. Juli

1924

Benin

12. Dezember

1960 N

12. Dezember

1960

Brasilien

26. April

1934

26. April

1934

Bulgarien

14. Februar

1922

14. Februar

1922

Burkina Faso

21. November

1960 N

21. November

1960

Chile

15. September

1925

15. September

1925

China

  Macauab

20. Dezember

1999

20. Dezember

1999

Côte d’Ivoire

21. November

1960 N

21. November

1960

Dänemark

  4. Januar

1923

  4. Januar

1923

  Färöer

  4. Januar

1923

  4. Januar

1923

  Grönland

31. Mai

1954

31. Mai

1954

Estland

20. Dezember

1922

20. Dezember

1922

Frankreich

25. August

1925

25. August

1925

  Französisch Guyana

29. April

1940

29. April

1940

  Französisch Polynesien

29. April

1940

29. April

1940

  Guadeloupe

  3. Februar

1934

  3. Februar

1934

  Martinique

  3. Februar

1934

  3. Februar

1934

  Neukaledonien

29. April

1940

29. April

1940

  Réunion

  3. Februar

1934

  3. Februar

1934

  St. Pierre und Miquelon

29. April

1940

29. April

1940

Gabun

14. Oktober

1960 N

14. Oktober

1960

Griechenland

19. November

1920

19. November

1920

Guinea-Bissau

21. Februar

1977 N

21. Februar

1977

Indien

14. Juli

1921

14. Juli

1921

Irland

  4. September

1925

  4. September

1925

Italien

10. April

1923

10. April

1923

Kambodscha

24. Februar

1969 N

24. Februar

1969

Kolumbien

13. April

1983

13. April

1983

Komoren

23. Oktober

1978 N

23. Oktober

1978

Kongo (Brazzaville)

10. November

1960 N

10. November

1960

Kuba

  6. August

1928

  6. August

1928

Laos

23. Januar

1964 N

23. Januar

1964

Lettland

  3. Juni

1926

  3. Juni

1926

Litauen

19. Juni

1931

19. Juni

1931

Luxemburg

16. April

1928

16. April

1928

Madagaskar

  1. November

1960 N

  1. November

1960

Mali

22. September

1960 N

22. September

1960

Mauretanien

20. Juni

1961 N

20. Juni

1961

Myanmar

18. Mai

1948 N

18. Mai

1948

Nicaragua

12. April

1934

12. April

1934

Niger

27. Februar

1961 N

27. Februar

1961

Österreich

12. Juni

1924

12. Juni

1924

Pakistan

31. Oktober

1947 N

31. Oktober

1947

Polen

21. Juni

1924

21. Juni

1924

Portugal

10. Mai

1932

10. Mai

1932

Rumänien

13. Juni

1921

13. Juni

1921

Schweiz

  9. Oktober

1922

  1. Oktober

1923

Senegal

  4. November

1960 N

  4. November

1960

Spanien

29. September

1932

29. September

1932

Togo

  7. Juni

1960 N

  7. Juni

1960

Tschad

10. November

1960 N

10. November

1960

Ungarn

19. April

1928

19. April

1928

Venezuela

  7. März

1933

  7. März

1933

Vietnam

  3. Oktober

1994

  3. Oktober

1994

Zentralafrikanische Republik

27. Oktober

1960 N

27. Oktober

1960

a

Anwendbar ohne Änd.

b

Vom 4. Okt. 1999 bis zum 19. Dez. 1999 war das Übereink. auf Grund einer Ausdehnungserkl. Portugals in Macau anwendbar. Seit dem 20. Dez. 1999 bildet Macau eine Besondere Verwaltungsregion (SAR) der Volksrepublik China. Auf Grund der chinesischen Erkl. vom 13. Dez. 1999 ist das Übereink. seit dem 20. Dez. 1999 auch in der SAR Macau anwendbar.


 BS 14 14; BBl 1920 V 433


1 Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der entsprechenden Ausgabe dieser Sammlung. Die vorliegende deutsche Übersetzung ist zusammen mit dem Internationalen Arbeitsamt festgelegt worden.
2 Das Übereink. wurde von der ersten Allgemeinen Arbeitskonferenz angenommen und ist vom Vorsitzenden und vom Generalsekretär der Konferenz unterzeichnet. Die einzelnen Staaten wurden erst verpflichtet mit der Hinterlegung ihrer Ratifikationsurkunde (Art. 11). Infolge Auflösung des Völkerbundes und Abänderung der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation wurden gewisse Abänderungen an diesem Übereink. nötig, um die Durchführung der Kanzleiaufgaben, die ursprünglich dem Generalsekretär des Völkerbundes übertragen waren, sicherzustellen. Diese durch das Übereink. vom 9. Okt. 1946 (AS 63 1099 – SR 0.822.719.0) vorgenommenen Abänderungen sind im vorliegenden Text berücksichtigt.
3 AS 39 223
4 SR 0.822.719.0
5 SR 0.822.721.6 Art. 1
6 SR 0.820.1
7 AS 1973 1169, 1982 303, 2005 2241 und 2012 1673. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (www.eda.admin.ch/vertraege).


Index

0.822.711.6

Texte original

Convention concernant le travail de nuit des enfants dans l’industrie

Adoptée à Washington le 28 novembre 19191
Approuvée par l’Assemblée fédérale le 3 février 19222
Instrument de ratification déposé par la Suisse le 9 octobre 1922
Entrée en vigueur pour la Suisse le 1er octobre 1923
Amendée par les conventions nos 803 et 1164

(Etat le 26 mars 2012)

La Conférence Générale de l’Organisation Internationale du Travail,

convoquée à Washington par le Gouvernement des Etats-Unis d’Amérique, le 29 octobre 1919,

après avoir décidé d’adopter diverses propositions relatives à l’«emploi des enfants: pendant la nuit», question comprise dans le quatrième point de l’ordre du jour de la session de la Conférence tenue à Washington, et

après avoir décidé que ces propositions seraient rédigées sous forme d’une convention internationale,

adopte la convention ci-après, qui sera dénommée Convention sur le travail de nuit des enfants (industrie), 1919, à ratifier par les membres de l’Organisation Internationale du Travail, conformément aux dispositions de la Constitution de l’Organisation Internationale du Travail5:

Art. 1

1. Pour l’application de la présente convention, seront considérés comme «établissement industriels» notamment:

a)
les mines, carrières et industries extractives de toute nature;
b)
les industries dans lesquelles des produits sont manufacturés, modifiés, nettoyés, réparés, décorés, achevés, préparés pour la vente, ou dans lesquelles les matières subissent une transformation; y compris la construction des navires, les industries de démolition de matériel, ainsi que la production, la transformation et la transmission de la force motrice en général et de l’électricité;
c)
la construction, la reconstruction, l’entretien, la réparation, la modification, ou la démolition de tous bâtiments et édifices, chemins de fer, tramways, ports, docks, jetées, canaux, installations pour la navigation intérieure, routes, tunnels, ponts, viaducs, égouts collecteurs, égouts ordinaires, puits, installations télégraphiques ou téléphoniques, installations électriques, usines à gaz, distribution d’eau, ou autres travaux de construction, ainsi que les travaux de préparation et de fondation précédant les travaux ci-dessus;
d)
le transport de personnes ou de marchandises par route, voie ferrée, y compris la manutention des marchandises dans les docks, quais, wharfs et entrepôts, à l’exception du transport à la main.

2. Dans chaque pays, l’autorité compétente déterminera la ligne de démarcation entre l’industrie, d’une part, le commerce et l’agriculture, d’autre part.

Art. 2

1. Il est interdit d’employer pendant la nuit les enfants de moins de dix-huit ans dans les établissements industriels, publics ou privés, ou dans leurs dépendances, à l’exception de ceux dans lesquels sont seul employés les membres d’une même famille, sauf dans les cas prévus ci-après.

2. L’interdiction du travail de nuit ne s’appliquera pas aux enfants au-dessus de seize ans qui sont employés, dans les industries énumérées ci-après, à des travaux qui, en raison de leur nature, doivent nécessairement être continués jour et nuit:

a)
usines de fer et d’acier; travaux où l’on fait emploi des fours à réverbère ou à régénération, et galvanisation de la tôle et du fil de fer (excepté les ateliers de décapage);
b)
verreries;
c)
papeteries;
d)
sucreries où l’on traite le sucre brut;
e)
réduction du minerai d’or.
Art. 3

1. Pour l’application de la présente Convention, le terme «nuit» signifie une période d’au moins onze heures consécutives, comprenant l’intervalle écoulé entre dix heures du soir et cinq heures du matin.

2. Dans les mines de charbon et de lignite, une dérogation pourra être prévue en ce qui concerne la période de repos visée au paragraphe précédent, lorsque l’intervalle entre les deux périodes de travail comporte ordinairement quinze heures, mais jamais lorsque cet intervalle comporte moins de treize heures.

3. Lorsque la législation du pays interdit le travail de nuit à tout le personnel dans la boulangerie, on pourra substituer, dans cette industrie, la période comprise entre neuf heures du soir et quatre heures du matin, à la période de dix heures du soir à cinq heures du matin.

4. Dans les pays tropicaux où le travail est suspendu pendant un certain temps au milieu de la journée, la période de repos de nuit pourra être inférieure à onze heures, pourvu qu’un repos compensateur soit accordé pendant le jour.

Art. 4

Les dispositions des art. 2 et 3 ne s’appliqueront pas au travail de nuit des enfants âgés de seize à dix-huit ans lorsqu’un cas de force majeure qui ne pouvait être prévu ou empêché, et qui ne présente pas un caractère périodique, met obstacle au fonctionnement normal d’un établissement industriel.

Art. 5

En ce qui concerne l’application de la présente Convention au Japon, jusqu’au 1er juillet 1925, l’art. 2 ne s’appliquera qu’aux enfants âgés de moins de quinze ans, et, à partir de la date susmentionnée, ledit art. 2 ne s’appliquera qu’aux enfants âgés de moins de seize ans.

Art. 6

En ce qui concerne l’application de la présente Convention à l’Inde, le terme «établissement industriel» comprendra seulement les «fabriques» définies comme telles dans la «Loi des fabriques» de l’Inde (Indien factory act), et l’art. 2 ne s’appliquera pas aux enfants du sexe masculin âgés de plus de quatorze ans.

Art. 7

Lorsque, en raison de circonstances particulièrement graves, l’intérêt public l’exigera, l’interdiction du travail de nuit pourra être suspendue par une décision de l’autorité publique, en ce qui concerne les enfants âgés de seize à dix-huit ans.

Art. 8

Les ratifications officielles de la présente Convention, dans les conditions établies par la Constitution de l’Organisation internationale du Travail, seront communiquées au Directeur général du Bureau international du Travail et par lui enregistrées.

Art. 9

1. Tout Membre de l’Organisation Internationale du Travail qui ratifie la présente Convention s’engage à l’appliquer à celles de ses colonies ou possessions ou à ceux de ses protectorats qui ne se gouvernent pas pleinement eux-mêmes, sous les réserves suivantes:

a)
que les dispositions de la Convention ne soient pas rendues inapplicables par les conditions locales;
b)
que les modifications qui seraient nécessaires pour adapter la Convention aux conditions locales puissent être introduites dans celle-ci.

2. Chaque Membre devra notifier au Bureau International du Travail sa décision en ce qui concerne chacune de ces colonies ou possessions ou chacun de ses protectorats ne se gouvernant pas pleinement eux-mêmes.

Art. 10

Aussitôt que les ratifications de deux Membres de l’Organisation Internationale du Travail auront été enregistrées au Bureau International du Travail, le Directeur général du Bureau International du Travail notifiera ce fait à tous les membres de l’Organisation Internationale du Travail.

Art. 11

La présente Convention entrera en vigueur à la date où cette notification aura été effectuée par le Directeur général du Bureau International du Travail; elle ne liera que les Membres qui auront fait enregistrer leur ratification au Bureau International du Travail. Par la suite, la présente convention entrera en vigueur au regard de tout autre Membre, à la date où la ratification de ce Membre aura été enregistrée au Bureau International du Travail.

Art. 12

Tout Membre qui ratifie la présente Convention s’engage à appliquer ses dispositions au plus tard le 1er juillet 1922 et à prendre telles mesures qui seront nécessaires pour rendre effectives ces dispositions.

Art. 13

Tout Membre ayant ratifié la présente Convention peut la dénoncer à l’expiration d’une période de dix années après la date de la mise en vigueur initiale de la Convention, par un acte communiqué au Directeur général du Bureau International du Travail et par lui enregistré. La dénonciation ne prendra effet qu’une année après avoir été enregistrée au Bureau International du Travail.

Art. 141

Chaque fois qu’il le jugera nécessaire, le Conseil d’administration du Bureau International du Travail présentera à la Conférence générale un rapport sur l’application de la présente convention et examinera s’il y a lieu d’inscrire à l’ordre du jour de la Conférence la question de sa revision totale ou partielle.


1 Nouvelle teneur selon l’art. 1 de la conv. no 116 du 26 juin 1961, approuvée par l’Ass. féd. le 2 oct. 1962 et en vigueur pour la Suisse depuis le 5 nov. 1962 (RO 1962 1404).

Art. 15 Champ d’application le 26 mars 2012

Les textes français et anglais de la présente convention feront foi l’un et l’autre.

(Suivent les signatures)


  Champ d’application le 26 mars 20126 

Etats parties

Ratification Déclaration de succession (S)

Entrée en vigueur

Albanie

17 mars

1932

17 mars

1932

Algérie

19 octobre

1962

19 octobre

1962

Angola

  4 juin

1976 S

  4 juin

1976

Argentine

30 novembre

1933

30 novembre

1933

Autriche

12 juin

1924

12 juin

1924

Bangladesh

22 juin

1972 S

22 juin

1972

Belgique

12 juillet

1924

12 juillet

1924

Bénin

12 décembre

1960 S

12 décembre

1960

Brésil

26 avril

1934

26 avril

1934

Bulgarie

14 février

1922

14 février

1922

Burkina Faso

21 novembre

1960 S

21 novembre

1960

Cambodge

24 février

1969 S

24 février

1969

Chili

15 septembre

1925

15 septembre

1925

Chine

  Macaoab

20 décembre

1999

20 décembre

1999

Colombie

13 avril

1983

13 avril

1983

Comores

23 octobre

1978 S

23 octobre

1978

Congo (Brazzaville)

10 novembre

1960 S

10 novembre

1960

Cuba

  6 août

1928

  6 août

1928

Côte d’Ivoire

21 novembre

1960 S

21 novembre

1960

Danemark

  4 janvier

1923

  4 janvier

1923

  Groenland

31 mai

1954

31 mai

1954

  Iles Féroé

  4 janvier

1923

  4 janvier

1923

Espagne

29 septembre

1932

29 septembre

1932

Estonie

20 décembre

1922

20 décembre

1922

France

25 août

1925

25 août

1925

  Guadeloupe

  3 février

1934

  3 février

1934

  Guyana (française)

29 avril

1940

29 avril

1940

  Martinique

  3 février

1934

  3 février

1934

  Nouvelle-Calédonie

29 avril

1940

29 avril

1940

  Polynésie française

29 avril

1940

29 avril

1940

  Réunion

  3 février

1934

  3 février

1934

  Saint-Pierre-et-Miquelon

29 avril

1940

29 avril

1940

Gabon

14 octobre

1960 S

14 octobre

1960

Grèce

19 novembre

1920

19 novembre

1920

Guinée-Bissau

21 février

1977 S

21 février

1977

Hongrie

19 avril

1928

19 avril

1928

Inde

14 juillet

1921

14 juillet

1921

Irlande

  4 septembre

1925

  4 septembre

1925

Italie

10 avril

1923

10 avril

1923

Laos

23 janvier

1964 S

23 janvier

1964

Lettonie

  3 juin

1926

  3 juin

1926

Lituanie

19 juin

1931

19 juin

1931

Luxembourg

16 avril

1928

16 avril

1928

Madagascar

1er novembre

1960 S

1er novembre

1960

Mali

22 septembre

1960 S

22 septembre

1960

Mauritanie

20 juin

1961 S

20 juin

1961

Myanmar

18 mai

1948 S

18 mai

1948

Nicaragua

12 avril

1934

12 avril

1934

Niger

27 février

1961 S

27 février

1961

Pakistan

31 octobre

1947 S

31 octobre

1947

Pologne

21 juin

1924

21 juin

1924

Portugal

10 mai

1932

10 mai

1932

République centrafricaine

27 octobre

1960 S

27 octobre

1960

Roumanie

13 juin

1921

13 juin

1921

Sénégal

  4 novembre

1960 S

  4 novembre

1960

Suisse

  9 octobre

1922

1er octobre

1923

Tchad

10 novembre

1960 S

10 novembre

1960

Togo

  7 juin

1960 S

  7 juin

1960

Venezuela

  7 mars

1933

  7 mars

1933

Vietnam

  3 octobre

1994

  3 octobre

1994

a

Applicable sans modification.

b

Du 4 oct. 1999 au 19 déc. 1999, la Convention était applicable à Macao sur la base d’une déclaration d’extension territoriale du Portugal. A partir du 20 déc. 1999, Macao est devenue une Région administrative spéciale (RAS) de la République populaire de Chine. En vertu de la déclaration chinoise du 13 déc. 1999, la Convention est également applicable à la RAS Macao à partir du 20 déc. 1999.


 RO 39 230 et RS 14 13; FF 1920 V 443


1 La Conv. a été adoptée dans la première session de la Conférence internationale du Travail et signée par le président et le secrétaire général de cette session. Chaque Etat ne devenait partie à cette Conv. qu’après avoir déposé son instrument de ratification (art. 11). Par suite de la dissolution de la Société des Nations (SDN) et de l’amendement de la Constitution de l’Organisation internationale du Travail, certaines modifications sont devenues nécessaires en vue d’assurer l’exercice des fonctions de chancellerie qui étaient confiées précédemment au secrétaire général de la SDN. Il a été tenu compte dans tout le texte des mod. apportées par la Conv. du 9 oct. 1946 (RO 63 1103 et RS 14 50).
2 RO 39 225
3 RS 0.822.719.0
4 RS 0.822.721.6
5 RS 0.820.1
6 RO 1973 1169, 1982 303, 2005 2241 et 2012 1673. Une version du champ d’application mise à jour est publiée sur le site web du DFAE (www.dfae.admin.ch/traites).


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