Index

0.923.31

Originaltext

Übereinkunft betreffend die Anwendung gleichartiger Bestimmungen für die Fischerei im Bodensee

Abgeschlossen in Bregenz am 5. Juli 1893

Ratifikationsurkunden ausgetauscht am 22. Dezember 1893

In Kraft getreten am 22. Dezember 1893

(Stand am 1. Oktober 1967)

Um die wertvollen Fischarten im Bodensee zu erhalten und zu vermehren, sind der schweizerische Bundesrat und die Regierung von Baden, Bayern, Liechtenstein, Österreich-Ungarn und Württemberg übereingekommen, gleichartige Bestimmungen zu vereinbaren.

Zu diesem Zwecke haben sie:

(Es folgen die Namen der Bevollmächtigten)

zu Bevollmächtigten ernannt, und es sind dieselben zusammengetreten und haben, unter Vorbehalt der Genehmhaltung seitens der beteiligten Regierungen, folgende Übereinkunft abgeschlossen.

Art. 1

Die in den Artikel 2 bis einschliesslich 12 der gegenwärtigen Übereinkunft enthaltenen Bestimmungen gelten für den Bodensee (Obersee einschliesslich des Überlinger Sees) bis zur Konstanzer Rheinbrücke.

Art. 21

Fanggeräte jeder Art und Benennung dürfen nicht angewendet werden, wenn die Öffnungen (bei Maschen in nassem Zustande) in Höhe und Breite nicht wenigstens eine Weite von 3 cm haben.2

Für Gangfische und Kropffelchen (Kilche) ist die Verwendung von Netzen von 23 mm Maschenweite zugelassen.

Zum Zwecke des Fanges von Futterfischen für die Fischzuchtanstalten sowie von Köderfischen, kann von der Aufsichtsbehörde unter den geeigneten Kontrollmassregeln der Gebrauch von Netzen mit geringerer Maschenweite gestattet werden3; doch wird dadurch an den Bestimmungen über Mindestmasse (Art. 5) und Schonzeiten (Art. 6) der Fische nichts geändert. Die Erlaubnis ist schriftlich zu erteilen.

In dem Erlaubnisscheine sind jeweils die Arten der Fische, welche zu diesem Zwecke gefangen werden dürfen, die Zeit des Fanges und die Wasserstrecke, in welcher derselbe ausgeübt werden darf, zu bezeichnen, sowie etwaige andere zur Verhütung von Missbrauch erforderliche Bestimmungen zu treffen.

Der Fang von Laugelen (Lauben) kann in gleicher Weise durch die Aufsichtsbehörde gestattet werden, auch wenn solche als Speisefische zur Verwendung gelangen sollen. In diesem Falle sind jedoch nur Netze von wenigstens 14 mm Maschenweite zulässig.


1 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9.Okt. 1997 (SR 923.31).
2 Durch Beschluss der Bevollmächtigtenkonferenz vom 1. Oktober 1937 (vgl. Art. 14 hiernach) wurde die Maschenweite aller Fanggeräte auf 32 mm erhöht.
3 Siehe auch das Schlussprot. hiernach (Ziff. I).

Art. 3

Stellnetze dürfen nur in einer Entfernung von 20 m in jeder Richtung voneinander ausgesetzt werden.

Bei besonders steilen Halden kann durch die zuständige Aufsichtsbehörde von dieser Vorschrift Nachsicht erteilt werden.1


1 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9. Okt. 1997 (SR 923.31).

Art. 41

Es ist verboten:

1.
die Anwendung explodierender oder sonst schädlicher Stoffe (insbesondere von Dynamit, Sprengpatronen, giftigen Ködern) sowie von Mitteln zur Betäubung der Fische;
2.
die Anwendung von Fischgabeln und Geren (Harpunen), Schiesswaffen und anderen derartigen Fangmitteln, welche eine Verwundung der Fische herbeiführen können; der Gebrauch von Angeln – mit Ausschluss der Zockschnur (Juckschnur) – ist gestattet;
3.
der Fang zur Nachtzeit (von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang) unter Anwendung menschlicher Tätigkeit.

Ausnahmen von diesen Verboten können nur im Falle eines nachgewiesenen besonderen Bedürfnisses durch die Aufsichtsbehörde zugelassen werden.


1 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9. Okt. 1997 (RS 923.31).

Art. 51

Werden untermässige Fische der nachbenannten Arten gefangen, so sind dieselben sofort in den See zurückzuversetzen.

Als untermässig gelten diese Fische, wenn sie, von der Kopfspitze bis zum Schwanzende (Schwanzspitzen) gemessen, nicht wenigstens folgende Längen haben2:

Aal 35 cm

Zander (Schill) 35 cm

Hecht 40 cm3

Seeforelle 40 cm

Äsche 25 cm

Saibling (Röteli) 25 cm

Barbe 25 cm

Karpfen 25 cm

Weissfelchen (Sandfelchen) 20 cm

Blaufelchen4 20 cm

Kropffelchen 20 cm

Grosse Maräne 20 cm

Amerikanische Maräne 20 cm

Schleie 20 cm


1 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9. Okt.1997 (SR 923.31).
2 Durch Beschluss der Bevollmächtigtenkonferenz vom 1. Oktober 1937 (vgl. Art. 14 hiernach) wurde überdies für den Gangfisch ein Schonmass von 25 cm eingeführt.
3 Fassung gemäss Art. 1 Bst. a des BRB vom 4. Nov. 1955 (AS 1955 1001. SR 923.31 Art. 31 Ziff. 10).
4 Gemäss Weisungen der Bevollmächtigtenkonferenz (vgl. Art. 14 hiernach) gilt heute für Blaufelchen ein Schonmass von 30 cm.

Art. 61

Für die nachbenannten Fischarten werden folgende Schonzeiten, während welcher dieselben nicht gefangen werden dürfen, festgesetzt:

1.
vom 1. März bis 30. April für Äschen;
2.
vom 1. April bis 31. Mai für Zander;
3.2
4.
vom 1. November bis 31. Dezember für Saiblinge;
5.3

Werden beim erlaubten Fange Fische, welche der Schonzeit unterliegen, mitgefangen, so sind dieselben sofort in den See zurückzuversetzen.

Die Fischerei auf Seeforellen, Saiblinge und Felchen (Weiss—, Blau—, Kropffelchen und Maränen) kann auch während der Schonzeit (Abs. 1) betrieben werden, jedoch nur mit ausdrücklicher, stets widerruflicher Erlaubnis der zuständigen Behörde. Diese Erlaubnis ist zu erteilen, wenn Sicherheit besteht, dass die Fortpflanzungselemente (Rogen und Milch) der gefangenen laichreifen Fische zu Zwecken der künstlichen Fischzucht Verwendung finden.4

Wo letztere Voraussetzung vorliegt, kann in einzelnen Fällen auch hinsichtlich der anderen obenerwähnten Fischarten (Abs. 1) die Erlaubnis zum Fange während der Schonzeit durch die zuständige Behörde erteilt werden.5

6


1 Siehe hierzu auch das Schlussprotokoll hiernach (Ziff. II).
2 Aufgehoben durch Art. 2 Abs. 2 Bst. a des BRB vom 30. Mai 1959 (AS 1959 523. SR 923.31 Art. 31 Ziff. 11).
3 Aufgehoben durch Art. 2 Abs. 2 Bst. a des BRB vom 30. Mai 1959 (AS 1959 523. SR 923.31 Art. 31 Ziff. 11).
4 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9. Okt.1997 (SR 923.31).
5 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9. Okt.1997 (SR 923.31).
6 Aufgehoben durch Art.2 Abs.2 Bst. a des BRB vom 30. Mai 1959 (AS 1959 523. SR 923.31 Art. 31 Ziff. 11).

Art. 71

Es wird seitens der zuständigen Behörden Vorsorge getragen werden, dass während des Gangfischlaichs befruchtete Eier der gefangenen Gangfische an die Fischzuchtanstalten abgeliefert oder an geeigneten Stellen des Sees ausgesäet werden.


1 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9. Okt.1997(SR 923.31).

Art. 8

In der Zeit vom 15. April bis Ende Mai ist die Fischerei mit Zugnetzen verboten.1

Die Fischerei mit schwebenden Netzen an den tiefen Stellen des Sees, bei welcher jede Berührung der Halden, der Reiser und der Wasserflora (Kräbs) vermieden wird, ferner die Fischerei mit Steh- (Stell-) Netzen und Böhren (Reusen), gleichviel, wo diese zur Aufstellung gelangen, endlich die Angelfischerei, einschliesslich der gewerbsmässig betriebenen, bleibt auch während der obigen Zeit für alle einer Schonzeit nicht unterworfenen Fischarten gestattet.


1 Siehe hiezu auch das Schlussprotokoll hiernach (Ziff. II).

Art. 91

Fische, deren Fang unter einem bestimmten Mass (Art. 5) oder deren Fang zu einer bestimmten Zeit (Art. 6) verboten ist, dürfen im ersten Falle nicht unter diesem Mass, im anderen Falle nicht während dieser Zeit – die ersten drei Tage ausgenommen – feilgeboten, verkauft oder versendet werden.

Unter den gleichen Voraussetzungen ist auch die Verabreichung solcher Fische in Wirtschaften untersagt.

Auf Felchen, zu deren Fang gemäss Artikel 6 Abs. 3, Erlaubnis erteilt worden ist, findet dieses Verbot keine Anwendung. Für andere Fische (Art. 6), insbesondere Seeforellen, insofern dieselben zu Zwecken der Fischzucht bestimmt oder verwendet worden sind, kann die Aufsichtsbehörde unter der geeigneten Kontrolle2 Erlaubnis zum Verkaufe und Versand erteilen.

Während der Schonzeit für Seeforellen unterliegt auch das Feilbieten, der Verkauf und der Versand der Silber- oder Schwebforellen geeigneter Kontrolle.3


1 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9. Okt.1997(SR 923.31).
2 Siehe hiezu auch das Schlussprotokoll hiernach (Ziff. III).
3 Siehe hiezu auch das Schlussprotokoll hiernach (Ziff. III).

Art. 10

Von den Vorschriften über Maschenweite, Mindestmasse und Schonzeiten können von der Aufsichtsbehörde zu wissenschaftlichen Zwecken Ausnahmen bewilligt werden.1


1 Siehe auch die V über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 9. Okt.1997 (SR 923.31).

Art. 11

Die jeweiligen besonderen Vorschriften der einzelnen Staaten hinsichtlich der nicht gewerbsmässig betriebenen Angelfischerei (Sportfischerei mittels Angelrute oder Handangel) werden durch gegenwärtige Übereinkunft nicht berührt.

Art. 12

Die vertragschliessenden Regierungen werden hinsichtlich der Wasserbauten sowie hinsichtlich des Verhältnisses der Fischerei zu anderen, insbesondere industriellen Wasserbenützungen, den Interessen der Fischerei nach Massgabe der eigenen Gesetze Rechnung tragen.

Art. 13

Die beteiligten Regierungen werden in den Zuflüssen des Bodensees, welche von der Seeforelle regelmässig zum Laichgeschäft aufgesucht werden, dieser Fischart mindestens den Schutz angedeihen lassen, welcher durch die vorstehenden Artikel dieser Übereinkunft für den See selbst festgesetzt ist. Auch werden dieselben hintanhalten, dass diese Zuflüsse durch ständige Fangvorrichtungen über die halbe Breite des Wasserlaufes hinaus für den Zug der Seeforelle abgesperrt werden.

Die grossherzoglich badische Regierung und der schweizerische Bundesrat werden für die Fischerei im Untersee keine weniger strengen Bestimmungen erlassen, als in der gegenwärtigen Übereinkunft für den übrigen Teil des Bodensees vorgesehen sind.1


1 Siehe die Unterseefischereiordnung vom 2. Nov. 1977 (SR 0.923.411).

Art. 141

Jede Regierung bestellt einen oder mehrere Bevollmächtigte.

Diese Bevollmächtigten werden sich die von ihren Regierungen im Vollzug dieser Übereinkunft getroffenen Anordnungen gegenseitig mitteilen und von Zeit zu Zeit zusammenkommen, um über die zur Förderung der Fischerei zu ergreifenden Massregeln zu beraten.

Das Nähere über diese Tätigkeit der Bevollmächtigen ist in einer Geschäftsordnung festzustellen, welche dieselben bei ihrem ersten Zusammentritt zu entwerfen und der Genehmigung ihrer Regierung zu unterbreiten haben.


1 Siehe hiezu auch das Schlussprotokoll hiernach (Ziff. V).

Art. 15

Diese Übereinkunft tritt mit ihrer Genehmhaltung seitens der beteiligten Regierungen in Kraft und bleibt von diesem Tage an 10 Jahre lang in Wirksamkeit. Nach Ablauf von 10 Jahren, vom Tage des Austausches der Genehmhaltungs-Erklärungen an gerechnet, soll es jedem der vertragschliessenden Teile freistehen, jederzeit mit einjähriger Kündigungsfrist von der Vereinbarung zurückzutreten.

Art. 16

Die Auswechslung der Genehmhaltungs-Erklärungen soll tunlichst bald bewirkt werden.

Dessen zu Urkunde haben die Bevollmächtigten gegenwärtig Übereinkunft in sechsfacher Ausfertigung vollzogen.

Geschehen zu Bregenz, am 5. Juli 1893.

(Es folgen die Unterschriften)


  Schlussprotokoll

Bei Unterzeichnung der Übereinkunft betreffend die Anwendung gleichartiger Bestimmungen für die Fischerei im Bodensee haben die Bevollmächtigten für dienlich und erforderlich erachtet, folgende Erklärungen und Erläuterungen in dem gegenwärtigen Schlussprotokoll niederzulegen.

I

Es steht den beteiligten Regierungen frei, die Verfügung zu treffen, dass bei der Kontrolle der Geflechte und Netze eine Abweichung von einem Zehntel bei einzelnen Maschen nicht zu beanstanden sei (Art. 2 der Übereinkunft).

II

Es wird festgestellt, dass bei Angabe von Fristen sowohl der erste als der letztgenannte Tag als eingeschlossen zu gelten haben (Art. 6, Ziff. 1 bis 5, und Art. 8 der Übereinkunft).

III

Die beteiligten Regierungen werden ihre Bevollmächtigten (Art. 14 der Übereinkunft) beauftragen, wegen gleichartiger Kontrollzeichen (Art. 9 der Übereinkunft) das Weitere zu vereinbaren.

IV

Es wird als wünschenswert erachtet, dass die beteiligten Regierungen verbieten, in den Bodensee und seine Zuflüsse neue Fischarten ohne vorgängige Anzeige und behördliche Bewilligung einzusetzen. Die Bewilligung soll nur nach einer entsprechenden Prüfung und Abwägung der voraussichtlichen Vorteile des beabsichtigten Einsatzes und nur auf Grund eines diesbezüglichen Einverständnisses aller an dieser Übereinkunft beteiligten Regierungen, beziehungsweise ihrer Bevollmächtigten (Art. 14 der Übereinkunft), erteilt werden.

V

Es wird als wünschenswert erklärt, dass in der der Genehmigung der Regierungen vorbehaltenen Geschäftsordnung der Bevollmächtigten (Art. 14 der Übereinkunft) für einen bestimmten periodischen Zusammentritt der Bevollmächtigten sowie dafür vorgesorgt werde, dass dieser Zusammentritt abwechslungsweise an den Hauptorten des Bodensees stattfinde.

Bregenz, am 5. Juli 1893

(Es folgen die Unterschriften)


 BS 14 218


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0.923.31

Traduction1

Convention arrêtant des dispositions uniformes sur la pêche dans le lac de Constance

Conclue à Bregenz le 5 juillet 1893

Instruments de ratifications échangés le 22 décembre 1893

Entrée en vigueur le 22 décembre 1893

(Etat le 1er octobre 1967)

Dans le but de conserver et de multiplier, dans le lac de Constance, les espèces précieuses de poissons, le Conseil fédéral de la Confédération suisse et les Gouvernements d’Autriche-Hongrie, de Bade, de Bavière, de Liechtenstein et de Wurtemberg sont convenus d’adopter des dispositions uniformes.

A cet effet, ils ont nommé comme délégués:

(Suivent les noms des délégués)

Lesquels ont, sous réserve de ratification, conclu la convention suivante:

Art. 1

Les dispositions des art. 2 à 12 de la présente convention sont applicables au lac de Constance (lac Supérieur y compris celui d’Überlingen) jusqu’au pont sur le Rhin à Constance.

Art. 21

Sont prohibés les engins de pêche de toute espèce et de toute dénomination, dont les mailles n’auraient pas, à l’état humide, au moins 3 centimètres de côté.2

On pourra employer, pour la pêche du Gangfisch et du goîtreux, des filets dont les mailles ne seraient pas inférieures à 23 millimètres.

Pour la pêche des poissons destinés à servir de nourriture dans les établissements de pisciculture et de ceux destinés à servir d’amorces, l’autorité chargée de la surveillance peut, sous réserve d’un contrôle suffisant, permettre des filets dont les mailles seraient plus petites3, sans toutefois porter atteinte aux dispositions relatives aux dimensions minima des poissons (art. 5) et aux périodes d’interdiction de la pêche (art. 6). Cette autorisation devra être donnée par écrit.

Le permis devra mentionner les espèces de poissons qui peuvent être capturés à cet effet, l’époque à laquelle cette pêche peut avoir lieu, la partie du lac dans laquelle on pourra s’y livrer et toutes autres dispositions qui seraient nécessaires pour prévenir des abus.

L’autorité de surveillance peut aussi, de la même manière, permettre la pêche de l’ablette, même lorsque celle-ci est destinée à l’alimentation. On ne devra se servir, à cet effet, que de filets dont les mailles ne seraient pas inférieures à 14 millimètres.


1 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).
2 Par décision prise dans la conférence des commissaires le 1er oct. 1937 (cf. art. 14 de la présente convention), la grosseur minimum des mailles a été fixée pour tous les engins de pêche à 32 mm.
3 Voir aussi le Protocol final ci-après (n.I).

Art. 3

Les tramails ne devront pas être placés à plus de 20 mètres les uns des autres.

Dans le voisinage du mont, lorsque les berges sont particulièrement escarpées, l’autorité chargée de la surveillance pourra tempérer l’application du règlement.1


1 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).

Art. 41

Sont interdits:

1.
Les matières explosibles ou autres matières nuisibles (en particulier la dynamite, les cartouches explosibles, les amorces empoisonnées) et les matières destinées à étourdir les poissons;
2.
Les tridents à poissons et les harpons, les armes à feu et les autres engins de pêche de ce genre pouvant blesser les poissons; il est permis de se servir de hameçons – à l’exception des engins dits «Zockschnur» ou «Juckschnur»;
3.
La pêche nocturne pratiquée avec l’intervention active de l’homme (à partir d’une heure après le coucher du soleil jusqu’à une heure avant son lever).

L’autorité de surveillance ne peut apporter d’exceptions à ces prohibitions qu’en cas de nécessité prouvée.


1 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).

Art. 51

Les poissons des espèces ci-après doivent être immédiatement rejetés à l’eau s’ils ne mesurent pas au moins les longueurs suivantes depuis la pointe de la tête jusqu’à l’extrémité de la queue, savoir2:

anguille 35 cm

sandre 35 cm

brochet 40 cm3

truite des lacs 40 cm4

ombre de rivière 25 cm

omble-chevalier 25 cm

barbeau 25 cm

carpe 25 cm

«Weissfelchen» 20 cm

«Sandfelchen» 20 cm

«Blaufelchen»5 20 cm

goîtreux 20 cm

marène 20 cm

marène américaine 20 cm

tanche 20 cm


1 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).
2 En outre, une longueur minimum de 25 cm a été fixée pour le corégone, dit «Gangfisch», par décision prise dans la conférence des commissaires le 1er oct. 1937 (cf. art. 14 de la présente convention).
3 Nouvelle teneur selon l’art. 1 lett. a de l’AF du 4 nov. 1955 (RO 1955 1027; RS 923.31 art. 31 ch.10).
4 Nouvelle teneur selon l’art. 1 lett. a de l’AF du 4 nov. 1955 (RO 1955 1027; RS 923.31 art. 31 ch.10).
5 Selon instructions de la conférence des commissaires (cf. art. 14 de la présente convention), la longueur minimum pour le «Blaufelchen» est actuellement de 30 cm.

Art. 61

Pour les espèces de poissons ci-dessous indiquées, les époques pendant lesquelles la pêche est interdite sont fixées comme suit:

1.
Du 1er mars au 30 avril, pour l’ombre de rivière;
2.
Du 1er avril au 31 mai, pour la sandre;
3.2
4.
Du 1er novembre au 31 décembre, pour l’omble-chevalier;
5.3

On devra rejeter immédiatement à l’eau les poissons appartenant à l’une des espèces soumises à une période d’interdiction de pêcher et qui seraient pris lors de la pêche autorisée pour les autres espèces de poissons.

On peut aussi pêcher la truite des lacs, l’omble-chevalier et les corégones («Weissfelchen», «Blaufelchen», goîtreux et marènes) pendant la période d’interdiction (al. 1), toutefois seulement avec l’autorisation expresse et toujours révocable de l’autorité compétente. Celle-ci ne donnera cette autorisation que si elle est sûre que les éléments de reproduction (oeufs et laitance) des poissons pris au moment du frai seront employés pour la pisciculture artificielle.4

Si cette dernière garantie est acquise, l’autorité compétente peut aussi, dans certains cas, permettre de pêcher, pendant la période d’interdiction, les autres espèces de poissons indiquées ci-dessus (al. 1).5


1 Voir aussi le protocole final publié ci-après (ch. II).
2 Abrogé par l’art. 2 al. 3 let. a du AF du 30 mai 1959 (RO 1959 546; RS 923.31 art. 31 ch. 11).
3 Abrogé par l’art. 2 al. 3 let. a du AF du 30 mai 1959 (RO 1959 546; RS 923.31 art. 31 ch. 11).
4 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).
5 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).

Art. 71

Les autorités compétentes devront veiller à ce que, pendant le frai du «Gangfisch», les oeufs fécondés des poissons capturés soient remis aux établissements de pisciculture ou rejetés dans le lac aux bons endroits.


1 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).

Art. 8

Du 15 avril à fin mai, la pêche à la traîne est interdite.1

Pendant cette période est permise la pêche de toutes les espèces de poissons pour lesquelles il n’y a pas de période d’interdiction. Elle pourra avoir lieu soit au moyen de filets flottants dans les parties profondes du lac, en évitant tout contact avec le mont et toute la flore aquatique, soit au moyen de tramails et de nasses placés à n’importe quel endroit, soit enfin à l’hameçon, y compris la pêche à l’hameçon exercée comme métier.


1 Voir aussi le Protocol final ci-après (ch. II).

Art. 91

Les poissons dont la pêche est interdite, soit parce qu’ils n’ont pas la longueur exigée (art. 5), soit parce qu’ils sont placés sous protection pendant une période déterminée (art. 6), ne peuvent être colportés, vendus ou expédiés; dans le second cas, les trois premiers jours de la période d’interdiction exceptés.

Il est, de même, interdit de servir ces poissons dans des auberges, restaurants, hôtels, etc.

Cette interdiction ne s’applique pas aux corégones dont la pêche a été autorisée conformément à l’art. 6, al. 3. L’autorité compétente de surveillance peut, sous réserve d’un contrôle suffisant2, autoriser la vente et l’expédition des autres poissons (art. 6), de la truite des lacs en particulier, lorsqu’ils sont destinés à la pisciculture artificielle.

Pendant la période d’interdiction de pêcher la truite des lacs, le colportage, la vente et l’expédition des truites bleues ou argentées devront être soumis à un contrôle spécial.3


1 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).
2 Voir aussi le Protocol final ci-après (ch. II).
3 Voir aussi le Protocol final ci-après (ch. II).

Art. 10

L’autorité de surveillance pourra, dans un but scientifique, apporter quelques exceptions aux règles relatives à la largeur des mailles, à la dimension des poissons et aux périodes d’interdiction de pêcher.1


1 Voir aussi l’O. du 9 oct. 1997 sur la pêche dans le lac Supérieur de Constance (RS 923.31).

Art. 11

Les prescriptions édictées par les différents Etats sur la pêche à la ligne dont on ne fait pas métier (sport à la ligne ordinaire ou à la ligne flottante tenues à la main) ne sont nullement modifiées par la présente convention.

Art. 12

Les Etats contractants régleront, conformément à leurs lois et en ménageant les intérêts de la pêche, les questions relatives aux constructions hydrauliques ou aux autres utilisations industrielles de l’eau.

Art. 13

Dans les affluents du lac de Constance dans lesquels la truite des lacs a l’habitude de frayer, les gouvernements intéressés protégeront ce poisson pour le moins de la manière prévue par la présente convention pour le lac de Constance. Ils veilleront aussi à empêcher que la migration de la truite des lacs ne soit interceptée, dans ces affluents, au moyen de barrages sur plus de la demi-largeur du cours d’eau.

Le gouvernement du Grand-Duché de Bade et le Conseil fédéral suisse ne devront pas édicter, pour la pêche dans le lac Inférieur, des dispositions moins sévères que celles prévues dans le lac présente convention pour toutes les autres parties du lac de Constance.1


1 Voir aussi le R sur la pêche dans le lac Inférieur (RS 0.923.411).

Art. 141

Chacun des gouvernements intéressés nomme un ou plusieurs commissaires.

Ceux-ci se communiqueront réciproquement les mesures prises par leurs gouvernements en vue de l’exécution de la présente convention et se réuniront, de temps en temps, pour discuter des mesures à prendre dans l’intérêt de la pêche.

Lors de leur première réunion, ils devront élaborer un règlement relatif à leurs travaux et le soumettre à l’approbation de leur gouvernement.


1 Voir aussi le Protocol final ci-après (ch. V).

Art. 15

La présente convention entrera en vigueur immédiatement après sa ratification par les gouvernements intéressés et aura force de loi pendant dix ans.

A l’expiration de ce délai calculé à dater du jour de l’échange des ratifications, chaque partie contractante pourra dénoncer la présente convention moyennant avertissement donné une année à l’avance.

Art. 16

L’échange des ratifications aura lieu le plus tôt possible.

En foi de quoi, les plénipotentiaires ont signé la présente convention en six expéditions.

Fait à Bregenz le 5 juillet 1893.

(Suivent les signatures)


  Protocole final

Au moment de signer la présente convention relative à l’adoption de dispositions uniformes pour la pêche dans le lac de Constance, les plénipotentiaires ont jugé utile et convenable d’insérer, dans le présent protocole, les déclarations et explications suivantes.

I

Les gouvernements intéressés pourront décider que, lors de la vérification des nasses et filets, une différence d’un dixième sera tolérée (art. 2 de la convention).

II

Il est convenu que le premier et le dernier jour des périodes d’interdiction doivent être compris dans ces périodes (art. 6, ch. 1 à 5, et art. 8 de la convention).

III

Les gouvernements intéressés chargeront leurs commissaires (art. 14 de la convention) de prendre les mesures nécessaires en vue de l’adoption de marques de contrôle semblables (art. 9 de la convention).

IV

Il est à désirer que les gouvernements intéressés interdisent de verser, dans le lac de Constance et ses affluents, de nouvelles espèces de poissons, sans en avoir préalablement avisé l’autorité et en avoir reçu l’autorisation. Celle-ci ne devra être accordée qu’après examen des avantages que pourrait procurer une mesure semblable et seulement après entente entre tous les gouvernements ayant participé à la présente convention, c’est-à-dire entre leurs commissaires (art. 14 de la convention).

V

Il est à désirer que, lors de l’approbation, par les gouvernements, du règlement relatif aux travaux de leurs commissaires (art. 14 de la convention), on institue des réunions périodiques, à époque fixe, qui auront lieu alternativement dans les principales localités riveraines du lac de Constance.

Bregenz, le 5 juillet 1893.

(Suivent les signatures)


 RS 14 212


1 Le texte original est publié sous le même chiffre de l’édition allemande du présent Recueil.


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