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Recueil systématique du Canton de Berne No. RS Langue source: Langue cible:

Ref: http://www.sta.be.ch/belex/d/7/751_11.html
751.11

14.  Februar  1989 

Gesetz
über Gewässerunterhalt und Wasserbau (Wasserbaugesetz, WBG)


Der Grosse Rat des Kantons Bern,
auf Antrag des Regierungsrates,
beschliesst:

I. Allgemeine Bestimmungen

Art. 1

1. Gegenstand

1  Gegenstand dieses Gesetzes sind der Unterhalt der Gewässer und der Wasserbau.

2  Der Wasserbau umfasst den passiven und den aktiven Hochwasserschutz sowie die Vorkehren gegen Bodenbewegungen im Gewässerbereich.

3  Das Gesetz ordnet ferner die Wasserbaupolizei.

Art. 2

2. Ziel

 Ziel des Gesetzes ist, einerseits die Gewässer natürlich zu erhalten oder naturnah zu gestalten, andererseits ernsthafte Gefahren des Gewässers für Menschen, für Tiere oder für erhebliche Sachwerte abzuwehren oder Schäden in besonderen Fällen abzugelten.

Art. 3

3. Anwendungsbereich
3.1 Grundsatz

1  Das Gesetz ist auf alle stehenden und fliessenden Oberflächengewässer mit Einschluss der in den Boden verlegten Abschnitte anwendbar.

2  Der Wasserlauf, der kein Bett gebildet hat, gilt nicht als Fliessgewässer im Sinne dieses Gesetzes.

Art. 4

3.2 Ausnahmen

1  Wo der Wasserbau Nebensache eines Vorhabens ist, das einem andern Gesetz untersteht, wie eine Gewässernutzung, eine Bodenverbesserung, eine Aufforstung oder eine Ausscheidung von Schutz- oder Gefahrengebieten, so richtet sich das ganze Vorhaben einschliesslich Wasserbau nach diesem andern Gesetz.

2  ...  [Aufgehoben am 2. 5. 1995]

3  Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] reguliert die Wasserführung der Aare unterhalb des Brienzersees bis Murgenthal und den Wasserstand des Brienzer-, Thuner- und Bielersees.

4  Soweit ein Vorhaben nach Absatz 1–3 Wasserbau im Sinne von Artikel 7 dieses Gesetzes darstellt, sind auch die Grundsätze des Artikels 15 zu beachten. Die anderen zuständigen Behörden holen den Mitbericht und für die Einleitung in den Vorfluter die Zustimmung der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] ein.

Art. 4a  [Eingefügt am 28. 1. 2009]

4. Geschützter Uferbereich

1  Mit dem Schutz des Uferbereichs wird der Raumbedarf der Gewässer gesichert, der für die Gewährleistung ihrer natürlichen Funktionen und den Schutz vor Hochwasser erforderlich ist.

2  Bei Fliessgewässern ist der geschützte Uferbereich insbesondere in Abhängigkeit von der Sohlenbreite und vom Zustand des Gewässers festzulegen.

3  Der geschützte Uferbereich von Fliessgewässern beträgt mindestens fünf Meter. Dieses Mindestmass kann im weitgehend überbauten Gebiet aus wichtigen, insbesondere raumplanerischen und städtebaulichen Gründen unterschritten werden.

4  Die Gemeinden bestimmen den geschützten Uferbereich in ihrer baurechtlichen Grundordnung oder in Überbauungsordnungen.

5  Solange eine genügende Regelung fehlt, gilt ein Uferbereich von 15 Meter als geschützt.

Art. 5

5. Vorbehalt besonderer Bewilligungen  [Fassung vom 28. 1. 2009]

 Die nach eidgenössischen oder andern kantonalen Gesetzen notwendigen besonderen Bewilligungen für Wasserbauwerke, Unterhaltsarbeiten und andere Bauten, Anlagen und Vorkehren in und am Gewässer bleiben vorbehalten.

Art. 5a  [Eingefügt am 7. 6. 2001]

6. Partnerschaft  [Fassung vom 28. 1. 2009]

 Der Kanton, die Gemeinden und die Erfüllungspflichtigen arbeiten beim Vollzug dieses Gesetzes partnerschaftlich zusammen.

II. Aufgaben, Träger, Organisation

1. Aufgaben

Art. 6

Gewässerunterhalt

1  Die Gewässer sind zu unterhalten.

2  Dem Gewässerunterhalt dienen alle Vorkehren, die geeignet sind, das Gewässer, die zugehörige Umgebung und die Wasserbauwerke (Schutzbauten und Anlagen gegen Bodenbewegungen) in gutem Zustand zu erhalten.

3  Der Gewässerunterhalt umfasst

a

die Räumungs- und Reinigungsarbeiten;

b

die Erneuerungsarbeiten geringen Ausmasses an Wasserbauwerken;

c

die Pflege und das Ersetzen von standortgerechten Bestockungen und

d

die Pflege von Böschungen und Uferunterhaltswegen.

4  Die Schwemmholzbeseitigung, die nicht zum Schutz des Ufers erforderlich ist, gehört nicht zum Gewässerunterhalt im Sinne dieses Gesetzes. Soweit sie zur Freihaltung der Gewässer für die konzessionierte Schiffahrt oder zum Schutz von Schilfbeständen nötig ist, wird sie vom Kanton  [Fassung vom 7. 6. 2001] durch die beteiligten Direktionen besorgt.  [Fassung vom 2. 5. 1995]

Art. 7

Wasserbau

1  Wo ein Gewässer Personen oder erhebliche Sachwerte ernsthaft gefährdet und die Gefahr durch Unterhalts- oder Planungsmassnahmen nicht abgewendet werden kann, sind unter Beachtung der Planungsgrundsätze (Art. 15) geeignete Massnahmen zu treffen.

2  Wird die Gefährdung von Sachwerten in Kauf genommen, sind im Wasserbauplan Überflutungsgebiete zu bezeichnen, sofern

a

keine Menschen gefährdet sind und

b

keine grossen Schäden zu befürchten sind.

 Die Ausscheidung von Gefahren- und Schutzgebieten in der Nutzungsplanung, Bauverbote und Auflagen für Bauten und Anlagen sowie Vorkehren zum Schutz einzelner Objekte sind weitere mögliche Massnahmen des passiven Hochwasserschutzes.

3  Der Gerinneausbau, die Rückhaltemassnahmen, die Ableitung von Hochwasserspitzen, die Umleitung eines Gewässers und die Erneuerung oder der Ersatz vorhandener Schutzbauten, womöglich unter gleichzeitiger Wiederherstellung eines naturnahen Zustandes des Gewässers, bilden den Hauptgegenstand des aktiven Hochwasserschutzes.

4  Die Vorkehren gegen Bodenbewegungen zum Nutzen des Gewässers, wie Hangstabilisierungen durch biologische und technische Massnahmen, gelten ebenfalls als wasserbauliche Massnahmen.

5  Passive und aktive Hochwasserschutzmassnahmen können kombiniert werden.

Art. 8

Sanierung

 Beeinträchtigte Gewässer und Gewässerabschnitte sind in der Regel im Zusammenhang mit bautechnischen Erneuerungsarbeiten zu sanieren. Eine vorzeitige Sanierung kann unter Gewährleistung einer ausreichenden Sicherheit vorgenommen werden, wenn

a

die ökologischen Nachteile besonders gross sind,

b

das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt ist und

c

die finanziellen Aufwendungen in einem tragbaren Verhältnis zu den erzielbaren Verbesserungen stehen.

2. Träger der Wasserbaupflicht

Art. 9

Begriff und Träger

1  Die Wasserbaupflicht umfasst die Pflicht zum Gewässerunterhalt und zum Wasserbau.

2  Sie obliegt

a

bei Fliessgewässern der Gemeinde; vorbehalten bleibt die Wasserbaupflicht des Kantons  [Fassung vom 7. 6. 2001] (Abs. 3) und des Konzessionärs (Abs. 4 und 5),

b

bei Seen dem Eigentümer oder Baurechtsinhaber des Ufergrundstückes (Seeanstösser).

3  Der Kanton  [Fassung vom 7. 6. 2001] trägt die Wasserbaupflicht  [Absatz 3 Fassung vom 2. 5. 1995]

a

wo eine Kantonsstrasse unmittelbar am Gewässer liegt oder es überquert,

b

an den Fliessgewässern der I. und II. Juragewässerkorrektion.

4  Die Konzessionsbehörde kann dem Konzessionär bei der Erteilung eines Wasserkraftrechtes die Wasserbaupflicht ganz oder teilweise übertragen. Das Verfahren richtet sich nach dem Wassernutzungsgesetz. Die Konzessionsbehörde hört die Gemeinde an und holt den Mitbericht der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] ein.

5  Die Kleinkraftwerke mit einer Bruttoleistung von weniger als 300 Kilowatt sind von der Wasserbaupflicht befreit, soweit der Konzessionär nicht das hauptsächliche Interesse am Gewässer hat.

3. Organisation zur Erfüllung der Wasserbaupflicht

Art. 10

Erfüllungsweisen

1  Die Wasserbaupflicht wird erfüllt

1.

durch den Wasserbaupflichtigen selbst oder

2.

bei Fliessgewässern durch einen Erfüllungspflichtigen, nämlich

a

durch einen Gemeindeverband,

b

durch eine Schwellenkorporation.

2  Die Gemeinde kann ausserdem bei wasserbaulich unbedeutenden Gewässern die Erfüllung der Unterhaltspflicht mit dessen Einverständnis dem Anstösser übertragen.

Art. 11

Gemeindeverbände

1  Mehrere Gemeinden oder Schwellenkorporationen können sich zur Betreuung der Gewässer zu einem Gemeindeverband zusammenschliessen.

2  Soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt, richten sich Bildung, Änderung, Auflösung und Organisation des Gemeindeverbandes nach den Bestimmungen des Gemeindegesetzes  [BSG 170.11]. Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] genehmigt das Reglement des Verbandes, nachdem sie den Mitbericht der zuständigen Stelle der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] eingeholt hat.

3  Auf Antrag einer Gemeinde, einer Schwellenkorporation oder von Amtes wegen kann die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] den Zusammenschluss zu einem Gemeindeverband anordnen, wenn dies für eine zweckmässige Lösung der Gewässerunterhalts- und Wasserbauaufgaben nötig ist und die Betroffenen sich nicht einigen können. Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] regelt die Aufgabe, die Organisation und die Finanzierung des Verbandes. Sie entlässt einzelne Gemeinden oder Schwellenkorporationen, wenn der Verband seine Aufgabe trotzdem noch erfüllen kann. Sie löst den Verband auf, sobald seine Aufgabe erfüllt ist oder auf anderem Weg erfüllt werden kann. Sie holt dabei stets den Mitbericht der zuständigen Stelle der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] ein.

Art. 12

Schwellenkorporation

1  Mit Reglement kann die Gemeinde der Schwellenkorporation mit deren Einverständnis für alle oder einzeln bestimmte Gewässer übertragen:

a

den Unterhalt,

b

die Wasserbauplanung und Projektierung,

c

die Ausführung der Projekte oder

d

die Finanzierung.

2  Die Schwellenkorporation ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft und untersteht dem Gemeindegesetz  [BSG 170.11], soweit das vorliegende Gesetz oder die Verordnung des Regierungsrates keine abweichenden Vorschriften enthält. Sie ist im Bereich der ihr übertragenen Aufgaben autonom. Die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion führt namentlich die Aufsicht über die Organisation und Finanzverwaltung der Schwellenkorporation.

3  Der Regierungsrat regelt das Verfahren zur Gründung neuer und zur Änderung bestehender Schwellenkorporationen. Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] genehmigt die Reglemente nach Anhörung der zuständigen Stelle der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008].

Art. 13

Duldungspflichten der Anstösser

1  Der Anstösser eines Gewässers muss dulden, dass Dritte sein Grundstück betreten, befahren oder sonst benutzen, um am Gewässer Unterhalt, Wasserbau oder Kontrollen vorzunehmen.

2  Auf die Interessen des Anstössers ist Rücksicht zu nehmen. Er ist rechtzeitig zu informieren.

3  Wird Schaden angerichtet, haften der Wasserbaupflichtige und der Erfüllungspflichtige solidarisch für Entschädigung. Sie können auch den ursprünglichen Zustand wiederherrichten.

Art. 14

Verantwortlichkeit

1  Die Haftung der Gemeinde, des Gemeindeverbandes und der Schwellenkorporation für Schäden aus unrichtiger Erfüllung oder Vernachlässigung der Wasserbaupflicht richtet sich nach dem Gemeindegesetz  [BSG 170.11] Die Gemeinde haftet solidarisch mit dem Gemeindeverband oder der Schwellenkorporation.

2  Die Haftung des Anstössers und des Eigentümers eines Seeufergrundstücks richtet sich nach dem Zivilrecht.

III. Planung, Bau und Unterhalt

1. Planungs- und Handlungsgrundsätze

Art. 15

1  Hochwasserschutz ist mit Gewässerunterhalt und mit Massnahmen des passiven Hochwasserschutzes zu gewährleisten. Wo dies nicht möglich ist und ernsthafte Gefahr für Personen oder für Sachen von erheblichem materiellem oder immateriellem Wert abzuwehren ist, soll die Massnahme des aktiven Hochwasserschutzes getroffen werden, welche verhältnismässig ist und die Gefahr bannt.

2  Im übrigen ist im Umgang mit dem Gewässer und seiner Umgebung darauf zu achten, dass nach Möglichkeit

a

das Gewässer in natürlichem Zustand erhalten bleibt oder naturnah gestaltet bzw. im Falle von Artikel 8 in einen naturnahen Zustand zurückversetzt wird;

b

die Massnahme der Wasserbaukunst entspricht;

c

die Projektwassermenge im Siedlungsgebiet und bei wichtigen Verkehrsanlagen höher, in den übrigen Gebieten weniger hoch angesetzt wird;

d

auf die Gegebenheiten des einzelnen Gewässers, des Einzugsgebietes und des Gewässernetzes Rücksicht genommen wird;

e

das Gleichgewicht zwischen oberirdischem Gewässer und Grundwasser nicht gestört wird;

f

den Anliegen des Gewässer-, Landschafts-, Natur- und Umweltschutzes, der Fischerei, der Land- und der Forstwirtschaft Rechnung getragen wird;

g

auf die Interessen der Schiffahrt und der Wassernutzung Rücksicht genommen wird;

h

die Uferbestockung gepflegt, mit standortgerechten Pflanzen ersetzt oder neu angepflanzt wird;

i

Uferwege, die dem Unterhalt dienen, erhalten und, wo wasserbaulich nötig, neu erstellt werden und

k

den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit nachgelebt wird.

2. Grundlagen, Konzepte und Gewässerrichtplan

Art. 16

1. Zuständigkeit, Wirkung

1  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] erarbeitet die Grundlagen und entwirft die Konzepte, nach denen die Ziele dieses Gesetzes erreicht werden sollen.

2  Wo es zur Beurteilung der Zweckmässigkeit der wasserbaulichen Tätigkeiten, zu deren Koordination in einem grösseren Gebiet oder aus andern Gründen erforderlich ist, erlässt der Regierungsrat einen Gewässerrichtplan für dieses Gebiet.

3  Der Gewässerrichtplan ist innerhalb des Kantons behördenverbindlich. Als Bestandteil des kantonalen Richtplans nach dem Bundesgesetz über die Raumplanung wird er auch für die Behörden des Bundes und der übrigen Kantone verbindlich.

Art. 17

2. Gegenstand des Gewässerrichtplans

1  Der Gewässerrichtplan zeigt in den Grundzügen, wie in bestimmten Einzugsgebieten die Ziele dieses Gesetzes erreicht werden sollen und wie die Abstimmung der wasserbaulichen Massnahmen auf andere raumwirksame Tätigkeiten erfolgen soll.

2  Er kann unter anderem bezeichnen:

a

die Gewässerstrecken und Uferflächen, welche in natürlichem Zustand erhalten, naturnah gestaltet oder im Falle von Artikel 8 in naturnahen Zustand zurückversetzt werden sollen;

b

die Flächen, welche als Überflutungsgebiet oder als Rückhaltebecken dienen sollen;

c

die Gebiete, die als Schutz- oder Gefahrenzonen ausgeschieden und in denen neue Bauten und Anlagen nicht oder nur bei zweckmässiger Vorsorge gegen Hochwasser errichtet werden sollen;

d

die Gewässerstrecken und die Ufergebiete, bei welchen aktive Hochwasserschutzmassnahmen getroffen werden sollen;

e

das Mass der bei Verbauungen anzustrebenden Sicherheit (Projektwassermengen);

f

die Gebiete im Umkreis von Gewässern, wo Vorkehren gegen Bodenbewegungen zu treffen sind;

g

die neu zu errichtenden Uferunterhaltswege;

h

die Massnahmen, die für den Geschiebehaushalt von Bedeutung sind;

i

die Gewässerstrecken, an welchen die Wasserbaubewilligung für die Ausführung der Wasserbauwerke genügt (Art. 20 Abs. 2 Buchst. c);

k

die Gewässerstrecken und die Wasserbauvorhaben, die unter ein anderes kantonales Gesetz fallen, und die zuständige kantonale Direktion (Art. 4, Art. 43 Abs. 2);

l

die Gebiete, in welchen zur Erfüllung der Wasserbaupflicht Gemeindeverbände gegründet werden sollen.

Art. 18

3. Verfahren zum Erlass des Gewässerrichtplans
3.1 Mit verbindlicher Wirkung innerhalb des Kantons

1  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] entwirft aufgrund der erarbeiteten Grundlagen und Konzepte den Gewässerrichtplan und stimmt ihn auf die weiteren raumwirksamen Tätigkeiten ab. Sie arbeitet dabei mit den anderen interessierten Stellen im Kanton zusammen.

2  Nach Abwicklung des Mitwirkungsverfahrens stellt die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] dem Regierungsrat Antrag.

3  Der Regierungsrat beschliesst kantonal letztinstanzlich  [Fassung vom 10. 4. 2008] über den Gewässerrichtplan.

Art. 19

3.2 Mit verbindlicher Wirkung für Bund und Kantone

1  Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] leitet das Verfahren zur Anpassung des kantonalen Richtplans nach dem Bundesgesetz über die Raumplanung (Art. 9 Abs. 2 RPG)  [SR 700] in die Wege, wenn und soweit Aufgaben des Bundes oder der Nachbarkantone berührt werden.

2  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] erarbeitet den Entwurf und führt das Mitwirkungsverfahren durch.

3. Wasserbauplan und Wasserbaubewilligung

3.1 Voraussetzungen

Art. 20

Plan- und Bewilligungserfordernisse

1  Die Massnahme, die über den Unterhalt hinaus geht, erfordert einen Wasserbauplan. Die Absätze 2, 3 und 4 bleiben vorbehalten.

2  Eine Wasserbaubewilligung genügt,

a

wenn die Massnahmen für das Gewässer von geringer wasserbaulicher Bedeutung sind, ausser wenn ein Überflutungsgebiet bezeichnet werden soll;

b

wenn die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen der Volkswirtschaftsdirektion im konkreten Fall vom Erfordernis eines Wasserbauplanes entbindet, dessen Erlass angesichts der topographischen Vorgaben unverhältnismässig wäre. Der Entscheid der zuständigen Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006]

c

wo der Gewässerrichtplan für eine bestimmte Gewässerstrecke generell vom Erfordernis des Wasserbauplanes entbindet;

d

wo der Seeanstösser ein Vorhaben am Seeufer hat.

3  Notarbeiten zur Abwendung unmittelbar drohenden oder wachsenden Schadens bedürfen weder eines Wasserbauplans noch einer Wasserbaubewilligung.

4  Konzessionen berechtigen unmittelbar zur Ausführung der darin umschriebenen Wasserbaumassnahmen.

5  Die nach Absatz 1-4 zulässigen Massnahmen bedürfen keiner Baubewilligung nach Baugesetz.

3.2 Wasserbauplan

Art. 21

1. Recht zum Planerlass

1  Der Wasserbauplan wird von der Gemeinde, vom Gemeindeverband oder von der Schwellenkorporation erlassen.

2  Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] erlässt den kantonalen Wasserbauplan zur Wahrung gefährdeter regionaler oder kantonaler Interessen, zur Erfüllung der Wasserbaupflicht des Kantons  [Fassung vom 7. 6. 2001] oder als Ersatz des Wasserbauplans einer säumigen Gemeinde oder ihres Erfüllungspflichtigen. Der Regierungsrat regelt das Verfahren.

Art. 22

2. Gegenstand

 Der Wasserbauplan kann namentlich regeln

a

die Überflutungsgebiete und die nötigen Baubeschränkungen;

b

das generelle oder das Ausführungsprojekt;

c

den Unterhalt des Gewässers;

d

die Rechte, die enteignet werden sollen;

e

die Finanzierung.

Art. 23

3. Verfahren
3.1 Information und Mitwirkung der Bevölkerung, Vorprüfung

1  Die Behörden und Organe ziehen bei der Erarbeitung der Projekte die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] frühzeitig zur Beratung bei.

2  Sie informieren die Bevölkerung über vorgesehene Wasserbaumassnahmen und geben ihr Gelegenheit zur Mitwirkung. Sie können darauf verzichten, wenn das Vorhaben Gegenstand des Gewässerrichtplans ist.

3  Sie übergeben den Entwurf mit dem Bericht über die Mitwirkung der zuständigen Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion. Eine Kopie geht an das Regierungsstatthalteramt.  [Fassung vom 28. 3. 2006]

Art. 24

3.2 Auflage und Einsprache

1  Die Vorlage wird in jeder Gemeinde, auf deren Gebiet der Plan eine Massnahme vorsieht, mit dem Hinweis auf das Recht der Einsprache publiziert und 30 Tage öffentlich aufgelegt.

2  Zur Einsprache sind befugt

a

Personen, die durch das Vorhaben besonders berührt und in schutzwürdigen Interessen betroffen sind;  [Fassung vom 10. 4. 2008]

b

die privaten Organisationen nach Artikel 35a und 35c Absatz 3 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG  [BSG 721.0]),  [Fassung vom 28. 1. 2009]

c

die Behörden der Gemeinde und die Organe von Gemeindeverbänden und Schwellenkorporationen, des Kantons  [Fassung vom 7. 6. 2001] und des Bundes zur Wahrung der ihnen anvertrauten öffentlichen Interessen.

3  Die Einsprache ist schriftlich und begründet während der Auflagefrist bei der Gemeinde einzureichen.

4  Der Regierungsstatthalter führt die Einigungsverhandlung durch. Er kann dazu die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] beiziehen. Er leitet die Vorlage mit seinem Bericht an das beschlussfassende Organ.

Art. 25

3.3 Beschluss und Genehmigung

1  In der Gemeinde sind die Stimmberechtigten zum Beschluss über den Wasserbauplan zuständig. Das Gemeindereglement kann die Zuständigkeit des Grossen Gemeinderates oder Stadtrates vorsehen.

2  Im Gemeindeverband und in der Schwellenkorporation richtet sich die Zuständigkeit nach dem Reglement.

3  Der beschlossene Wasserbauplan geht an die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion. Eine Kopie geht an das Regierungsstatthalteramt.  [Fassung vom 28. 3. 2006]

4  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] genehmigt den Wasserbauplan, wenn er recht- und zweckmässig ist und im öffentlichen Interesse liegt. Sie kann einen rechtswidrigen oder unzweckmässigen Plan nach Anhörung der Beteiligten mit der Genehmigung ändern.

5  Widerspricht der Wasserbauplan dem Gewässerrichtplan, so gilt er dennoch als zweckmässig, wenn er die Ziele dieses Gesetzes besser verwirklicht.

6  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] setzt sich gleichzeitig mit den Einsprachen auseinander. Sie eröffnet den Genehmigungsbeschluss in der Regel zusammen mit dem Entscheid über die besonderen Bewilligungen. Soweit diese ebenfalls in die Zuständigkeit der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion oder eines ihrer Ämter fallen, gelten sie mit der Plangenehmigung als erteilt.  [Fassung vom 17. 9. 1992]

Art. 26

4. Wirkungen

1  Der Wasserbauplan, der ein detailliertes Projekt zum Gegenstand hat, berechtigt zur Ausführung der vorgesehenen Massnahmen. Der Genehmigungsbeschluss bezeichnet diese Massnahmen.

2  Enthält der Wasserbauplan ein generelles Projekt, bleibt für das Ausführungsprojekt die Wasserbaubewilligung vorbehalten.

3  Mit dem Wasserbauplan kann ein Ausgabenbeschluss verbunden werden, wenn die Ausgaben genügend genau bezeichnet und vom finanzkompetenten Organ beschlossen werden.

4  Die Gemeinde, der Gemeindeverband oder die Schwellenkorporation erwerben mit dem Wasserbauplan das Enteignungsrecht an den bezeichneten Rechten. Das Enteignungsverfahren richtet sich nach dem kantonalen Enteignungsgesetz  [BSG 711.0].

5  Eine Überbauungsordnung nach Baugesetz  [BSG 721.0] oder ein Strassenplan hat die Wirkungen des Wasserbauplans, soweit wasserbauliche Massnahmen geregelt werden.

Art. 27

5. Beschleunigtes Verfahren

1  Liegt Gefahr im Verzug, kann die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] den Verzicht auf die Information und Mitwirkung der Bevölkerung, auf die Vorprüfung und auf die Durchführung von Einigungsverhandlungen anordnen.

2  Die Auflage- und Einsprachefrist und die Beschwerdefrist betragen in diesem Falle zehn Tage.

3  Der Entscheid der zuständigen Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] über die Anwendung des beschleunigten Verfahrens ist nicht selbständig anfechtbar.

Art. 28

6. Geringfügige Änderungen des Wasserbauplans

1  Geringfügige Änderungen des Wasserbauplans können vom Gemeinderat ohne Information und Mitwirkung der Bevölkerung im Sinne von Artikel 23 Absatz 2, Vorprüfung und öffentliche Auflage beschlossen werden.

2  Vor dem Beschluss sind die Betroffenen mit eingeschriebenem Brief zu benachrichtigen und auf das Recht der Einsprache innert 30 Tagen hinzuweisen.

3  Für die Genehmigung durch die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] gilt Artikel 25 Absätze 3–6.

4  Beim Gemeindeverband und der Schwellenkorporation richtet sich die Zuständigkeit zum Beschluss über die geringfügige Änderung nach dem Reglement.

Art. 29

7. Entzug der Genehmigung

1  Muss ein Wasserbauplan den wesentlich veränderten Verhältnissen am Gewässer angepasst werden oder erscheint eine andere Lösung der wasserbaulichen Probleme aufgrund neuer Erkenntnisse als zweckmässiger, so kann die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008], soweit die vorgesehenen Massnahmen noch nicht ausgeführt sind, dem Wasserbauplan die Genehmigung entziehen.

2  Sie kann sodann die Gemeinde oder den Erfüllungspflichtigen dazu verhalten, innert angemessener Frist einen neuen Plan zu erlassen. Nötigenfalls kann die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion einen kantonalen Wasserbauplan erlassen.  [Fassung vom 10. 4. 2008]

3.3 Wasserbaubewilligung

Art. 30

Voraussetzungen

1  Auf das Gesuch des Wasserbaupflichtigen oder des Erfüllungspflichtigen wird die Wasserbaubewilligung erteilt,

a

wenn das Vorhaben den Wasserbauplan näher ausführt;

b

wo kein Wasserbauplan besteht: wenn das Vorhaben dem Gewässerrichtplan entspricht. Steht es damit im Widerspruch, bleibt dem Gesuchsteller der Nachweis offen, dass sein Vorhaben die Planungs- und Handlungsgrundsätze besser verwirklicht;

c

wo auch kein Gewässerrichtplan besteht: wenn das Vorhaben die Planungs- und Handlungsgrundsätze beachtet.

2  Das Vorhaben muss im übrigen den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen, die im Wasserbau gelten und in keinem anderen Verfahren geprüft werden.

3  Die Wasserbaubewilligung wird in der Regel erst ausgestellt, wenn die besonderen Bewilligungen vorliegen. Soweit diese ebenfalls in die Zuständigkeit der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] fallen, gelten sie als mit der Wasserbaubewilligung erteilt.

4  Die Wasserbaubewilligung kann mit Auflagen für den Unterhalt verbunden werden.

Art. 31

Verfahren

1  Nach seiner Einreichung veröffentlicht die Gemeinde das Wasserbaugesuch mit dem Hinweis auf das Recht der Einsprache und legt es 30 Tage öffentlich auf.

2  Das Ausführungsprojekt, welches das generelle Projekt des Wasserbauplans näher ausführt, ist nur zu publizieren, wenn es öffentliche Interessen weitergehend berührt als das generelle Projekt. Erfolgt keine Publikation, ist den Betroffenen die Auflage des Ausführungsprojektes schriftlich mitzuteilen. Eine Massnahme, die im Wasserbauplan geregelt ist, kann im Wasserbaubewilligungsverfahren nicht mehr Gegenstand der Einsprache sein.

3  Die Einsprachebefugnis richtet sich nach Artikel 24 Absatz 2.

4  Der Regierungsstatthalter führt die Einigungsverhandlung durch. Er kann die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] beiziehen. Er leitet das Gesuch mit Bericht und Antrag an die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006], die über das Gesuch entscheidet und sich mit den Einsprachen auseinandersetzt.  [Fassung vom 17. 9. 1992]

Art. 32

Widerruf

 Unter den Voraussetzungen von Artikel 29 Absatz 1 kann die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] die Wasserbaubewilligung widerrufen.

3.4 Vorzeitige Ausführung

Art. 33

Zuständigkeit und Voraussetzungen

1  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] kann nach dem Beschluss über den Wasserbauplan oder im Wasserbaubewilligungsverfahren nach Ablauf der Auflagefrist die vorzeitige Ausführung geplanter Massnahmen auf entsprechendes Gesuch gestatten, wenn keine Einsprachen vorliegen und der Wasserbauplan als genehmigungsfähig, das Wasserbaugesuch als bewilligungsfähig erscheint.

2  Die Bewilligung der vorzeitigen Ausführung gilt nicht als Beitragszusicherung.

3.5 Koordination

Art. 34

 Vor der Genehmigung des Wasserbauplans und im Wasserbaubewilligungsverfahren holt die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] die Mitberichte der interessierten kantonalen Amtsstellen ein, koordiniert die Beschaffung der besonderen Bewilligungen und verkehrt mit den Bundesbehörden.

4. Gewässerunterhalt

Art. 35

1  Die Gewässerunterhaltsarbeiten können ohne Wasserbaubewilligung und ohne Baubewilligung ausgeführt werden. Die erforderlichen besonderen Bewilligungen bleiben jedoch vorbehalten.

2  Wird ein finanzieller Beitrag des Kantons  [Fassung vom 7. 6. 2001] erwartet, so sind die Unterhaltsarbeiten der zuständigen Stelle der Direktion für Bau, Verkehr und Energie  [Fassung vom 29. 10. 1997] mindestens 30 Tage zum voraus anzuzeigen.

3  Die zuständige Stelle der Direktion für Bau, Verkehr und Energie  [Fassung vom 29. 10. 1997] informiert die übrigen betroffenen kantonalen Amtsstellen.

4  Die zuständige Stelle der Direktion für Bau, Verkehr und Energie  [Fassung vom 29. 10. 1997] untersagt innert 20 Tagen seit der Anzeige die Ausführung der vorgesehenen Unterhaltsarbeiten, wenn sie

a

den Rahmen des Gewässerunterhaltes sprengen oder

b

dem Wasserbauplan oder der Wasserbaubewilligung widersprechen.

Sie legt gleichzeitig fest, ob für das Vorhaben das Verfahren des Wasserbauplans oder das der Wasserbaubewilligung durchzuführen ist.

5  ...  [Aufgehoben am 2. 5. 1995]

IV. Finanzierung

Art. 36

1. Wasserbaukosten

 Die Wasserbaukosten umfassen

a

die Kosten der Planung,

b

die Kosten des Gewässerunterhalts,

c

die Entschädigungen in Überflutungsgebieten des Wasserbauplans,

d

die Kosten aktiver Hochwasserschutzmassnahmen,

e

die Kosten des Erwerbs dinglicher Rechte für den Wasserbau,

f

die Kosten einer vorzeitigen Sanierung,

g

die Entschädigungen nach Artikel 13 Absatz 3.

Art. 37

2. Aufteilung der Lasten

1  Der Kanton  [Fassung vom 7. 6. 2001] trägt die Kosten der Richtplanung und des eigenen Wasserbaus und leistet die Entschädigung in Überflutungsgebieten des Wasserbauplans. Er kann Beiträge an die übrigen Wasserbaukosten leisten. Auf diese besteht kein Rechtsanspruch. Keine Beiträge erhalten die Seeanstösser und Konzessionäre. Absatz 4 bleibt vorbehalten.  [Fassung vom 2. 5. 1995]

2  Der Wasserbaupflichtige trägt die übrigen Wasserbaukosten, soweit nicht der Erfüllungspflichtige dafür aufkommt.

3  Die Gemeinde, der Gemeindeverband oder die Schwellenkorporation ersetzt dem Kanton auf Verfügung der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion 33 Prozent der Entschädigungen in den Überflutungsgebieten.  [Fassung vom 7. 6. 2001]

4  Die Kosten, die dem Kanton  [Fassung vom 7. 6. 2001] durch den laufenden Unterhalt des Kanalnetzes der I. und II. Juragewässerkorrektion erwachsen, sind auf Verfügung der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion zur Hälfte durch die anstossenden und nutzniessenden Gemeinden zu tragen. Der Regierungsrat erlässt einen Kostenteiler, der Nutzen, Anstosslänge und Einwohnerzahl der Gemeinden berücksichtigt. Die Kosten für Gesamterneuerungen von Kanalsystemen werden besonders geregelt.  [Fassung vom 2. 5. 1995]

5  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] kann eine Gemeinde zu angemessenen Beiträgen an die Wasserbaukosten einer anderen Gemeinde oder des dortigen Erfüllungspflichtigen verpflichten, wenn ihr eine Wasserbaumassnahme in ganz besonderem Masse dient, beispielsweise

wenn sie dank dem Wasserbau des Ober- oder Unterliegers ganz oder zu einem wesentlichen Teil auf eigene Wasserbaumassnahmen verzichten kann, oder

wenn sie die Wasserführung in einem Vorfluter wesentlich verändern kann.  [Absätze 5 und 6 entsprechen den bisherigen Absätzen 4 und 5]

6  Zieht eine Wassernutzungsanlage Mehrkosten von Gewässerunterhalt oder Wasserbau nach sich, kommt auf Verfügung der zuständigen Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 10. 4. 2008] der Konzessionär dafür auf.  [Absätze 5 und 6 entsprechen den bisherigen Absätzen 4 und 5]

Art. 38

3. Leistungen des Kantons  [Fassung vom 7. 6. 2001]
3.1 Beiträge an den Unterhalt

1  Im Rahmen seiner Voranschlagskredite kann der Kanton der Gemeinde und dem Erfüllungspflichtigen Beiträge bis zur Höhe von 50 Prozent der Kosten des wesentlichen Unterhalts leisten. Die Beiträge betragen mindestens 33 Prozent der Kosten.  [Fassung vom 7. 6. 2001]

2  Der Regierungsrat bezeichnet den wesentlichen Unterhalt. Er bewilligt die Beiträge, soweit diese Ausgabenbefugnis nicht einer ihm untergeordneten Organisationseinheit übertragen ist.  [Fassung vom 7. 6. 2001]

3  Der Beitrag kann angemessen herabgesetzt werden, wenn die Kosten, an die er geleistet wird, auf eine Vernachlässigung des Gewässerunterhalts zurückzuführen sind.

4  ...  [Aufgehoben am 2. 5. 1995]

Art. 39

3.2 Entschädigungen in Überflutungsgebieten

1  Im Überflutungsgebiet gemäss Wasserbauplan hat der Berechtigte Anspruch auf eine angemessene Entschädigung oder auf einen Beitrag an höhere Versicherungsprämien. Der Regierungsrat bestimmt die Ansätze der Entschädigungen und Beiträge.

2  Der Grosse Rat stellt die erforderlichen Mittel im Voranschlag ein.

3  Der Regierungsrat hat die Finanzkompetenz zur Ausrichtung der Entschädigung. Die Delegation von Ausgabenbefugnissen nach Finanzhaushaltgesetz bleibt vorbehalten.

4  Der Regierungsrat kann die Schadenregulierung der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] oder Dritten übertragen.

Art. 40

3.3 Beiträge an die übrigen Wasserbaukosten

1  Im Rahmen der Voranschlagskredite kann der Kanton  [Fassung vom 7. 6. 2001] der Gemeinde und dem Erfüllungspflichtigen Beiträge an die übrigen Wasserbaukosten ohne Passivzinsen und an die Kosten der durch ein Wasserbauvorhaben ausgelösten Nachführung des Vermessungswerkes leisten.  [Fassung vom 2. 5. 1995]

2  Der Beitrag an die Gemeinde beträgt 33 Prozent oder, wenn der Bund keinen Beitrag leistet, 66 Prozent. Der Beitrag kann angemessen herabgesetzt werden, wenn die Kosten, an die er geleistet wird, auf eine Vernachlässigung des Gewässerunterhalts zurückzuführen sind.  [Fassung vom 7. 6. 2001]

3  Der Regierungsrat sichert den Beitrag zu. Er bewilligt alle Beiträge, die nicht der Volksabstimmung unterliegen, soweit diese Ausgabenbefugnis nicht einer ihm untergeordneten Organisationseinheit übertragen ist.  [Fassung vom 7. 6. 2001]

4  Der Beitrag wird nicht fällig, bevor

a

die erforderlichen Voranschlagskredite beschlossen sind und zudem

b

mit der Ausführung der Massnahme begonnen wurde.

5  Die Massnahme, an die ein Beitrag verlangt wird, darf vor der Beitragszusicherung nicht begonnen werden. Artikel 33 bleibt vorbehalten; die Bewilligung der vorzeitigen Ausführung bedeutet keine Beitragszusicherung.

6  Der Regierungsrat hat bei Notarbeiten selbst ausserhalb der vorhandenen Kredite die unbeschränkte Finanzkompetenz und kann im Härtefall den Beitrag angemessen erhöhen.

Art. 41

4. Grundeigentümerbeiträge

1  Die Gemeinde und der Gemeindeverband können mit Reglement vorsehen, vom Grundeigentümer oder vom Baurechtsinhaber an die Kosten der Planung, des aktiven Hochwasserschutzes und des Erwerbs dinglicher Rechte nach Massgabe des besonderen Vorteils Beiträge zu erheben.

2  Als besonderer Vorteil gilt namentlich der Schutz des Grundstücks selbst und der zu ihm führenden Erschliessungsanlagen vor der Gefahr des Wassers.

3  Der Beitrag kann nach der Nähe zum Gewässer, der Anstosslänge, den topographischen Verhältnissen, der Fläche oder dem Wert des Grundstücks oder sonst einem sachlichen Kriterium bemessen werden.

4  Im übrigen ist das Dekret über die Beiträge der Grundeigentümer an Erschliessungsanlagen und an weitere öffentliche Werke und Massnahmen sinngemäss anwendbar.

Art. 42

5. Die Schwellenkorporation

1  Die Schwellenkorporation kann gemäss ihrem Reglement durch Verfügung von ihren Mitgliedern regelmässig Beiträge erheben nach Massgabe des Vorteils, den ihre Tätigkeit im Wasserbau und im Gewässerunterhalt für sie bedeutet.

2  Für den Vorteil und die Bemessung gilt Artikel 41 Absatz 2 und 3.

3  Die Schwellenkorporation kann angemessene Reserven anlegen.

4  Die Gemeinde kann aus ihren allgemeinen Mitteln der Schwellenkorporation Beiträge leisten.

V. Aufsicht

1. Aufsicht im allgemeinen

Art. 43

Zuständigkeit

1  Die Oberaufsicht über die Gewässer und deren Betreuung steht dem Regierungsrat zu, für ihn handelt - unter Vorbehalt von Artikel 2 - die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] durch die zuständigen Stellen.  [Fassung vom 29. 10. 1997]

2  Bei Gewässern, die durch Gewässerrichtplan oder durch Beschluss des Regierungsrates für den Unterhalt und den Wasserbau einer andern Direktion unterstellt sind, wird die Aufsicht durch diese Direktion ausgeübt. Die andern Direktionen stimmen ihre Tätigkeiten mit der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] ab. Sie wenden Artikel 44-50 dieses Gesetzes sinngemäss an, soweit die anderen Gesetze (Art. 4 Abs. 1) nichts anderes vorsehen.  [Fassung vom 24. 3. 1993]

3  Der Regierungsstatthalter vermittelt zwischen Gemeinden, übrigen Wasserbaupflichtigen oder Erfüllungspflichtigen und übernimmt die Koordination bei Notarbeiten.

4  Die zuständige Stelle der zur Aufsicht zuständigen Direktion berät Wasserbaupflichtige und Erfüllungspflichtige.  [Fassung vom 29. 10. 1997]

Art. 44

Gewässerkontrolle

1  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] überwacht den Zustand der Gewässer, die Unterhalts- und Wasserbauarbeiten und die Einhaltung der wasserbaupolizeilichen Vorschriften.

2  Der Anstösser meldet der Gemeinde neue Gefahrenherde und Schäden an Gewässern, sobald er sie erkennt. Die Gemeinden, ihre Erfüllungspflichtigen und die Konzessionäre melden entsprechende Wahrnehmungen der Aufsichtsbehörde und dem Regierungsstatthalter.

3  Bei Bedarf begeht die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] mit dem Wasserbaupflichtigen, dem Erfüllungspflichtigen und dem Regierungsstatthalter jährlich das Gewässer.

4  Die Organe der Volkswirtschaftsdirektion orientieren die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] über ihre Beurteilung der Gewässer, besonders über die drohenden Gefahren.  [Fassung vom 24. 3. 1993]

Art. 45

Vernachlässigung der Wasserbaupflicht

1  Vernachlässigt der Wasserbaupflichtige oder der Erfüllungspflichtige den Gewässerunterhalt oder den Wasserbau, veranlasst die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] das Nötige.

2  Handelt der Betroffene auf entsprechende Aufforderung der zuständigen Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] nicht, so erlässt die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] wo nötig einen kantonalen Wasserbauplan. Genügt für die nötigen Arbeiten eine Wasserbaubewilligung, so erarbeitet die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] das Projekt, legt es in der Gemeinde während 30 Tagen mit dem Hinweis auf das Recht der Einsprache auf, führt die Einspracheverhandlung durch und beschliesst das Projekt; dabei setzt sie sich mit den unerledigten Einsprachen auseinander. Für die Einsprachebefugnis gilt Artikel 24 Absatz 2.  [Fassung vom 17. 9. 1992]

3  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] setzt dann den Betroffenen Frist zur Ausführung der Arbeiten und stellt für den Fall der Nichterfüllung die Ersatzvornahme in Aussicht.

4  Wird dieser Verfügung nicht fristgerecht nachgelebt, so lässt die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] die Arbeiten ausführen.

5  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] verfügt den Kostenanteil des Betroffenen. Artikel 37–40 sind anwendbar. Mehrkosten, die durch die Vernachlässigung der Wasserbaupflicht und durch das aufsichtsrechtliche Eingreifen verursacht werden, trägt der betroffene Wasserbau- oder Erfüllungspflichtige.

Art. 46

Widerrechtliche Vorkehren

1  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] ordnet die Einstellung der Arbeiten und die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes innert angemessener Frist an, wenn Dritte unzulässige Eingriffe vornehmen, oder Wasserbau- oder Erfüllungspflichtige formell widerrechtliche Arbeiten ausführen. Sie droht gleichzeitig die Ersatzvornahme an.

2  Für das Verfahren gilt:

a

Wird innert der Frist ein geeignetes Plan- oder Bewilligungsverfahren eingeleitet, so wird das Wiederherstellungsverfahren bis zum Entscheid in jenem Verfahren eingestellt. Buchstabe d bleibt vorbehalten.

b

Ein nachträgliches Verfahren ist ausgeschlossen, wenn bereits rechtskräftig über die Vorkehren entschieden ist.

c

Wenn über das Gesuch oder den Plan entschieden ist, passt die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] die Wiederherstellungsverfügung soweit notwendig an und setzt gegebenenfalls eine neue Frist.

d

Wird das nachträgliche Gesuch um eine Wasserbau- oder Wasserbaupolizeibewilligung oder um eine Konzession innert 30 Tagen seit der Eröffnung der Wiederherstellungsverfügung eingereicht, so ist diese ausser Kraft gesetzt. Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] erlässt, wenn das Gesuch nicht oder nur teilweise bewilligt werden kann, eine neue Wiederherstellungsverfügung; die Frist für die Beschwerde gegen die Wiederherstellungsverfügung beginnt neu zu laufen. Wird das nachträgliche Gesuch zurückgezogen, tritt die Wiederherstellungsverfügung wieder in Kraft.

3  Rechtskräftig verfügte Wiederherstellungsmassnahmen, die der Pflichtige nicht innert der angesetzten Frist ausführt, lässt die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] auf dessen Kosten durch Dritte vornehmen.

2. Wasserbaupolizei

Art. 47

1. Zuständigkeit

1  Die zuständigen Stellen der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] üben an den unter Aufsicht stehenden Gewässern die Wasserbaupolizei aus.  [Fassung vom 29. 10. 1997]

2  ...  [Aufgehoben am 29. 10. 1997]

3  ...  [Aufgehoben am 29. 10. 1997]

4  Die für die Wassernutzung zuständige Behörde entscheidet nach Anhörung der zuständigen Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] auch über Wasserbaupolizeibewilligung.  [Fassung vom 29. 10. 1997]

Art. 48

2. Bewilligung, Ausnahme, Konzession
2.1 Bewilligungspflicht und -voraussetzungen, Ausnahmen

1  Bauten und Anlagen im oder am Gewässer, über oder unter dem Gewässer und im geschützten Uferbereich sowie andere Vorkehren im Gewässerbereich, die auf die Wasserführung, den Abfluss, die Sicherheit und Gestaltung des Gewässerbettes und Ufers, die natürliche Funktionsfähigkeit oder den Zugang zum Gewässer Einfluss haben, bedürfen einer Wasserbaupolizeibewilligung, im Fall der Kiesentnahme einer Konzession oder einer Bewilligung. Absatz 2 bleibt vorbehalten.  [Fassung vom 28. 1. 2009]

2  Für Arbeiten des Gewässerunterhaltes oder des Wasserbaus brauchen die Berechtigten keine Wasserbaupolizeibewilligung.

3  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] erteilt die Bewilligung, es sei denn,

a

das Gewässer, Schutzbauten oder Anlagen gegen Bodenbewegungen würden gefährdet oder beeinträchtigt;

b

der nötige Zugang zum Gewässer würde behindert;

c

der Abfluss des Wassers im Gewässerbett würde merklich beschleunigt oder gehemmt;

d

die Wasserführung würde wesentlich verändert;

e

der Zu- und Abfluss unterirdischer Gewässer würde beeinträchtigt;

f

das Gewässer würde eingedolt oder überdeckt oder

g

ein See oder Teich würde aufgeschüttet.

4  Ausnahmen von Absatz 3 sind nur möglich, wenn ein wichtiger Grund vorliegt und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen.

5  Werden durch die Ausübung der Ausnahmebewilligung die Wasserbaukosten erhöht, so trägt der Empfänger oder sein Rechtsnachfolger die Mehrkosten.

6  Die Bewilligung kann mit Bedingungen verknüpft, mit Auflagen versehen oder befristet werden.

Art. 49

2.2 Kiesentnahme

1  Die zuständige Stelle der Direktion für Bau, Verkehr und Energie  [Fassung vom 29. 10. 1997] kann die Konzession oder die Bewilligung zur Kiesentnahme erteilen, wenn und soweit sie den Geschiebehaushalt nicht beeinträchtigt. Es besteht kein Anspruch auf Kiesentnahme.

2  Der Regierungsrat bestimmt die Höhe der periodischen Abgaben für die Kiesentnahme.

3  Die zuständige Stelle der Direktion für Bau, Verkehr und Energie  [Fassung vom 29. 10. 1997] widerruft oder beschränkt die Konzession oder Bewilligung, wenn anzunehmen ist, die Kiesentnahme trage zur Beeinträchtigung des Geschiebehaushalts bei. Der Bewilligungsinhaber wird nicht entschädigt, für den Konzessionär gelten die Regeln des Enteignungsrechts.

4  Auf das Ende der Konzession oder der Bewilligung ist der ursprüngliche Zustand möglichst wiederherzustellen. Installationen sind vom Berechtigten auf eigene Kosten zu entfernen. Bei Erteilung der Konzession oder der Bewilligung kann für die Kosten einer Ersatzvornahme die Leistung einer Sicherheit verlangt werden.

Art. 50

3. Verfahren

1  Für das Verfahren ist Artikel 31 Absätze 1, 3 und 4 sinngemäss anwendbar. Wenn keine wesentlichen öffentlichen Interessen berührt sind, genügt statt einer Publikation die schriftliche Mitteilung an die Betroffenen.

2  Die zuständige Stelle der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion  [Fassung vom 28. 3. 2006] koordiniert die Einholung der übrigen besonderen Bewilligungen, die im Zusammenhang mit dem Gewässer nötig sind.

VI. Rechtspflege und Strafen

1. Rechtspflege

Art. 51  [Fassung vom 10. 4. 2008]

Anfechtung von Sachverfügungen

1  Gegen die Verfügung der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion über den kantonalen Wasserbauplan kann Beschwerde beim Regierungsrat geführt werden.

2  Gegen Verfügungen gemäss Artikel 11 Absatz 3 sowie gegen Verfügungen über die Auflösung von Schwellenkorporationen kann bei der Direktion und gegen deren Entscheid beim Regierungsrat Beschwerde geführt werden. Dieser entscheidet kantonal letztinstanzlich.

3  Im Übrigen gelten die Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG  [BSG 155.21]).

Art. 52

Anfechtung von Verfügungen auf Geldleistung

1  Verfügungen betreffend Grundeigentümerbeiträge und reglementarische Beiträge an Schwellenkorporationen unterliegen der Verwaltungsbeschwerde an den Regierungsstatthalter; dessen Entscheid kann beim Verwaltungsgericht angefochten werden.

2  Verfügungen des Regierungsrates und der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion auf Geldleistungen werden direkt beim Verwaltungsgericht angefochten.  [Fassung vom 10. 4. 2008]

3  Im Übrigen gelten die Bestimmungen des VRPG.  [Fassung vom 10. 4. 2008]

Art. 53

Verfahren

1  Für das Verfahren gelten die Vorschriften des VRPG  [Fassung vom 10. 4. 2008].

2  Bei Notarbeiten sind die Verfügungen der zuständigen Behörden sofort vollstreckbar.

Art. 54

Vollstreckungstitel

 Rechtskräftig verfügte Kosten, Gebühren, Bussen und Verfügungen über andere Geldleistungen, welche sich auf dieses Gesetz oder auf die Ausführungserlasse stützen, sind vollstreckbaren Urteilen im Sinne von Artikel 80 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs  [SR 281.1] gleichgestellt.

2. Strafen

Art. 55

Straftatbestände und Strafmass

1  Wer vorsätzlich oder grobfahrlässig und ohne im Besitze der nötigen wasserbaupolizeilichen Bewilligungen zu sein oder in Abweichung von einer solchen Bewilligung Bauten, Anlagen oder andere Vorkehren im, am, über oder unter dem Gewässer (Art. 48) ausführt, wird mit einer Busse von 1000 Franken bis 40 000 Franken bestraft.

2  In schweren Fällen, im Wiederholungsfall und bei Gewinnsucht kann auf eine Busse bis 100 000 Franken erkannt werden.  [Fassung vom 14. 12. 2004]

3  In leichten Fällen beträgt der Bussenrahmen 50 Franken bis 1000 Franken.

Art. 56  [Fassung vom 28. 1. 2009]

Verjährung

 Widerhandlungen nach Artikel 55 verjähren nach sieben Jahren.

Art. 57

Ergänzendes Recht

 Im übrigen bleibt ergänzendes eidgenössisches und kantonales Strafrecht vorbehalten.

VII. Vollzugs-, Übergangs- und Schlussbestimmungen

1. Vollzug

Art. 58

Wasserbauverordnung

 Der Regierungsrat erlässt die zum Vollzug des Gesetzes erforderlichen Vorschriften.

Art. 58a  [Eingefügt am 2. 5. 1995]

Gemeindereglemente

1  Die Gemeinden ohne Schwellenkorporation erlassen die für die Organisation und Erfüllung der Wasserbaupflicht notwendigen Reglemente.

2  Die Gemeindereglemente bedürfen zu ihrer Gültigkeit keiner Genehmigung des Kantons.

3  Die zuständige Stelle  [Fassung vom 29. 10. 1997] erlässt Musterreglemente und unterstützt die Gemeinden beim Erlass der Reglemente durch Beratung und Prüfung.

2. Übergangsbestimmungen

Art. 59

Anwendung bisherigen Rechts

1  Projekte, für welche vor Inkrafttreten dieses Gesetzes ein Kantons- oder Bundesbeitrag zugesichert worden ist, können ausgeführt werden. Vorbehalten bleibt die sinngemässe Anwendung der Artikel 29 und 32.

2  Bei altrechtlichen Gesamtprojekten bestimmt die zuständige Stelle der Direktion für Bau, Verkehr und Energie  [Fassung vom 29. 10. 1997] für Etappen, an die weder ein Kantonsbeitrag noch ein Bundesbeitrag zugesichert ist, ob ein Wasserbauplan zu erlassen oder eine Wasserbaubewilligung einzuholen ist. Der Entscheid der zuständigen Stelle der Direktion für Bau, Verkehr und Energie  [Fassung vom 29. 10. 1997] kann nicht selbständig angefochten werden.

Art. 60

Anpassung der Vorschriften in Gemeinden ohne Schwellenkorporationen

 Die Gemeinde ohne Schwellenkorporation erlässt innert drei Jahren seit Inkrafttreten dieses Gesetzes das für die Organisation und Erfüllung der Wasserbaupflicht notwendige Reglement oder passt bestehende Reglemente wo nötig an.

Art. 61

Anpassung der Vorschriften in Gemeinden mit bestehenden Schwellenkorporationen

 Der Regierungsrat regelt das Verfahren zur Anpassung der Vorschriften in Gemeinden mit bestehenden Schwellenkorporationen.

Art. 62

Anpassung von Gemeindeverbandsreglementen

 Enthält das Reglement eines bestehenden Gemeindeverbandes Bestimmungen, die diesem Gesetz oder den Ausführungsvorschriften widersprechen, so passt der Gemeindeverband das Reglement innert drei Jahren seit Inkrafttreten dieses Gesetzes an.

Art. 63

Wohlerworbene Rechte von Konzessionären

 Gehen wohlerworbene Rechte aus Konzessionen, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes erteilt wurden, der Regelung von Artikel 37 Absatz 5 vor, trägt der Kanton  [Fassung vom 7. 6. 2001] die Mehrkosten.

Art. 64  [Fassung vom 2. 5. 1995]

Beiträge nach Art. 37 Abs. 5  [Fassung vom 2. 5. 1995]

 Artikel 37 Absatz 5 ist anwendbar auf Baugebiete, die beim Inkrafttreten dieses Gesetzes noch ganz oder zu einem wesentlichen Teil unüberbaut sind und deren Überbauung Wasserbaumassnahmen am Vorfluter nötig macht.

Art. 64a  [Eingefügt am 28. 1. 2009]

Anpassung von Vorschriften zum geschützten Uferbereich

 Die Gemeinden setzen innerhalb von zehn Jahren seit dem Inkrafttreten von Artikel 4a den geschützten Uferbereich fest.

3. Schlussbestimmungen

Art. 65

Inkrafttreten

 Der Regierungsrat bestimmt den Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes.  [1. 1. 1990]

Art. 66

Aufhebung von Vorschriften

 Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes sind aufgehoben:

a

das Gesetz über den Unterhalt und die Korrektion der Gewässer und die Austrocknung von Mösern und andern Ländereien vom 3. April 1857;

b

die Verordnung betreffend Bezeichnung der öffentlichen Gewässer und der unter öffentliche Aufsicht gestellten Privatgewässer vom 15. Mai 1970 und alle ihre Änderungen;

c

der Beschluss des Regierungsrates betreffend «Schwellenkorporationen; Prüfung der Jahresrechnungen» vom 4. Dezember 1956.

Art. 67

Anpassung von Vorschriften

1  Das Baugesetz vom 9. Juni 1985  [BSG 721.0] wird wie folgt geändert:

2  In Artikel 42 Absatz 1 Buchstabe h Dekret über das Baubewilligungsverfahren vom 10. Februar 1970  [Aufgehoben durch Dekret vom 22. 3. 1994 über das Baubewilligungsverfahren; BSG 725.1] wird der Begriff «Wasserbaupolizeigesetz» durch «Wasserbaugesetz» ersetzt.

3  Artikel 1 Absatz 3 Gemeindegesetz vom 20. Mai 1973  [Aufgehoben durch Gemeindegesetz vom 16.3.1998; BSG 170.11] erhält folgenden Wortlaut:

4  Das Gesetz über die Nutzung des Wassers vom 3. Dezember 1950  [BSG 752.41] wird wie folgt geändert:

Bern,  14.  Februar  1989 

Im Namen des Grossen Rates
Der Präsident: Schmidlin
Der Staatsschreiber: Nuspliger

Inkraftsetzung gemäss Artikel 63 der Wasserbauverordnung vom 15. November 1989 auf den 1. Januar 1990

Anhang

14.2.1989  G 

GS 1989/106, in Kraft am 1. 1. 1990

Änderungen

17.9.1992  D 

GS 1992/332, in Kraft am 15. 12. 1992

24.3.1993  V 

GS 1993/247, in Kraft am 1. 1. 1993

10.11.1993  V 

GS 1993/696, in Kraft am 1. 1. 1994

2.5.1995  G 

BAG 95-73, in Kraft am 1. 1. 1996

2.5.1995  G 

BAG 95-75, in Kraft am 1. 1. 1996

29.10.1997  V 

BAG 97–100, in Kraft am 1. 1. 1998

7.6.2001  G 

BAG 01–87, in Kraft am 1. 1. 2002

14.12.2004  G 

über das Strafverfahren, BAG 06–129 (II.), in Kraft am 1. 1. 2007

28.3.2006  G 

über die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter, BAG 08–134 (Art. 17), in Kraft am 1. 1. 2010

10.4.2008  G 

über die Verwaltungsrechtspflege, BAG 08–109 (II.), in Kraft am 1. 1. 2009

28.1.2009  G 

Baugesetz, BAG 09–64 (II.), in Kraft am 1. 9. 2009

Ref: http://www.sta.be.ch/belex/f/7/751_11.html
751.11

14  février  1989 

Loi
sur l'entretien et sur l'aménagement des eaux
(Loi sur l'aménagement des eaux, LAE)


Le Grand Conseil du canton de Berne,
sur proposition du Conseil-exécutif,
arrête:

I. Dispositions générales

Article premier

1. Objet

1  La présente loi réglemente l'entretien et l'aménagement des eaux.

2  L'aménagement des eaux comprend la protection active et passive contre les crues ainsi que les mesures contre les mouvements de terrain affectant le secteur à proximité des eaux.

3  La présente loi réglemente en outre la police des eaux.

Art. 2

2. But

 La présente loi a pour but d'une part de maintenir les eaux dans un état naturel ou de les aménager dans un état proche du naturel, et d'autre part d'éliminer les dangers sérieux que représentent les eaux pour l'homme, les animaux et les biens de valeur ou d'indemniser les dommages dans des cas particuliers.

Art. 3

3. Champ d'application
3.1 Principe

1  La présente loi est applicable à toutes les eaux de surface stagnantes et courantes, y compris les tronçons qui ont été enterrés.

2  Les cours d'eau qui n'ont pas creusé de lit ne sont pas des eaux courantes au sens de la présente loi.

Art. 4

3.2 Exceptions

1  Lorsque l'aménagement des eaux occupe une place secondaire dans un projet subordonné à une autre loi, tel qu'un projet d'utilisation des eaux, d'amélioration foncière, de reboisement ou de délimitation de zones à protéger ou de zones de danger, l'ensemble du projet, aménagement des eaux compris, est régi par la loi en question.

2  ...  [Abrogé le 2. 5. 1995]

3  La Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993] assure en outre la régulation du débit de l'Aar en aval du lac de Brienz jusqu'à Murgenthal et celle du niveau des eaux des lacs de Brienz, de Thoune et de Bienne.

4  Dans la mesure où un projet au sens du 1er, du 2e ou du 3e alinéa comporte des travaux d'aménagement des eaux au sens de l'article 7 de la présente loi, les principes fixés à l'article 15 doivent également être respectés. Les autres autorités compétentes requièrent le corapport de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993] et, s'il y a déversement dans un émissaire, son approbation.

Art. 4a  [Introduit le 28. 1. 2009]

4. Zones riveraines protégées

1  La protection des zones riveraines permet de garantir que les eaux disposent de l’espace minimal nécessaire à la préservation de leurs fonctions écologiques et à la protection contre les crues.

2  Les zones riveraines protégées des cours d’eau doivent être délimitées en particulier en fonction de l’état des cours d’eau et de la largeur de leur lit.

3  Les zones riveraines protégées des cours d’eau ont au moins cinq mètres de large. Dans les terrains déjà largement bâtis, une valeur inférieure est admissible pour des raisons importantes relevant en particulier de l’aménagement du territoire ou de l’urbanisme.

4  Les communes définissent les zones riveraines protégées dans leur réglementation fondamentale en matière de construction ou dans les plans de quartier.

5  En l’absence d’une réglementation suffisante, la largeur de la zone riveraine protégée est de 15 mètres.

Art. 5

5. Réserve d’autorisations et de permis spéciaux  [Teneur du 28. 1. 2009]

 Les autorisations et permis spéciaux requis par les lois fédérales ou cantonales pour les ouvrages hydrauliques, les travaux d'entretien et autres constructions, installations et objets sur les eaux et sur leurs rives sont réservés.

Art. 5a  [Introduit le 7. 6. 2001]

6. Partenariat  [Teneur du 28. 1. 2009]

 Le canton, les communes et les assujettis à l'exécution collaborent à la mise en application de la présente loi sur la base d'un partenariat.

II. Tâches, assujettissement et organisation

1. Tâches

Art. 6

Entretien des eaux

1  Les eaux doivent être entretenues.

2  Toutes les interventions propres à maintenir en bon état les eaux, leur proximité immédiate et les ouvrages hydrauliques (ouvrages de protection et installations de protection contre les mouvements de terrain) servent à l'entretien des eaux.

3  L'entretien des eaux comprend

a

les opérations de curage et de nettoyage;

b

les travaux de réfection de faible envergure sur les ouvrages hydrauliques;

c

l'entretien et le remplacement de la végétation par des plantes adaptées au milieu et

d

l'entretien des berges et des chemins de service.

4  L'enlèvement du bois flottant ne fait pas partie de l'entretien des eaux au sens de la présente loi s'il n'est pas nécessaire à la protection des rives. Si cette opération s'impose pour assurer la navigabilité concessionnée des voies d'eau ou pour protéger les roselières, elle est effectuée par les Directions cantonales concernées.  [Teneur du 2. 5. 1995]

Art. 7

Aménagement des eaux

1  Si les eaux menacent sérieusement des personnes ou des biens de valeur et que le danger ne puisse être écarté par les travaux d'entretien ou par des mesures d'aménagement du territoire, des mesures adéquates, conformes aux principes de planification (art. 15), doivent être prises.

2  Si l'on tolère les dangers menaçant des biens, des zones inondables doivent être désignées dans le plan d'aménagement des eaux, à condition

a

qu'aucun être humain ne soit menacé et

b

qu'aucun dommage important ne soit à redouter.

La délimitation de zones de danger et de zones à protéger dans les plans d'affectation, les interdictions de construire et les charges imposées pour les bâtiments et installations ainsi que les mesures destinées à la protection de certains objets sont autant de possibilités d'assurer la protection passive contre les crues.

3  Le recalibrage du profil d'écoulement, les mesures de retenue, la dérivation des pointes de crue, le détournement d'un cours d'eau et la réfection ou le remplacement d'ouvrages de protection, associés si possible au rétablissement simultané des eaux dans un état proche du naturel, constituent l'essentiel de la protection active contre les crues.

4  Les mesures prises dans l'intérêt des eaux contre les mouvements de terrain, telles que la stabilisation des pentes par des mesures biologiques et techniques sont aussi assimilées à des aménagements hydrauliques.

5  Les mesures actives et passives de protection contre les crues peuvent être combinées.

Art. 8

Assainissement

 Les eaux et les tronçons de cours d'eau ayant subi des altérations doivent en général être assainis à l'occasion des travaux de réfection des ouvrages. On peut procéder à un assainissement anticipé si la sécurité est suffisamment assurée et si

a

les inconvénients écologiques sont particulièrement graves,

b

le paysage est fortement altéré et si

c

le rapport entre les dépenses et les améliorations possibles est raisonnable.

2. Assujettissement à l'obligation d'aménager les eaux

Art. 9

Définition et assujettis

1  L'obligation d'aménager les eaux englobe l'obligation d'entretenir les eaux et celle d'exécuter des aménagements hydrauliques.

2  Elle incombe

a

à la commune, pour les eaux courantes; l'obligation, faite au canton  [Teneur du 7. 6. 2001] (3e al.) et au concessionnaire (4e et 5e al.), d'aménager les eaux est réservée;

b

au propriétaire du bien-fonds riverain ou au titulaire du droit de superficie (riverain des lacs), pour les lacs.

3  L'obligation d'aménager les eaux incombe au canton  [Alinéa 3 selon teneur du 2. 5. 1995]

a

si la route cantonale passe à proximité immédiate du cours d'eau ou qu'elle l'enjambe;

b

si les cours d'eau concernés relèvent de la Ire ou de la IIe correction des eaux du Jura.

4  Lorsqu'elle octroie un droit de force hydraulique, l'autorité compétente peut déléguer tout ou partie de l'obligation d'aménager les eaux au concessionnaire. La procédure est régie par la loi cantonale sur l'utilisation des eaux. L'autorité qui délivre la concession entend la commune et requiert le corapport de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993].

5  Le concessionnaire d'une petite centrale hydraulique d'une puissance brute inférieure à 300 kilowatts est exempté de l'obligation d'aménager les eaux, dans la mesure où ce n'est pas pour lui que les eaux présentent le plus grand intérêt.

3. Organisation de l'exécution de l'obligation d'aménager les eaux

Art. 10

Modes d'exécution

1  L'obligation d'aménager les eaux est exécutée

1.

par l'assujetti à l'obligation lui-même ou

2.

en ce qui concerne les eaux courantes, par un assujetti à l'exécution, à savoir

a

un syndicat de communes,

b

une corporation de digues.

2  La commune peut en outre déléguer au riverain, avec l'accord de ce dernier, l'exécution de l'obligation d'entretenir les eaux revêtant peu d'importance pour l'aménagement.

Art. 11

Syndicat de communes

1  Plusieurs communes ou corporations de digues peuvent se regrouper en un syndicat de communes pour aménager les eaux.

2  Sauf dispositions contraire de la présente loi, la constitution, la modification, la dissolution et l'organisation du syndicat de communes sont régies par les dispositions de la loi sur les communes  [RSB 170.11]. Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie  [Teneur du 10. 4. 2008] approuve le règlement du syndicat de communes, après avoir requis le corapport du service compétent de la Direction de la justice, des affaires communales et des affaires ecclésiastiques  [Teneur du 10. 4. 2008].

3  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie  [Teneur du 10. 4. 2008] peut ordonner le regroupement en un syndicat de communes sur proposition d'une commune, d'une corporation de digues ou d'office, si cela est indispensable à l'exécution rationnelle des tâches liées à l'entretien et à l'aménagement des eaux et que les personnes concernées ne puissent pas s'entendre. Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 10. 4. 2008] réglemente les tâches, l'organisation et le financement du syndicat. Elle libère certaines communes ou corporations de digues si le syndicat peut malgré tout accomplir ses tâches. Elle dissout le syndicat dès qu'il a accompli ses tâches ou dès qu'elles peuvent être accomplies d'une autre manière. A cet égard, elle requiert toujours le corapport du service compétent de la Direction de la justice, des affaires communales et des affaires ecclésiastiques  [Teneur du 10. 4. 2008].

Art. 12

Corporation de digues

1  La commune peut, par voie de règlement, déléguer à la corporation de digues, avec l'accord de cette dernière,

a

l'entretien,

b

la planification de l'aménagement des eaux et l'élaboration des projets,

c

l'exécution des projets ou

d

le financement,


en ce qui concerne toutes les eaux ou des eaux déterminées.

2  La corporation de digues est une corporation de droit public; elle est soumise à la loi sur les communes  [RSB 170.11], sauf disposition contraire de la présente loi ou de l'ordonnance du Conseil-exécutif. Elle est autonome en ce qui concerne les tâches qui lui sont déléguées. La Direction de la justice, des affaires communales et des affaires ecclésiastiques  [Teneur du 24. 3. 1993] surveille notamment l'organisation et la gestion financière de la corporation de digues.

3  Le Conseil-exécutif réglemente la procédure de création de nouvelles corporations de digues et de modification de corporations existantes. Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie  [Teneur du 10. 4. 2008] approuve les règlements après avoir consulté le service compétent de la Direction de la justice, des affaires communales et des affaires ecclésiastiques  [Teneur du 10. 4. 2008].

Art. 13

Obligation de tolérer

1  Les riverains des eaux doivent tolérer que des tiers pénètrent sur leur fonds, y circulent ou l'utilisent de toute autre manière pour entretenir les eaux, exécuter des travaux d'aménagement des eaux ou procéder à des contrôles.

2  Les intérêts du riverain doivent être pris en considération. Celui-ci doit être informé à temps.

3  Si des dommages sont causés, l'assujetti à l'obligation d'aménager les eaux et l'assujetti à l'exécution répondent solidairement de l'indemnisation. Ils peuvent aussi rétablir l'état antérieur.

Art. 14

Responsabilité

1  La responsabilité de la commune, du syndicat de communes et de la corporation de digues en ce qui concerne les dommages dus à la mauvaise exécution ou à la violation de l'obligation d'aménager les eaux est régie par la loi sur les communes  [RSB 170.11]. La commune d'une part et le syndicat de communes ou la corporation de digues d'autre part répondent solidairement.

2  La responsabilité du riverain et du propriétaire du bien-fonds riverain d'un lac est régie par le droit civil.

III. Planification, aménagement et entretien

1. Principes de planification et d'action

Art. 15

1  La protection contre les crues doit être assurée par l'entretien des eaux et par des mesures passives de protection contre les crues. En cas d'impossibilité et lorsqu'il faut écarter de graves dangers menaçant des personnes ou des biens d'une grande valeur matérielle ou immatérielle, on procédera à la mesure active de protection contre les crues qui est proportionnée et propre à écarter le danger.

2  En ce qui concerne les eaux et leur proximité, les principes suivants doivent en outre si possible être respectés:

a

les eaux doivent être maintenues dans un état naturel ou aménagées d'une manière proche du naturel, ou encore, dans les cas au sens de l'article 8, rétablies dans un état proche du naturel;

b

les mesures prises doivent être conformes à la technique de l'aménagement des eaux;

c

le débit de projet doit être plus élevé dans les zones d'habitation et dans celles où l'infrastructure des transports est fortement développée, et moins élevé dans les autres zones;

d

les caractéristiques des différentes eaux, du bassin versant et du réseau hydrographique doivent être respectées;

e

l'équilibre entre les eaux de surface et les eaux souterraines ne doit pas être perturbé;

f

les exigences de la protection des eaux, du paysage, de la nature et de l'environnement, ainsi que de la pêche, de l'agriculture et de la sylviculture doivent être prises en considération;

g

les intérêts de la navigation et de l'utilisation des eaux doivent être respectés;

h

la végétation des rives doit être entretenue, remplacée par des plantes adaptées au milieu ou plantée;

i

les chemins de rive servant à l'entretien doivent être préservés et, lorsque cela est nécessaire pour l'aménagement des eaux, de nouveaux chemins doivent être aménagés; et

k

les principes de l'économie doivent être respectés.

2. Etudes de base, conceptions et plan directeur des eaux

Art. 16

1. Compétence, effets

1  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] élabore les études de base et les projets de conceptions en vertu desquelles les objectifs de la présente loi doivent être réalisés.

2  Si l'appréciation de l'opportunité des activités relevant de l'aménagement des eaux, la coordination de ces activités dans une région assez étendue ou d'autres motifs l'exigent, le Conseil-exécutif édicte un plan directeur des eaux pour la région en question.

3  Le plan directeur des eaux a force obligatoire pour les autorités du canton. Faisant partie intégrante du plan directeur cantonal au sens de la loi fédérale sur l'aménagement du territoire, il a également force obligatoire pour les autorités de la Confédération et des autres cantons.

Art. 17

2. Objet du plan directeur des eaux

1  Le plan directeur des eaux décrit dans les grandes lignes la manière dont les objectifs visés par la présente loi doivent être atteints dans des bassins versants déterminés et dont les mesures d'aménagement des eaux doivent être coordonnées avec d'autres activités ayant des effets sur l'aménagement du territoire.

2  Il peut notamment désigner

a

les eaux et les rives qui doivent être maintenues dans un état naturel, aménagées d'une manière proche du naturel ou, dans les cas au sens de l'article 8, rétablies dans un état proche du naturel;

b

les espaces devant servir de zones inondables ou de réservoirs d'écrêtement des crues;

c

les zones qui doivent être délimitées comme zones à protéger ou comme zones de dangers et dans lesquelles aucun bâtiment ou installation nouveaux ne doivent être construits ou ne peuvent l'être que s'ils sont protégés contre les crues de manière adéquate;

d

les tronçons de cours d'eau et les rives pour lesquels des mesures actives de protection contre les crues doivent être prises;

e

le degré de sécurité devant être atteint grâce aux endiguements (débit de projet);

f

les zones à proximité des eaux où des mesures contre les mouvements de terrain doivent être prises;

g

les nouveaux chemins de service devant être aménagés pour l'entretien des rives;

h

les mesures qui revêtent de l'importance pour le bilan alluvionnaire;

i

les tronçons de cours d'eau sur lesquels la réalisation d'ouvrages hydrauliques ne nécessite qu'un permis d'aménagement des eaux (art. 20, 2e al., lit. c);

k

les tronçons de cours d'eau et les projets d'aménagement des eaux qui sont soumis à une loi cantonale autre que la présente, et la Direction cantonale compétente (art. 4, art. 43, 2e al.);

l

les régions dans lesquelles des syndicats de communes doivent être constitués pour exécuter l'obligation d'aménager les eaux.

Art. 18

3. Procédure de promulgation du plan directeur des eaux
3.1 Avec force obligatoire pour le canton

1  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] élabore le projet de plan directeur des eaux en se fondant sur les études de base et les conceptions élaborées, et il le fait concorder avec les autres activités ayant des effets sur l'aménagement du territoire. Il collabore à cet effet avec les autres services cantonaux concernés.

2  Une fois la procédure de participation achevée, la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993] adresse une proposition au Conseil-exécutif.

3  Le Conseil-exécutif arrête le plan directeur des eaux en dernière instance cantonale.  [Teneur du 10. 4. 2008]

Art. 19

3.2 Avec force obligatoire pour la Confédération et les cantons

1  La Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993] introduit la procédure d'adaptation du plan directeur cantonal au sens de la loi fédérale sur l'aménagement du territoire (art. 9, 2e al. LAT  [RS 700]), si et dans la mesure où des tâches de la Confédération ou des cantons voisins sont concernées.

2  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] élabore le projet et mène la procédure de participation.

3. Plan d'aménagement des eaux et permis d'aménagement des eaux

3.1 Conditions

Art. 20

Régime du plan et du permis

1  Toute mesure allant au-delà du simple entretien nécessite un plan d'aménagement des eaux. Les 2e, 3e et 4e alinéas sont réservés.

2  Un permis d'aménagement des eaux suffit

a

pour les mesures sans grandes conséquences pour les eaux sur le plan de leur aménagement, mais non pour la délimitation d'une zone inondable;

b

lorsque le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie, d'entente avec les services compétens de la Direction de l'économie publique, lève dans un cas particulier l'obligation d'édicter un plan d'aménagement des eaux du fait qu'elle serait disproportionnée au vu des conditions topographiques. La décision du service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie ne peut pas être contestée en tant que telle;  [Teneur du 29. 10. 1997]

c

lorsque le plan directeur des eaux prononce, pour un tronçon de cours d'eau déterminé, la levée générale de l'obligation d'édicter un plan d'aménagement des eaux;

d

pour les projets des riverains des lacs devant être exécutés sur les rives des lacs.

3  Les travaux d'urgence destinés à écarter un risque de dommage imminent ou grandissant ne nécessitent pas de plan ni de permis.

4  Les concessions donnent droit à l'exécution immédiate des travaux d'aménagement des eaux qu'elles décrivent.

5  Les mesures autorisées en vertu des 1er à 4e alinéas ne nécessitent pas de permis de construire au sens de la loi sur les constructions.

3.2 Plan d'aménagement des eaux

Art. 21

1. Droit d'édicter le plan

1  Le plan d'aménagement des eaux est édicté par la commune, le syndicat de communes ou la corporation de digues.

2  La Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993] édicte le plan cantonal d'aménagement des eaux afin de sauvegarder des intérêts régionaux ou cantonaux menacés, afin de permettre au canton  [Teneur du 7. 6. 2001] d'exécuter l'obligation d'aménager les eaux, ou, à titre de substitution, si une commune ou son assujetti à l'exécution omet d'édicter son plan. Le Conseil-exécutif réglemente la procédure.

Art. 22

2. Objet

 Les éléments suivants peuvent notamment faire l'objet du plan d'aménagement des eaux:

a

les zones inondables et les restrictions à la construction indispensables;

b

le projet général ou le projet détaillé;

c

l'entretien des eaux;

d

les droits devant être expropriés;

e

le financement.

Art. 23

3. Procédure
3.1 Information et participation de la population; examen préalable

1  Les autorités et les organes requièrent suffisamment tôt les conseils du service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] pour élaborer les projets.

2  Ils informent la population sur les mesures d'aménagement des eaux prévues et lui donnent la possibilité de participer. Ils peuvent y renoncer si le projet fait l'objet du plan directeur des eaux.

3  Ils remettent le projet accompagné du rapport sur la procédure de participation au service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie. Une copie est adressée à la préfecture.  [Teneur du 28. 3. 2006]

Art. 24

3.2 Dépôt public et opposition

1  Le projet doit faire l'objet d'une publication et d'un dépôt public pendant au moins 30 jours dans toute commune sur le territoire de laquelle le plan prévoit une mesure. Le droit de former opposition doit être mentionné.

2  Ont qualité pour former opposition

a

les personnes particulièrement atteintes par le projet et qui peuvent faire valoir un intérêt digne de protection;  [Teneur du 10. 4. 2008]

b

les organisations privées visées aux articles 35a et 35c, alinéa 3 de la loi du 9 juin 1985 sur les constructions (LC)  [RSB 721.0];  [Teneur du 28. 1. 2009]

c

les autorités de la commune et les organes des syndicats de communes, des corporations de digues, du canton  [Teneur du 7. 6. 2001] et de la Confédération, afin de défendre les intérêts publics qui leur sont confiés.

3  Les oppositions, motivées, doivent être déposées par écrit auprès de la commune, avant la fin du dépôt public.

4  Le préfet mène les pourparlers de conciliation. Il peut à cet égard avoir recours au service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997]. Il transmet le projet accompagné de son rapport à l'organe compétent pour décider.

Art. 25

3.3 Décision et approbation

1  Dans la commune, les électeurs arrêtent le plan d'aménagement des eaux. Le règlement communal peut attribuer cette compétence au conseil général ou au conseil de ville.

2  Dans le syndicat de communes et dans la corporation de digues, la compétence appartient à l'organe désigné par le règlement.

3  Une fois arrêté, le plan d’aménagement des eaux est adressé au préfet qui le transmet, accompagné de son rapport et de sa proposition, au service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie.  [Teneur du 10. 4. 2008]

4  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie approuve le plan d’aménagement des eaux s’il est opportun, conforme à la loi et à l’intérêt public. Il peut modifier un plan contraire à la loi ou inopportun, après avoir entendu les intéressés.  [Teneur du 10. 4. 2008]

5  Si le plan d'aménagement des eaux est en contradiction avec le plan directeur des eaux mais qu'il permette de mieux concrétiser les objectifs de la présente loi, il est néanmoins réputé opportun.

6  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie étudie simultanément les oppositions. Il notifie en général la décision d’approbation en même temps que la décision sur les autorisations et permis spéciaux. Dans la mesure où ces derniers relèvent également de la compétence de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie ou d’un de ses offices, ils sont réputés accordés dès que le plan est approuvé.  [Teneur du 10. 4. 2008]

Art. 26

4. Effets

1  Le plan d'aménagement des eaux qui a pour objet un projet détaillé donne le droit d'exécuter les mesures prévues et qui sont désignées dans la décision d'approbation.

2  Si le plan d'aménagement des eaux a pour objet un projet général, l'octroi du permis d'aménagement des eaux est réservé en ce qui concerne le projet détaillé.

3  Le plan d'aménagement des eaux peut être assorti d'une décision autorisant des dépenses lorsque celles-ci sont exposées avec suffisamment de précision et qu'elles ont été arrêtées par l'organe compétent en matière financière.

4  La commune, le syndicat de communes ou la corporation de digues acquièrent avec le plan le droit d'exproprier les droits désignés par lui. La procédure d'expropriation est régie par la loi cantonale sur l'expropriation  [RSB 711.0].

5  Le plan de quartier au sens de la loi sur les constructions  [RSB 721.0] ou le plan de route produisent les mêmes effets que le plan d'aménagement des eaux s'ils réglementent des aménagements hydrauliques.

Art. 27

5. Procédure accélérée

1  S'il y a péril en la demeure, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] peut renoncer à l'information et à la participation de la population, à l'examen préalable et à la tenue de pourparlers de conciliation.

2  Dans ce cas, la durée du dépôt public, le délai d'opposition et le délai de recours sont de dix jours.

3  La décision du service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] de mener la procédure accélérée ne peut pas être contestée en tant que telle.

Art. 28

6. Modifications mineures du plan d'aménagement des eaux

1  Le conseil communal peut arrêter des modifications mineures du plan d'aménagement des eaux sans information et sans participation de la population au sens de l'article 23, 2e alinéa, sans examen préalable et sans dépôt public.

2  Avant la décision, les personnes concernées doivent être informées par lettre recommandée; le droit de former opposition dans les 30 jours doit leur être signalé.

3  L'article 25, 3e à 6e alinéas est applicable à l'approbation par le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie  [Teneur du 10. 4. 2008].

4  En ce qui concerne le syndicat de communes et la corporation de digues, la compétence d'arrêter les modifications mineures est régie par le règlement.

Art. 29

7. Retrait de l'approbation

1  Si le plan d'aménagement des eaux doit être adapté par suite de modifications considérables des caractéristiques des eaux ou que, par suite de découvertes nouvelles, une autre solution semble plus propre à régler les problèmes de l'aménagement des eaux, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie  [Teneur du 10. 4. 2008] peut retirer l'approbation du plan d'aménagement des eaux, pour autant que les mesures prévues n'aient pas encore été réalisées.

2  Il peut alors enjoindre la commune ou l’assujetti à l’exécution d’édicter un nouveau plan dans un délai raisonnable. La Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie peut au besoin édicter un plan cantonal d’aménagement des eaux.  [Teneur du 10. 4. 2008]

3.3 Permis d'aménagement des eaux

Art. 30

Conditions d'octroi

1  Le permis d'aménagement des eaux est octroyé, sur demande de l'assujetti à l'obligation d'aménager les eaux ou de l'assujetti à l'exécution,

a

si le projet concrétise le plan d'aménagement des eaux;

b

en l'absence de plan d'aménagement des eaux, si le projet correspond au plan directeur des eaux. S'il est en contradiction avec ce dernier, le requérant a toute liberté pour prouver que son projet est mieux à même de concrétiser les principes de planification et d'action;

c

en l'absence de plan directeur des eaux, si le projet respecte les principes de planification et d'action.

2  Le projet doit par ailleurs être conforme aux dispositions du droit public qui sont applicables à l'aménagement des eaux et qui ne sont examinées à l'occasion d'aucune procédure.

3  Le permis d'aménagement des eaux n'est en général établi qu'une fois les autorisations et permis spéciaux accordés. Si ces derniers relèvent également de la compétence de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993], ils sont réputés délivrés en même temps que le permis d'aménagement des eaux.

4  L'octroi du permis d'aménagement des eaux peut être assorti de charges relatives à l'entretien.

Art. 31

Procédure

1  Une fois la demande de permis déposée, la commune la publie et la dépose publiquement pendant 30 jours en mentionnant le droit de former opposition.

2  Le projet détaillé, qui concrétise le projet général du plan d'aménagement des eaux, est publié uniquement si les intérêts publics concernés le sont plus que par le projet général. S'il n'est pas publié, les personnes concernées doivent être informées par écrit de sa mise en dépôt public. Une mesure prévue dans le plan d'aménagement des eaux ne peut plus faire l'objet d'une opposition en procédure d'octroi du permis d'aménagement des eaux.

3  La qualité pour former opposition est régie par l'article 24, 2e alinéa.

4  Le préfet mène les pourparlers de conciliation. Il peut à cet égard avoir recours au service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997]. Il transmet la demande, accompagnée d'un rapport et d'une proposition, au service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997]. Ce dernier statue sur la demande et étudie les oppositions.  [Teneur du 17. 9. 1992]

Art. 32

Révocation

 Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] peut révoquer le permis d'aménagement des eaux si les conditions prévues à l'article 29, 1er alinéa sont remplies.

3.4 Exécution anticipée

Art. 33

Compétence et conditions

1  Après la décision sur le plan d'aménagement des eaux ou, en procédure d'octroi du permis d'aménagement des eaux, après le dépôt public, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] peut, sur demande, autoriser l'exécution anticipée des mesures prévues si aucune opposition n'a été formée et que le plan d'aménagement des eaux ou le permis d'aménagement des eaux soient susceptibles d'être respectivement approuvé ou accordé.

2  L'autorisation de procéder à l'exécution anticipée n'équivaut pas à une promesse de subventionnement.

3.5 Coordination

Art. 34

 Avant la procédure d'approbation du plan d'aménagement des eaux et la procédure d'octroi du permis d'aménagement des eaux, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] requiert le corapport des services administratifs cantonaux concernés, coordonne l'obtention des autorisations et permis spéciaux et traite avec les autorités fédérales.

4. Entretien des eaux

Art. 35

1  Les travaux d'entretien des eaux peuvent être exécutés sans permis d'aménagement des eaux et sans permis de construire. Les autorisations et permis spéciaux requis sont néanmoins réservés.

2  Si une contribution financière du canton  [Teneur du 7. 6. 2001] est escomptée, les travaux d'entretien doivent être annoncés au service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] au moins 30 jours à l'avance.

3  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] informe les autres services administratifs cantonaux concernés.

4  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] interdit l'exécution des travaux d'entretien prévus dans les 20 jours à compter de l'annonce,

a

s'ils vont au-delà du simple entretien des eaux ou

b

s'ils sont contraires au plan d'aménagement des eaux ou au permis d'aménagement des eaux.

Il détermine simultanément si, pour le projet, il convient de mener la procédure du plan d'aménagement des eaux ou la procédure d'octroi du permis d'aménagement des eaux.

5  ...  [Abrogé le 2. 5. 1995]

IV. Financement

Art. 36

1. Coût des eaux

 Le coût des eaux englobe

a

le coût de la planification,

b

le coût de l'entretien des eaux,

c

les indemnités versées aux personnes lésées dans les zones inondables du plan d'aménagement des eaux,

d

le coût des mesures actives de protection contre les crues,

e

le coût de l'acquisition des droits réels pour l'aménagement des eaux,

f

le coût de l'assainissement anticipé,

g

les indemnités au sens de l'article 13, 3e alinéa.

Art. 37

2. Répartition des charges

1  Le canton supporte les frais d'élaboration du plan directeur et de l'aménagement des eaux auquel il doit procéder. Il verse les indemnités dues aux personnes lésées dans les zones inondables figurant au plan d'aménagement des eaux. Il peut allouer des subventions pour les autres postes du coût des eaux, subventions auxquelles il n'existe pas de prétention légale. Les riverains des lacs et les concessionnaires ne reçoivent aucune subvention. Le 4e alinéa est réservé.  [Teneur du 2. 5. 1995]

2  L'assujetti à l'obligation d'aménager les eaux supporte les autres frais, à moins qu'ils ne soient assumés par l'assujetti à l'exécution.

3  Sur décision de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie, la commune, le syndicat de communes ou la corporation de digues rembourse au canton 33 pour cent des indemnités versées aux personnes lésées dans les zones inondables.  [Teneur du 7. 6. 2001]

4  Sur décision de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie, les coûts occasionnés au canton par l'entretien courant du réseau des canaux de la Ire et de la IIe correction des eaux du Jura sera mis pour moitié à la charge des communes riveraines et bénéficiaires. Le Conseil-exécutif fixe une clé de répartition qui tient compte de l'utilité et de la longueur du tronçon du canal concerné ainsi que du nombre d'habitants des communes. Les frais des renouvellements globaux des systèmes de canaux font l'objet d'une réglementation spéciale.  [Teneur du 2. 5. 1995]

5  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie  [Teneur du 10. 4. 2008] peut contraindre une commune à verser des contributions équitables pour le coût des eaux à une autre commune ou à l'assujetti à l'exécution de cette commune, si un aménagement hydraulique lui est particulièrement profitable, par exemple

si grâce à l'aménagement du cours supérieur ou du cours inférieur, elle peut s'abstenir, en tout ou en grande partie, de procéder elle-même à des aménagements hydrauliques, ou

si elle peut modifier considérablement le débit d'un émissaire.  [Teneur du 2. 5. 1995]

6  Si une installation d'utilisation des eaux augmente le coût de l'entretien ou de l'aménagement des eaux, les frais supplémentaires sont mis à la charge du concessionnaire sur décision du service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie  [Teneur du 10. 4. 2008].  [Ancien alinéa 5]

Art. 38

3. Prestations du canton
3.1 Subventions pour l'entretien

1  Dans la limite de ses crédits budgétaires, le canton peut verser, à la commune et à l'assujetti à l'exécution, des subventions représentant au plus 50 pour cent, mais au moins un tiers, des frais engendrés par l'entretien majeur des eaux.  [Teneur du 7. 6. 2001]

2  Le Conseil-exécutif définit l'entretien majeur. Il autorise les subventions dans la mesure où cette autorisation de dépenses n'est pas déléguée à une unité administrative subordonnée.  [Teneur du 7. 6. 2001]

3  La subvention peut être réduite équitablement si les frais en faveur desquels elle est allouée sont dus au fait que l'entretien des eaux a été négligé.

4  ...  [Abrogé le 2. 5. 1995]

Art. 39

3.2 Indemnités versées aux personnes lésées dans les zones inondables

1  Dans les zones inondables du plan directeur, l'ayant-droit a droit à une indemnité équitable ou à une contribution aux primes d'assurance, si celles-ci sont plus élevées que la normale. Le Conseil-exécutif fixe le montant des indemnités et des contributions.

2  Le Grand Conseil inscrit les fonds nécessaires au budget.

3  Le Conseil-exécutif a la compétence financière de verser les indemnités. La délégation de compétences en matière de dépenses au sens de la loi sur les finances de l'Etat est réservée.

4  Le Conseil-exécutif peut confier la réparation des dommages à la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 2. 5. 1995] ou à des tiers.

Art. 40

3.3 Subventions pour les autres postes du coût des eaux

1  Dans la limite de ses crédits budgétaires, le canton peut verser, à la commune et à l'assujetti à l'exécution, des subventions pour les autres postes du coût des eaux, les intérêts passifs exclus, et pour le coût de la mise à jour des mensurations cadastrales provoquée par un projet d'aménagement des eaux.  [Teneur du 2. 5. 1995]

2  La subvention versée à la commune s'élève à 33 pour cent, ou si la Confédération n'alloue aucune subvention, à 66 pour cent des frais. Elle peut être réduite équitablement si les coûts pour lesquels elle est octroyée sont dus au fait que l'entretien des eaux a été négligé.  [Teneur du 7. 6. 2001]

3  Le Conseil-exécutif donne la promesse de subventionnement. Il autorise toutes les subventions qui ne sont pas soumises à la votation facultative dans la mesure où cette autorisation de dépenses n'est pas déléguée à une unité administrative subordonnée.  [Teneur du 7. 6. 2001]

4  La subvention n'est pas exigible, tant que

a

les crédits budgétaires requis n'ont pas été débloqués et que de plus

b

l'exécution de la mesure n'a pas débuté.

5  L'exécution de la mesure pour laquelle une subvention est demandée ne doit pas débuter avant la promesse de subventionnement. L'article 33 est réservé. L'autorisation de procéder à l'exécution anticipée n'équivaut pas à une promesse de subventionnement.

6  En ce qui concerne les travaux d'urgence, le Conseil-exécutif dispose d'une compétence financière illimitée, même si les crédits disponibles sont dépassés. Dans les cas de rigueur, il peut augmenter équitablement le montant de la subvention.

Art. 41

4. Contributions des propriétaires fonciers

1  La commune et le syndicat de communes peuvent, par voie de règlement, prévoir la perception auprès du propriétaire foncier ou du titulaire du droit de superficie de contributions pour les frais engendrés par la planification, la protection active contre les crues et l'acquisition de droits réels. Les contributions sont déterminées en fonction de l'avantage particulier retiré par le propriétaire foncier.

2  Est notamment réputée avantage particulier la protection du bien-fonds à proprement parler et des installations d'équipement y conduisant contre les dangers provoqués par les eaux.

3  La contribution peut être déterminée en fonction de la proximité du bien-fonds par rapport aux eaux, de la longueur de la zone de contact, des conditions topographiques, de la surface ou de la valeur du bien-fonds, ou de tout autre critère objectif.

4  Au demeurant, le décret sur les contributions des propriétaires fonciers pour les installations d'équipement et pour les ouvrages et mesures d'intérêt public est applicable par analogie.

Art. 42

5. Corporation de digues

1  Conformément à son règlement, la corporation de digues peut, sur décision formelle, percevoir régulièrement auprès de ses membres des contributions déterminées en fonction de l'avantage qu'ils retirent des activités de la corporation en matière d'aménagement et d'entretien des eaux.

2  L'article 41, 2e et 3e alinéas est applicable à la détermination de l'avantage et des contributions.

3  La corporation de digues peut constituer des réserves adéquates.

4  La commune peut fournir des contributions à la corporation de digues en les finançant par ses moyens généraux.

V. Surveillance

1. Surveillance en général

Art. 43

Compétence

1  Le Conseil-exécutif exerce la haute surveillance des eaux et de leur aménagement; la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie, par l'intermédiaire de ses services compétents concernés, agit pour le compte du Conseil-exécutif, sous réserve du 2e alinéa.  [Teneur du 29. 10. 1997]

2  La surveillance des eaux qui, en vertu du plan directeur des eaux ou d'un arrêté du Conseil-exécutif, sont subordonnées à une autre Direction pour l'entretien et l'aménagement, est exercée par la Direction en question. Les autres Directions coordonnent leurs activités avec celles de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie. Elles appliquent par analogie les articles 44 à 50 de la présente loi, sauf disposition contraire des autres lois (art. 4, 1er al.).  [Teneur du 24. 3. 1993]

3  Le préfet sert d'intermédiaire entre les communes, les assujettis à l'obligation d'aménager les eaux et les assujettis à l'exécution et assure la coordination des travaux d'urgence.

4  Le service compétent de la Direction concernée conseille les assujettis à l'aménagement des eaux et les assujettis à l'exécution.  [Teneur du 29. 10. 1997]

Art. 44

Contrôle des eaux

1  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] contrôle l'état des eaux, les travaux d'entretien et d'aménagement des eaux ainsi que le respect des prescriptions de la police des eaux.

2  Les riverains signalent à la commune les nouveaux dangers et dommages affectant les eaux, dès qu'ils en ont connaissance. Les communes, leurs assujettis à l'exécution et les concessionnaires signalent les mises en garde à l'autorité de surveillance et au préfet.

3  Au besoin, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997], accompagné de l'assujetti à l'obligation d'aménager les eaux, de l'assujetti à l'exécution et du préfet se rendent sur place une fois par an.

4  Les organes de la Direction de l'économie publique informent la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie de l'appréciation qu'ils portent sur les eaux et en particulier sur les dangers imminents.  [Teneur du 24. 3. 1993]

Art. 45

Violation de l'obligation d'aménager les eaux

1  Si l'assujetti à l'obligation d'aménager les eaux ou l'assujetti à l'exécution négligent l'entretien ou l'aménagement des eaux, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] prend les mesures requises.

2  Si la personne en cause ne donne pas suite aux injonctions du service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997], la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993] édicte un plan cantonal d'aménagement des eaux là où cela s'impose. Si un permis d'aménagement des eaux est suffisant pour les travaux requis, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] élabore le projet, le dépose publiquement dans la commune pendant 30 jours en mentionnant le droit de former opposition, mène les pourparlers de conciliation et adopte le projet; il étudie les oppositions encore pendantes. L'article 24, 2e alinéa est applicable à la qualité pour faire opposition.  [Teneur du 17. 9. 1992]

3  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] fixe alors à la personne concernée un délai pour exécuter les travaux, sous commination d'exécution par substitution.

4  Si cette décision n'est pas exécutée dans les délais, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] fait procéder aux travaux.

5  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] fixe la part des frais incombant à la personne en cause. Les articles 37 à 40 sont applicables. L'assujetti à l'obligation d'aménager les eaux ou l'assujetti à l'exécution concerné supporte les frais supplémentaires causés par la violation de l'obligation d'aménager les eaux et par l'intervention relevant du droit de la surveillance.

6  Si en dépit de l'avertissement, une corporation de digues persiste à négliger l'obligation d'exécuter qui lui incombe et que la commune ne lui retire pas elle-même cette obligation, la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993] peut ordonner la dissolution de la corporation de digues.

Art. 46

Mesures illicites

1  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] ordonne la suspension des travaux et le rétablissement de l'état légal, sous commination d'exécution par substitution et en fixant un délai raisonnable, si des tiers procèdent à des interventions interdites, ou que des assujettis à l'obligation d'aménager les eaux ou des assujettis à l'exécution effectuent des travaux formellement illicites.

2  Les dispositions suivantes sont applicables à la suite de la procédure:

a

Si une procédure appropriée de promulgation de plan ou d'octroi de permis est introduite dans les délais, la procédure de rétablissement de l'état légal est suspendue jusqu'à ce qu'une décision ait été rendue dans la procédure introduite. La lettre d est réservée.

b

L'introduction d'une procédure postérieure est exclue, si une décision exécutoire a déjà été prise au sujet des mesures.

c

Lorsque la décision sur la demande de permis ou sur le plan a été rendue, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] adapte si nécessaire la décision de rétablissement de l'état légal et fixe le cas échéant un nouveau délai.

d

Si la demande postérieure de permis d'aménagement des eaux ou d'autorisation de police des eaux ou encore de concession est déposée dans les 30 jours à compter de la notification de la décision de rétablissement de l'état légal, celle-ci perd sa validité. Si la demande ne peut pas être satisfaite ou ne peut l'être qu'en partie, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] arrête une nouvelle décision de rétablissement de l'état légal. Le délai de recours contre la décision de rétablissement de l'état légal recommence alors de courir. Si la demande postérieure est retirée, la décision de rétablissement de l'état légal retrouve sa validité.

3  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] fait exécuter les mesures de rétablissement de l'état légal ordonnées par décision exécutoire par des tiers, aux frais de l'assujetti, s'il ne les a pas exécutées dans le délai imparti.

2. Police des eaux

Art. 47

Compétence

1  Les services compétents de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie exercent la police des eaux placées sous la surveillance de cette Direction.  [Teneur du 29. 10. 1997]

2  ...  [Abrogé le 29. 10. 1997]

3  ...  [Abrogé le 29. 10. 1997]

4  L'autorité compétente en matière d'utilisation des eaux statue également sur l'autorisation de police des eaux, après avoir consulté le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997].

Art. 48

2. Autorisation, dérogation, concession
2.1 Régime de l'autorisation et conditions d'octroi, dérogations

1  Les bâtiments et installations dans les eaux, au bord, au-dessus ou sous celles-ci et dans les zones riveraines protégées, ainsi que les autres mesures dans le secteur à proximité des eaux nécessitent une autorisation de police des eaux s’ils ont une influence sur le débit, l’écoulement, la sécurité et la configuration du lit et des rives, sur la préservation des fonctions écologiques ou sur l’accès aux eaux. Une concession ou une autorisation sont nécessaires en cas d’extraction de gravier. L’alinéa 2 est réservé.  [Teneur du 28. 1. 2009]

2  Les travaux d'entretien et d'aménagement des eaux exécutés par les ayants-droit ne nécessitent pas d'autorisation de police des eaux.

3  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] accorde l'autorisation, à moins que

a

les eaux, les ouvrages de protection ou les installations aménagées contre les mouvements de terrain ne soient menacés ou altérés;

b

l'accès nécessaire aux eaux ne soit bloqué;

c

l'écoulement des eaux dans leur lit ne soit sensiblement accéléré ou freiné;

d

le débit des eaux ne soit considérablement modifié;

e

l'afflux et l'écoulement d'eau souterraine ne soient entravés;

f

des eaux ne doivent être mises sous terre ou sous voûtage ou

g

des étangs ou des lacs ne doivent être comblés.

4  Il ne peut être dérogé au 3e alinéa que s'il existe un motif important et qu'aucun intérêt prépondérant ne s'y oppose.

5  Si l'exercice de la dérogation augmente le coût des eaux, le titulaire ou son ayant cause supporte les frais supplémentaires.

6  La dérogation peut être liée à des conditions, être assortie de charges ou être limitée dans le temps.

Art. 49

2.2 Extraction de gravier

1  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] peut délivrer la concession ou l'autorisation d'extraction de gravier, si et aussi longtemps que le bilan alluvionnaire ne s'en trouve pas perturbé. Il n'existe pas de droit à l'extraction de gravier.

2  Le Conseil-exécutif fixe le montant des redevances périodiques pour l'extraction de gravier.

3  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] révoque la concession ou l'autorisation ou les restreint, lorsqu'on est en droit de supposer que l'extraction de gravier perturbe le bilan alluvionnaire. Le titulaire de l'autorisation n'est pas indemnisé; les règles du droit de l'expropriation s'appliquent au concessionnaire.

4  A la fin de la durée de validité de la concession ou de l'autorisation, l'état originel doit être si possible rétabli. L'ayant droit doit enlever les installations à ses frais. En cas d'octroi de la concession ou de l'autorisation, une sûreté peut être exigée pour les frais d'une éventuelle exécution par substitution.

Art. 50

Procédure

1  L'article 31, 1er , 3e et 4e alinéas s'applique par analogie à la procédure. Si aucun intérêt public important n'est touché, il suffit, en lieu et place de la publication, d'adresser une communication écrite aux personnes concernées.

2  Le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] coordonne l'obtention des autres autorisations et permis spéciaux requis en liaison avec les eaux.

VI. Voies de droit et peines

1. Voies de droit

Art. 51  [Teneur du 10. 4. 2008]

Contestation de décisions

1  Les décisions de la Direction des travaux publics, des transports et de l’énergie concernant le plan cantonal d’aménagement des eaux sont susceptibles de recours devant le Conseil-exécutif.

2  Les décisions au sens de l’article 11, alinéa 3 ainsi que les décisions sur la dissolution de corporations de digues sont susceptibles de recours devant la Direction; les décisions sur recours rendues par cette dernière peuvent faire l’objet d’un recours devant le Conseil-exécutif, qui statue en qualité de dernière instance cantonale.

3  Au surplus, les dispositions de la loi du 23 mai 1989 sur la procédure et la juridiction administratives (LPJA)  [RSB 155.21] sont applicables.

Art. 52

Contestation de décisions sur des prestations financières

1  Les décisions concernant les contributions des propriétaires fonciers et les contributions réglementaires aux corporations de digues sont susceptibles de recours administratif au préfet; la décision de ce dernier est susceptible de recours au Tribunal administratif.

2  Les décisions rendues par le Conseil-exécutif et par la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 24. 3. 1993] au sujet de prestations financières peuvent être portées directement devant le Tribunal administratif.  [Teneur du 10. 4. 2008]

3  Au surplus, les dispositions de la loi sur la procédure et la juridiction administratives sont applicables.  [Teneur du 10. 4. 2008]

Art. 53

Procédure

1  Les dispositions de la loi sur la procédure et la justice administratives  [RSB 155.21] sont applicables à la procédure.

2  En ce qui concerne les travaux d'urgence, les décisions rendues par les autorités compétentes sont immédiatement exécutoires.

Art. 54

Titre exécutoire

 Les décisions exécutoires sur les frais, les émoluments, les amendes et sur d'autres prestations financières, fondées sur la présente loi ou sur les textes d'exécution, sont assimilées à un titre de mainlevée d'opposition au sens de l'article 80 de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite  [RS 281.1].

2. Peines

Art. 55

Faits constitutifs d'infraction et mesure de la peine

1  Celui qui, intentionnellement ou par négligence grave, et sans être en possession des autorisations de police des eaux requises ou contrairement à pareille autorisation, exécute des bâtiments, installations ou autres mesures dans les eaux, au bord, au-dessus ou sous celles-ci (article 48), est passible d'une amende allant de 1000 à 40 000 francs.

2  Dans les cas graves, dans les cas de récidive ou si le contrevenant a agi par cupidité, l’amende peut être portée à 100 000 francs au plus.  [Teneur du 14. 12. 2004]

3  Dans les cas de peu de gravité, l'amende est comprise entre 50 et 1000 francs.

Art. 56  [Teneur du 28. 1. 2009]

Prescription

 Les infractions au sens de l’article 55 se prescrivent par sept ans.

Art. 57

Droit supplétif

 Au demeurant, le droit pénal cantonal et fédéral supplétif est réservé.

VII. Dispositions d'exécution, dispositions transitoires et dispositions finales

1. Exécution

Art. 58

Ordonnance sur l'aménagement des eaux

 Le Conseil-exécutif édicte les prescriptions nécessaires à l'exécution de la présente loi.

Art. 58a  [Introduit le 2. 5. 1995]

Règlements communaux

1  Les communes sans corporation de digues édictent les règlements nécessaires à l'organisation et à l'exécution de l'obligation d'aménager les eaux.

2  Les règlements communaux ne requièrent pas l'approbation du canton.

3  Le service  [Teneur du 29. 10. 1997] compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie élabore des règlements-types, conseille les communes lorsqu'elles édictent des règlements et examine ces derniers.

2. Dispositions transitoires

Art. 59

Application du droit antérieur

1  Les projets pour lesquels une subvention cantonale ou fédérale a été promise avant l'entrée en vigueur de la présente loi peuvent être exécutés. L'application par analogie des articles 29 et 32 est réservée.

2  En ce qui concerne les projets autorisés globalement sous l'ancien droit, le service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997]décide si, pour les étapes n'étant pas encore au bénéfice d'une promesse de subvention cantonale ou fédérale, un plan d'aménagement des eaux doit être édicté ou une demande de permis d'aménagement des eaux déposée. La décision du service compétent de la Direction des travaux publics, des transports et de l'énergie  [Teneur du 29. 10. 1997] ne peut pas être contestée en tant que telle.

Art. 60

Adaptation des prescriptions dans les communes sans corporation de digues

 Dans les trois ans à compter de l'entrée en vigueur de la présente loi, les communes sans corporation de digues édictent le règlement nécessaire à l'organisation et à l'exécution de l'obligation d'aménager les eaux ou adaptent les règlement existants.

Art. 61

Adaptation des prescriptions dans les communes avec corporations de digues

 Le Conseil-exécutif réglemente la procédure d'adaptation des prescriptions dans les communes comprenant des corporations de digues.

Art. 62

Adaptation des règlements de syndicats de communes

 Si le règlement d'un syndicat de communes comporte des dispositions contraires à la présente loi ou aux prescriptions d'exécution, le syndicat l'adapte dans les trois ans à compter de l'entrée en vigueur de la présente loi.

Art. 63

Droits acquis des concessionnaires

 Si les droits acquis résultant d'une concession accordée avant l'entrée en vigueur de la présente loi priment sur la réglementation de l'article 37, 5e alinéa, le canton  [Teneur du 7. 6. 2001] supporte les frais supplémentaires.

Art. 64  [Teneur du 2. 5. 1995]

Contributions au sens de l'article 37, 5e alinéa  [Teneur du 2. 5. 1995]

 L'article 37, 5e alinéa est applicable aux zones à bâtir qui, lors de l'entrée en vigueur de la présente loi, ne sont pas encore bâties ou ne le sont que pour une part négligeable, et dont la construction nécessitera des aménagements hydrauliques sur l'émissaire.

Art. 64a  [Introduit le 28. 1. 2009]

Adaptation des prescriptions sur les zones riveraines protégées

 Les communes délimitent les zones riveraines protégées dans un délai de dix ans à compter de l’entrée en vigueur de l’article 4a.

3. Dispositions finales

Art. 65

Entrée en vigueur

 Le Conseil-exécutif fixe la date d'entrée en vigueur de la présente loi  [1. 1. 1990].

Art. 66

Abrogation de textes législatifs

 L'entrée en vigueur de la présente loi abroge les textes législatifs suivants:

a

la loi du 3 avril 1857 concernant l'entretien et la correction des eaux, ainsi que le dessèchement des marais et autres terrains;

b

l'ordonnance du 15 mai 1970 déterminant les eaux du domaine public et les eaux privées placées sous surveillance de l'Etat ainsi que toutes ses modifications;

c

l'arrêté du Conseil-exécutif du 4 décembre 1956 concernant les corporations de digues; examen du compte annuel.

Art. 67

Adaptation de dispositions

1  La loi du 9 juin 1985 sur les constructions  [RSB 721.0] est modifiée comme suit:

2  A l'article 42, 1er alinéa, lettre h du décret du 10 février 1970 concernant la procédure d'octroi du permis de construire  [Abrogé par D du 22. 3. 1994 concernant la procédure d'octroi du permis de construire; RSB 725.1], l'expression «législation sur la police des constructions hydrauliques» est remplacée par «loi sur l'aménagement des eaux».

3  L'article premier, 3e alinéa de la loi du 20 mai 1973  [Abrogée par L du 16. 3. 1998 sur les communes; RSB 170.11] sur les communes est libellé comme suit:

4  La loi du 3 décembre 1950 sur l'utilisation des eaux  [RSB 752.41] est modifiée comme suit:

Berne,  14  février  1989 

Au nom du Grand Conseil,
le président: Schmidlin
le chancelier: Nuspliger

Appendice

14.2.1989  L 

BL 1989/106; en vigueur dès le 1. 1. 1990

Modifications

17.9.1992  D 

BL 1992/346; en vigueur dès le 15. 12. 1992

24.3.1993  O 

BL 1993/260; en vigueur dès le 1. 1. 1993

10.11.1993  O 

BL 1993/714; en vigueur dès le 1. 1. 1994

2.5.1995  L 

ROB 95–73; en vigueur dès le 1. 1. 1996

2.5.1995  L 

ROB 95–75; en vigueur dès le 1. 1. 1996

29.10.1997  O 

ROB 97–100; en vigueur dès le 1. 1. 1998

7.6.2001  L 

ROB 01–87; en vigueur dès le 1. 1. 2002

14.12.2004  L 

ROB 06–129 (II.); Code de procédure pénale (CPP); en vigueur dès le 1. 1. 2007

28.3.2006  L 

ROB 08–134 (art. 17); L sur les préfets et les préfètes (LPr); en vigueur dès le 1. 1. 2010 (ROB 09–90)  [ACE no 1248 du 1. 7. 2009]

10.4.2008  L 

ROB 08–109 (II.); L sur la procédure et la juridiction administratives (LPJA); en vigueur dès le 1. 1. 2009

28.1.2009  L 

ROB 09–64 (II.); L sur les constructions (LC); en vigueur dès le 1. 9. 2009